


Band 196, 2009, S. 386

Seit der Gründung des Künstlerhauses Bethanien durch Michael Haerdter im Jahr 1975 haben gut 850 internationale Künstlerinnen und Künstler in diesem einmaligen Kunstlabor 12-monatige Arbeitsaufenthalte absolviert. Jeder Stipendiat erhält heute monatlich 1000 €, ein Studio und kann ein durch Drucksachen begleitetes Abschlussprojekt realisieren. Bis 1999 war das Programm auf Theater, Regieseminare und Bildende Kunst ausgerichtet, seit 2000 auf Visuelle Künste und Kuratorische Praxis. Gäste des Hauses waren u.a. Samuel Beckett, Lili Fischer, Andrzej Wajda, Krzysztof Kieolowski, Abramovic/Ulay, Sasha Waltz, Junko Wada, Hans Peter Kuhn, Raffael Rheinsberg, Shogo Ohta, Olaf Metzel, Lois Weinberger, Ryuji Miyamoto, Thomas Hirschhorn, Carsten Höller, Nedko Solakov, Oleg […] weiterlesen
Band 133, 1996, S. 411

Christoph Tannert, geboren 1955 in Leipzig (Sachsen), lebt seit 1976 in Berlin. 1976-1981 Studium der Archäologie und Kunstwissenschaft an der Humboldt Universität zu Berlin. 1981-1984 Sekretär der Zentralen Arbeitsgruppe Junger Künstler beim Zentralvorstand des Verbandes Bildender Künstler der DDR. 1984 fristlose Entlassung. 1984-1990 freiberuflich als Kritiker und Ausstellungsmacher in Berlin und Osteuropa tätig. Herausgabe von Künstlerbüchern, Musikcassetten und Schallplatten im Selbsthilfeverlag URSUS PRESS. 1990 zeitweilige Galerietätigkeit. Mitbegründer der Galerie Vier in Berlin. Seit 1991 Projektleiter am Künstlerhaus Bethanien Berlin.
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I. A.: Christoph Tannert, jedes Jahr im Herbst pilgern die Kunstjünger auf den Kölner Kunstmarkt wie die Gläubigen nach Mekka, […] weiterlesen
Band 124, 1993, S.

P. H.: Was bedeutet "Fontanelle" für die künftige Potsdamer Kunsthalle?
C. T.: "Fontanelle" ist mehr als eine Ausstellung. "Fontanelle" ist Musik, Geruch, Kommunikation. Es ist ein T-Shirt, eine Langspielsplatte und ein Kinderschrei. Es ist Populärkultur und Brachialgewalt, Plakatierung und traditionelle Kunst nach Duchamp. Und "Fontanelle" steht in jedem Fall für die Dominanz eines appellativ-inhaltlichen, ästhetisch-politischen Moments vor autonomen Positionen. Das paßt in die Situation. Und das paßt in den Osten jetzt, Flagge zu zeigen. Ich bin für programmatische Positionen mit starker Attitüde. Die Paukenschläge müssen in der Gegenwartskunst fallen. Und ich erlaube mir mit dieser Kunsthalle ganz in der Nähe […] weiterlesen
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