Band 201, 2010, S. 400

Das Brachiale und das Zerbrechliche
Heinz-Norbert Jocks sprach mit der Sammlerin Julia Stoschek
Julia Stoschek, 1975 in Coburg als Tochter einer Unternehmerfamilie geboren, studierte zunächst Betriebswirtschafslehre in Bamberg. Seit 2004 Mitglied des Kuratoriums der Kunst-Werke Berlin e.V. und seit 2006 Mitglied der Ankaufskommission des Department of Media and Performance im MoMA in New York, eröffnete sie im Juni 2007 die erste Ausstellung der Julia Stoschek Collection mit dem Schwerpunkt Time-Based-Media-Art in einem ehemaligen Fabrikgebäude in Düsseldorf. Die mittlerweile 400 Werke umfassende Sammlung enthält Arbeiten von Künstlern wie Marina Abramovic, Doug Aitken, Francis Alys, Thomas Demand, Dan Graham, Douglas Gordon, Christian Jankowski, Jon Kessler, Adam McEwan, Paul Pfeiffer, Mika Rottenberg, Katharina Sieverding, Taryn Simon. Die […] weiterlesen
Band 201, 2010, S. 396

Konzentration und Zuspitzung
Dirk Schwarze sprach mit Volker Rattemayer über seine bisherigen 23 Jahre als Direktor des Museums Wiesbaden
Herr Rattemeyer, wie lange werden Sie noch das Museum Wiesbaden leiten?
Rattemeyer: Es ist verabredet, dass ich Ende September 2010 ausscheide - einige Monate vor meinem 68. Lebensjahr.
Wie lange waren Sie dann hier?
Begonnen habe ich am 1. September 1987, das sind dann 23 Jahre, eine urlange Zeit, womit ich nie gerechnet habe.
Was war denn der Höhepunkt Ihrer Arbeit in Wiesbaden?
Das sind sicherlich mehrere. Auf der einen Seite haben wir im Rahmen der baulichen Sanierungen wunderbare Räume entwickeln können - sowohl aus den alten Kunstsammlungsräumen als auch in dem neu geschaffenen Mitteltrakt. Dieser bauliche Höhepunkt, der uns viel Anerkennung eingebracht hat, war, als […] weiterlesen
Band 201, 2010, S. 392

Ganz viele Künstler arbeiten mit einer grossen Selbstverständlichkeit am Crossover.
Werner Lippert und Petra Wenzel, die Senkrechtstarter im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft
Ein Gespräch mit Helga Meister
Das NRW-Forum Kultur und Wirtschaft ist Düsseldorfs beliebtestes Ausstellungs- und Veranstaltungshaus. Es liegt im Ehrenhof, in einer Achse zwischen Tonhalle und museum kunst palast. Es widmet sich Themen, die von anderen Häusern der Landeshauptstadt eher verschlafen werden. Dazu gehören Fotografie, Film, Video, Mode, Design, Werbung und Architektur. Es hat in Werner Lippert und Petra Wenzel zwei kluge Köpfe an der Spitze, die nicht als Direktoren oder Intendanten bei der Stadt oder dem Land angestellt sind, sondern als eigenverantwortliche und erfolgsabhängige Ausstellungsmanager agieren. Sie machen alles, leiten als gleichberechtigte geschäftsführende Gesellschafter das Haus, betreuen die Fundraising-Abteilung für die vielen Sponsoren, planen, kuratieren […] weiterlesen
Band 201, 2010, S. 378

Ingo Arend
Es lebe die Kunst!
Zur Diskussion um die Berliner Kunsthalle
"Ich habe mich der Kunst immer so wie der Liebe hingegeben. Ich habe beides als das Gleiche angesehen. Es geht um Ausschließlichkeit. In der Liebe wie der Kunst weiß ich, was ich nicht will“. Ein bisschen hört sich Cornelia Schleime wie Ingeborg Bachmann an, wenn die Berliner Malerin ihre Arbeit erklärt.
In der Temporären Kunsthalle auf dem Berliner Schlossplatz hatte ihre Kollegin Karin Sander für ihr Projekt „Zeigen. An Audio Tour through Berlin“ lauter Namen Berliner Künstler auf eine weiße Wand geschrieben. Wer den 599 Stimmen und ihren lyrischen Selbstexplikationen via Kopfhörer folgt, wähnt sich plötzlich in einem Kosmos der Wünsche, Projekte […] weiterlesen
Band 200, 2010, S. 420

Ich habe eine hochpolitische Tätigkeit, denn das Museum ist ein öffentlicher Ort
Kasper König, Direktor des Museum Ludwig, wurde vom Guggenheim Museum für sein Lebenswerk ausgezeichnet - Im Gespräch mit Helga Meister.
Kasper König (66) erhielt in New York den „First annual Art Awards“ des Guggenheim Museums für sein Lebenswerk im Bereich der zeitgenössischen Kunst. Er organisierte die erste Museums-Ausstellung von Claes Oldenburg (1966) und Andy Warhol (1968), gründete 1973 die einflussreiche "Press of the Nova Scotia College" in Halifax und war 1976 Mitbegründer der Skulptur Projekte Münster. Er lehrte seit 1985 an der Düsseldorfer Kunstakademie als Professor für Kunst und Öffentlichkeit, kuratierte Großaustellungen wie "Westkunst" (1981), "von hier aus" (1984), "Der zerbrochene Spiegel" mit Hans Ulrich Obrist (1993) und für die Expo 2000 in Hannover mit Wilfried Dickhoff "In between Architecture". […] weiterlesen
Band 200, 2010, S. 408

Von der Fabrik zum Museum -
das Ullens Center for Contemporary Art im 798 Distrikt in Peking
Interview mit Jérôme Sans, dem Leiter des Ullens Center in Peking, über Musik, Kunst, Marketing und sein Konzept für das UCCA.
Von Fabian Stech
Fabian Stech: Hat dir deine Erfahrung als Musiker mit der Gruppe „Liquid Architecture“ bei der Arbeit als Direktor des Palais de Tokyo, des Baltic Art Center oder jetzt im Ullens Center (UCCA) in Peking geholfen?
Jérôme Sans: Für mich gibt es nicht nur zwei Erfahrungen, sondern enorm viele Aktivitäten, die alle zu einer Geschichte oder einem Abenteuer gehören. Kunst war nie nur Kunst: immer gab es Bezüge zur Wirtschaft, zur Wissenschaft, zur Architektur und vielen anderen Bereichen. Alle Künstler die mich interessieren reißen Barrieren ein. Wie soll man ihre Arbeit verstehen, wenn man nur auf einer Seite der Barriere steht?
Die Kunstwelt denkt […] weiterlesen
Band 200, 2010, S. 400

Eintauchen ins russische Unbekannte
Ein Gespräch mit Irina Gorlowa über das Projekt „Art on Site“1 in Moskau
Von Heinz-Norbert Jocks
Art on Site“ hieß eine im Rahmen der Moskau Biennale, die am Ende ihrer kurzen Laufzeit 100 000 Besucher zählte, gelaufene Ausstellung. Sie bildete den Schlussakkord eines internationalen, vom Goethe Institut mitinitiierten und gemeinsam mit dem russischen National Center for Contemporary Arts entwickelten Projektes. Auf einer Deutschlandreise wählten fünf russische Kuratorinnen mithilfe von deutschen Experten Künstler aus, die von ihnen dann in ihre jeweiligen Heimatstädte eingeladen wurden. Die Werke, die dabei entstanden, wurden vom 27.09. bis zum 25.10. in Moskau gezeigt. Heinz-Norbert Jocks sprach mit der Projektleiterin Irina Gorlowa ein Tag vor der Eröffnung nicht nur über die Ausstellung. Er […] weiterlesen
Band 199, 2009, S. 409

Diskussion um Reinhard Muchas „Das Deutschlandgerät“
Eine Analyse von Helga Meister
Reinhard Mucha gehört zu den Künstlern, die bei der Quadriennale 2010, dem Jahr der Kunst in Düsseldorf, in der Ausstellung „Mix. Remix. Kunst der 80er Jahre“ im Museum K21 gezeigt werden. Sein wichtigstes Werk „Das Deutschlandgerät“ steht seit 2002 an zentraler Stelle im K21. Doch vor wenigen Wochen gab die neue Leiterin der Kunstsammlung NRW, Marion Ackermann, vor der Presse bekannt, sie plane strukturelle Veränderungen in den beiden Häusern K20 und K21. Dabei wolle sie Muchas Werk abbauen.
Wir berichten im folgenden über ein Werk, das bisher in der Öffentlichkeit wenig diskutiert worden ist. Wir führten zahlreiche Gespräche mit Galeristen, Künstlern und […] weiterlesen
Band 199, 2009, S.

Die Markierung zwischen Moderne und Postmoderne ist fragwürdig
Marion Ackermann im Gespräch mit Heinz-Norbert Jocks
Marion Ackermann, 1965 in Göttingen geboren, leitete von 2003 bis 2009 das Kunstmuseum Stuttgart. Nun hat sie den Dienst als Nachfolgerin von Armin Zweite in der Düsseldorfer Kunstsammlung NRW angetreten. Sie studierte in Kassel, Göttingen, Wien und München Kunstgeschichte, Geschichte und Germanistik und promovierte über die autobiographischen und theoretischen Texte von Wassily Kandinsky. Mit ihr sprach Heinz-Norbert Jocks über ihr Verständnis von Kunst und ihre Pläne für Düsseldorf.
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Heinz-Norbert Jocks: Was macht die Wirkung von Kunst aus?
Marion Ackermann: Ein Kunstwerk kann den Betrachter auf ästhetische Weise beispielsweise durch die Perfektion seiner Form berühren. Kunst kann in ihm auch etwas wachrufen oder […] weiterlesen






















