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Institute im aktuellen Band

London

7 weitere Artikel SOUTH LONDON GALLERY
Michael Landy. »Art Bin«
29. Jan. - 14. Apr. 2010
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Band 201, 2010, S. 376

Michael Landy, Art Bin, 2010, Ausstellungsansicht South London Gallery

Edgar Schmitz

Michael Landy

»Art Bin«

South London Gallery, London, 29.1. – 14.4.2010

Schon zwei Monate vor der Ausstellung konnte man sich zur Beteiligung bewerben. Per Formular auf der Webseite konnte ein jeder Arbeiten anmelden, die dann im Kunstmülleimer verschwinden und ausgestellt werden würden. Die elegant nach oben strebende Plexiglas- und Stahlkonstruktion, die fast den gesamten Ausstellungsraum der South London Gallery einnimmt und die in ihr enthaltenen Arbeiten sowohl entzieht als auch vorführt, wie etwa eine Vitrine es würde, ist also erstmal eine groß angelegte Kunstentsorgungsanlage.
Landys eigentliche Arbeit zum Thema Zerstörung und Mystifizierung war Breakdown (2001), als er im leer stehenden C&A Kaufhaus mitten auf der Oxford Street seine sämtliche weltliche Habe zerlegen und […] weiterlesen


1 weitere Artikel RAVEN ROW
Harun Farocki. »Against What? Against Whom?«
11. Nov. 2009 - 07. Feb. 2010
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Band 201, 2010, S. 374

Harun Farocki, Immersion, 2009, Zweikanalvideo, Ausstellungsansicht Raven Row, alle Fotos Marcus J. Leith

Edgar Schmitz

Harun Farocki

»Against What? Against Whom?«

Raven Row, London, 11.11.2009 – 7.2.2010

Farockis Ausstellung ist ein Traktat zu und aus Bildern. In der Arbeit von 1995, in der er zuerst mit Zweikanalmontage experimentierte und die für ihn so entscheidende bildliche Syntax seiner Arbeiten erstellte (Interface (Schnittstelle), 1995), porträtiert er sich und seine Arbeit als Doppelporträt am Schnitttisch. In Machine Eye III (2003) geht er dem immer weiter ausgreifenden militärisch-industriellen Schnittpunkt von computergenerierten Sichtbarkeiten und deren Umarbeitung in Welt nach und montiert ihre Geschichte aus V1 Propaganda-Animationen der 1940er und neuesten Erkennungstechnologien aus dem Golfkrieg und der zivilen Computerforschung (soweit es Sinn macht, hier überhaupt noch von einem zivilen Bereich auszugehen). Bilderfelder sind hier […] weiterlesen


1 weitere Artikel PILAR CORRIAS
Ulla von Brandenburg. »Wagon Wheels«
27. Nov. 2009 - 06. Feb. 2010
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Band 201, 2010, S. 372

Ulla von Brandenburg, Wagon Wheel, 2009, Installationsansichten, Fotos: Thierry Bal, courtesy die Künstlerin und Pilar Corrias

Edgar Schmitz

Ulla von Brandenburg

»Wagon Wheels«

Pilar Corrias, London, 27.11.2009 – 6.2.2010

Die Installation ist eigentlich eine mindestens dreifache Inszenierung. Erstmal der Raum, der aus dem Galerienlokal so etwas wie eine immer wieder zum Teil verhängte Raumfolge macht. Als labyrinthisch beschreibt sie die Presseankündigung, aber dafür ist die aus Quilt-Fragmenten angedeutete Raumkonstruktion zu sehr durchlässig, wie sie scheinbar schwerelos im Raum hängt. Auch wenn sie den Durchblick verwehrt, teilt sich das nicht als Blockade mit sondern mehr als Umlenkung des Blicks, der unweigerlich von einem zum anderen Muster nicht sosehr schweift als vielmehr abprallt. Architektonisch ist das, aber auch wie eine ausgestellte Auswahl von Mustern, wie eine Warenanordnung im weitesten Sinne. Soweit also […] weiterlesen


Humlebaeck

8 weitere Artikel LOUISIANA MUSEUM OF MODERN ART
THE WORLD IS YOURS
05. Sep. 2009 - 10. Jan. 2010
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Band 201, 2010, S. 369

Gardar Einar Einarsson, The World is Yours, 2005 – über dem Eingang des Louisiana Museum of Modern Art.

Uta M. Reindl

THE WORLD IS YOURS

Louisiana Museum of Modern Art, 5.9.2009 – 10.1.2010

„THE WORLD IS YOURS“ prangte in Leuchtschrift über dem Haupteingang des Louisiana Museums an der mondänen Küstenstraße zwischen Kopenhagen und Helsingör. Was da auf dem Museumsdach wie ein Werbespruch anmutete, ließ sich während der Weltklimakonferenzen in der dänischen Kapitale wohl eher wie ein globaler Aufruf verstehen. Den appellativen Satz hatte der Norweger Gardar Eide Einarsson(*1976) im selben Wortlaut zwar schon zur 9. Istanbuler Biennale (2005) installiert, damals aber eher der Annäherung von Ost und West wegen. Nun fand der zu Gipfel-Zeiten für ökologisches Handeln sensibilisierte Besucher in „THE WORLD IS YOURS“ im Louisiana wenig einschlägige Kunst vor, allerdings ganz im Sinne […] weiterlesen


Brüssel

15 weitere Artikel PALAIS DES BEAUX-ARTS
The State of Things
08. Okt. 2009 - 14. Feb. 2010
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Band 201, 2010, S. 365

Li Zhanyang, Rent – Rent Collection Yard, Detail, 2007, Fiberglas, 224x541x282cm. In der Mitte erkennbar Ai Wei Wei, rechts sein Schweizer Händler Urs Meile.

Amine Haase

Annäherung an ein fernes Land

Europalia – China, 8.10.2009 – 14.2.2010

Das Festival heißt zwar Europalia, das Gastland aber ist China. So fern der Gast auch ist, so nah rücken Ausstellungen, Musik-, Theater-, Literatur-Veranstaltungen uns seine Kultur. Mit China und seiner Jahrtausende umspannenden Geschichte hat die Europalia sich 2009/2010 ein besonders ehrgeiziges Programm verschrieben. 1969 fand diese Biennale der besonderen Art zum ersten Mal in Brüssel stattfand, mit Italien als Gastland. Die ersten Gastländer waren Mitglieder der europäischen Gemeinschaft – 1971 die Niederlande, 1973 Großbritannien, 1975 Frankreich, 1977 Deutschland, 1980 Belgien. Zwanzig Jahre nach der ersten Europalia ging der Blick über die europäischen Grenzen hinaus: 1989 war Japan Gastland und 1993 Mexiko. […] weiterlesen


15 weitere Artikel PALAIS DES BEAUX-ARTS
Sohn des Himmels
08. Okt. 2009 - 14. Feb. 2010
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Band 201, 2010, S. 365

Li Zhanyang, Rent – Rent Collection Yard, Detail, 2007, Fiberglas, 224x541x282cm. In der Mitte erkennbar Ai Wei Wei, rechts sein Schweizer Händler Urs Meile.

Amine Haase

Annäherung an ein fernes Land

Europalia – China, 8.10.2009 – 14.2.2010

Das Festival heißt zwar Europalia, das Gastland aber ist China. So fern der Gast auch ist, so nah rücken Ausstellungen, Musik-, Theater-, Literatur-Veranstaltungen uns seine Kultur. Mit China und seiner Jahrtausende umspannenden Geschichte hat die Europalia sich 2009/2010 ein besonders ehrgeiziges Programm verschrieben. 1969 fand diese Biennale der besonderen Art zum ersten Mal in Brüssel stattfand, mit Italien als Gastland. Die ersten Gastländer waren Mitglieder der europäischen Gemeinschaft – 1971 die Niederlande, 1973 Großbritannien, 1975 Frankreich, 1977 Deutschland, 1980 Belgien. Zwanzig Jahre nach der ersten Europalia ging der Blick über die europäischen Grenzen hinaus: 1989 war Japan Gastland und 1993 Mexiko. […] weiterlesen


Bern

6 weitere Artikel KUNSTMUSEUM BERN
Rolf Iseli. »Zeitschichten. Les strates du temps«
18. Dez. 2009 - 21. Mrz. 2010
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Band 201, 2010, S. 362

Rolf Iseli in seinem Atelier, Bern, 2007. Foto: Roland Aellig. © 2009, ProLitteris, Zürich

Max Glauner

Rolf Iseli

»Zeitschichten. Les strates du temps«

Kunstmuseum Bern, 18.12.2009 – 21.3.2010

Bern, Kunstmuseum, der enge Anbau aus den 1970er Jahren, Kellergeschoß. Oben zeigt man unter dem Titel „Farbe und Licht“ Giovanni Giacometti, den duftig-helle Berge malenden Vater des Bildhauers. Die Treppe hinunter ist in einem Zeitsprung von 100 Jahren die Ausstellung „Zeitschichten“ des Berner Künstlers Rolf Iseli, Jahrgang 1934, zu sehen. Während man oben auf Nummer sicher setzt, ist der breite Erfolg unten nicht unbedingt garantiert. Denn das in Bern monografisch präsentierte Werk Islis zeigt sich nach einem furiosen Auftritt des jungen Künstlers auf der internationalen Bühne mit seinen nachfolgenden Brüchen und Verweigerungen, eigensinnigen Material- und Formfindungen – Erde, Draht, Nägel auf […] weiterlesen


Salzburg

2 weitere Artikel GALERIE 5020
talk talk. »Das Interview als künstlerische Praxis«
14. Jan. - 06. Mrz. 2010
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Band 201, 2010, S. 360

talk talk. Das Interview als künstlerische Praxis, Installationsansicht Galerie 5020, Salzburg, mit Videoarbeiten von (obere Reihe von links) Alex McQuilkin, Kathi Lackner, Bjorn Melhus, Ronald Gerber, Dellbrügge & de Moll, (untere Reihe von links) Jeanne Faust, Mark Raidpere, Daniel Pflumm, Manuela Zechner, Axel Stockburger, Foto © Galerie 5020.

Stephan Maier

talk talk

»Das Interview als künstlerische Praxis«

Galerie 5020, Salzburg, 14.1. – 6.3.2010

Es wird einfach zu viel geredet. Geredet und gequatscht. Gelabert, geschwafelt, gesülzt und geraunt. Viel zu viel. Allerorten und unentwegt. Oder auch (Thesaurus sei Dank!) geschwatzt. Vor sich hin und her geplappert. Bramarbasiert und schwadroniert. Gestanden und geheuchelt. Getäuscht. Und dann wieder nur: Zwischen Marmeladenglas und Eierbecher und vor laufender Kamera in kultivierter Raffinesse und für das Andere des Publikums parliert. Sich echauffiert. In nunmehr überhitzt aufgeheizten Plaudereien über das vormals Unverfängliche des Lebens selbst, möglicherweise. Eingestimmt in den vermeintlich unbrechbaren Sermon des Unsäglichen. Unverdrossen und ungebrochen. Unwidersprochen. Einer landläufig berechtigten Meinung Luft gemacht oder ein ernsthaft gemeintes Anliegen ausgebreitet, breit […] weiterlesen


Wien

52 weitere Artikel KUNSTHALLE WIEN
1989. Ende der Geschichte oder Beginn der Zukunft?
08. Okt. 2009 - 07. Feb. 2010
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Band 201, 2010, S. 357

Hans Haacke, Oelgemaelde, Hommage a Marcel Broodthaers, 1982, Los Angeles County Museum, Courtesy der Künstler, © VBK, Wien, 2009; Stephan Huber, Alte Welt : Neue Welt, 2009, Courtesy der Künstler und Charim Ungar Contemporary Berlin, © VBK, Wien, 2009. Foto: Stephan Wyckoff

Heinz Schütz

1989. Ende der Geschichte oder Beginn der Zukunft?

»Anmerkungen zum Epochenbruch«

Kunsthalle Wien, 8.10 2009 – 7.2.2010

Manche Jahreszahlen sind mehr als ein Datum, sie werden zu Symbolen mit geschichtsmythologischer Bedeutung. Als Symbol markieren sie eine historische Zäsur und reduzieren das Heterogene und Unüberschaubare der Geschichte auf eine simple Zahl. Solcherart Verkürzung von Geschichte auf Zahlen spielt nicht zuletzt für die Konstruktion gesellschaftlicher Identität eine wichtige Rolle. Dementsprechend findet sich die in Zahlen verwandelte Geschichte wieder im Erinnerungskult der Gedenktage und -jahre, wo sich der magische Umgang mit Zahlen im Rhythmus der Jubiläen fortsetzt. Mitunter benennt die geschichtsmythologisch aufgeladene Jahreszahl ein klar definiertes Ereignis wie etwa „1789“ die Französische Revolution. Jahreszahlen hingegen wie „1968“ oder „1989“ verweisen auf […] weiterlesen


2 weitere Artikel KUNSTRAUM NIEDERÖSTERREICH
Wir wohnen
15. Jan. - 13. Mrz. 2010
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Band 201, 2010, S. 355

Clemens Kirsch, Bewehrungsprobe, 2010, Installation. Liddy Scheffknecht, Untitled (Rue de 4 Septembre/Rue de Hanovre), 2006, Lamda Print auf Aluminium. Regula Dettwiler, o.T. (Rüdiger), 2009, Topfpflanze, Bordüre, Latex, Teppich.

Ursula Maria Probst

Wir Wohnen

»Zeige mir, wie Du wohnst und ich sage Dir, wer Du bist«

Kunstraum Niederösterreich, Wien, 15.1. – 13.3.2010

Unter welchen ästhetischen Vorzeichen stehen alltägliche Abläufe des Wohnens unabhängig von trendigen Schlagwörtern wie „Interaction Design“, „Creational Design“, „Democratic Design“ oder „Corporate Design“? Als Maxime lässt „Wir wohnen“ bereits im Ausstellungstitel anklingen, dass sich hinter dem Bedürfnis nach individuellem Wohnen nicht bloß Lifestyle, Design, soziale Programmatiken oder ein Wiederaufleben moderner Utopien verbergen, sondern ein intensives Verlangen, eigene Befindlichkeiten, jenseits gesellschaftlicher Normen oder kreativer Imperative auszuleben. Als Kuratorin begibt sich die Künstlerin Ingeborg Strobl auf die Suche nach Gegenentwürfen zur Ästhetik von Hochglanz Architektur oder Design Magazinen, konfrontiert mit Obsessionen, Sicherheitsbedürfnissen, Rückzugsmomenten, Notwendigkeiten und Absurditäten menschlicher Existenz. Ein exakt durchdachtes Display in […] weiterlesen


41 weitere Artikel MUMOK (MUSEUM MODERNER KUNST STIFTUNG LUDWIG WIEN)
Zoe Leonard – Photographs
04. Dez. 2009 - 21. Feb. 2010
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Band 201, 2010, S. 352

Zoe Leonard, Photographs, 4.12.2009-21.2.2010, Raumansicht MUMOK, Foto: MUMOK, © MUMOK

Franz Thalmair

Zoe Leonard – Photographs

»Erst im Verschwinden begreifen«

Mumok – Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, 4.12.2009 – 21.2.2010

Visuelle Analogie, Metapher und Metonymie, Chiasmus, Synekdoche oder Pars pro toto. Es drängt sich geradezu auf, die Fotografien Zoe Leonards mit rhetorischen Figuren zu beschreiben. Wie ein roter Faden zieht sich eines dieser Prinzipien durch die erste internationale Überblicksausstellung der US-amerikanischen Künstlerin, die nach dem Fotomuseum Winterthur (2007/2008) und Aufenthalten in Madrid und München nun in adaptierter Form im Museum Moderner Kunst Wien (Mumok) gezeigt wird: „Photographs“ baut auf Wiederholung.
Augenfälligstes Beispiel hierfür ist die in der Mumok-Factory installierte 412-teilige Serie „Analogue“ (1998-2009), die bereits bei der Documenta 12 zu sehen war. Für dieses Projekt hat sich die 1961 geborene Leonard über […] weiterlesen


14 weitere Artikel MUSEUM FÜR ANGEWANDTE KUNST
Rainer Ganahl. Dadalenin
07. Okt. 2009 - 07. Mrz. 2010
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Band 201, 2010, S. 349

Rainer Ganahl, Dadalenin, Übervolksbildung, 2007. Foto: © Rainer Ganahl

Ursula Maria Probst

Rainer Ganahl. Dadalenin

»Dada für alle!«

MAK, Museum für angewandte Kunst, 7.10.2009 – 7.3.2010

Rainer Ganahl’s Ausstellung „Dadalenin“ in der MAK-Galerie zeigt Eigenschaften eines exzessiven Sammlers und Archivars: Lenin-Büsten von Flohmärkten oder über eBay ersteigert, entweder auf Transportkisten oder in historischen Vitrinen des Museums für angewandte Kunst zu Assemblagen arrangiert, Sammelausgaben von Lenin-Schriften, Statistiken über Eintragungen, die bei der Eingabe von „Lenin Red Terror“ auf Google erscheinen, einzelne Google-Resultate akribisch auf Leinwand übertragen. Die Ausstellung „Dadalenin“ markiert das vorläufige Finale umfassender Aktivitäten, die 2006 mit Lesungen von Lenin-Texten über Volksumerziehung und Imperialismus bei der Moskau Biennale starteten. „Dadalenin“ gestaltet sich in der MAK-Galerie zu einem facettenreichen Projekt, das historische Fakten und deren kulturellen Codierungen hinterfragt. […] weiterlesen


München

6 weitere Artikel SAMMLUNG GOETZ
Andreas Hofer. Andy Hope 1930
23. Nov. 2009 - 01. Apr. 2010
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Band 201, 2010, S. 347

Andreas Hofer, Never World, 2005. Courtesy Sammlung Goetz. Foto: Roman März, Berlin

Jolanda Drexler

Andreas Hofer. Andy Hope 1930

Sammlung Goetz, München, 23.11.2009 – 1.4.2010

Erstaunlich, welch umfangreiche und eindrucksvolle Ausstellung ausschließlich aus dem hauseigenen Bestand zustande gekommen ist. Dabei sammelt Ingvild Goetz, deren Privatsammlung zeitgenössischer Kunst internationales Ansehen genießt, den in Berlin lebenden Künstler Andreas Hofer (1963 in München geboren) erst seit 2005, als sie sich beim Besuch dessen erster Museumsausstellung im Lenbachhaus für ihn, der ihr ursprünglich zu „gothic“ schien, zu begeistern begonnen hatte. Hinzu kommt, dass die hier gezeigten, gut 70 Werke – Rauminstallationen, Gemälde, Skulpturen sowie unzählige kleinformatige Zeichnungen und Collagen – aus ehemals dichten Ausstellungskontexten stammen. Dennoch gelingt Hofer (auch diesmal sein eigener Kurator), für den es nach eigener Aussage ohnehin […] weiterlesen


53 weitere Artikel HAUS DER KUNST MÜNCHEN
Golden Times. »Claydon, Hernández, Perret, Kim«
15. Jan. - 11. Apr. 2010
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Band 201, 2010, S. 343

Mai-Thu Perret, Filmstill von den Aufnahmen im Haus der Kunst für „Space-Time Rhythm Modulation – The Most Different Love“, Dezember 2009. Foto: Marino Solokhov

Heinz Schütz

Golden Times

»Claydon, Hernández, Perret, Kim«

Haus der Kunst, München, 15.1.2010 – 11.4.2010

Ein Geraune durchzieht die Geschichte in immer neuen Ausprägungen, das Geraune vom Ende der Geschichte. Es wurzelt in den eschatologischen Vorstellungen der Religion und wird getragen von der Vorstellung eines apokalyptischen Endes und einer paradiesischen Zukunft. Eine seine jüngsten Formulierungen findet es in Francis Fukuyamas Feststellung, nach dem Zusammenbruch des Ostblocks sei nun das Ende der Geschichte erreicht, da sich der dialektische Gegenpol von Marktliberalität und Demokratie aufgelöst habe. Damit wird – skandalöser Weise – der gegenwärtige gesellschaftliche Zustand, in dem, trotz demokratischer Versprechen, die soziale Ungleichheit eklatant zunimmt, nicht nur naturalisiert, sondern sozusagen zum Paradies erklärt. Auf dem Kunstsektor war […] weiterlesen


Karlsruhe

11 weitere Artikel MUSEUM FÜR NEUE KUNST/ ZKM
just what is it... 100 Jahre Kunst der Moderne aus privaten Sammlungen in Baden-Württemberg 10 Jahre Museum für Neue Kunst im ZKM
05. Dez. 2009 - 11. Apr. 2010
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Band 201, 2010, S. 340

Sigmar Polke, Würstchen, 1964, 49 x 57,5 cm, Lack auf Leinwand. Sammlung Froehlich, Stuttgart. ©Sigmar Polke. Foto: Archiv Sammlung Froehlich

Sigrid Feeser

just what is it...

100 Jahre Kunst der Moderne aus privaten Sammlungen in Baden-Württemberg 10 Jahre Museum für Neue Kunst im ZKM

ZKM/Museum für Neue Kunst Karlsruhe, 5.12.2009 – 11.4.2010

Natürlich stiehlt „Méta-Maxi“ erst einmal allen die Schau. Mit einer monströsen Arbeit von Jean Tinguely ist jeder Ausstellungsmacher auf der richtigen Seite. Also weg mit den Augen von den Lichtensteins, den Picassos und Polkes oder selbst Jonathan Meese, wenn das Ding nach genau eingestellten Ruhepausen wieder einmal mit störrischem Gleichmut zu rasseln und zu ächzen beginnt. Die kreiselnde Spielzeugente ist ein Highlight (nicht nur für Kinder), die unbrauchbar zerschlagenen Tasten des alten Klaviers verstören nicht nur aktive Pianisten. Mit seinen zwölf Metern Länge ist die erstmals im öffentlichen Raum gezeigte Installation aus der Daimler Kunst Sammlung nur eines von 270 […] weiterlesen


Stuttgart

20 weitere Artikel KUNSTMUSEUM STUTTGART
Elger Esser. »Eigenzeit«
28. Nov. 2009 - 11. Apr. 2010
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Band 201, 2010, S. 339

Elger Esser, 240 Biarritz, 2004, C-Print & DiaSec Face / Forex, Sammlung Kunstmuseum Stuttgart, © Elger Esser, VG Bild-Kunst, Bonn 2009

Martin Blättner

Elger Esser

»Eigenzeit«

Kunstmuseum Stuttgart, 28.11.2009 – 11.4.2010

Eine Landschaft entschwindet. Nur noch eine dünne Horizontlinie suggeriert die Tiefe des Raumes, die den Himmel und das Meer trennt, aber im hellen Gelblicht der verblassten Farbe zu einer monumentalen Fläche zusammenwächst. Nur der Titel der Fotografie „Baie du Mont Saint Michel“ verrät, dass es sich bei dem verschwommenen Berg im Hintergrund um das berühmte Kloster handeln muss. Das Motiv des großformatigen C-Prints löst sich fast in der Unendlichkeit auf: Ein Thema, das sich vor etwa 200 Jahren Caspar David Friedrich in der Malerei zu eigen machte und also jetzt, in der Nachmoderne des 21. Jahrhunderts von Elger Esser unter ganz […] weiterlesen


Heidelberg

12 weitere Artikel HEIDELBERGER KUNSTVEREIN E. V.
Becoming intense, becoming animal, becoming…
28. Jan. 2009 - 14. Feb. 2010
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Band 201, 2010, S. 334

Adel Abdessemed, Schnell, Video, 2005

Heinz-Norbert Jocks

Becoming intense, becoming animal, becoming…

Kunstverein, Völkerkundemuseum, Universitätsmuseum, Rathaus, 28.1.2009-14.02.2010

Bei Tier-Werden denkt man zunächst an Franz Kafka und dann an Gilles Deleuze. Für ihn hat „das Tier-Werden nichts Metaphorisches an sich. Es ist kein Symbolismus und keine Allegorie. Auch nicht das Resultat eines Mangels oder eines Fluchs. Es ist, wie Melville vom Wal-Werden seines Kapitäns Achab sagte, ein „Panorama“, kein „Evangelium“. Es ist eine Karte der Intensitäten. Ein Ensemble von klar unterschiedenen Zuständen, die der Mensch durchläuft, während er einen Ausweg sucht. Eine schöpferische Fluchtlinie, die nichts anderes als sich selber ausdrücken will.“ Dass sich die Verwandlung in ein Tier als eine Möglichkeit eignet, der gesellschaftlichen Reglementierung zu entkommen, und […] weiterlesen


Kaiserslautern

2 weitere Artikel PFALZGALERIE KAISERSLAUTERN
Carmen Herrera
23. Jan. - 02. Mai. 2010
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Band 201, 2010, S. 332

Carmen Herrera, Green an Orange, 1958, Acryl auf Leinwand, 60 x 72 in., Privatsammlung, Miami

Michael Hübl

Carmen Herrera

Was heißt eigentlich »Blues«?

Pfalzgalerie Kaiserslautern, 23.1. – 2.5.2010

Zu den Argumentationsstandards im Kunstbetrieb gehört der Satz: „Gute Kunst setzt sich immer durch“. Er fungiert dort gewissermaßen als diskursives Kleingeld, kulturdarwinistisch geprägt und leicht zur Hand, wenn es etwa darum geht, einem bekannten Künstler gegenüber einem unbekannteren den Vorzug zu geben – der Verlierer behalte ja immerhin seine Option auf die Zukunft. So jedenfalls will es die Logik des Satzes, und die wiederum leitet sich ab vom Anspruch einer Gesellschaft, die für sich in Anspruch nimmt, dass ihr nichts entgeht: keine noch so entlegene Information, keine noch so unscheinbare Ressource, auch kein im Verborgenen schlummerndes künstlerisches Werk, sofern es […] weiterlesen


Frankfurt am Main

51 weitere Artikel SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT
Eberhard Havekost. »Retina«
15. Jan. - 14. Mrz. 2010
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Band 201, 2010, S. 330

Eberhard Havekost, H2O, 2009, Öl/Lwd., 130 x 90 cm. Foto: W. Lieberkecht. Courtesy: E. Havekost

Christian Huther

Eberhard Havekost

»Retina«

Schirn Kunsthalle, Frankfurt/Main, 15.1.-14.3.2010

Das erste Bild zeigt eine Kuss-Szene, das letzte Bild eine bekleidete Frau unter Wasser, aber ohne Kopf. Dazwischen nur verschwommene, unscharfe Gemälde. Kein leichtes Unterfangen für den Betrachter, den Maler zu verstehen, der unstet zwischen Figuration und Abstraktion zu schwanken scheint. Aber dieser erste Eindruck täuscht. Eberhard Havekost, der 1967 in Dresden geborene und seit geraumer Zeit in Berlin lebende Künstler, weiß genau, was er will. Schon lange vor dem Boom um die Leipziger Schule wurde er bekannt mit figürlichen, aber banalen Motiven, die er beim weiteren Bearbeiten auf ihre Grundaussagen reduzierte. Museen von Amsterdam bis Chicago rissen sich darum. Mit […] weiterlesen


30 weitere Artikel MUSEUM FÜR MODERNE KUNST
Peter Roehr. Werke aus Frankfurter Sammlungen
28.11.2009 – 7.3.2010
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Band 201, 2010, S. 327

Ansicht der Ausstellung von Peter Roehr im Frankfurter Museum für Moderne Kunst mit seinen Kurzfilmen. Foto: N. Miguletz. Courtesy: Museum für Moderne Kunst, Frankfurt/M..

Christian Huther

Peter Roehr

Werke aus Frankfurter Sammlungen

Städel und Museum für Moderne Kunst, Frankfurt, 28.11.2009 – 7.3.2010

Nichts als kleine schwarze Tafeln im DIN-A5-Format. Insgesamt 350 an der Zahl, fein säuberlich auf zehn Leinwände geklebt. Solche Metalltafeln benutzten früher die Fleischer zum Auszeichnen ihrer Waren. Etwa zu dieser Zeit, 1966, fügte Peter Roehr die 350 Tafeln zu einem raumfüllenden Werk zusammen. Er machte serielle Kunst, konsequent und kompromisslos wie sonst niemand. Roehrs Objekte aus Alltag, Konsum und Werbung stehen zwischen Pop- und Minimal-Art, zwischen Andy Warhol und Donald Judd. Jetzt hängen Roehrs „Schwarze Tafeln“ im Frankfurter Städel. Sie bilden nichts mehr ab, scheinen nur noch als Muster zu fungieren. Aber sie erinnern auch an Kasimir Malewitschs berühmtes […] weiterlesen


21 weitere Artikel STÄDELSCHES KUNSTINSTITUT UND STÄDTISCHE GALERIE
Peter Roehr. Werke aus Frankfurter Sammlungen
28.11.2009 – 7.3.2010
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Band 201, 2010, S. 327

Ansicht der Ausstellung von Peter Roehr im Frankfurter Museum für Moderne Kunst mit seinen Kurzfilmen. Foto: N. Miguletz. Courtesy: Museum für Moderne Kunst, Frankfurt/M..

Christian Huther

Peter Roehr

Werke aus Frankfurter Sammlungen

Städel und Museum für Moderne Kunst, Frankfurt, 28.11.2009 – 7.3.2010

Nichts als kleine schwarze Tafeln im DIN-A5-Format. Insgesamt 350 an der Zahl, fein säuberlich auf zehn Leinwände geklebt. Solche Metalltafeln benutzten früher die Fleischer zum Auszeichnen ihrer Waren. Etwa zu dieser Zeit, 1966, fügte Peter Roehr die 350 Tafeln zu einem raumfüllenden Werk zusammen. Er machte serielle Kunst, konsequent und kompromisslos wie sonst niemand. Roehrs Objekte aus Alltag, Konsum und Werbung stehen zwischen Pop- und Minimal-Art, zwischen Andy Warhol und Donald Judd. Jetzt hängen Roehrs „Schwarze Tafeln“ im Frankfurter Städel. Sie bilden nichts mehr ab, scheinen nur noch als Muster zu fungieren. Aber sie erinnern auch an Kasimir Malewitschs berühmtes […] weiterlesen


Ahlen

3 weitere Artikel KUNSTMUSEUM AHLEN
intimacy! Baden in der Kunst
31. Jan. - 25. Apr. 2010
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Band 201, 2010, S. 324

Xenia Hausner, Bambi, 2005, Mixed Media auf Dibond. Privatsammlung

Claudia Posca

intimacy! Baden in der Kunst

Kunstmuseum Ahlen, 31.1. – 25.4. 2010

Er tut es, sie tut es, alle tun es – morgens, mittags, abends sowie zwischendurch besucht der Mensch das Bad. Wie er es tut, wo er es tut, warum der Mensch es tut? Dem geht das für so kluge Ausstellungen alias „Diagnose. Kunst“ im Jahr 2006 inzwischen viel gelobte Kunstmuseum Ahlen auf den Grund.
Im illustren Buch der Bad-Geschichte und -geschichtchen blättert es spannende Kapitel auf mit bestens von Gast-Kuratorin Martina Padberg ausgewählten, durchgängig paradigmatisch prägnanten Werken. Sie spiegeln die faszinierend unterschiedlichen Weisen der künstlerischen Blicke auf den kulturell-religiös-profan breit gefächerten Umgang mit dem kühlen Nass von der Reinigung über die Erfrischung […] weiterlesen


Bonn

36 weitere Artikel KUNSTMUSEUM BONN
Franz Ackermann
17. Dez. 2009 - 21. Feb. 2010
Artikelvorschau

Band 201, 2010, S. 320

Franz Ackermann, Leben und Sterben, 2009, (Installation Bonn, 2009, Wandmalerei, Hölzer und Stoffe. Foto: Jens Ziehe, Berlin

Sabine Müller

Franz Ackermann

Kunstmuseum Bonn, 17.12.2009 – 21.2.2010

Svenja hat ihren Anschlussflug verpasst und sitzt in einem Hotel in Bangkok fest. Ihr einziger Kontakt zur Außenwelt findet über das Telefon statt. Zwischen ihr und dem Mitarbeiter der Fluggesellschaft entwickelt sich ein immer abstruser werdender Dialog, dessen Spielregeln gerade erst erfunden werden. Schließlich verlässt Svenja die Stadt, nicht ohne sich am Telefon von ihrem neuen Bekannten (von dem sie nur die Telefonstimme kennt) in aller Freundschaft zu verabschieden. Die Episode stammt aus Sonja Heiss´ Film „Hotel Very Welcome“ (2007), dem tragikomischen Porträt einiger junger Backpackers, denen als typische Vertreter der „Generation Globalisierung“ die ganze Welt als Erfahrungsraum zur Verfügung […] weiterlesen


Leverkusen

17 weitere Artikel MUSEUM SCHLOSS MORSBROICH
»Slow Paintings«
24. Nov. 2009 - 07. Feb. 2010
Artikelvorschau

Band 201, 2010, S. 318

Reinhard Mucha, Two by Four – The last Concert for Hans Josef M., 1967 / 2003, Ausstellungsansicht Museum Morsbroich 2009, Aluminium, Holz, Glas, Alkydharzlackfarbe rückseitig auf Glas gemalt, bituminierte Filzpappe mit Ölfarbenaufdruck (Bodenbelag), Iris Giclée auf Bütten, 199,9 x 521,4 x 14,3 cm, Gemeentemuseum, Den Haag. Courtesy der Künstler und Luhring Augustine, New York. Foto: Achim Kukulies, © VG-BILD-KUNST, Bonn 2009

Reinhard Ermen

Komplexe Bilder?

»Slow Paintings«

Museum Morsbroich Leverkusen, 24.11.2009 – 7.2.2010

„Ert“ von Tomma Abts ist 48 x 38 cm groß und entstand 2003. Die Farben, irgendwo zwischen Grün und Beige, schimmern in einem sanften Eigenlicht, sie werden von einer ornamentalen Konstruktion gehaltenen, die ein wenig so aussieht wie ein (verrutschtes) gotisches Maßwerkfenster. Zu sehen sind darüber hinaus perfekte Oberflächen, in die der langwierige Malprozess seine schönen Wunden eingegraben hat, die Betrachter folgen diesen Spuren. Das Relief ist aus Zeitschichten gebaut, diskrete Schatten machen Versprechen über dessen Konkretheit hinaus. Mehr als acht solcher Bilder schafft Tomma Abts im Jahr nicht. „Ich hätte nichts dagegen, wenn ich schneller wäre“, sagt sie 2006 im […] weiterlesen


Brühl

3 weitere Artikel MAX ERNST MUSEUM
David Lynch: Dark Splendor
22. Nov. 2009 - 21. Mrz. 2010
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Band 201, 2010, S. 316

David Lynch, This Man Was Shot 0.9502 Seconds Ago, 2004, Mischtechnik auf Giclée-Druck, 152,4 x 296 cm, Collection Fondation Cartier pour l'art contemporain, Paris, © David Lynch.

Cornelia Gockel

David Lynch: Dark Splendor

»Surreale Bildgeschichten«

Max Ernst Museum, Brühl, 22.11.2009 – 21.3.2010

Es muss irgendwo in einer dieser nichts sagenden Unterführungen passiert sein, die langweilige, von großen Verkehrsstraßen geteilte Stadtviertel miteinander verbinden. Grauer Betonfußboden, ein paar Schaufenster, deren Auslage doch niemand beachtet, und dieses kalte, blaugrüne Licht, das jeden Passanten wie einen drogensüchtigen Junkie erscheinen lässt. Eine Kugel hat den Brustkorb des Mannes zerfetzt und ein riesiges blutendes Loch in sein frisch gebügeltes, weißes Oberhemd gerissen. Mit großen vor Schreck geweiteten Augen starrt uns der Sterbende ungläubig an. Es hätte jedem passieren können. Der Mann auf dem Bild ist ein Nobody mit schlecht sitzendem Sakko, über das nun das Blut spritzt. „This man […] weiterlesen


Köln

9 weitere Artikel DIE PHOTOGRAPHISCHE SAMMLUNG
Boris Becker. Photographien 1984-2009
27. Nov. 2009 - 28. Feb. 2010
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Band 201, 2010, S. 312

Boris Becker, Ohne Titel 1435, 1997, Fotografie, Courtesy Kunstmuseum Bonn

Thomas W. Kuhn

Boris Becker

Photographien 1984-2009

Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln, 27.11.2009 – 28.22.2010

Mit einer ersten Retrospektive würdigt die Photographische Sammlung der SK Stiftung Kultur den in 1961 Köln geborenen Fotografen Boris Becker in einer Auswahl von Werken aus 25 Jahren, begleitet von einem umfangreich mit Texten und Bildern ausgestatteten Katalog. Mehrere Gruppen von Bildern weist dieses Oeuvre auf, die in der Ausstellung und im Katalog vorgestellt werden. Weit gehend chronologisch präsentiert und mit einem guten Gespür für Wechselbezüge zwischen den Motiven gehängt, handelt es sich bei diesen Bildsammlungen um Hochbunker, Wohnhäuser, Felder, Landschaften, Konstruktionen, Artefakte und so genannte „Fakes“. Ergänzt wird das Ganze durch Bilder, die 2007 in der Sahara entstanden. Zusätzlich zur […] weiterlesen


69 weitere Artikel MUSEUM LUDWIG
Franz West: Autotheater
11. Dez. 2009 - 14. Mrz. 2010
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Band 201, 2010, S. 309

Ausstellungsansicht: Franz West, Autotheater, Museum Ludwig, Tournure, 2001, Auto Sex (mit Heimo Zobernig), 1999, Spiegel in Kabine mit Passstücken (mit Michelangelo Pistoletto), 1996. Foto: Maurice Cox

Ann-Katrin Günzel

Franz West: Autotheater

Museum Ludwig, Köln, 11.12.2009 – 14.03.2010

Der Titel der Retrospektive, die das Kölner Museum Ludwig dem Wiener Künstler Franz West ausrichtet, ist programmatisch und hat in seiner übergeordneten Eigenschaft Aufforderungscharakter: Autotheater. Es geht um das interaktive Kunsterfassen, bei dem der Betrachter zum Akteur wird. West hat in den 70er Jahren, beeinflusst von den Wiener Aktionisten, seinen ersten Ausstellungseröffnungen einen performativen Charakter gegeben und sich mit der Öffnung und Erweiterung des Kunstbegriffs auseinandergesetzt, was in der Folge zu einer Kunst geführt hat, welche den Betrachter als Partizipanten einbezieht. Statt kontemplativ vor dem Kunstwerk zu stehen, ist er aufgefordert, sich aktiv mit den Werken auseinander zu setzen, damit […] weiterlesen


Recklinghausen

18 weitere Artikel KUNSTHALLE RECKLINGHAUSEN
Maik und Dirk Löbbert. »Schutzraum«
22. Nov. 2009 - 31. Jan. 2010
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Band 201, 2010, S. 306

Maik und Dirk Löbbert, Schutzraum – Weisse Fahnen, Kunsthalle Recklinghausen 2009, unbedruckte Werbebanner. Foto Ferdinand Ulrich

Annelie Pohlen

Maik und Dirk Löbbert

»Schutzraum«

Kunsthalle Recklinghausen, 22.11.2009 – 31.1.2010

Laufzeiten zählen nicht zu den programmatischen Aspekten im Kunstgeschehen. Im Falle der „Schutzraum“ betitelten Ausstellung von Maik und Dirk Löbbert schleicht sich die Jahreszeit gleichwohl in die Wahrnehmung ein. Dieser Winter treibt in alle erdenklichen Schutzräume, erst recht dort, wo die Kunsthalle Recklinghausen zwischen Bahnhof und Parkplatz steht. Wer den Ort kennt, steuert schnellstmöglich über den ungemütlichen Platz auf den Eingang zu. Ortsunkundige suchen vielleicht erst einmal die Häuserfront ab. In aller Regel geben sich Kunstinstitute durch irgendeine Form von Werbung zu erkennen.
Im strengen Sinne des Wortes bietet die Kunsthalle Recklinghausen davon diesmal nichts, es sei denn man nimmt zwei leere […] weiterlesen


Düsseldorf

51 weitere Artikel KUNSTVEREIN FÜR DIE RHEINLANDE UND WESTFALEN E.V.
Dance in my Experience
28. Nov. 2009 - 28. Feb. 2010
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Band 201, 2010, S. 301

Claire Fontaine, Capitalism Kills (Love), 2008, Neonschrift (eine von drei Schaltungen), Foto Kim Keibel

Thomas W. Kuhn

Dance in My Experience

Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf, 28.11.2009 – 28.2.2010

Es ist Kunst der Gegenwart, die von der Leiterin des Kunstvereins Vanessa Joan Müller und ihrer Co-Kuratorin Christina Ricupero ausgesucht wurde, um einen Blick zurück in die zweite Hälfte der 1960er Jahre werfen, beziehungsweise in zeitgenössischen Werken nach den Spuren politisch und gesellschaftlich orientierter Kunst jener Tage zu fahnden. Sie tun dies unter einem Motto, das sie dem brasilianischen Künstler Hélio Oiticica (1937-1980) entliehen haben, jenem Inspirator der künstlerischen Bewegung des Tropicalismo, dessen Oeuvre durch einen Brand im Haus seines Bruders im Oktober 2009 weit gehend vernichtet wurde. 1965 hatte Oiticica einen Text unter dem Titel „A dança na minha experiencia“ […] weiterlesen


Innsbruck

9 weitere Artikel GALERIE IM TAXISPALAIS
Eating the Universe
24. Apr. - 04. Jul. 2010
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Band 201, 2010, S. 296

Mika Rottenberg, Dough, 2006, Filmstill der Videoinstallation, 7 Min., Farbe, Ton.

Heinz-Norbert Jocks

Eating the Universe.

»Vom Essen in der Kunst«

Kunsthalle, Düsseldorf, 28.11.2009 – 28.2.2010 Galerie in Taxispalais, Insbruck, 24.4.2010 – 4.7.2010 Kunstmuseum, Stuttgart: 18.9.2010 – 9.1.2012

Alarmierende Reportagen über die von gewinnsüchtigen Konzernen mit allen Mitteln vorangetriebene Ausbreitung von gentechnisch veränderten Organismen bis in Länder wie Mexiko und Paraguay, wie zuletzt vom deutsch-französischen Fernsehsender Arte atemberaubend dokumentiert, malen ein unseren Planeten täglich mehr gefährdendes, gar verseuchendes, ganze Kulturen auslöschendes Szenario. Vor dem Hintergrund erhält die Frage nach dem, wovon wir uns heute eigentlich ernähren und wohin unsere Zukunft damit steuert, eine ungeheure Brisanz. So viel ist klar, es handelt sich dabei um einen Eingriff in die Schöpfung mit fatalen, teils noch unvorhersehbaren Folgen für Leben und Überleben der Menschheit. Konnte man sich früher noch zu der etwas […] weiterlesen


Düsseldorf

45 weitere Artikel KUNSTHALLE DÜSSELDORF
Eating the Universe
28. Nov. 2009 - 28. Feb. 2010
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Band 201, 2010, S. 296

Mika Rottenberg, Dough, 2006, Filmstill der Videoinstallation, 7 Min., Farbe, Ton.

Heinz-Norbert Jocks

Eating the Universe.

»Vom Essen in der Kunst«

Kunsthalle, Düsseldorf, 28.11.2009 – 28.2.2010 Galerie in Taxispalais, Insbruck, 24.4.2010 – 4.7.2010 Kunstmuseum, Stuttgart: 18.9.2010 – 9.1.2012

Alarmierende Reportagen über die von gewinnsüchtigen Konzernen mit allen Mitteln vorangetriebene Ausbreitung von gentechnisch veränderten Organismen bis in Länder wie Mexiko und Paraguay, wie zuletzt vom deutsch-französischen Fernsehsender Arte atemberaubend dokumentiert, malen ein unseren Planeten täglich mehr gefährdendes, gar verseuchendes, ganze Kulturen auslöschendes Szenario. Vor dem Hintergrund erhält die Frage nach dem, wovon wir uns heute eigentlich ernähren und wohin unsere Zukunft damit steuert, eine ungeheure Brisanz. So viel ist klar, es handelt sich dabei um einen Eingriff in die Schöpfung mit fatalen, teils noch unvorhersehbaren Folgen für Leben und Überleben der Menschheit. Konnte man sich früher noch zu der etwas […] weiterlesen


Stuttgart

20 weitere Artikel KUNSTMUSEUM STUTTGART
Eating the Universe
18. Sep. 2010 - 09. Jan. 2012
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Band 201, 2010, S. 296

Mika Rottenberg, Dough, 2006, Filmstill der Videoinstallation, 7 Min., Farbe, Ton.

Heinz-Norbert Jocks

Eating the Universe.

»Vom Essen in der Kunst«

Kunsthalle, Düsseldorf, 28.11.2009 – 28.2.2010 Galerie in Taxispalais, Insbruck, 24.4.2010 – 4.7.2010 Kunstmuseum, Stuttgart: 18.9.2010 – 9.1.2012

Alarmierende Reportagen über die von gewinnsüchtigen Konzernen mit allen Mitteln vorangetriebene Ausbreitung von gentechnisch veränderten Organismen bis in Länder wie Mexiko und Paraguay, wie zuletzt vom deutsch-französischen Fernsehsender Arte atemberaubend dokumentiert, malen ein unseren Planeten täglich mehr gefährdendes, gar verseuchendes, ganze Kulturen auslöschendes Szenario. Vor dem Hintergrund erhält die Frage nach dem, wovon wir uns heute eigentlich ernähren und wohin unsere Zukunft damit steuert, eine ungeheure Brisanz. So viel ist klar, es handelt sich dabei um einen Eingriff in die Schöpfung mit fatalen, teils noch unvorhersehbaren Folgen für Leben und Überleben der Menschheit. Konnte man sich früher noch zu der etwas […] weiterlesen


Wolfsburg

40 weitere Artikel KUNSTMUSEUM WOLFSBURG
Ich. Zweifellos. 1309 Gesichter
21. Nov. 2009 - 28. Mrz. 2010
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Band 201, 2010, S. 293

Fiona Tan, A Lapse of Memory, 2007, HD Installation, Loop, Dauer: 24 min, Farbe, 5:1 surround, Courtesy of the Artist and Frith Street Gallery, London

Michael Stoeber

Ich. Zweifellos. 1309 Gesichter

Kunstmuseum Wolfsburg, 21.11.2009 – 28.3.2010

Wer sind wir, wenn wir Ich sagen? Die Frage nach der Identität ist eine eminent moderne. In früheren Zeiten gab es wenig Zweifel hinsichtlich der eigenen Verfassung. Es herrschte eine stolze Selbstgewissheit, die auch die bildliche Repräsentation des Ichs bestimmte. Wie in der hoch fahrenden Darstellung des Grafen Matthias Johann von der Schulenburg-Emden (1661-1745) durch den französischen, als Hofmaler in preußischen Diensten stehenden Rokokokünstler Antoine Pesne (1683-1757). Stolz und entschlossen, elegant und prächtig schaut der ruhmreiche Heerführer und Feldmarschall der Republik Venedig, der berühmte Vorfahre der Schlossherren von Wolfsburg, aus der Höhe seines Gemäldes auf den Betrachter. Mag auch das Abbild […] weiterlesen


Kassel

15 weitere Artikel KASSELER KUNSTVEREIN
Urs Lüthi – »Spazio Umano«
12. Dez. - 27. Dez. 2009
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Band 201, 2010, S. 291

Urs Lüthi, SPAZIO UMANO, Skulptur (Bronze auf Sockel), 2007, Foto: Stefan Daub

Dirk Schwarze

Urs Lüthi – »Spazio Umano«

Von der Bewegung zur Überblendung

Kasseler Kunstverein, 12. – 27. Dezember 2009

Zwischen den beiden großen Ausstellungen in den Hamburger Phönix-Hallen und im Museo d’Arte Contemporanea Roma war Urs Lüthis Schau „Spazio Umano“ im Kasseler Kunstverein nur ein kleiner kammermusikalischer Auftritt. Gleichwohl erlaubte diese konzentrierte Auswahl einen tiefen Einblick in das Wesen von Lüthis Schaffen, in sein selbstironisches Spiel mit der eigenen Figur und zu den ewigen Fragen nach der Identität und Geschlechterrolle.
Kassel hatte doppelten Grund, den in München lebenden Urs Lüthi (Jahrgang 1947) zu feiern und ihm zu danken. Da ist einmal sein Werk, das im steten Wandel begriffen ist und sich doch immer wieder im Kreise zu drehen scheint, ohne sich […] weiterlesen


Emden

2 weitere Artikel KUNSTHALLE EMDEN/ STIFTUNG HENRI NANNEN
Realismus – Das Abenteuer der Wirklichkeit
23. Jan. - 24. Mai. 2010
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Band 201, 2010, S. 289

Terry Rodgers, The Apotheosis of Pleasure, 2005. © Terry Rodgers, Courtesy Torch Gallery, Amsterdam

Rainer Unruh

Realismus – Das Abenteuer der Wirklichkeit.

»Courbet – Hopper – Gursky«

Kunsthalle Emden, 23.1. – 24.5.2010

Der Anspruch ist gewaltig. Es geht um nichts weniger als einen Überblick über die Geschichte des Realismus in der Kunst. Wo anfangen, wo aufhören und wie das Feld begrenzen? Nils Ohlsen, der sich mit dieser Ausstellung als Chef der Emdener Kunsthalle verabschiedet und an die Nationalgalerie Oslo wechselt, lässt den Realismus mit Gustave Courbet beginnen, mit der Pariser Schau „Le réalisme“ von 1855 und der Forderung nach einer rein diesseitigen, auf die Wahrheit des Lebens ausgerichteten Kunst. Den Endpunkt bildet Andreas Gurskys im Foyer präsentierte Fotografie „Dubai III“ (2008).
Gleich im ersten der 18 Räume, die für die in acht Kapitel aufgeteilte […] weiterlesen


Delmenhorst

2 weitere Artikel STÄDTISCHE GALERIE DELMENHORST
Die Nacht
15. Jan. - 05. Apr. 2010
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Band 201, 2010, S. 287

Heribert C. Ottersbach, Flucht, 2009, Acryl auf Leinwand, 62 x 85 cm

Rainer Unruh

Die Nacht

»Nachtdarstellungen in der zeitgenössischen Malerei«

Städtische Galerie Delmenhorst, 15.1. – 5.4.2010

Ganz gleich, wie entzaubert die Welt auch sein mag, spätestens wenn man nach Einbruch der Dämmerung allein durch einen Park geht, steigen sie aus den Tiefen des Unbewussten auf: die Ängste und Schrecken, Schauergeschichten und Horrorbilder. Von dieser Tradition zehren auch noch die zehn Gegenwartskünstler und -künstlerinnen, die in der Städtischen Galerie Delmenhorst insgesamt 35 Werke zum Thema „Die Nacht“ präsentieren, von denen rund die Hälfte eigens für diese Ausstellung geschaffen wurde.
Wo einst Kerzenschein oder Kaminfeuer Trost und Geborgenheit spendeten, etwa in der niederländischen Genremalerei, ist das Unheimliche heute längst in das Innere der Häuser eingedrungen. In den Interieurs von Karin […] weiterlesen


Hamburg

3 weitere Artikel PRODUZENTENGALERIE HAMBURG
Beate Gütschow: »I«
30. Jan. - 13. Mrz. 2010
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Band 201, 2010, S. 281

Beate Gütschow, I#6, 2009, Light Box, 121 x 151 cm, Edition of 5

Rainer Unruh

Beate Gütschow: »I«

Produzentengalerie, Hamburg, 30.1. – 13.3.2010

Man kennt Beate Gütschow als Fotografin seltsam attraktiver Alpträume der Architektur. In ihren Schwarzweißfotografien findet zusammen, was geographisch weit getrennt ist, aber stilistisch zusammengehört. Dutzende von Ansichten verschiedener Städte zerlegt sie am Computer und fügt sie zu Bildern, in denen Betonbauten im urbanen Niemandsland der Vorstädte ihrem Verfall preisgegeben sind. Drei dieser großformatigen Prints sind auch in der Hamburger Produzentengalerie ausgestellt.
Doch im Mittelpunkt stehen die neuen Arbeiten der Fotografin. Sie wirken zunächst wie ein radikaler Bruch. Thema der I-Serie (I für Innenraum oder Interior) sind Dinge, die im Studio abgelichtet wurden. Zog Beate Gütschow für die Stadtlandschaften in die Welt hinaus, […] weiterlesen


29 weitere Artikel KUNSTVEREIN IN HAMBURG
Politische Bildergeschichten von Albrecht Dürer bis Art Spiegelmann
19. Dez. 2009 - 14. Mrz. 2010
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Band 201, 2010, S. 279

Installationsansicht Kunstverein Hamburg 2009. Foto: Fred Dott / Kunstverein

Hajo Schiff

Wo ist der Wind, wenn er nicht weht?

»Politische Bildergeschichten von Albrecht Dürer bis Art Spiegelmann«

Kunstverein in Hamburg, 19.12.2009 – 14.3.2010

Mit dem Weltuntergang anfangen und dann langsam an Dramatik zulegen: Frei nach diesem Motto beginnt die Ausstellung im Hamburger Kunstverein mit der christlichen Endzeitvision Dürers von 1496/98. Und um klarzumachen, dies hier sei aber nicht das Kupferstichkabinett eines verstaubten Museums, füllen die 32 graphischen Blätter (übrigens Faksimiles) die Wand in der Form eines großen Hakenkreuzes. So muss der Altmeister das nationale Kreuz tragen und darf kurzschlüssige Analogien lostreten: Kirche und Partei, Nürnberg und die fanatisierten Massen, der falsche Prophet Hitler und der Holocaust.
Apokalypsen gibt es hier gleich mehrfach und auch andere kunsthistorische Größen müssen sich zu neuen Kontexten überformen lassen oder […] weiterlesen


Berlin

1 weitere Artikel WHITE SQUARE GALLERY
Roots. Indiens junge Kunst
23. Jan. - 13. Mrz. 2010
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Band 201, 2010, S. 277

Nekshan Dabu, from the series: I am an artist and this is art, 2009. Digital print on archived Board. © Nekshan Dabu

Ralf Hanselle

Roots. Indiens junge Kunst

White Square Gallery, Berlin, 23.1. – 13.3.2010

Wo die Wirtschaft boomt, boomt auch die Kunst. Kalkutta etwa, gestern noch ein Hinterhof auf dem indischen Subkontinents, wird im Zuge des neuen asiatischen Wachstums schon bald sein erstes Museum of Modern Art eröffnen können. Im Mai 2008 unterzeichnete die westbengalische Regierung hierüber einen Vertrag mit dem Schweizer Architektenbüro Herzog & de Meuron. Eröffnung soll demnach bereits in drei Jahren sein. Eben noch, da schien es, als würde in weiten Teilen Indiens das sprichwörtliche Elend bis zum Himmel schreien. Jetzt, mit dem rasanten Aufstieg des 1,2 Milliarden Einwohner zählenden Riesenlandes, sprießen an gleicher Stelle gläserne Architekturen und erlesene Kulturbauten empor. Die […] weiterlesen


1 weitere Artikel ALFRED EHRHARDT STIFTUNG
Alfred Ehrhardt / Peter Bioalobrzeski
30. Jan. - 18. Apr. 2010
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Band 201, 2010, S. 274

Peter Bialobrzeski, Paradise Now # 63, 2008, 60 x 75 und 126 x 160 cm. © Peter Bialobrzeski. Courtesy LA Galerie Frankfurt / Robert Morat Galerie Hamburg

Michael Nungesser

Alfred Ehrhardt / Peter Bioalobrzeski

»Naturdinge« / »Paradise Now«

Alfred Ehrhardt Stiftung, Berlin 30.1. – 18.4.2010

Noch ist der von Bauhaus und Neuer Sachlichkeit geprägte Fotograf Alfred Ehrhardt (1901-1984) weniger bekannt als seine älteren Kollegen Karl Blossfeldt und Albert Renger-Patzsch – aber das kann sich ändern. Die von seinem Sohn Jens Ehrhardt Ende 2002 begründete Alfred Ehrhardt Stiftung, bisher im Süden Kölns ansässig, hat sich nun für die Kunstmetropole Berlin entschieden und ihren Sitz in die Kunstmeile Auguststraße im Bezirk Mitte verlegt. In unmittelbarer Nähe befinden sich die Kunst-Werke Berlin und C/O Berlin, das Internationale Forum für Visuelle Dialoge; demnächst wird auch der Sammler Thomas Olbricht in der Auguststraße ein Ausstellungshaus eröffnen. Zwar verfügt die Stiftung nun […] weiterlesen


12 weitere Artikel KÜNSTLERHAUS BETHANIEN
und jetzt. Künstlerinnen aus der DDR.
27. Nov. - 20. Dez. 2009
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Band 201, 2010, S. 272

Tina Bara, marilyn, 2002-2006. Fotoserie, Barythabzüge und C-Prints, Größen variabel

Claudia Wahjudi

und jetzt. Künstlerinnen aus der DDR.

Künstlerhaus Bethanien, Berlin, 27.11. – 20.12.2009

Zum 20-jährigen Jubiläum des Mauerfalls zeigte sich der hiesige Kunstbetrieb ähnlich uneins wie die ganze Republik - so disparat waren die Ausstellungen zum Thema allein in Berlin. Das Spektrum reichte von lokalen Erinnerungen an die bespitzelte Szene in Prenzlauer Berg bis zum großen Rückblick „Kunst und Kalter Krieg“ im Deutschen Historischen Museum, der aus US-amerikanischer Perspektive Gemeinsamkeiten in den Künsten der beiden Deutschlands benannte. In einem aber ähnelten sich die meisten Ausstellungen: in der Darstellung von Kunst in der DDR als einem Feld, das vornehmlich von Männern bestellt wurde. Eine rühmliche Ausnahme machte „und jetzt. Künstlerinnen aus der DDR“ im Künstlerhaus […] weiterlesen


3 weitere Artikel C/O BERLIN
Don McCullin / Jonas Bendiksen
12. Dez. 2009 - 28. Feb. 2010
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Band 201, 2010, S. 268

Don McCullin, Karo tribesmen with AK-47s Southern Ethiopia . 2003

Hermann Pfütze

Don McCullin / Jonas Bendiksen

»Mögliches Leben im unmöglichen Frieden«

C/O Berlin, 12.12.2009 – 28.2.2010

Die Bilder dieser Doppelausstellung tragen dazu bei, unser globalisierungskritisches Weltbild realistisch zu differenzieren: Der wichtigste Unterschied, an dem die Ängste der Einen und die Träume der Anderen hängen, ist nicht der zwischen armer Dritter und reicher Erster Welt, sondern der zwischen Gewaltpolitik und zivilem Leben, zwischen dem Chaos der Kriege und Katastrophen und der Gegenwehr sozialer Ordnung in den großen Städten. Die Lebenswelt der Mega-Slums ist das Thema der Fotografie-Installation „The Place We Live“ des 1977 geborenen Norwegers Jonas Bendiksen, die hier als sozialer und ästhetischer Widerstand funktioniert gegen die Schreckensbilder des „Impossible Peace“, so der Titel der Retrospektive aus dem […] weiterlesen


1 weitere Artikel VENEKLASEN WERNER
William E. Jones. »Discrepancies«
15. Jan. - 27. Feb. 2010
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Band 201, 2010, S. 265

William E. Jones, Discrepancies, Installationsansicht, Foto:  Roman März, Courtesy VW (Veneklasen/Werner), Berlin

Hans-Jürgen Hafner

William E. Jones

»Discrepancies«

Veneklasen Werner, 15.1. – 27.2.2010

Ein bisschen schade ist es, dass die erste deutsche Soloschau des US-amerikanischen Filmemachers und Künstlers William E. Jones eindimensional ausfällt. Zwar entspricht es sicherlich der Logik gerade einer Galerieausstellung, neue Arbeiten eines Künstlers sozusagen mit Frischegarantie unter die Leute zu bringen. Trotzdem ist es bedauerlich, wenn zumal beim Debütauftritt die Chance ungenutzt bleibt, einen profunden Eindruck von der Reichweite eines wohl ebenso spezifischen wie facettenreichen künstlerischen Projekts darzustellen. Das Bild, das die Ausstellung bei Veneklasen Werner vom Werk Jones’ entwirft – es ist allzu sehr nur auf die formalen Aspekte seiner Arbeit beschränkt. Mit der Konsequenz, dass die inhaltliche Dringlichkeit, mit […] weiterlesen


26 weitere Artikel KW KUNST-WERKE BERLIN - INSTITUTE FOR CONTEMPORARY ART
For the use of those who see
22. Nov. 2009 - 14. Feb. 2010
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Band 201, 2010, S. 263

Javier Téllez, Letter on the Blind, For the Use of Those Who See, Video Still, 2007, 16-mm-Film (Farbe) transferiert zu HDV, s/w, Ton, Stühle, 27:36 min., Courtesy the artist and Galerie Peter Kilchmann, Zurich

Peter Funken

For the use of those who see

Kunstwerke Berlin, 22.11.2009 – 14.2.2010

Ein einleitender Text in der Ausstellung vermeldet: „FOR THE USE OF THOSE WHO SEE zeigt Arbeiten, die im festen Glauben an das Bild die Grenzen des Visuellen sichtbar machen. Die Differenz von Mimesis und Realität, die jedem Kunstwerk inhärent ist, wird hier explizit zum Bildthema. Die Möglichkeit, an dieser Differenz zu scheitern, ist fest im Bewusstsein der gezeigten Arbeiten verankert und wird zugleich überzeugend ins Bild gesetzt.“ Susanne Pfeffer, Kuratorin der Kunst-Werke, hat für diese wichtige und doch übersichtliche Ausstellung Arbeiten von zehn Künstlern zusammengeführt – vor allem sind es Videos und Filme. Angesichts des Themas kann dies nicht überraschen, denn […] weiterlesen


14 weitere Artikel HAUS AM WALDSEE
Corinne Wasmuth. »Supracity«
11. Dez. 2009 - 21. Feb. 2010
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Band 201, 2010, S. 261

Corinne Wasmuth, Pathfinder, 2002. Foto: Heinz Pelz. Courtesy Haus am Waldsee

Ingo Arend

Corinne Wasmuth

»Supracity«

Haus am Waldsee, Berlin, 11.12.2009 – 21.2.2010

Ich bin nicht begeistert. Ich finde diese Malerei sehr plakativ und flach. Wo sind die zitierten Schichten. Vielleicht ist es Kunst. Malerei ist‘s nicht.“ Wer den Eintrag im Gästebuch des Berliner Hauses am Waldsee liest, wundert sich über die, in der Formulierung implizit enthaltene Erwartung, dass die Malerei in die Tiefe gehen sollte. Bis vor kurzem hätte man dergleichen noch als albernen Kotau vor einem antiquierten Kunstverständnis abgetan. Hat nicht die Pop-Art die Oberfläche längst als ebenso unabänderliche wie akzeptierte Konstante der aktuellen Kunstproduktion legitimiert? Aber offenbar provoziert der rapide Oberflächenwahn der visuellen Kultur unserer Tage denn doch das genaue Gegenteil: […] weiterlesen


46 weitere Artikel HAMBURGER BAHNHOF - MUSEUM FÜR GEGENWART
Paul Pfeiffer. »The Saints«
10. Okt. 2009 - 28. Mrz. 2010
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Band 201, 2010, S. 259

Paul Pfeiffer, The Saints, 2007, 33 Min. Filmstill

Ronald Berg

Paul Pfeiffer

»The Saints«

Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin, 10.10.2009 – 28.3.2010

Gesang ertönt im Hamburger Bahnhof. Gesang? Man könnte es auch Raunen, Brüllen und Skandieren nennen. Der Ton klingt vertraut, auch wenn die Quelle beim Eintritt in die für Paul Pfeiffer bestimmten Räume vorerst unsichtbar bleibt. Was sichtbar wird, ist ein Stadion. Das passt zur permanent hörbaren Klangkulisse, die einem Fußballmatch entstammen muss. Das Stadion aber ist nur ein hölzernes, etwas übermannshohes Modell und auch keineswegs vollständig. Es handelt sich nur um das Viertelstück einer Stadionschüssel, dessen Schnittkanten von Glaswänden begrenzt werden. Die rudimentäre Konstruktion, bei der auf der Außenseite nur einige notwendigen Stützen stehen, wandelt sich auf wunderbare Weise, wenn man […] weiterlesen


22 weitere Artikel DEUTSCHE GUGGENHEIM BERLIN
Utopia Matters
23. Jan. - 11. Apr. 2010
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Band 201, 2010, S. 257

Luca Buvoli, Flight Simulation Banners Contrail (Inverted Spin) for Utopia Matters, 2010. Foto: Mathias Schormann, © Luca Buvoli

Hans-Jürgen Hafner

Utopia Matters

Deutsche Guggenheim, Berlin, 23.1. – 11.4.2010

Trotz ihres alles Andere als viel versprechenden Titels ist der Deutschen Guggenheim mit „Utopia Matters“ eine ausgesprochen sehenswerte Ausstellung geglückt. Zugleich bestätigt sie damit eine neue und ziemlich interessante Tendenz in einem sonst etwas richtungslosen Programmeinerlei austauschbarer Big Names-Solopräsentationen und nebenwirkungslos verdaulicher Placebo-Themen-Kost vom Schlage „True North.“ Auf den Weg gebracht von der New Yorker Guggenheim-Kuratorin Vivien Green ist „Utopia Matters“ eine kunsthistorische Schau, die sich ihrem periodisch alle paar Jahre wiederkehrenden Thema allerdings aus einer behutsam revisionistischen Sicht nähert. Green wiederholt nicht jenes allzu bewährte Muster, erneut das utopisch-revolutionäre Potenzial, wie es mit den künstlerischen Avantgarden aus der ersten Hälfte […] weiterlesen


46 weitere Artikel HAMBURGER BAHNHOF - MUSEUM FÜR GEGENWART
Walton Ford. Bestiarium
23. Jan. - 24. Mai. 2010
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Band 201, 2010, S. 254

Walton Ford, Chingado, 1998, Aquarell, Gouache, Tinte und Bleistift auf Papier, 152.4 x 302.3 cm, © Walton Ford, Courtesy Paul Kasmin Gallery

Ronald Berg

Bestiarium

Walton Ford und seine nur scheinbar altmeisterlichen Tierbilder

Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin, 23.1. – 24.5.2010

Walton Fords großformatigen Tieraquarelle scheinen auf den ersten Blick nicht recht in ein „Museum für Gegenwart“ zu passen. Allzu altertümlich sehen die Motive des 1950 geborenen US-Amerikaners aus. Ford pflegt in seinem „Bestiarium“ den Stil des 19. Jahrhunderts, wie er in ornithologischen Prachtbänden oder in Illustrationen zur Fauna zu finden war.
So präsentiert Ford einen „Riesenelefantenvogel“ aus Madagaskar trotz gefesseltem Beins in scheinbar stolzer und würdiger Pose mit Küken vor der Küste Madagaskars, wo klein, in der Ferne, ein Dreimaster offenbar jene Franzosen anlandete, welche die Vogelart - wahrscheinlich so groß wie ein Strauss – als letzte im 17. Jahrhundert beschrieben haben. […] weiterlesen


Ausstellungsorte

Deutschland : PLZ 1…. : Berlin etc.
Deutschland : PLZ 2…. : Hamburg etc.
Deutschland : PLZ 3…. : Hannover etc.
Deutschland : PLZ 4…. : Düsseldorf etc.
Deutschland : PLZ 5…. : Köln etc.
Deutschland : PLZ 6…. : Frankfurt etc.
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Deutschland : PLZ 8…. : München etc.
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