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Sammlungen / Sammler

aktuelle Artikel zu Szenen

Band 203, 2010, S. 323

Heinz Schütz

Weniger ist mehr

»Die Sammlung Daled«

Haus der Kunst, München, 30.4. – 25.7.2010

Das beginnende 21. Jahrhundert besiegelt im Kunstbetrieb neben dem Aufstieg des Kurators den Aufstieg des Sammlers. Im Gegensatz zum inzwischen anachronistisch anmutenden Mäzen, der hinter Kunst und Künstlern zurücktritt, überschreibt der neue Sammlertypus seine Sammlung mit seinem Namen, er tritt an die Öffentlichkeit und baut sich gegebenenfalls sein eigenes Museum mit womöglich öffentlichen Mitteln. Sicherlich, auch zuvor gingen Privatsammlungen in Museen auf und über, auch zuvor waren Sammler für Künstler insbesondere als Käufer von Bedeutung, doch der Stellenwert privater Sammlungen geht heute darüber hinaus. Sie tragen zunehmend dazu bei, Kunst im hierarchischen Gefüge der Kunstwelt und des Marktes zu positionieren, was […] weiterlesen


Band 203, 2010, S. 318

Cornelia Gockel

fast forward 2

»The Power of Motion«

Medienkunst aus der Sammlung Goetz

ZKM/ Museum für Neue Kunst, 18.6. – 3.10.2010

Es ist dunkel im Dschungel von Nathalie Djurberg. Jedoch angelockt von den seltsamen Geräuschen betreten die Besucher ihre vegetabile Wunderwelt. Phantastische Pflanzen in schillernden Farben säumen den Weg. Begierig recken sie ihre feucht glänzenden, weit geöffneten Blütenkelche den Besuchern entgegen. Fette, vollgefressene Raupen lagern träge auf den bunten Blättern. „So könnte es im Paradies aussehen!“, mag so mancher denken. Doch der erste Eindruck täuscht, denn hinter der üppigen Blütenpracht lauert das Grauen. Auf drei Screens sind Animationsfilme aus Knetfiguren zu sehen, die so ziemlich alle Torturen erleiden müssen, die man sich vorstellen kann. Wundersame Blüten verwandeln sich darin in bösartige, fleischfressende […] weiterlesen


Band 202, 2010, S. 360

Ausstellungsraum. © Kunstforum Ostdeutsche Galerie. Foto: Wolfram Schmidt, Regensburg

Cornelia Gockel

Permanent Trouble

»Aktuelle Kunst aus der Sammlung Kopp München«

Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg, 21.3. – 13.6.2010

Augen auf! Fast hätte man das schlanke Holzscheit übersehen, das wie unabsichtlich in einer der Ecken der Ostdeutschen Galerie Regensburg in der Ausstellung „Permanent Trouble“ mit Werken aus der Sammlung Kopp lehnt. Ein winziges Augenpaar aus Wachs schaut neugierig aus der borkigen Rinde hervor. Die Skulptur von Tim Rollins & K.O.S., die auch als Motiv für die Einladungskarte, das Plakat und das Cover des umfangreichen Katalogbuchs dient, sagt viel über die Sammlung aus. Denn diese Arbeit zitiert Pinocchio, jenen kleinen Jungen aus dem Buch von Carlo Colodi, den der Schnitzer Gepetto aus einem Stück Holz geschnitten hat. Doch statt […] weiterlesen


Band 202, 2010, S. 338

Ausstellungsansicht, Neugierig? © David Ertl, Köln

Sabine Elsa Müller

Neugierig?

»Kunst des 21. Jahrhunderts aus privaten Sammlungen«

Kunst- und Ausstellungshalle der BRD, Bonn,29.1. – 2.5.2010

Diese Ausstellung ist in zweifacher Weise lohnenswert. Zum einen Dank des anhaltenden Vergnügens, das eine Promenade durch die fabelhafte Schau mit rund 145 Werken von 57 Künstlerinnen und Künstlern bereitet, zum anderen in Gestalt des umfangreichen Kataloges, der nicht nur eine Dokumentation der Künstlerbeiträge bietet, sondern auch jede der beteiligten privaten Sammlungen in einem kurzen Portrait der breiteren Öffentlichkeit vorstellt. Das ermöglicht einen direkten Vergleich der Sammelleidenschaften, deren Ringen um eine möglichst individuelle und subjektive Ausprägung vielleicht einen der wenigen gemeinsamen Nenner darstellt. Hinter der Vielfalt der Sammlungsmodelle – übrigens auch deren Rechtsformen und den unterschiedlichen Umgang mit Lager- und Verwaltungsproblemen, […] weiterlesen


Band 201, 2010, S. 400

Das Brachiale und das Zerbrechliche

Heinz-Norbert Jocks sprach mit der Sammlerin Julia Stoschek

Julia Stoschek, 1975 in Coburg als Tochter einer Unternehmerfamilie geboren, studierte zunächst Betriebswirtschafslehre in Bamberg. Seit 2004 Mitglied des Kuratoriums der Kunst-Werke Berlin e.V. und seit 2006 Mitglied der Ankaufskommission des Department of Media and Performance im MoMA in New York, eröffnete sie im Juni 2007 die erste Ausstellung der Julia Stoschek Collection mit dem Schwerpunkt Time-Based-Media-Art in einem ehemaligen Fabrikgebäude in Düsseldorf. Die mittlerweile 400 Werke umfassende Sammlung enthält Arbeiten von Künstlern wie Marina Abramovic, Doug Aitken, Francis Alys, Thomas Demand, Dan Graham, Douglas Gordon, Christian Jankowski, Jon Kessler, Adam McEwan, Paul Pfeiffer, Mika Rottenberg, Katharina Sieverding, Taryn Simon. Die […] weiterlesen


Band 201, 2010, S. 88

Max Hollein

Wir sind alle Teil eines marktwirtschaftlichen Gesellschaftssystems.

Ein Gespräch von Dieter Buchhart und Gerald Nestler

Max Hollein ist seit Oktober 2001 Direktor der Schirn Kunsthalle Frankfurt sowie seit Januar 2006 Direktor des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung. Geboren 1969 in Wien, studierte Hollein Betriebswirtschaft und Kunstgeschichte in Wien. Er gilt als einer der erfolgreichsten Ausstellungsmacher und Kulturmanager, dem es mit seinem avancierten Ausstellungsprogramm gelingt, Marksteine im internationalen Ausstellungsgeschehen zu setzen.
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Dieter Buchhart/Gerald Nestler: Sammlungen werden heute gerne von Unternehmen und Konzernen aufgebaut, die nicht selten auch im Bereich PR viel tun, um diese Tätigkeit zu kommunizieren. Was ist die Traditionslinie dieser Entwicklung? Was ist Ihrer Meinung nach der Gewinn für ein Unternehmen, Kunst auf professionelle und […] weiterlesen


Band 201, 2010, S. 78

Francesca von Habsburg

Von großen prestigeträchtigen Projekten zur inhaltsbezogenen Wissensproduktion

Ein Gespräch von Dieter Buchhart und Gerald Nestler

Francesca von Habsburg studierte Kunst an der St. Martin’s School of Art und Kunstgeschichte am ICA in London. Ab 1989 war sie als Chefkuratorin der Sammlung Thyssen-Bornemisza in der Villa Favorita in Lugano zuständig für Sonderausstellungen. 1991 gründete sie die ARCH Foundation, die sich für die Erhaltung von kulturellem Erbe engagiert, und 2002 die Thyssen-Bornemisza Art Contemporary Foundation mit Sitz in Wien (www.tba21.org). Dort sind ausgewählte Arbeiten aus der Sammlung in halbjährlich wechselnden, sorgfältig kuratierten Ausstellungen bei freiem Eintritt zu besichtigen. Die Stiftung unterstützt die Produktion zeitgenössischer Kunstwerke und begleitet aktiv deren Realisierungs- und Vermittlungsprozess.
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Dieter Buchhart/Gerald Nestler: Thyssen-Bornemisza Art Contemporary definiert […] weiterlesen


Band 200, 2010, S. 293

Anette Teufel-Habbel, 2009. Foto: Kunstmuseum Stuttgart

Martin Blättner

Konkret. Die Sammlung Heinz und Anette Teufel

Kunstmuseum Stuttgart, 3.10.2009 – 10.1.2010

Das Kunstmuseum Stuttgart am Kleinen Schlossplatz ist noch keine fünf Jahre alt und schon erhält es mit gut 200 Werken einen neuen zentralen Sammlungsbereich: den der konkreten Kunst. Seit etwa achtzig Jahren sammelt die Stadt Stuttgart. Heute umfasst das Konvolut etwa 15.000 Exponate mit den Schwerpunkten auf Otto Dix, Adolf Hölzel und Willi Baumeister. Repräsentiert wird eine auch lokal gefärbte Kunstgeschichte von den Impressionisten angefangen bis hin zur informellen Kunst und zu zeitgenössischen Werken.
Jetzt also auch der Zugewinn der konkret-konstruktiven Sammlung von Heinz und Anette Teufel. Schon 2003 schloss die neue Direktorin, Marion Ackermann, den Vertrag mit dem Ehepaar ab, der […] weiterlesen


Band 199, 2009, S. 358

Palazzo Fortuny, Außenansicht, Mario Merz (1925–2003) – Fibonacci Sequence, 2002

Heinz-Norbert Jocks

In-finitum

Palazzo Fortuny, Venedig, 6.6. - 15.11.2009

Venedig im Juni. Beim unruhigen Anflug der dabei kräftig scheppernden Maschine unter uns die architektonisch dicht bebaute Insel, die nur ganz knapp, aber majestätisch über den Meeresspiegel ragt. Es fehlt nicht viel, und alles droht zu verschwinden. Bleiben würde alleine das Wasser, das diese Lagunenstadt bis jetzt sowohl umsäumt als auch trägt. Obwohl voraussehbar ist, dass sie eines Tages untergehen wird, wirkt sie „wie eine ruhige Wesenheit, die reglos in ihrer künstlichen Ewigkeit verharrt. Dabei tauchen „die Palazzi in das Wasser ein wie die ewigen Wahrheiten, die dem Tod entgegenfliehen.“ In dieser wundersamen Fragilität aus Stein „kann man […] weiterlesen


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