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Aktionen & Projekte

Schwules Museum: Fluchterfahrung

Petra Gall, aus der Serie Ägypten, o. J., © Petra Gall / Schwules Museum Berlin

Die Ausstellung The Lightest Shade of Aflatoon vom 17. März bis zum 5. Juni 2017 im Schwulen Museum Berlin (Lützowstr. 73) thematisiert die Befindlichkeiten von Menschen mit Fluchterfahrung. "Aflatoon" wird der Philosoph Platon in einigen Ländern Nordafrikas und des Mittelmeerraumes genannt wird. "In einigen dieser Sprachen" ist es auch "die Bezeichnung für lila – eine Hommage an den Philosophen", der diesen Farbton als den schönsten empfand. Die "platonische Freundschaft" hat einen eher geistigen, nicht-sexuellen Charakter. Aus einem Comic-Workshop entwickelte sich zusammen mit professionellen Kuratoren die Idee zu einer Ausstellung, deren Umsetzung in der Praxis allerdings durch die Residenzpflicht für Asylsuchende und andere Probleme erschwert wurde. Zu sehen sind Arbeiten von Geflüchteten aus Syrien, Iran, Irak, Ägypten, Afghanistan, Uganda, und Sudan. Kuratiert wird die Ausstellung von Hasan Aksyagin und zoya.

Biennalen

Athen Biennale

Kuratoren der 6. Athen Biennale 2017/2018Hearts & Swords Division © Nyssos Vasilopoulos

„Warten auf die Barbaren“ lautet das Thema der 6. Athen Biennale 2017/2018. Kuratoren sind Heart & Sword Division, eine Gruppe von Künstlern, Kuratoren und Theoretikern. Sie nehmen sich für die „Warte“-Aktivitäten ab April 2017 ein Jahr Zeit und präsentieren die Ergebnisse dann im April 2018 in einer Ausstellung. Dabei greifen sie das aktuelle Documenta-Motto auf und fragen, ob und wie denn ein „Lernen von Athen“ möglich sei. Was leisten Vokabeln wie „Erziehung“, „Freiheit“, „Norden“, „Süden“, „queer“ oder „einheimisch“ in signifikanter Weise für die zeitgenössischen kulturellen Debatten? Die Istanbul-Biennale 2013 hatte das Motto „Mutter, bin ich ein Barbar?“: hier wurde die Figur des „Barbaren“ als Gegenbild zur zivilen, d.h. bürgerlichen Identität definiert, und auch die irische EVA-Biennale 2016 war mit „Still /The) Barbarians“ betitelt, als Diskussion für Irland als Testfall für die moderne europäische Kolonialisation. Dazu erklären die Macher der Athen-Biennale: „Der Barbar ist weder der ominöse Andere, der Flüchtling, der Migrant, der Muslim, noch der exotisierende und erotisierende Orientalist, die 'Bedrohung' des 'Nordkolonialisten'. Dennoch ist der Barbar näher als je zuvor. Wir sind keine Gastgeber, aber wir laden die Barbaren ein.“ Ab dem 15. April findet schon mal eine Aktions-Reihe unter dem Titel "Documena" statt, auf die sich die Teilnahmer an den Tagen davor mit einer "Klassenfahrt" vorbereiten. http://athensbiennale.org

Personalien

Trisha Brown gestorben

Trisha Brown

Trisha Brown, amerikanische Choreografin und Tänzerin, starb im Alter von 80 Jahren. 1961 kam sie nach New York und gehörte dort zu den Gründern des avantgardistischen Ensembles „Judson Dance Theater“. Dort arbeitete sie auch mit Yvonne Rainer zusammen – beide gelten als wichtigste Vertreterinnen des postmodernen Tanzes. Trisha Brown gründete 1970 eine eigene Tanzschule und prägte mehr als dreißig Jahre lang diese Stilrichtung. „Einer ihrer Schwerpunkte im Tanz war die Schwerkraft. Ihre Tänzer ließ sie gerne über Dächer und Fassaden gleiten. Oftmals ließ sie sich von alltäglichen Bewegungen sowie von experimenteller Musik inspirieren“, schreibt „ZEITonline“ in einem Nachruf. Brown arbeitete oft mit Künstlern wie Donald Judd und Robert Rauschenberg zusammen. „Am Ende ihrer Schaffensperiode zeigte sich Brown als vollendetes Genie. Sie konnte jede Musik in eine visuelle Ordnung verwandeln, so dass sie besser hörbar würde, so dass in der Inszenierung jenes Glücksgefühl, lebendig zu sein, sich über einen ganzen Abend erstreckte“, schreibt die FAZ über ihre künstlerische Lebensleistung.

Ausschreibungen

Neues PEACE-Logo gesucht

Isabel Lewis, Occassions, 2015, © Tanz im August / HAU Hebbel am Ufer, Foto: Vitali Wagner, 2015 (Pressebild zur Ausstellungsankündigung/Auslobung)

Die Schirn Kunsthalle Frankfurt präsentiert vom 30. Juni bis zum 24. September 2017 eine Themenausstellung PEACE und verbindet dies mit einer Ausschreibung für ein neues PEACE-Logo. „Mit der Ausstel­lung Peace fragt die Schirn in diesem Sommer, wie Frie­den eigent­lich Geht – eine Frage, die in diesen Zeiten nicht drän­gen­der sein könnte. Unab­hän­gig davon, denken wir, ist es Zeit für ein neues Peace-Logo, ein Logo unse­rer Zeit, das unsere Vorstel­lung von Frie­den heute abbil­det“, so Philipp Demandt, Direktor der Schirn Kunsthalle Frankfurt.  „Die Darstellung von Frieden erschöpft sich oft in bekannter Symbolik: Tauben, Regenbogenfarben und mit Blumen geschmückte Gewehre. Die Schirn geht in der von Kurator Matthias Ulrich konzipierten diskursiven Gruppenausstellung PEACE einen anderen Weg und stellt vielmehr die Frage: Wie geht Frieden eigentlich? Dabei bietet die Ausstellung mit Arbeiten der internationalen Künstlerinnen und Künstler Pia Camil, Jan de Cock, Minerva Cuevas, Ed Fornieles, Michel Houellebecq, Surasi Kusolwong, Isabel Lewis, Lee Mingwei, Katja Novitskova, Heather Phillipson, Agnieszka Polska, Timur Si-Qin und Ulay“. Der LogoEntwurf kann eine Wort- oder eine Bildmarke sein. Preisgeld: 1.000 Euro bei Übertragung der Nutzungsrechte. Einsendeschluss ist der 8. Mai 2017 per Upload auf der Website der Ausstellung www.schirn.de/peace

Aktionen & Projekte

NO SECRETS

Ed Fornieles, Der Geist: Flesh Feast, 2016, Videoinstallation, Courtesy der Künstler, Arratia Beer, Berlin

Bis zum 16. Juli zeugt die Münchener ERES-Stiftung (Römersrtr. 15) die Ausstellung NO SECRETS! Reiz und Gefahr digitaler Selbstüberwachung. „Überall online und digital vernetzt, beklagen wir den Verlust unserer Privatsphäre. Schuld daran sind paradoxerweise wir selbst, die mit unseren täglichen, oft leichtfertigen Gewohnheiten diesen Verlust befördern... In dem Projekt 'No secrets!', das die ERES-Stiftung gemeinsam mit dem Münchner Stadtmuseum realisiert, beleuchten Wissenschaftler und Künstler das aktuelle Phänomen: Wie lässt sich die Bereitschaft zur Selbstüberwachung erklären?... Welche Gefahren birgt der Hang – oder Zwang – zur Transparenz? Gibt es in der digitalen Welt ein Recht auf Vergessen? Gezeigt werden zehn zeitgenössische Positionen, die sich mit Videos, Fotografie, Installationen und Textilarbeiten mit dem Thema Selbstüberwachung auseinandersetzen.“ Künstlerliste: Hasan Elahi, Ed Fornieles, Rafael Lozano-Hemmer, Manu Luksch/Martin Reinhart/Thomas Tode, Susan Morris, Matthias Oostrik, Trevor Paglen, Tactical Technology Collective, Unfit Bits (Tega Brain/Surya Mattu). www.eres-stiftung.de/  

Museen & Institutionen

Hamburg: #2 Help Me Hurt Me. Zwischen Fürsorge und Grausamkeit

Bruce Nauman, Anthro/Socio. Rinde Spinning, 1992 (Raumansicht) Farbe, Ton, sechs Video-Discs, NTSC, Loop © Hamburger Kunsthalle / bpk, VG Bild-Kunst, Bonn 2017 Foto: Kay Riecher

Zur Sammlung der Hamburger Kunsthalle gehören u.a. Bruce Naumans Videoinstallation »Anthro/ Socio (Rinde Spinning)« (1992), Nan Goldins Diaarbeit »The Ballad of Sexual Dependency « (1992) und Gerhard Richters Bilderzyklus »S. mit Kind« (1995). „Sie setzen sich auf eindrückliche Weise mit dem Menschen als Gemeinschaftswesen auseinander.“ Die Ausstellung „HONEY, I REARRANGED THE COLLECTION #2 Help Me Hurt Me. Zwischen Fürsorge und Grausamkeit“ vom 7. April bis zum 7. Januar 2018 setzt sich „auf eindrückliche Weise mit dem Menschen als Gemeinschaftswesen auseinander... Sie lotet das Spannungsfeld von »Hilfe« und »Verletzung« aus, das zwischenmenschliche Beziehungen charakterisiert.“ Die Präsentation ist Bruce Nauman ist zum 75. Geburtstag gewidmet. www.hamburger-kunsthalle.de

Museen & Institutionen

Karin Sander in Leipzig: Audiotour

Karin Sander: ZEIGEN. Eine Audiotour. Foto: Jens Ziehe, 2010. Courtesy of the artist, Esther Schipper Galerie, Berlin, Galerie nächst St. Stephan, Wien, Galería Helga de Alvear, Madrid / VG Bild-Kunst

Unter dem Titel "ZEIGEN" bietet die GFZK-Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig bis zum 18. Januar 2018 eine von Karin Sander konzipierte Audiotour an. Sander hat andere Künstler, die in der Sammlung mit einem Werk vertreten sind, zu einem akustischen Beitrag eingeladen. Das Projekt basiert "auf einer seit 2004 von der Künstlerin speziell für einen jeweiligen Ort zusammen getragenen, hörbaren Werksammlung, welche in verschiedenen Museen und Institutionen gezeigt wurde, u.a. in der Schirn Kunsthalle Frankfurt, der Temporären Kunsthalle Berlin, im Museum Abteiberg Mönchengladbach, in der Nikolai Konsthall Kopenhagen und in der Kunsthalle Karlsruhe." In Leipzig sind die Namen der 150 beteiligten Künstler "zusammen mit jeweils einer Kennzahl auf der weißen Wand des ansonsten „leeren“ Ausstellungsraums". Wer die Ausstellung besucht, kann auf diese Weise "die einzelnen Beiträge über einen Audioguide abrufen" - eine Vorstellung von dem erläuterten Werk entsteht nur im Kopf. www.gfzk.de

Museen & Institutionen

Carl Spitzweg und Erwin Wurm in Leopold Museum

Erwin Wurm, Landed Gentry (Hermés), 2008, © Privatsammlung, Foto: Studio Erwin Wurm., © Bildrecht, Wien, 2016

Rund 130 Jahre nach seinem Tod präsentiert das Leopold Museum im Wiener Museumsquartier die erste umfassende Ausstellung des deutschen Malers Carl Spitzweg (1808–1885) in Österreich. Entgegen der mit dem Biedermeier verbundenen Vorstellungen von Beschaulichkeit und kleinbürgerlicher Idylle legt die Ausstellung den Schwerpunkt auf dessen gesellschafts- und zeitkritisches Werk. „Zwar war Spitzweg kein Vertreter einer aktiven Partizipation in Bezug auf politische Auseinandersetzungen, aber ein reflektierter, manchmal bissiger Kommentator, der die Brüche und Konflikte seiner Zeit künstlerisch dokumentierte. Gleichzeitig erschließt die Auseinandersetzung mit Spitzwegs Werk die Aktualität seiner Themen, die sich in der „Generation Biedermeier“ des 21. Jahrhunderts wiederfinden und durch präzise gesetzte Interventionen von Erwin Wurm verdeutlicht werden.“ www.leopoldmuseum.org.

Museen & Institutionen

Hamburger Bahnhof: moving is in every direction.

Isa Genzken mit Wolfgang Tillmans Science Fiction/hier und jetzt zufrieden sein, 2001 © Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof, SMB, Schenkung der Friedrich Christian Flick Collection / Thomas Bruns / VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Die Ausstellung „moving is in every direction. Environments – Installationen – Narrative Räume” im Hamburger Bahnhof Berlin dokumentiert bis zum 17. September 2017 die Geschichte der Installationskunst von den 1960er-Jahren bis heute. Dabei liegt der Fokus auf erzählerischen Strukturen. „Auf ca. 3.500 qm Ausstellungsfläche werden u.a. Werke von Joseph Beuys, Marcel Broodthaers, Peter Fischli/David Weiss, Isa Genzken/Wolfgang Tillmans, Ilya Kabakov, Bruce Nauman, Susan Philipsz, Pipilotti Rist, Bunny Rogers, Gregor Schneider, Thomas Schütte, Christopher Kulendran Thomas und Wolf Vostell gezeigt. Damit widmet sich die Ausstellung der Thematik erstmals in Deutschland in diesem Umfang. In der Bewegung... erschließen sich... begehbare,  raumgreifende Environments, Video- und Soundinstallationen sowie eigens entstandene medienübergreifende Werke. Ein Ausgangspunkt für die Erkundung der skulpturalen Anordnungen, Bildfolgen oder räumlich inszenierten Narrationen ist die von Gertrude Stein beschriebene nicht-lineare Erzählstruktur, auf die der Ausstellungstitel verweist. In ihren 1934/1935 vor Studenten in Chicago gehaltenen Vorträgen über das Erzählen heißt es: 'ein Gefühl daß irgend etwas fortschreitend vor sich geht gibt es gegenwärtig nicht, Bewegung erfolgt in jeder Richtung Anfang und Ende ist nicht wirklich erregend, alles ist alles, alles geschieht und jeder kann jederzeit wenn etwas geschieht alles erfahren'. Historisch bewegt sich die Ausstellung von Allan Kaprows 1958 eingeführten „Environments“ über die „Situations“ von Dan Flavin oder Wolf Vostells „Räume“ der 1960er- und 1970er-Jahre bis hin zu der in den 1980er-Jahren etablierten 'Installation Art'. Der bis in die Gegenwart geltende Begriff „Installation“ setzte sich als Bezeichnung für eine den gesamten Raum gestaltende künstlerische Arbeit durch, wobei die jüngste Künstlergeneration wie selbstverständlich physischen und virtuellen Raum verbindet...“ http://www.smb.museum/en/museums-institutions/hamburger-bahnhof/home.html

Galerien & Auktionshäuser

Metamorphosis

Kris Lemsalu, Fine With Afterlife, 2015, Keramik, Kunstblumen, Xylophon, Hängematte 45 x 165 x 80 cm, Courtesy Privatsammlung, © Foto: Roman März

Als Metamorphosis beschreibt der römische Dichter Ovid Verwandlungen der Götter, Heroen, Menschen, Pflanzen und Tiere. Dieser Begriff dient auch als Titel zu einer Ausstellung an drei Standorten, deren Teilnehmer sich auf individuelle Weise mit dem Thema der Verwandlung von Formen, Materialien, Körpern, Ideen und Substanzen beschäftigen. In ihren Werken tauchen ambivalente Tiergestalten, rätselhafte Mischwesen und Kreaturen aus recycelten Alltagsobjekten auf. Ausstellungsorte sind die Arthena Foundation Düsseldorf (bis 27. Mai 2017), Galerie Guido W. Baudach Berlin (bis 15. April 2017) und dann die Galerie SVIT in Prag (5. Juni bis 9. Juli 2017). Künstlerliste: Mary-Audrey Ramirez, Habima Fuchs, Thomas Helbig, Reanud Jerez, Kris Lamsalu. Kurator ist Felix Zdenek.

Museen & Institutionen

Düsseldorf: Lipchitz-Schenkung nun zugänglich

Ausstellung Jacques Lipchitz, „David and Goliath“, 1933, Gips mit Schellack gefasst, Schenkung der Jacques and Yulla Lipchitz Foundation, New York, 2013. Foto: Stefan Arendt, LVR-ZMB © The Estate of Jacques Lipchitz, Courtesy Museum Kunstpalast Düsseldorf  

2013 und 2015 erhielt das Düsseldorfer Museum Kunst Palast zwei Schenkungen durch die Jacques and Yulla Lipchitz Foundation und ihren Präsidenten Hanno D. Mott: es handelt sich dabei um das finale Gipsmodell der Skulptur „David und Goliath“, sechs weitere Gipsobjekte und zwei Konvolute von insgesamt 27 Zeichnungen von Jacques Lipchitz. In der Düsseldorfer Sammlung bildet das Werk von Lipchitz neben jenem von Henri Laurens den wichtigsten Bestand eines kubistischen Bildhauers. „Seine Werke stellen im Kontext mit Skulpturen von Alexander Archipenko, Rudolf Belling, Wilhelm Lehmbruck, Ernst Barlach, Käthe Kollwitz eine ausgezeichnete Stärkung der modernen Skulpturensammlung des Museums dar. Das ausgeprägt politisches Engagement von Jacques Lipchitz findet ein sinnvolles Echo in den Sammlungsschwerpunkten der politisch engagierten rheinischen Kunst der 1920-er und 1930-er Jahre (Seiwert, Hoerle, Schwesig, Ludwigs u. a.), die sich auch in der Nachkriegskunst deutlich fortsetzt (Beuys, Alvermann, Reinecke).“ Nach Abschluss der restauratorischen Aufarbeitung ist die gesamte Werkgruppe nun in der ständigen Sammlung öffentlich zugänglich.

Museen & Institutionen

Essen: Richter-Editionen

Aus Anlass von Gerhard Richters 85. Geburtstag präsentiert das Museum Folkwang Essen vom 7. April bis zum 30. Juli 2017 erstmals seine sämtlichen Editionen in einer großen Einzelausstellung. Zu sehen sind über 170 Werke, darunter Gemälde, Objekte, Fotografien, Künstlerbücher und Drucke. Gerhard Richter befasst sich seit 1965 kontinuierlich mit Drucken, Fotografien, Objekten und Gemälden als Auflagenkunst, „um seine Bilderfindungen neu zu interpretieren und gleichzeitig zu verbreiten. Schon seine ersten Editionen zeigen, dass er Fragestellungen, die ihn in der Malerei beschäftigen, auch in der Druckgrafik formuliert, auf neue und überraschende Weise: Fragen nach dem Verhältnis von Original und Reproduktion, nach den Eigenschaften von Malerei und Fotografie und nach der Lesbarkeit der Motive.“. Der Künstler „lotet in den Editionen die Möglichkeiten unterschiedlicher Medien und Gattungen aus... In dem Maße, wie Richters malerisches Werk sich entwickelt, reflektieren auch die Editionen seine Sujets, Konzepte und künstlerischen Strategien. Neben Familienbildern­ und Fotografien aus Zeitungen und Magazinen (z.B. 'Flugzeug II', 1966) verwendet der Künstler vermehrt auch eigene Aufnahmen als Vorlage. So griff er für die Edition 'Ella' von 2014 auf ein 2006 aufgenommenes Foto seiner Tochter zurück.“ www.museum-folkwang.de

Museen & Institutionen

Kunsthalle Tübingen wieder geöffnet

Nach umfangreichen Umbauarbeiten ist die Kunsthalle Tübingen ab dem 11. März 2017 wieder geöffnet mit vergrößerter Fläche und mit neuem Ausstellungsprogramm unter der künstlerischen Leitung von Dr. Holger Kube Ventura ihren Betrieb wieder aufgenommen. Derr Schwerpunkt liegt jetzt auf der zeitgenössischen Kunst. Bis zum 11. Juni 2017 ist die thematische Gruppenausstellung „Kapitalströmung“ zu sehen. „Sie umfasst Werke in den Medien Fotografie, Zeichnung, Malerei, Video, Skulptur und Installation, denen es um zeitgenössische Bilder von einer aus Kapitalströmen bestehenden Welt und von Karl Marx‘ diesbezüglichen Prognosen geht...“ www.kunsthalle-tuebingen.de

Aktionen & Projekte

Kino der Kunst

Heinz Peter Schwerfel, künstlerischer Leiter, Foto: Kino der Kunst

Das Münchener Filmfestival „Kino der Kunst“ unter der künstlerischen Leitung von Heinz-Peter Schwerfel geht nun schon zum dritten Mal über die Bühne, und zwar vom 19. bis zum 23. April 2017 als Mischform zwischen Ausstellung und Filmprogramm. Die Veranstaltungen in diversen Münchener Kinos und Museen umfassen einen internationalen Wettbewerb, Sonderprogramme, Künstlergespräche und Multikanalinstallationen. „Untersucht wird das Verhältnis von bildender Kunst und Film, programmatischer Fokus ist der Umgang filmender Künstler mit Fiktion und Erzählung bei der Beobachtung heutiger Wirklichkeit.“ Zur Einstimmung wird im zeitlichen Vorfeld bereits ein „Zwischenspiel“ mit Interviews, Künstlergespächen, Filmen etc. geboten. www.kinoderkunst.de

Museen & Institutionen

Richard Serra in Wiesbaden

Richard Serra, Cutting Device, Aussstellungsansicht Museum Wiesbaden 2017

Das Museum Wiesbaden präsentiert ab dem 17. März 2017 die Ausstellung Richard Serra – Props, Films, Early Works. "Gezeigt wird damit das Werk des diesjährigen Alexej–von-Jawlensky-Preisträgers. Der Alexej-von-Jawlensky-Preis wird zu Ehren des berühmtesten Künstlers der Stadt im fünfjährigen Turnus von der Landeshauptstadt Wiesbaden gemeinsam mit Spielbank und Nassauischer Sparkasse vergeben... Die Ausstellung im Museum Wiesbaden konzentriert sich auf Serras frühe Arbeiten, die sogenannten „Props“ oder „Prop pieces“, sowie filmische Arbeiten aus den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren. Bei beiden Werkgruppen steht die Handlung als künstlerische Aktion im Vordergrund. Das Stellen, Lehnen und letztlich auch Ausrichten der verwendeten Bleiplatten korrespondiert mit den einfachen Handlungen der filmischen Arbeiten." www.museum-wiesbaden.de

Preview

Christian Keinstar im Lehmbruck Museum

Christian Keinstar, Simplifikation, 2017, Copyright: Keinstar / VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Als Stipendiat der innogy Stiftung wurde Christian Keinstar eingeladen, im Rahmen der Ausstellungsreihe „Sculpture 21st“ für die dreiseitig verglaste Nordhalle des Lehmbruck Museum Duisburg "eine umfassende Präsentation zu entwickeln, in deren Zentrum jenes Projekt steht, das er ein Jahr lang im Rahmen des Stipendiums realisiert hat und das einen existenziellen Metallguss in ungeahnter Weise umsetzt". Im Zentrum der Präsentation "steht ein spektakulärer, existentieller Kreislauf: Ein Kopfguss in seltenem Metall wird langsam zum Schmelzen gebracht, in einer Gussform gesammelt, um sich wieder als Kopf neu zu formieren und zu zerfließen … Solche verblüffenden Effekte erzielt Keinstar auch in anderen Ausstellungsstücken, die ungewöhnliche Materialien und Prozesse von Fragmentierung, Dynamisierung und Transformation zeigen." Laufzeit: 6. April bis 18. Juni 2017. www.lehmbruckmuseum.de

Aktionen & Projekte

„Goethe-Institut Damaskus | Im Exil“

Das Goethe-Institut Damaskus eröffnete 1955 als eines der ersten Institute weltweit. Aufgrund der Sicherheitslage ist es seit 2012 geschlossen. "Viele Menschen mussten das Land verlassen und befinden sich nun im Exil – in Europa, aber auch in Australien". Mit „Goethe-Institut Damaskus | Im Exil“ setzt das Goethe-Institut nach dem erfolgreichen Programm in Berlin im Herbst 2016 nun auch im März/April 2017 in Sydney ein Zeichen. "Höhepunkte des Programms am Goethe-Institut Sydney sind eine Ausstellung des... syrischen Kalligrafie-Künstlers Mouneer Al Shaarani sowie ein Abend mit dem syrisch-australischen ABC-Radiomoderator Firas Massouh und der deutschen Schriftstellerin Ulla Lenze... Bei der Vorführung des Dokumentarfilms „Cultures of Resistance“ werden... der australische Priester und Boxer Father Dave und der australische Künstler Luke Cornish anwesend sein", der derzeit in Aleppo ein Projekt durchführt. "Zur Eröffnung der Reihe am australischen „Harmony Day“ (21. März), dem Tag der Toleranz, Inklusion und kulturellen Vielfalt in Australien, kommen" auf einem Unterstüzungs-Panel  internationale Teilnehmer zusammen.  Nach der Diskussion wird die Mouneer Al Shaarani-Ausstellung eröffnet. www.goethe.de

In eigener Sache

Der neue Band ist erschienen: Kunst lernen?

Wie bilden Kunstakademien heute weltweit aus? Während Hochschulgremien Curricula entwerfen, Abschlüsse internationalen Standards anpassen und Promotionsstudiengänge für Künstler einführen, tauchen Studenten auf der ganzen Welt in das Experiment eines Kunststudiums ein:

Museen & Institutionen

Bonn: Kunst trifft Theater

Karin Beier ist seit der Spielzeit 2013/14 Intendantin des Deutschen Schauspielhauses Hamburg. In diesem Jahr ist sie Gastrednerin der Reihe "Kunst trifft..." im Kunstmuseum Bonn. Jedes Jahr geben "herausragende Persönlichkeiten aus der Kunstszene, der Literatur, der Politik und anderen Bereichen Antworten auf Fragen, die Kunst und Museen heute betreffen. In ihrem Vortrag Wozu das ganze Theater? im Kunstmuseum Bonn wird Beier ein Plädoyer für eine der ältesten Kunstformen halten". Termin: 29.März 2017, 20 Uhr. www.kunstmuseum-bonn.de

Personalien

Polizei beschlagnahmt Kokosnuss-Kanone

Julian Charrière bekam Ärger mit der Berliner Polizei. Eigentlich wollte der Künstler auf der Antarktis-Biennale eine selbstgebaute Kokosnuss-Kanone mit dem Titel „The Purchase of the South Pole“ vorführen, doch nachdem Passanten sich bei ersten Tests auf seinem Ateliergelände draußen auf der Straße bedroht fühlten, beschlagnahmte die Polizei das Kunstwerk. Der Künstler beteuert, er habe niemandem Angst machen wollen und sich vorher erkundigt, was man auf einem Privatgelände tun darf und daher mit solch einer Wendung seines Projekts nicht gerechnet. Die Skulptur bezieht sich auf Jules Vernes Roman „Der Schuss am Kilimandscharo“, dessen Protagonisten durch Schüsse die Erdachse gerade rücken wollten.

Ausschreibungen

Entwurf für eine neue Sprache

Die Installationskünstlerin Cosy Pièro-Conscience beschäftigt sich mit den Fragen: „Wie hängen Sprache und Glück zusammen? Brauchen wir für ein glückliches und zufriedenes Leben eine andere Form der Sprache?“ Ihre Idee zu einem Entwurf für eine neue Sprache läuft u.a. darauf hinaus, im Vokabular auf „negativ besetzten Begriffe wie Gewalt-, Hass-, Schimpf- und... Befehlsworte“ zu verzichten. Die These: Würden wir dermaßen im Sinne einer „humanen Identität, vom ersten Lebenstag an durch ein friedliches Vorleben erzogen“ und nichts anderes als als solch eine bereinigte Sprache kennen, „wären uns vermutlich alle heutigen Unrechtmäßigkeiten fremd. Denn was der Mensch nicht kennt, wird er nicht verwenden“. Zuschriften von max. 1 DIN A4-Seite mit Statements zu einem „Für oder Wider“ zu dieser These werden „Teil des Projektes und verbleiben in den Unterlagen bis zur vollständigen Fertigstellung des Projektinhalts“. Das Projekt ist langfristig angelegt. Zusendungen nur per Brief (keine Mails) an: ARTE-scienza München Cosy Pièro-Conscience Schellingstr.132, 80979 München

Museen & Institutionen

Paderborn: Wunder Roms

Christoph Brech zu Besuch im Diözesanmuseum Paderborn Foto: Diözesanmuseum Paderborn

„Rom sehen und sterben“ besagt eine Redensart – die „Ewige Stadt“ war und ist Sehnsuchtsort, Pilgerziel und Inspirationsquelle für Literaten, Philosophen und Künstler. Die Italienreise und speziell der Rom-Aufenthalt waren vor allem für die Künstler des 18./19. Jh. obligatorisch . Auch Goethe zog es in die Stadt am Tiber. Die Sonderausstellung im Diözesanmuseum Paderborn „WUNDER ROMs im Blick des Nordens – Von der Antike bis zur Gegenwart“ (31.3.–13.8.2017) „lädt ein, den schier unverwüstlichen Mythos der ewigen und heiligen Stadt zu erkunden. Die Ausstellung nimmt die Besucher mit auf eine einzigartige Reise durch die Zeit und folgt dabei den Spuren bedeutender Rom-Reisender.“ Die Ausstellungsdramaturgie setztt an der „Perspektive eines Romreisenden des Mittelalters“ an. „Die Stadt war damals vor allem Pilgerziel, man interessierte sich für Märtyrergräber und heilige Stätten. Zunehmend kamen aber auch Menschen, um die antiken Wunder zu bestaunen.“ Sie fanden allerdings ein „Rom in Ruinen“ vor, denn zur Zeit der Völkerwanderungen hatten Barbarenhorden die Stadt geplündert und verwüstet; die antiken Tempel und Paläste waren verfallen. Ein faszinierendes Relikt aus dem 4. Jh. ist eine 1,70 m hohe Skulptur, welche die Hand des Kaisers Konstantin darstellt und einst zu einer kolossalen Sitzstatue gehörte. In der Zeit der Renaissance und des Barock griffen die Maler gerne Motive der Antike auf; aus dieser Epoche sind Beispiele von niederländischen Künstlern in der Ausstellung zu sehen. Der Bogen schließt sich in der letzten Abteilung mit Beiträgen des Münchener Foto- und Videokünstlers Christian Brech, der in einer Bildserie aus dem Jahr 2015 „die vatikanischen Sammlungen durch eigene künstlerische Schöpfungen neu“ interpretiert. www.wunder-roms.de

Museen & Institutionen

München: Zentralinstitut kooperiert mit Google

Im 70. Jahr seines Bestehens ist das Zentralinstitut für Kunstgeschichte (ZI) in München ein Kooperationsprojekt mit Google Arts & Culture eingegangen. „Geplant ist, den kompletten Bestand der Photothek im ZI, der derzeit etwa 900.000 Medieneinheiten umfasst, über die Plattform Google Arts & Culture einer internationalen Öffentlichkeit zugänglich zu machen“. Schon jetzt ist „eine größere Auswahl an Digitalisaten von historischen Ansichten und Bauwerken Berlins zugänglich“, außerdem stellt das ZI Sonderausstellungen auf Google Arts & Culture online bereit: „Die Gründungsgeschichte der kunsthistorischen Forschungseinrichtung wird ebenso anschaulich gemacht wie die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs in Italien, die im Archiv des Deutschen Militärischen Kunstschutz dokumentiert sind. Auch das erst vor einiger Zeit entdeckte Kriegstagebuch Ludwig Heinrich Heydenreichs, Direktor des ZI von 1947 bis 1970, das hier erstmals publiziert und transkribiert wurde, schließt an dieses Thema an. Einmalige und bisher nie veröffentlichte Fotografien der Skulpturen der Medici-Kapelle in der Kirche San Lorenzo in Florenz aus dem Jahr 1941 zeigen die Kunst Michelangelos genauso wie die Meisterschaft des bisher anonymen Fotografen...“ www.google.com/culturalinstitute/beta/partner/zentralinstitut-fuer-kunstgeschichte?hl=de

Preise

Preis der Paul Boesch-Stiftung

Vaclav Pozarek empfängt am 23. März 2017 den Preis der Paul Boesch-Stiftung (50.000 Franken). Pozarek „hat seine Arbeiten seit den 1980er-Jahren in zahlreichen Museen und Institutionen präsentiert und internationale Anerkennung gefunden. In Einzelausstellungen in Berlin, Bratislava, Zürich, Basel, Winterthur, Aarau, Chur und Bern wurde sein Schaffen umfassend gezeigt. Bedeutende Stationen des Künstlers sind die Retrospektive 2004 im Kunstmuseum Winterthur und die Präsentation des work in progress Library Of Sculpture im Bündner Kunstmuseum Chur. Seine jüngste Schau war 2015 im Kunstmuseum Solothurn, wo Pozarek ältere und neue Arbeiten zu einem raumbezogenen Gesamtkunstwerk arrangiert hat.“

Preise

Swiss Photo Award

Andrea Helbling (Architektur), Anita Vozza (Editorial), Lorenz Cugini (Mode), Jessica Wolfelsperger (Fine Art), Jaromir Kreiliger (Free), Roshan Adhihetty (Reportage) und Diego Alborghetti (Werbung) gewannen die Preise des Swiss Photo Award – vfg.selection (je 5.000 Franken). Eine Ausstellung dazu findet bis zum 16. April 2017 in der Züricher Photobastei statt. Der Wettbewerb umfasst „Schweizer Fotografie in ihrer ganzen Schaffensbreite in Werbung, Mode, Editorial, Reportage und Kunst. Seit 19 Jahren kürt er jährlich die besten Arbeiten aufgrund ihres hohen handwerklichen und künstlerischen Niveaus“.

Personalien

Magdeburger Kulturgutverluste-Zentrum: neuer Vorstand

Gilbert Lupfer, Kunsthistoriker mit Professur an der TU Dresden, ist ab dem 1. April 2017 neuer ehrenamtlicher Vorstand des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste in Magdeburg. In der wissenschaftlichen Leitung nimmt er nun den Platz ein, den bislang Uwe M. Schneede innehatte. Mit der Materie kennt sich Lupfer bestens aus, denn er ist seit 2008 Leiter des Provenienzrecherche-, Erfassungs- und Inventarisierungsprojekts „Daphne“ der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. In den Aufbau der digitalen Datenbank investierte Sachsen bisher rund 12,7 Millionen Euro.

Ausschreibungen

Rave-Stipendium

Kuratoren, Restauratoren, Museumstechniker und Kulturmanager aus Transformations- und Entwicklungsländern können sich um ein Rave-Stipendium bewerben. Den Stipendiaten soll ermöglicht werden eine Hospitanz oder eine unentgeltliche Mitarbeit an einer deutschen nicht-kommerziellen Institution im Bereich der Bildenden Kunst wahrzunehmen. Einsendeschluss ist der 15. Mai 2017. Altersgrenze: 40 Jahre. Leistungen des Auslobers: Eine monatliche Pauschale von 1.300 Euro für eine Stipendienlaufzeit von drei bis sechs Monaten, Reisekosten (für An- und Abreise), Beihilfe zur Krankenversicherung, Deutschkurs (die Teilnahme an einem Deutschkurs wird vorausgesetzt). Die Bewerbung erfolgt formlos bei: Rave-Stiftung, c/o Institut für Auslandsbeziehungen, Charlottenplatz 17 D-70173 Stuttgart, rave-stiftung@ifa.de

Aktionen & Projekte

Thierry Geoffroy/COLONEL: Documenta-Skepsis

Wie auch schon bei früheren Documenta-Veranstaltungen, so sind in Athen und in Kassel auch diesmal nicht nur die offiziell eingeladenen Künstler am Start, sondern ebenso andere Akteure mit eigenständigen Begleitveranstaltungen. So arbeitet z.B. auch der Künstler Thierry Geoffroy/COLONEL in den beiden Städten, um „eine Debatte über die globale Rolle“ der Kunst in Biennalen und solchen Großveranstaltungen anzustoßen. Ihm geht es dabei um die Analyse von „Struktur und Konzept“ von Adam Szymczyks kuratorischem Wirken, und dazu stellt er Fragen wie „Is Documenta Dangerous?“,  „Why Athens?“ oder „Do artists have a role or a function?“. Bildnerische Antworten dazu stellt Thierry Geoffroy/COLONEL allerdings dort nicht vor Ort aus, sondern vom 30. März bis zum 30. Juni 2017 in Kopenhagen in der Sabsay Gallery. Titel: „#documentasceptic ALWAYS QUESTION THE STRUCTURE“.  

Aktionen & Projekte

Gartenausstellung Marzahn

Am 13. April 2017 wird die Internationale Gartenausstellung (IGA) im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf eröffnet. Sie dauert bis zum 15. Oktober 2017. Ein Künstlerorgramm ergänzt dieses Projekt: Martin Kaltwasser rekurriert auf Berlins Partnerstadt Los Angeles und inszeniert eine künstliche Palmeninsel – weder im europäischen Kontinentalklima Berlins noch im Wüstenklima von Los Angeles wachsen Palmen von Natur aus. Die gesamte Begrünung der kalifornischen Metropole ist künstlich angelegt, und diese Künstlichkeit ist Thema von Kaltwassers Beitrag, ebenso wie beim Irrgarten, den Jeppe Hein anlegt: künstlich verschachtelte Labyrinthe aus Hecken und Büschen haben in der europäischen Gartenarchitektur eine lange Tradition. Hein wandelt dieses Prinzip durch den Einsatz von Spiegelelementen ab, die in unterschiedlicher Höhe angebracht werden. Seraphina Lenz inszeniert zusammen mit den Bewohnern Marzahns kleine Stücke, die an verschiedenen Orten aufgeführt werden. Auch Anna Rispoli ist mit einem interaktiven Beitrag vertreten – sie notierte die Erinnerungen der Marzahner und setzt sie in ein modernes Märchen um. Im Künstlerprogramm der iGA sind außerdem Erik Göngrich, Jeanne von Heeswijk, Janet Laurence und Michael Sailstorfer vertreten. www.iga-berlin-2017.de/

Ausschreibungen

KSN-Stipendium Northeim

Die KSN-Stiftung der Kreis-Sparkasse Northeim vergibt ein einjähriges Stipendium ab dem 1. September 2017 an Künstler aus Niedersachsen, Nordhessen, Bremen und Hamburg. Leistungen: mietfreie Nutzung einer Atelierwohnung und 750 Euro/mtl. Altersgrenze: 35 Jahre. Voraussetzung: abgeschlossenes Kunststudium. Mit den Bewerbungsunterlagen sind max 10 Fotos und max. 2 Kataloge einzureichen. Deadline: 5. Mai 2017. Kontaktdaten: KSN - Stiftung der Kreis-Sparkasse Northeim, Am Münster 29 Tel. 05551 / 709-1671, 37154 Northeim, www.KSN-Northeim.de

Ausschreibungen

Wertingen-Stipendium

Ein Wohn- und Arbeitsstipendium in Wertingen ist mit 1.400 Euro dotiert. Bewerben können sich bildende Künstler mit Wohnsitz in Deutschland ohne Altersbeschränkung. Dauer: vier Wochen mietfreier Aufenthalt im ehemaligen Amtsgerichtsgebäude. Die Bewerbungsfrist endet am 31. Mai 2017. Kontaktdaten: Stadt Wertingen, Schulstraße 12, 86637 Wertingen, Tel.: 08272/84-181, E-Mail: martha.binswanger@vg-wertingen.de, www.wertingen.de

Kulturpolitik

Bundesfachkongress Interkultur

Der Bundesfachkongress Interkultur tagt vom 3. bis zum 5. April 2017 in Braunschweig. Thema: „Land in Sicht – Interkulturelle Visionen für Heute und Morgen“. „Bestandsaufnahme, Wissen und Handlungskonzepte werden unser Agieren in der Einwanderungsgesellschaft in Deutschland neu fundamentieren, wo in den letzten Jahren seit dem Mannheimer Kongress 2014 so viel geschah, so manche gefühlte Sicherheit ins Wanken geriet... Und dass weltweite Migration nicht in einem Land, sondern nur gemeinsam in Europa geschultert werden kann, wurde mehr als deutlich. Auf diesem Bundesfachkongress sollen Visionen entwickelt werden, die realistische Perspektiven und Ideen für das gemeinsame Leben in mobilitätsgeprägten Gesellschaften aufzeigen, aber auch konkreten Utopien Raum lassen und dafür politische Konzepte entwickeln – diversitätsorientiert und antirassistisch. Kunst und Kultur können dabei eine Schlüsselfunktion übernehmen, da sie an menschlichen Fähigkeiten und Stärken ansetzen und nicht Defizite betonen...“ www.bundesfachkongress-interkultur-2017.de/

Museen & Institutionen

MiArt Mailand

Das Besondere an der Mi Art Mailand (31. März bis 2. April 2017) ist die Übertragung der Verantwortung für die einzelnen Sektoren an verschiedene Kuratoren. So ist Alberto Salvadori von der OAC Ente Cassa di Risparmio di Firenze (Künstlerförderung der Sparkasse Florenz) kuratorisch für den Bereich „Established“ zuständig, in welchem die Galerien noch weiter in die Unterkategorien „Masters“, „Contemporary“ und „First step“ eingeteilt sind. Unter „First step“ stellen junge Galerien ihr Programm vor, die beim letzten Mal ihren Auftritt noch im Sektor „Emerging“ hatten und nun zu den Etablierten aufrücken dürfen. Für diesen „Emerging“-Sektor mit Galerien, die jünger als fünf Jahre sind, wählt ein vierköpfiges Auswahl-Komittee die Teilnehmer aus. Douglas Fogle und Nicola Lees kuratieren den Bereich „Generations“ mut Dialog-Ausstellungen von zwei Künstlern aus unterschiedlichen Generationen. Weitere Sektoren sind „Decades“ mit Galerien, die im 20. Jh, speziell in den 1980er und 1990er Jahren, im Kunsthandel für eine Dekade prägend waren, „On Demand“ mit ortsspezifischen Arbeiten und „Object“ mit Design. www.miart.it.

Aktionen & Projekte

Wertegemeinschaft

Michi Schneider, Unterwerfung, 2016, Copyright: Michi Schneider

Zu den derzeitigen Modebegriffen im Kunstbetrieb zählt das „Narrative“ - der bildende Künstler wird zum Geschichtenerzähler. Allerdings ist diese Narration komplexer als der klassische literaturwissenschaftliche Begriff der epischen oder prosaischen Handlungswiedergabe. Ebenso komplex ist der Terminus „Wertegemeinschaft“, der von der Politik immer wieder beschworen wird: auf die EU, die nicht ein bloß wirtschaftspolitischer Zweckverbund sein soll, wird er ebenso angewandt wie auf einen Kulturstaat, der sich auf Werte wie Humanität, Freiheit, Demokratie und Toleranz verständigt. Mithin: „Wie definiert sich eine solche“ Wertegemeinschaft „und wer definiert dies? Was bedeutet dieser oftmals stark politisierte Begriff, der im Getöse nationalistischer und rechter Polemik einen fatalen Unterton bekommt?“ 29 Künstler stellen dazu bis zum 11. Juni in Berlin in der Galerie Schwartzsche Villa (Grunewaldstraße 55) ihre Arbeiten aus und „beleuchten“ diesen Begriff „in seinen unterschiedlichen, zum Teil widersprüchlichen Zuschreibungen. Während einige den Begriff zum Prüfstein für soziale und politische Debatten erheben, hinterfragen andere, teils ironisch, die Wertigkeiten von Dingen, die uns umgeben oder umgeben haben, wie auch die Werthaftigkeit der Kunst selbst...“ Heike Franziska Bartsch, Sibylle Brühn, Ulrich Buge, Aenne Burghardt, Tobias Deicke, Ines Doleschal, Ola Eibl, Enkidu rankX, Karin Felbermayr, Nuria García García, Wolf Klein, Karoline Koeppel, Rachel Kohn   Kopi Kaputa, Regine Kuschke, Thomas Lucker, Christoph Medicus, Aaron Rahe, Ute Richter, Ingeborg Sambeth, Michi Schneider, Hans-Christian Tappe, Jürgen Tenz, Frans van Tartwijk, Maria Vill & David Mannstein, Insa Wagner, Horst Zeitler, Martin Zellerhoff und Juliane Zelwies. www.kultur-steglitz-zehlendorf.de/veranstaltungen.html#theme

Aktionen & Projekte

Nomadic No Man's Land

Stefan US, „Ich bin kein Deutscher mehr“, Aktion, 2016, Foto: Ralf Emmerich

Der biblische Brudermord von Kain an Abel steht symbolisch für den archaischen Konflikt zwischen Hirtennomaden und sesshaften Ackerbauern im Streit um Wege-, Wasser- und Weiderechte. Darauf fußen alle Mythologien und alle ideologischen Konzepte, die eine Unterscheidung zwischen in dem Eigenen und dem Fremden definieren, zwischen Hier und Dort. Bodenständigkeit und auf Mobilität beruhender Kosmopolitismus schließen sich und unseren Tagen aber nicht grundsätzlich aus – mit Billigflügen in exotische Gegenden üben wir Weltläufigkeit ein und wissen zu Hause in unseren Städten zugleich eine Kiez-Gemütlichkeit zu schätzen. Und dennoch führt die aktuelle Stimmungslage zu einem Unbehagen: „Es kristallisiert sich... mehr und mehr eine politische und zwischenmenschliche Kultur und damit eine einhergehende Handlungsweise aus Angst, Kontrolle und Misstrauen gegenüber dem Anderen heraus. Diese Pathologie des Einteilens und Aufteilens in Zugehörigkeiten von Glauben, Herkunft, Identität schafft Privilegien, diskriminiert, trennt, spaltet, macht eng und beraubt uns gleichzeitig unserer Gleichheit und Vielfalt im Menschsein. Diese Art der 'deutschen' Kultur ist nicht meine und deshalb bin ich kein 'Deutscher' mehr“, erläutert der Münsteraner Künstler Stefan US zu seinem Projekt „Nomadic No Man's Land“. Emigrieren will der Künstler allerdings nicht, und staatenlos werden auch nicht. Stattdessen überklebte als Kunstaktion die Nationalitätenangabe im Personalausweis mit „Niemandsland“, um mit diesem Ausweis symbolisch in einen „staatenlosen Raum ohne Namen“ einzuwandern: „Die Aktion ist ein symbolischer Anfang. Es ist der Versuch, einen Raum zu gestalten, der diese Gleichheit, Freundlichkeit und Offenheit, in sich trägt. Erstmal in mir, dann in mir und vielleicht in dem Anderen, um von diesem Wir in eine mühelose Diversität einzuwandern...“ Die Ausweis-Aktion war soeben der Auftakt zu einem Projekt „Nomadic No Man's Land“, das sich 2018 „interdisziplinär mit dem Kreieren offener Räume für ein gesellschaftliches 'Wir' beschäftigt und dazu öffentlich experimentiert...“

Personalien

Howard Hodgkin gestorben

Howard Hodgkin, britischer abstrakter Maler, starb im Alter von 84 Jahren. Seine erste Ausstellung hatte er 1992 in London. 1984 repräsentierte er sein Land auf der Biennale von Venedig. Seine späteren Arbeiten hat man häufig mit dem Stil von Henri Matisse verglichen. Der Turner-Prize-Träger des Jahres 1985 wurde 1992 von Königin Elizabeth II. zum Knight Bachelor (Ritter) und 2003 zum Companion of Honor ernannt.

Museen & Institutionen

Art Brussels

Die Art Brussels (21. bis 23. April 2017) meldet zwei neue Komitee-Mitglieder: Tania Doropoulos (Timothy Taylor Gallery London) wurde in das International Selection Committee berufen und Eva Birkenstock (Directorin des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen Düsseldorf) in das Discovery Committee. „Discovery“ ist ein Sektor mutz 27 Galerien, der jüngeren und noch unbekannten Künstlern vorbehalten ist. Die etablierten Künstler von der Moderne bis zur Gegenwart werden von den Galerien im „Prime“-Sektor vertreten. Dann gint es noch einen „Solo“-Sektor für ambitionierte künstlerische Einzelprojekte und einen Bereich „Rediscovery“ mit Wiederentdeckungen aus der Kunstepoche von 1917 bis 1987. Insgesamt nehmen diesmal 142 Galerien teil; 19 Prozent von ihnen kommen aus Belgien. 23 Prozent der Aussteller sind in diesem Jahr neu dabei. Veranstaltungsort ist das Tour et Taxis Palais. Es liegt am Brüsseler Hafen „Bassin beco“ ist vom Gare du Nord in westlicher Richtung gut zu Fuß zu erreichen (nächste Metro-Station: Ribaucourt). www.artbrussels.com

Ausschreibungen

Auslandsprojekte

In Zusammenarbeit mit lokalen Partnern initiiert und fördert das Goethe-Institut Gruppen- und Einzelausstellungen in allen Sparten der Bildenden Kunst: Malerei, Skulptur, Grafik, Architektur, Fotografie, Medienkunst, Design und Mode. Ansprechpartner für Projekte in der Bildenden Kunst im Ausland sind die Goethe-Institute vor Ort. Die Auslandsinstitute sind grundsätzlich offen für Projektideen, die von Künstlern oder Kuratoren aus Deutschland oder auch von Partnern aus dem Gastland an sie herangetragen werden. Voraussetzung für die Zusammenarbeit ist jedoch, dass das Goethe-Institut von Anfang an in die Konzeption und Planung eines Projekts einbezogen wird. Das Goethe-Institut ist nicht in der Lage, kurzfristig zur Deckung von Finanzierungslücken bei Kunstprojekten Dritter beizutragen. Bewerbungen sind laufend möglich. Kontakt: Goethe-Institut e. V., Bereich Bildende Kunst, Frau Alexandra Bibi, Dachauer Straße 122, D-80637 München, Tel: +49 89 15921-268, bibi@goethe.de. www.goethe.de/de/kul/bku.html

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