Portrait und Milieu

"In diesem Band des KUNSTFORUM kann man feststellen, das man selbst dann nicht viel von einem Menschen weiß, wenn man weiß, wie er aussieht", heißt es im Vorwort. Und: "Was manche Fotografen ihren Modellen allerdings massiv hinzufügen, sind deren Milieus."
„Porträt und Milieu“ ist eine Art Katalog von zeitgenössischen Typen des Porträts, der von den puristischen Farbsuggestionen eines Neil Winokurs ausgeht, um mit den "Wimmelbildern" von Neil Slavin zu enden - dazwischen das ganze Panorama von künstlich geschaffenen und soziologisch nüchtern beobachteten Milieus, die den abgebildeten Personen Charakter zu verleihen scheinen.
Aufsätze von Walter Gasskamp „Über die Lesbarkeit des Porträts“ und Klaus Honnef „Das Bild – das Image – und der Mensch“ beleuchten anhand historischer Positionen die Entstehungsgeschichte und Entwicklung des fotografischen Porträts. In einem Bildblock zusammengefasst sind die zeitgenössischen Farbfotografien, die sich nach Ansicht der Autoren von der „klassischen“ Porträtfotografie in Schwarz-weiß unterscheiden. Zu sehen sind u. a. Fotos von Axel Hütte, Nan Goldin, Don Rodan, Diane Keaton, Helen Levitt, David Hockney, Wilhelm Schürmann, Les Krims, Bernard Faucon oder Richard Prince.
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Band 52, 1982, S.
Walter Grasskamp
Augenschein
Über die Lesbarkeit des Portraits und die Handschrift des Fotografen
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Band 52, 1982, S. 128
Klaus Honnef
Das Bild - das Image - und der Mensch
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Band 52, 1982, S. 137
Herbert Molderings
Florence Henri, 1893 - 1982
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Das Selbstporträt als Bildtypus
Von Werner Lippert

"Das Selbstporträt - allgemein, das Porträt - ist primär weniger ästhetisches Produkt, als das Ergebnis eines Repräsentationsbedürfnisses", leitet Werner Lippert seinen Essay über die Renaissance dieses klassischen Bildtypus' ein. Vor dem Hintergrund einer auffallend angewachsenen Produktivität innerhalb dieses Genres erkannte der Autor Mitte der 70er Jahre einen "zunehmenden Hang zum Individuellen, zum Persönlichen und eben zur Person des Künstlers".
In seinem Abriss der historischen Entwicklung zeigt er die – neu verstandenen - Mechanismen dieses Bildtypus' auf. Gleichzeitig bietet er einen detailreichen Überblick der Typologien vom "Autorenbild" des achten vorchristlichen Jahrhunderts bis zu aktuellen Werken. Auf dieser Grundlage analysiert Lippert die verschiedenen Formen und unterschiedlichen Funktionsweisen von Selbstporträts. Herausgearbeitet werden vor allem die Charakteristika des zeitgenössischen Selbstporträts, wie es sich in der Mitte der 70er Jahre darstellt.
Zum Thema siehe auch „Das neue Porträt“ (Band 6, 1973) und „Die Kunst der Selbstdarstellung“ (Band 181, 2006).
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Band 14, 1975, S. 98
Werner Lippert
Das Selbstporträt als Bildtypus
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Das Neue Porträt
Von Heinz Ohff
Über die Frage, ob das Attribut "neu" bei den Porträts, die wenige Jahre vor dem Erscheinungsdatum dieses Bandes - 1973 - entstanden, angemessen ist, entwickelt Heinz Ohff eine umfangreiche Betrachtung der kunsthistorischen Aspekte dieses speziellen Sujets.
Als ein "nach- und mit-fotografisches" fasst der Autor das "neue Porträt". Diesem gehe es nicht um das Auffinden menschlicher Substanz, sondern vielmehr darum, die "Substanzlosigkeit, den Substanzverlust aufzuzeigen". Dem Mensch - bisher Maß aller Dinge - werde im „neuen Porträt“ mit Skepsis begegnet. In seiner pluralistischen Stil-Vielfalt bilde es jedoch geradezu "das Gesicht unserer Zeit" ab.
Besprochen werden unter anderem Werke von Georg Baselitz, Eugen Schönebeck, Markus Lüpertz, Wolfgang Rohloff, Sigmar Polke, Fritz Köthe, Arnulf Rainer, C.O. Päffgen, Johannes Grützke, Dieter Asmus, Michael Buthe, Marwan und Gerhard Richter.
Zum Thema siehe auch „Das Selbstporträt“ (Band 14, 1975).
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Band 6 / 7, 1973, S. 94
Heinz Ohff
Das Neue Porträt
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