Band 202, 2010, S. 414

Endlich in New York
Leo Koenig im Gespräch mit Heinz-Norbert Jocks
Leo Koenig, Sohn des erfolgreichen und einflussreichen Ausstellungsmacher Kasper König, eröffnete als Einundzwanzigjähriger seine Galerie „Leo Koenig Inc.“ in Williamsburg/Brooklyn seine Galerie in einer von Asbest verseuchten Garage. Sein kometenhafter Aufstieg klingt wie ein amerikanisches Märchen vom Bilderverpacker, der sich zum Kunstmillionär mauserte. Diesem widmete das Magazin New Yorker einen rund zehnseitigen Artikel. Heinz-Norbert Jocks traf ihn in New York.
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Heinz-Norbert Jocks: Wie kamst Du nach New York?
Leo Koenig: Ich bin eher zufällig in die Kunstszene hineingerutscht. Eigentlich wollte ich kein Galerist werden. Ich bin in München aufgewachsen, übrigens unabhängig von meinem Vater, an der Seite meiner Mutter Ilka und mit […] weiterlesen
Band 199, 2009, S. 350

Max Glauner
Swiss Season Start
»Der Züricher Galerien zum Auftakt der Herbstsaison«
Zürich, 26. 6. – Ende Oktober 2009
Berlin zählt knapp 3,5 Millionen Einwohner und mindestens 66 Galerien für zeitgenössische Kunst. Zürich zählt zehn Mal weniger Einwohner. Doch zur alljährlichen Saisoneröffnung Ende August kamen stattliche 55 Galerien für Gegenwartskunst zusammen. Mittlerweile finden sie sich in drei Innenstadtbezirken sowie dem ehemaligen Industriequartier um das Löwenbräuareal.
An drei aufeinander folgenden Tagen ging es reihum, am Mittwoch von Aussersihl, zur Limmat am Donnstag, am Freitag ins Löwenbräuviertel. Eröffnungen, Feiern und Partys, all das geballt produzierte, auch wenn kein Galaevent, keine Kuratorengespräche und keine Preisverleihungen angesetzt waren, Festivalstimmung. Die wollte man sich nicht vermiesen lassen, auch wenn es im Vorfeld Trübungen gab. Hatte sich […] weiterlesen
Band 196, 2009, S. 398

Die Katze lässt das Mausen nicht
Helga Meister im Gespräch mit dem Berliner Galeristen Bruno Brunet
Contemporary Fine Arts existiert seit 1992 und wird von Bruno Brunnet, Nicole Hackert und Philipp Haverkampf geleitet. Angefangen hatte Brunnet, wie er gern erzählt, mit einem Finanzierungskredit der Deutschen Bank, der mit Kunst abgesichert war. Die Galerie befand sich unter einer Moschee, über einem alten Plattenladen, gegenüber von Woolworth, an der Wilmersdorfer Straße in Berlin-Charlottenburg. 1996 zog sie in die Sophie-Gips-Höfe in Berlin-Mitte. Seit November 2007 liegt sie am besten Kunst-Standort Berlins, am Kupfergraben, im neuen Gebäude des britischen Star-Architekten David Chipperfield, direkt gegenüber der Museumsinsel, mit Blick auf Dom und Fernsehturm. Die Wohnung der Bundeskanzlerin Angela Merkel ist gleich um […] weiterlesen
Band 195, 2009, S. 34

Amine Haase
Die Kunst, das Geld und die Werte
Verändert die Finanzkrise dauerhaft den Markt, die Museen und die Sammler?
Less oil more courage“ forderte Rirkrit Tiravanija schon 2003 auf einer großen Schrifttfel am Rande einer viel befahrenen Straße, und Arnout Mik nahm bereits 2001 in seiner Video-Installation „Middlemen“ ein mittleres Börsenbeben vorweg. Der Künstler als zuverlässiger Seismograph? Oder ist es Damien Hirst, der uns die Abgründe des kapitalistischen Zeitalters vorführt? Sowohl als auch – die einen mit ihren künstlerischen Arbeiten, der andere mit seinen merkantilen Strategien. Den einen begegnet man in Museen und Biennalen, dem anderen in Privatsammlungen und Auktionen. Welcher Ort verspricht den Krisen, die auch auf die Kunst zukommen, am ehesten trotzen zu können? Die Frage […] weiterlesen
Band 194, 2008, S. 104

Alexander Ochs
Auf der Suche nach der kulturellen Differenz
Oder: Zwischen Peking und Berlin
Ein Gespräch von Heinz-Norbert Jocks
Alexander Ochs, geboren 1954 in Bamberg, betont, wenn er über China spricht, „nie Kunsthistoriker, nie Buddhist, nie Maoist und nie Politologe“ gewesen zu sein. Er war selbstständiger Buchhändler, produzierte später Neue Musik, arbeitete als Kunstvermittler, war Fundraiser für das Berliner Haus der Kulturen der Welt und kuratierte schließlich erste Ausstellungen mit chinesischer Kunst in Deutschland. Seine Galerie in Berlin eröffnete er 1997 unter dem Namen ASIAN FINE ARTS. Seit 2003 trägt sie nur noch seinen Namen. Im Jahr 2004 startete Alexander Ochs mit WHITE SPACE seine Galerietätigkeit im Pekinger Distrikt „798“. Mit dem Mittler zwischen den Welten, der zwar nicht der […] weiterlesen
Band 194, 2008, S. 96

Urs Meile
Das Wesen der Herkunft
Eine Art Landschaftsgärtner
Ein Gespräch von Heinz-Norbert Jocks
Urs Meile, 1954 in Luzern geboren, ist einer der ersten Galeristen, die China als weites Land der zeitgenössischen Künste für sich entdeckte und schließlich, 2006, in Peking eine Galerie eröffnete. Mit einem Artist-in-Residence-Programm fördert die Galerie den Kulturaustausch, Ideen und Diskurse zwischen Künstlern aus dem Westen und der chinesischen Öffentlichkeit. Über seine Erfahrungen unterhielt sich mit ihm Heinz-Norbert Jocks in Peking.
H.-N.J.: Woher kommt Ihre Lust auf China?
U.M.: Nach China brach ich auf, nachdem ich 1992 meine Galerie in der Schweiz eröffnet hatte. Es war mein langjähriger Freund Uli Sigg, der mich 1995 dazu ermunterte. Wie er als Quereinsteiger Botschafter in Peking […] weiterlesen
Band 185, 2007, S. 428

"Künstler sind die kritischsten Menschen in unserer Gesellschaft"
Ronald Berg sprach mit Clemens Fahnemann in dessen Galerie in Berlin über seine mehr als ein Vierteljahrhundert währende Tätigkeit im Kunstbetrieb.
1980 eröffnete Clemens Fahnemann seine erste Galerie in Berlin, zunächst in Kreuzberg, dann am Fasanenplatz in der Nahe des Kürfürstendamms. Seit 2002 hat die Galerie ihren Sitz in Berlin-Mitte. Angefangen hatte der 1948 in der Nähe von Münster geborene Fahnemann zunächst selbst als Künstler. Er studierte an der Akademie in Stuttgart, dann an der Hochschule der Künste in Berlin (West). Er war Tutor und Lehrbeauftragter und verlegte in den Semesterferien Siebdruckgrafiken, der er selbst vertrieb und erfolgreich verkaufte. Als Galerist vertrat Fahnemann Anfang der Achtziger zunächst die Mitglieder der Berliner Künstlergruppe 1/61, die allerdings bald in den Schatten der so genannten […] weiterlesen
Band 185, 2007, S. 420

Der Tanz auf dem Vulkan
Heinz-Norbert Jocks sprach mir der Pionierin Denise René
Die Galeristin Denise René, die große alte Dame der Avantgarde, ist bis zum heutigen Tag dem, was sie von Anfang an vertrat, treu geblieben. Sie engagierte sich für Mondrian, Joseph Albers, Sonia Delaunnay, Max Bill, Arp, Picabia, le Corbusier, Vasarely ebenso wie für die Pioniere der konstruktiven Kunst, die sie als Erste in Frankreich präsentierte. Ihre erste Ausstellung nach dem Krieg im Jahre 1945 widmete sie einer Retrospektive von Max Ernst mit Hilfe von André Breton und Paul Eluard. Die definitive Orientierung der Galerie setzte mit der Ausstellung "Tendenzen der abstrakten Kunst" von 1948 ein. 1957 zeigte sie die erste Mondrian-Ausstellung […] weiterlesen
Band 183, 2006, S. 430

Helga Meister
"Im Moment ist die Chance für Berlin sehr gut."
Ein Gespräch mit Rudolf Zwirner, Art Cologne-Preisträger 2006
Rudolf Zwirner gründete 1966 mit Hein Stünke den Verein progressiver deutscher Kunsthändler, die Keimzelle des heutigen Bundesverbands Deutscher Galerien. Der Verein organisierte vor 40 Jahren die erste Kunstmesse in Köln, die heutige Art Cologne. Dafür erhielt Zwirner im November den Art Cologne-Preis. Der einstige Galerist in Köln ist inzwischen 73 Jahre alt und lebt heute in Berlin. Er hat keine Galerie mehr, aber er leistet noch immer Überzeugungsarbeit, als Kurator, als Honorarprofessor, als Gründungsleiter des ZADIK, des Zentral-Archivs des internationalen Kunsthandels Archivs. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro geht ans ZADIK.
Zwirner ist ein Mann, der voller Stolz auf seine Vergangenheit […] weiterlesen










