Fonds-Vorsitzender
Herbert Beck, ehemaliger Direktor des Frankfurter Städel-Museums, übt in Hamburg den Vorsitz über den Ausstellungsfonds der Museen aus. Der Fonds steht ab 2011 zur Verfügung. Aus dessen Etat (2 Mill. Euro) können die Museen für ihre Ausstellungsprojekte Gelder beantragen.
Kultursenatorin zurückgetreten
Karin von Welck ist als Kultursenatorin von Hamburg zurück getreten. Sie verkündete ihre Entscheidung im Juli 2010 am gleichen Tag, an dem auch Ole von Beust als Regierender Bürgermeister seine Demission öffentlich machte. Für von Welck war dies genau „der richtige Zeitpunkt", einen Schlusspunkt unter ihre Tätigkeit als Senatorin zu setzen. Sie habe es als „großes Glück" empfunden, in Hamburg private Kräfte für die Kultur interessieren zu können, bilanzierte sie. Die Medienberichte über ihren Rücktritt sparten allerdings nicht den Hinweis aus, zuletzt sei Karin von Welck wegen der Kostenexplosion beim Bau der Elbphilharmonie stark in die Kritik geraten.
Eigenes Ministerium
Die neue rot-grüne Landesregierung in NRW hat wieder ein eigenes Kulturministerium eingerichtet. Die frühere CDU-FDP-Regierung in Düsseldorf hatte das Ministerium 2005 abgeschafft und stattdessen seinen Aufgabenbereich einem Staatssekretär in der Staatskanzlei zugeordnet. Das nunmehr wieder eigenständige NRW-Kulturministerium betreut auch die Fachbereiche Familie, Kinder, Jugend und Sport. Kulturministerin ist Ute Schäfer. In Schleswig-Holstein ist die Kultur ebenfalls inzwischen wieder in ein eigenständiges Ressort innerhalb der Landesregierung eingebunden.
Galerie agel schließt in Köln
Christian Nagel schließt seine Galerieräume in Köln und konzentriert seine Tätigkeit auf die Galerie in Berlin und seine neuen, im Mai für ein Jahr angemieteten Räume in Antwerpen. In der Rheinmetropole will er allerdings weiter präsent sein: Von seinem Kölner Büro aus will Nagel jährlich zwei bis vier Ausstellungen an wechselnden Orten in Köln veranstalten.
Hopper-Sammlung
Im November 2010 versteigert das Auktionshaus Christie's die Kunstsammlung des im Mai verstorbenen Schauspielers Dennis Hopper. Der Wert der Sammlung wird auf umgerechnet 7,7 Mill. Euro geschätzt. Darunter befinden sich Werke von Andy Warhol, Jean-Michel Basquiat und Claes Oldenburg.
Art from Berlin
Der Landesverband Berliner Galerien (LVBG) organisiert nunmehr zum zweiten Mal die Präsentation „Art from Berlin" auf der Contemporary Istanbul. Fünf Berliner Galerien stellen Ende November 2010 auf jeweils 30 - 42 qm einer Gemeinschaftsfläche ihr Programm in Istanbul vor. Ergänzend dazu gibt es auch noch eine kuratierte „Berlin Lounge" mit Informationen rund um den Kunststandort Berlin.
Fälschung?
Viktor Wekselberg, russischer Unternehmer, verklagte das Auktionshaus Christie's auf Rückgabe von 2,9 Mill. Dollar. Für diese Summe hatte Wekselberg 2005 ein Bild des Malers Boris Kustodijew (1878-1927) ersteigert, das unlängst von russischen Kunstexperten als mutmaßliche Fälschung eingestuft wurde. Das Gemälde wird nun in London von einem weiteren Gutachter untersucht.
Werner Stötzer verstorben
Werner Stötzer , ehem. Vizepräsident der Akademie der Künste in Berlin (Ost), verstarb an seinem brandenburgischen Wohnort Altlangsow im Alter von 79 Jahren.
Günther-Peill-Stiftung
David Claerbout ist für den Preis der Dürener Günther-Peill-Stiftung ausgewählt worden (25.000 Euro).
Berufung
Oliver Kossack tritt zum kommenden Wintersemester 2010/2011 eine Professur an der HGB Leipzig an. Er ist dort für die Lehre an den Künstlerischen Druckwerkstätten verantwortlich.
Präsidentenamt
Friederike Fless übernimmt am dem 1. April 2011 das Präsidentenamt am Deutschen Archäologischen Institut (DAI) in Berlin.
Schauwerk Sindelfingen
Christiane Schaufler-Münch und Peter Schaufler, Sammlerehepaar, haben das Schauwerk Sindelfingen eröffnet. Zu den ersten Erwerbungen der Sammler gehörten Werke der ZERO-Künstler. Weitere Schwerpunkte bilden Minimal Art, Concept Art und Konkrete Kunst. Die Sammlung kann in dem neuen Museumsgebäude nach Voranmeldung besichtigt werden. Infos: www.schauwerk-sindelfingen.de .
Bauhaus-Vernetzung
Philipp Oswalt, Bauhaus-Chef in Dessau, will sein Institut künftig stärker mit den Bauhaus-Dependancen in Weimar und Berlin vernetzen. Die jüngste Ausstellung „Bauhäusler mit der Kamera" in den Meisterhäusern von Dessau-Roßlau war z.B. vom Berliner Bauhaus-Archiv kuratiert worden. Oswalt sieht eine solche Zusammenarbeit als wegweisend an, vor allem in Hinblick auf gemeinsame Veranstaltungen zum 100jährigen Bauhaus-Jubiläum 2019.
Walter Gropius hatte das Bauhaus als Kunstschule mit einer engen Verzahnung von Kunst, Architektur und Design 1919 in Weimar gegründet. 1925/26 zog das Bauhaus nach Dessau um, wo 1932 im Stadtrat die Fraktion der NSDAP bei Enthaltung der SPD und Gegenstimmen der KPD die Schließung des Bauhauses durchsetzte. Mies van der Rohe führte das Bauhaus daraufhin in Berlin weiter, wo es dann Mitte 1933 von den Nazis endgültig verboten wurde.
Jubiläum
Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg feiert in diesen Wochen sein vierzigjähriges Bestehen. Die Sammlung umfasst Werke von deutschen und deutschsprachigen Künstlern, die ihre biografischen Wurzeln im Osten und Südosten Europas haben, d.h. in Schlesien, Ostpreußen, Böhmen, Rumänien oder in der Ukraine. U.a. gehören Arbeiten von Lovis Corinth, Max Pechstein, Katharina Sieverding, Markus Lüpertz und Sigmar Polke zu der Sammlung.
Marc-Museum: Gut besucht
Vor zwei Jahren wurde das Franz Marc-Museum in Kochel am See eröffnet. Bis jetzt zählte man dort 200.000 Besucher.
Jubiläum
1810 beauftragte König Friedrich I. von Württemberg den Maler Georg Friedrich Eberhard Wächter, gegen ein Jahresgehalt von 500 Gulden das neue Kupferstichkabinett zu betreuen. Die Sammlung war noch im Aufbau begriffen, und Wächter sollte sie als „Inspector" ordnen. Wächters Einstellung gilt als Gründungsdatum der Graphischen Sammlung Stuttgart, die in diesen Wochen ihr 200jähriges Jubiläum feiert.
Bezug zu Berlin
Die Stiftung Deutsche Klassenlotterie stellt der Kulturverwaltung des Berliner Senats 250.000 Euro zur Verfügung. Mit diesem Geld werden Werke von 26 Berliner Künstlern angekauft. Die Arbeiten sind für jene Berliner Museen und Sammlungen bestimmt, die keine eigenen Ankaufsetats haben. Motivlich konzentriert sich die Auswahl auf Werke, die „einen Bezug zu Berlin" haben.
Protest
In Köln fürchten Bürger, die Kunst- und Museumsbibliothek könnte den Sparmaßnahmen zum Opfer fallen. Mit einer Unterschriftenaktion protestieren sie gegen eine mögliche Schließung.
Kleist-Jahr
Heinrich von Kleist schied im November 1811 im Alter von nur 34 Jahren aus dem Leben. Die Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft Berlin, das Kleist-Museum Frankfurt/Ode, das Maxim Gorki Theater Berlin und andere Institute begehen 2011 das „Kleist-Jahr". Die Kulturstiftung des Bundes fördert die Aktivitäten mit 2 Mill. Euro.
Deutsch als Fremdsprache
Der Bildungsminister des Sultanats Oman, Saud Mansoor Al-Sulaimi Yahya, und der Generalsekretär des Goethe-Instituts, Hans-Georg Knopp, unterzeichneten in München ein Abkommen. Es behandelt die Einführung von Deutsch als zweiter Fremdsprache an den Sekundarschulen des Sultanats. Oman ist der erste Staat in der Golfregion, der sich zu solch einem Schritt in seiner Schulpolitik entschlossen hat.
Fourth Plinth
Vier große Steinsockel rahmen den Londoner Trafalgar Square ein. Drei von ihnen dienen als Standfläche für die Statuen, die verdiente Politiker und Militärs darstellen. Der vierte Sockel blieb hingegen leer, weil man sich seinerzeit nicht darauf einigen konnte, welche Persönlichkeit hier mit einem Denkmal geehrt werden sollte. Seit 1998 dürfen Künstler mit temporären Inszenierungen den leeren „Fourth Plinth" bespielen.
Als erster stellte der Künstler Mark Wallinger dort ein Jahr lang einen Marmor-Christus auf. Derzeit erinnert Shinka Yonibare mit einer Skulptur in Form eines überdimensionalen Buddelschiffes, an die Schlacht von Trafalgar. Im Herbst 2010 erfolgt die nächste Auswahl aus den Bewerbungen, wer dann zur Olympiade 2012 den Sockel mit einem Werk bestücken darf. Auf der Liste stehen Katharina Fritsch, Mariele Neudecker, Elmgreen/Dragset, Hew Locke, Brian Griffiths und Jennifer Allora/Guillermo Calzadilla.
Kleine Dinge
Im „Echoraum" der Bonner Bundeskunsthalle zeigen neun Studierende und Absolventen der Kunsthochschule für Medien Köln bis zum 17. Oktober 2010 ihre Arbeiten. Ausstellungstitel: „Kleine Dinge".
Schultertasche
Christoph Grau, Student der Fachrichtung Grafik-Design / Visuelle Kommunikation bei Prof. Friederike Girst und Prof. Holger Felten an der Kunstakademie Nürnberg, ist Sieger im Designwettbewerb des Elitenetzwerks Bayern. Die Wettbewerbsaufgabe bestand im Entwurf einer Schultertasche.
Preisverleihungen
Der Verein der Freunde der Akademie Stuttgart e.V. hat den Erwin-Heinle-Preis an Natalie de Gregorio und den Herta-Maria-Witzemann-Preis an Sylvia Stoll und Robert Gorny vergeben.
Atelierförderung
Die Frankfurter Unitiative „basis e.V." bietet Frankfurter Künstlern für 12 Monate ein Atelier an. Der Studienabschluss darf nicht länger als 2 Jahre zurück liegen. Am Ende des Förderzeitraums sind eine Projekt-Ausstellung bei basis e.V. oder wahlweise eine Publikation möglich. präsentiert oder wahlweise eine Publikation produziert. Bewerbungen bis 10. August 2010 an: basis e.V., Betreff: Atelier Programm, Gutleutstraße 8-12, 60329 Frankfurt/Main.
Lucas-Cranach-Preis
Die Stadt Kronach lobt den Lucas-Cranach-Preis aus. Thema: „Menschenbilder, z.B. Cranach und Luther". Bewerbungsschluss mit max. 3 Arbeiten auf CD oder Fotos in Druckqualität: 30. November 2010. Vergeben werden ein erster Preis mit 5.000 und ein zweiter Preis mit 2.500 Euro. Kontakt: Regionale Kunstförderung Kronach e.V., Joseph-Haydn-Straße 4, 96317 Kronach, Ingo Cesaro, Fax: 0 92 61 / 63 373, email: ingocesaro@gmx.de, websites: www.kronach.de/, www.ingo-cesaro.de/
Skulpturenmesse Parkraum Düren
Im Schillingspark von Düren wird auch an den Pfingsttagen 2011 wieder die Skulpturenmesse Parkraum durchgeführt. Deadline: 25. Dez. 2010. Kontakt: Büro Parkraum, Pit Goertz, Kommgartenweg 28a, 52355 Düren, Tel. 0175-4705416, www.parkraum-dueren.de/.
„Krieg im Frieden“
Die Vereinigung Bildender Künstlerinnen und Künstler (VBK) in ver.di lobt einen Wettbewerb „Krieg im Frieden" aus. Thematisch geht es darum, „sich künstlerisch mit der strukturellen Gewalt und der fortschreitenden Militarisierung des öffentlichen Lebens auseinander zu setzen."
Zugelassen sind alle künstlerischen Disziplinen. Entwürfe und Konzepte zu Kunstwerken, Aktionen und Interventionen im Format von max. DIN A 4 bis zum 25. Oktober 2010 an: ver.di Fachbereich Medien, Ingrid Fischl, Kennwort „Krieg im Frieden", Schwanthalerstr. 64, 80336 München (keine Rücksendung).






