Band 118, 1992, Gespräche mit Künstlern, S. 292

Klaus Rinke:

Nur durch Erlebnisse, durch das Katapultieren in die Welt kann man Kunst machen

Ein Gespräch von Helga Meister

Klaus Rinke erhält in der Düsseldorfer Kunsthalle eine große Ausstellung, die von Ursula Eisenbach mit einem Werksverzeichnis begleitet wird. Sie nennt sich "Retro - Aktiv", weil der 53jährige selbst im Rückblick neue Funken schlagen will. Der Bildhauer, Maler, Zeichner, Aktionskünstler und Sammler, der auf Kakteen und Aborigines schwört, stammt aus Wattenscheid und verweist auf die prägenden Leitbilder seiner Kindheit, obwohl er als Mann von Welt zwischen Los Angeles und Düsseldorf jettet, wo er eine Professur für Bildhauerei hat.  

*  

H. M.: Wenn du über Kunst sprichst, beziehst du stets dein Leben ein. Welche Leitbilder hast du?  

K. R.: Es gibt eine Vorbestimmung. Man kann ihr nicht entfliehen. Kreativität hat nichts mit Kunsthistorie zu tun, sie ist eine personenbezogene Geschichte.  

Die Kunst als Gang zu den Müttern?  

Ich bin während des Krieges von meinem Großvater erzogen worden; der war als Zimmermann aus Lothringen ins Ruhrgebiet gekommen, fand in seinem Beruf keine Arbeit und wurde als Katholik Küster an der Heilig-Geist-Kirche in Essen. Er mußte das Weihwasser und das Taufwasser zubereiten. Es gibt eine mythologisch-christliche Ansicht der Natur.  

Du hast das christliche Thema eine Zeitlang verdrängt? Es tauchte erst jetzt wieder auf, als du für die Pax-Christi-Kirche in Krefeld das "Tor zur Ewigkeit" geschaffen hast. Wer in die dunkle, glänzende Granitplatte hineinschaut, sieht sich selbst. Das macht betroffen, denn durch dieses Tor müssen wir alle.  

Als ich in den 60er und 70er Jahren Wasser schöpfte, nannten mich die Journalisten den "Wasser-Schöpfer" Rinke. Das Hantieren mit Wasser hat etwas Religiöses. Es gab einmal ein Interview mit Erika Billeter, die hat mich gefragt, ob ich messianisch sei. Aber im Gegensatz zu Joseph Beuys sehe ich mich eher als "Johannes der Täufer". Der Erkenner und Deuter. Messianisch wäre vermessen. Wir sind erdgebunden. Unser Geist und unsere Vorstellungskraft sind viel größer.  

Waren deine Arbeiten in den 60er Jahren, all diese Aktionen, "Primärdemonstrationen" und "Mutationen", ein Ausdruck für das Gleichsetzen von Körper, Kreativität und göttlichem Schöpfertum?  

Wenn ich meine ersten Fotos von 1960 hervorhole, als ich als 20jähriger auf der Erde lag, mich langsam erhob und die ersten Bewegungen machte, so war dies die Erschaffung des Menschen.  

Symbolträchtig im nachhinein?  

Das hat absolut nichts mit dieser modernen Kunst zu tun.  

Du hast mal gesagt, die heutige Generation sei zu karrierebewußt.  

Wen man jetzt zum Rundgang durch die Akademie geht, da sieht man die Telefonnummern und die Kontoangaben. Der Revoluzzer hat heute Telefax. Der will absolut nicht Stein beißen.  

Und du als junger Mensch?  

Ich bin ganz meinem Trieb nachgegangen. Die Beschäftigung mit dem Visuellen war so faszinierend, das war gleichzusetzen mit Erotik. Das ist heute ganz anders geworden; die jungen Leute wollen Erfolg haben, sich eingliedern in eine moderne Kunstgeschichte. Das hat mich nicht so interessiert. Das Wichtigste war die persönliche Vision der Welt.  

Du hast von 1957 bis 1959 an der Folkwangschule in Essen studiert. Hast du da auch Tanz gemacht, wie bist du mit Kurt Joos zusammengekommen?  

Joos lebte in Düsseldorf und ich in Ratingen. Wir sind am späten Nachmittag im selben Zug gefahren. Das war ein phantastischer, alter, weißhaariger Herr. Der hat mir viel Mut gemacht. Es war sehr schwierig für mich, deshalb bin ich ja auch 1959 nach Frankreich gegangen.  

Du hast nicht bei ihm studiert?  

Nein. Die Tänzerinnen wollten mich immer zum Tänzer machen, sie zeigten mir zu viele Gefühle in ihrem Tanz... Aber nur den rechten Arm heben und den linken Arm heben war für mich "modern dance". 15 Jahre später habe ich es wirklich gemacht.  

"EX-HI-BI-TI-ON" hast du 1976 deine Aktion im Museum of Modern Art in Oxford genannt. Den Körper zur Schau stellen?  

Das war eine erste Reaktion auf das Gerede der Kritiker, die sagten, der Rinke sei ein Exhibitionist. Aber Exhibition ist einfach "Ausstellen", aus sich herausstellen.  

Es war ein sehr bewußtes Ausmessen des Raumes mit dem Körper, wie bei Kurt Joos?  

Das wußte ich von den Tänzern, daß sie sich bei einer Uraufführung Punkte und Striche auf dem Bühnenboden schrieben. Ich habe dann große Bodenzeichnungen gemacht. Schauspiel, Skulptur, Tanz waren schon bei den Griechen eins gewesen.  

Du hast in den 70er Jahren das Lot genommen; das bedeutet eher ein Abstandnehmen vom Körper.  

Bei William Blake gibt es Zeichnungen, da zirkelt Gottvater aus der Wolke nach unten und zeigt einen Punkt. So ein Lot macht einem bewußt, daß man erdgebunden ist.  

Du hast zum 100. Geburtstag von Gaston Bachelard dem Theoretiker der Elementarlehre sicherlich die wichtigste Arbeit mit einem Lot gewidmet. Das hängt bei Lusigny sur Barse über einem halbkreisförmigen Metallbogen und zeigt auf das Flußbett.  

Das ist soweit entwickelt, daß es zum Sexualakt zwischen Mann und Frau wird. Das fließende Wasser im Sauerstoff-Aufbereitungsbecken ist wie eine Vagina. Das Wasser sprudelt hoch, wo ich das Lot eingehängt habe.  

Du siehst in dieser Arbeit für Bachelard einen doppeldeutigen schöpferischen Akt?  

Ja, sicher, da ist einmal die Gravitation, das Messen, die Vermessenheit des Mannes in der gesamten Geschichte, und dann diese ungeheure Kraft des Wassers, dieses weibliche Prinzip. Das ist übrigens das Trinkwasser von Paris.  

Du wohnst seit 1984 in Haan bei Düsseldorf. Von da aus ist es nur ein Katzensprung ins Neandertal. Hat dieser Fundort des Urmenschen eine Bedeutung für dich und dein Werk?  

Ich bin ein Neandertaler, weil er der erste Künstler im Neandertal war. Als ich bei meinen Reisen nach Australien (zwischen 1978 und 1983) die alten Männer der Arandastämme sah, dachte ich an den Kopf des Neandertalers.  

Bist du zufällig ins Neandertal gezogen?  

Es war ein wichtiger Zufall. Man lebt ja sein Leben durch.  

Hast du nicht Ärger mit den Naturschützern bekommen, weil du es gewagt hattest, zwei Lote an Stahlstäben auf die Tarpanwiese zu stellen?  

Die Lote hingen an zwei Pyramiden, und ihre Linien trafen sich im Erdmittelpunkt. Das ist leider von den Grünen, Jägern und Landwirten verbannt worden. "Wann kommt der Schrott endlich aus dem Neandertal?" hieß es.  

Du hast von einer Diskussion mit Beuys erzählt, in der es um die Symmetrie und das Lot gegangen ist. Beuys soll die Symmetrie für "dumm" gehalten haben, weil er alles aus der Mitte wegzuschieben pflegte...  

Das Lot führt zum Mittelpunkt der Welt. Jeder Mensch hat und ist sein Zentrum. Deshalb ist es schwierig, sich kennenzulernen. Wie kommen wir zusammen? Vielleicht nach dem Tod? Wir haben so viel negative Energie dem anderen gegenüber, daß wir auch nach dem Tod nicht mehr zusammenkommen können. Negative Energie ist oft stärker als positive. Eine schöne Pflanze wird im Unkraut zertreten, ein farbiger Vogel von den Spatzen kaputt gemacht. Ist Kunst positiv? Sie sollte eine grundsätzliche Ethik der gesamten Welt gegenüber haben. Ich habe die tiefe deutsche Angst, deswegen mußte ich ja raus.  

Du hast gern archaische, zeitlose, mythenbeladene Orte aufgesucht. Du warst in Australien, in der Ägäis, auf Santorin. Suchst du nach den Ursprüngen?  

In Australien begann ich das Handwerkszeug der Ureinwohner zu sammeln. Ich wollte den Studenten zeigen, wie es mit der Skulptur angefangen hat. Das läuft parallel mit Minimalisierungstendenzen unserer Generation. Schon als Maler habe ich Anfang der 60er Jahre versucht, an einen Punkt zu kommen, wo gar nichts mehr ist.  

Sind die Orte eine Energiequelle für dich gewesen?  

Santorin hatte 1956 ein riesiges Erdbeben. Als ich 1959 dort ankam, hatte man um den Vulkan herum das Gefühl vom Ursprung, vom Beginn der Elemente. Aufgebrochene Lava, Bimsstein, sämtliche Farben, Schwefelgelb zwischen Caput mortuum oder rotbrauner Asche bis zu schwarzem Basalt. Heute ist das eine Touristeninsel, heute kann man nur noch in seinem eigenen Garten die große Reise ins eigene Ich machen.  

Du hast in letzter Zeit ostentativ auf die Tatsache hingewiesen, daß du Anfang der 60er Jahre in Paris und Reims gelebt hast.  

Ich habe nichts mit der Düsseldorfer Akademie zu tun gehabt. Ich bin in Frankreich groß geworden. Der deutsche Wald, der Humus, das hat mich nicht interessiert. Ich sage immer meinen Studenten: Wie kann jemand, der nur in seiner Kultur steckt und saumselig am Rockschoß einer Nation hängt, wie kann der sich öffnen? Es gibt so viel unterschiedliches Denken in der Welt. Nur durch Erlebnisse, durch das Katapultieren in die Welt kann man Kunst machen. Ich muß expandieren, ich bin überall zu Hause.  

Und wie bist du nach Düsseldorf gekommen?  

Durch Zufall, im Karneval 1965, als alle Narren mit Pappnasen über die Kö rannten, fand ich eine Altbauwohnung auf dem Fürstenwall 163. Als ich eines Tages aus dem Fenster sah, ging der Galerist Schmela aus der Einfahrt. Da hatte Uecker sein Atelier und Gerhard Richter. Beide kamen zu mir, wenn sie telefonieren wollten. Sigmar Polke wohnte im selben Block, der war der Ärmste von uns, das war richtig dramatisch. Wenn ich den mal besuchte, da stand der in so einem Bademantel, die Kinder schrien, die Frau war sauer. Vier Jahre später traf ich Blinky Palermo auf dem Hauptbahnhof, der war aufgelöst, weil er kein Atelier besaß. Ich hatte mich gerade von meiner Frau getrennt, alles weggeschmissen, die zwölf Fässer Rheinwasser unter meine Matratze geschoben. Ich brauchte kein Atelier, sondern nur einen Tisch. Palermo zog in die hinteren Räume. Ich fuhr mit meinem französischen Motorrad an den Rhein, setzte mich in der Badehose ans Ufer und habe unzählige Zeichnungen für große Bilder gemacht. Das war eine endlose Formensuche, von der ich noch heute profitiere. 1969 war ein wichtiges Jahr für mich. Ich hatte viele Ausstellungen. Und Monika Baumgartl trat in mein Leben. Sie hatte Theaterinteressen, und ich konnte sie sofort einsetzen in mein Projekt "Masculin - Feminin". In dieser Zeit fingen die Emanzipationsbestrebungen an. Da wurde die Frau gleichwertig neben den Mann in den Raum gestellt, dazwischen war die Uhr, wie ein Lebensbaum. Wie bei Dürer oder Baldung Grien. Die emanzipierte Frau und der emanzipierte Mann, dazwischen die gleiche Zeit, die Gleichzeitigkeit. Das göttliche Prinzip.  

Die Uhr als Symbol für Zeit und Ewigkeit?  

In der Düsseldorfer Kunsthalle wird eine Bahnhofsuhr von 1925 in einem Gestell auf Rädern hängen. Zeit ist ja nicht stabil. Die Erlaubnis, die Uhr benutzen zu können, habe ich mir bei der Bundesbahndirektion geholt. Mein Vater, mein Großvater und mein Urgroßvater waren Bahnbeamte, der Urgroßvater hat sogar den Zug mit dem Preußenkaiser gefahren, wenn der zu Krupp in die Villa Hügel wollte.  

Kannst du mir etwas von Beuys erzählen, ihr hattet doch viele Berührungspunkte.  

Wir lernten uns 1969 anläßlich der "Gymnasia" in Düsseldorf kennen, als er die Badewanne und das Tonband mit dem "Jaja Neenee" machte, und ich mein großes Wasserbecken mit den Schwimmtonnen. 1970 hat ihn in Edinburgh meine Wasserzirkulation interessiert. Richtig miteinander kommuniziert haben wir 1981, als wir anläßlich meiner Zeichnungsausstellung in Stuttgart vor 3000 Zuhörern einen Dialog übers Zeichnen machten. Die ersten Ritzungen vor der Eiszeit haben uns sehr interessiert. Wir haben uns gut verstanden, er von der älteren Generation und ich von der jüngeren. Er war fasziniert von meinen Haaren, die damals sehr üppig waren, während seine immer weniger wurden. Deswegen habe ich ihm seit seinem 60. Geburtstag fünf Jahre meiner Haare geschenkt. ...Daß man am selben Tisch sitzen und mit demselben Stift und demselben Stück Papier zeichnen könnte, in vollkommener Offenheit und Verwundbarkeit dem anderen gegenüber, das habe ich nur bei Beuys erlebt. Es ist dabei klar geworden, daß ich wie ein Bildhauer etwas bis zum Schluß formuliere, bis es fast Skulptur wird. Er sagte, so weit gehe er nicht. Er lasse das offen. Es gab aber auch Dinge, die uns trennten. Er verstand zum Beispiel nicht, daß ich nach Amerika ging. Er sagte immer, er müsse auf diesem "Panzerkreuzer" bleiben. Er war richtig kriegsgeschädigt.  

Du hast ihm zum Abschied ein Foto mit deinen Kakteen geschenkt. Warum?  

Ich wollte ihm die Kakteen gern zeigen, aber darüber ist er gestorben.  

Was fasziniert dich an diesen Pflanzen?  

Kakteen sind lebende Skulpturen. Sie haben eine ungeheure Vielfalt, eine hohe Geometrie. Und da sie sehr alt werden und langsam wachsen, sind sie wirklich Zeitkonzentrationen. Und sie sind Wasserbehälter. Sie bestehen wie unsere Körper zu mehr als 80 Prozent aus Wasser. Ich vergleiche sie immer mit meinem Charakter. Sie sind innen sensibel und au-ßen aggressiv.  

Du bist ein berühmter Lehrer; Mucha und Klingelhöller, Luy und Drescher, Asta Gröting und Eva Maria Schön, Takeoka und Isolde Wawrin sind in deiner Klasse gewesen. Wie kommt es zu diesem Ideentransfer?  

Es ist faszinierend, mit der jungen Generation an der Zukunft zu arbeiten. Es gibt jetzt immer mehr Frauen in unserer Klasse. Die Frauen haben eine Motivation, die Männer sind in einer tiefen Krise.  

Du wolltest einmal mit Beuys eine neue Akademie machen?  

Die Schule wäre die größte und wichtigste der Welt geworden, mit dem erweiterten Kunstbegriff. Die Akademie hat da eine riesige Chance verpaßt. Sie ist nun wieder eine Malerakademie, wo sich die Künstler wie Operettensänger gebärden, weil sie nicht mit der Realität arbeiten, weil sie nur illusionistisch denken.  

Biografische Daten

Klaus Rinke 1939 29. April geboren in Wattenscheid, Ruhr, Watermannsweg. 1945 Seine Naturerlebnisse waren die von den Alliierten demontierten Industrieanlagen, seine Monde die bleichen Zifferblätter der Normalzeituhren. 1945 - 54 Schulzeit-Kraftmessen auf dem Schulhof. 1954 - 57 Lehre als Dekorations- und Plakatmaler im Westfalenkaufhaus Gelsenkirchen. 1957 - 60 Studium an der Folkwang-Schule in Essen-Werden - "Das Gefühl, freie Kunst zu machen, ist ein schönes Gefühl!" 1954 - 66 Krampfhaftes Ringen mit der Malerei. Über Zeichnungen: Formenerkenntnisse. 1939 - 60 Unbewußte Handlungen. 1968 - 69 Bewußtwerdung dieser Handlungen. 1959 - 66 Abschütteln der eingetrichterten Erziehung. 1960 - 64 Findet durch den Aufenthalt in Paris und Reims ein neues Verhältnis zur Zeit und zum Ort seiner Herkunft. 1964 Stellt aus französischer Sicht fest, daß auf der anderen Seite des Rheins stärkere zukunftsgerichtete Aktivitäten sind, und verläßt abrupt Frankreich, um sich in Düsseldorf anzusiedeln. 1966 Aufgabe der Malerei. Findet, daß die Farbe Blau nicht gleich blaues Meer ist, und taucht lieber im selben (Aquarium). Findet, daß Grün nicht dasselbe wie Blattgrün ist und pflanzt (pflegt) seitdem lieber Bäume und Pflanzen (Terrarium). Findet, daß Gelb nicht gleich Sonne ist, legt sich lieber in dieselbe und bekommt hierdurch einen Sonnenbrand (Solarium). 1968 Von nun an beschäftigt mit der Materie H2O. 1969 - 74 Klärt sein Verhältnis zur Frau (vergebens) durch stete Vorführungen in den Kunstszenen verschiedener Länder.1972 - 73 Erkennt durch starke Ichgebundenheit das Dahinten, das Weite, Unerreichbare. Arbeitet seitdem an den Zeit - Raum - Distanz - Expansions-Zeichnungen.1974 Beginn der Lehrtätigkeit an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf. Bildet eine Klasse mit Bildhauern von objektbezogener, raumbezogener, konzeptueller und geschichtsbezogener Situations-Skulptur; mit Malern, die Farbe als realistisches Material ansehen und somit, ihrer Individualität entsprechend, zu grundverschiedenen Resultaten kommen; mit Filmemachern und Fotografen, die in Film und Video bildnerische und plastische Phänomene sehen, die nur über dieses Medium zu erfassen sind, in dieser Klasse, wo jede Individualität im Zusammenwirken über viele Jahre hin in eine künstlerische Relation zwischen grundverschiedenen Personen beiderlei Geschlechts und verschiedener Herkunft tritt, die zu künstlerischer Reife führt. 1978 - 80 Längere Aufenthalte in Australien. Findet dort seine Praeembryonalität wieder. Zeichnet ab 1978 an einem vorgeburtlichen Grundsatzwerk. 1979 29. April - stellt mit 40 Jahren einfach fest, daß er ständig in der Pubertät lebt und somit den weisesten Zustand erreicht hat. 1980 Gründet in Haan/Rheinland, 200 Meter über dem Rheintal, ein Zentrum für Kontemplation in der Erwartung, daß die Nordsee demnächst halb Europa überflutet und er doch noch seinen Traumberuf Bademeister direkt vor der Haustür ausüben kann. 1981 Hat gelernt, sich selbst wegzudenken und verschwindet somit in der Jetztzeit ... 1984 Atmet endlich im Rhythmus des Pazifischen Ozeans, seiner größten Skulptur! Lernt von den vorbeiziehenden Walen das Enträtseln seiner tiefen, schon immer gehabten Sehnsüchte. 1985 - 86 Bekommt eine Berufung, im größten Freiluftmuseum (Natur), als Konservator von Skulpturen, entstanden nur aus einer Laune, des einzigen Gesamtkünstlers und Schöpfers. Skulpturen von höchster spatialer Konzentration, Sensibilität, Vielfalt und Zeitausdehnung (die Cactaceae)! Veröffentlichungen im KUNSTFORUM: Wolf Schön, Kommunikations-Objekte, Klaus Rinke, Band 4/5, Seite 164. Telefongespräch zwischen Klaus Rinke und Georg Jappe, "Lieber einen trockenen Rinke als einen nassen...", Band 26, Seite 61. Michael Schwarz, Künstlerehen: Baumgartl/Rinke, Band 28, Seite 50. Bernhard Passel/Wolfgang Max Faust, Worüber zu sprechen ist - Ein Florilegium aus Kritiken und Rezensionen zum Zeitschnitt: 30 Deutsche. Klaus Rinke, Band 47, Seite 164. Dorothee Müller, Rinke - Hand-Zeichner, Staatsgalerie Stuttgart, Kunstmuseum Düsseldorf, Band 49, Seite 221. Hanne Weskott, Beuys zu Ehren, Städtische Galerie München, 16.7. - 2.11.1986, Band 86, Seite 274. Angelika Stepken, Ressource Kunst, Künstlerhaus Bethanien/Akademie der Künste, Berlin, 19.6. - 30.7.1989, Band 103, Seite 411.

Autor
Wichtige Personen in diesem Artikel
Klaus Rinke

* 1939, Wattenscheid, Deutschland

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