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Museen & Institutionen

Bill Viola in den Deichtorhallen

Bill Viola, Fire Woman, 2005. Color High-Definition video projection; four channels of sound with subwoofer (4.1). Performer: Robin Bonaccorsi © Kira Perov, courtesy of Bill Viola Studio

Zum 500jährigen Reformationsjubiläum in diesem Jahr zeigen die Hamburger Deichtorhallen eine Ausstellung von Bill Viola. Seine „Werke beschäftigen sich mit den zentralen Themen des menschlichen Lebens – Geburt, Tod, Liebe, Emotion und Spiritualität. Sein übergreifendes Interesse gilt mystischen Traditionen, insbesondere denen des Christentums, des Zen-Buddhismus’ und des Islams. Diese Art der Offenheit, die den Körper als Medium für Grenzerfahrungen versteht, spiegelt sich in fast allen Klang-Videoinstallationen des Künstlers, die durch ihre einprägsame transzendente Aura bestechen. Zuweilen ist die Ästhetik von Bill Violas ‚Ultra-Slow-Motion’-Werken an die Ikonografie des Mittelalters oder der Renaissance angelehnt – archaisch und hochästhetisch vermitteln seine einzigartigen Bilder die Erfahrung des Erhabenen und Spirituellen in der globalen Bildsprache des 21. Jahrhunderts. Die Ausstellung »Bill Viola – Installationen« ermutigt die Besucher, über die grundlegenden Fragen des Lebens und ihre eigene Existenz nachzudenken. Die monumentalen, bis zu 10 Meter hohen Video-Installationen Bill Violas verwandeln die Architektur der abgedunkelten Halle für aktuelle Kunst der Deichtorhallen Hamburg in eine Kathedrale des 21. Jahrhunderts, die zugleich zur herausragenden Bühne für die Aktualität und Inspiration der spirituellen Dimension in der Kunst der Gegenwart wird“. Laufzeit. 2. Juni bis 10. September 2017.

Preise

Venedig: Goldene Löwen

Anne Imhof gewinnt den goldenen Löwen für den besten nationalen Pavillon. Foto: Wolfgang Träger

Gleich zweimal bekommen deutsche Künstler auf der diesjährigen Venedig Biennale einen Goldenen Löwen: Anne Imhof für den besten nationalen Beitrag mit ihrer Performance FAUST und Franz Erhard Walther als bester Künstler. Außerdem hat Hassan Khan den Silbernen Löwen als bester Nachwuchskünstler erhalten, besondere Erwähnungen bekamen der brasilianische Beitrag für die Präsentation von Cynthia Marcello und Charles Atlas als Künstler. Für ihr Lebenswerk bekam Carolee Schneemann den Goldenen Löwen.

Museen & Institutionen

Darboven-Schenkung

Hanne Darboven, 2002, Foto: bpk / © Angelika Platen

Susanne und Michael Liebelt schenkten der Berliner Nationalgalerie 15 Werke und Werkkomplexe von Hanne Darboven. Die Nationalgalerie verfügt damit über Werke aus allen Schaffensphasen der 2009 verstorbenen Künstlerin. Aus diesem Anlass widmet der Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin dieser Vertreterin der deutschen Konzeptkunst eine Ausstellung, die vom 19. Mai bis zum 27. August 2017 läuft. Sie zeigt Zeichnungen, Zahlenkonstruktionen und serielle Bildfolgen der Künstlerin, die in Auseinandersetzung mit der Minimal und Conceptual Art entstanden sind. Diese Werke werden mit Postsendungen von 1967 bis 1975 kombiniert. www.hannedarboveninberlin.de

Preise

Anne Imhof gewinnt auch Absolut Art

Anne Imhof in Venedig Foto: Heinz-Norbert Jocks

Anne Imhof, gewann auch den Absolut Art Award. Die Auszeichnung wird von einem schwedischen Spirituosenhersteller ausgelobt und ist mit 20.000 Euro dotiert. Zudem stehen der Preisträgerin 100.000 Euro zur Realisierung eines neuen Projekts zur Verfügung. In ihrer Kunst verbindet Imhof Performance, Tanz und Sound mit Zeichnung, Malerei und installativen Arbeiten und „artikuliert eine innovative Position zwischen Theatralität und Bildproduktion“.

Personalien

Johannes Grützke gestorben

Johannes Grützke, Selbstkrönung mit einem Palmenzweig, 1969, Landesmuseum Schleswig 2007, Foto: Copyright Jens Rönnau, Kiel

Johannes Grützke starb im Alter von 79 Jahren. Zu seinen bekanntesten Werken zählt das 32 m lange Rundbild in der Frankfurter Paulskirche „Zug der Volksvertreter“ zum Andenken an die 1848er-Revolution. Das Thema bearbeitete er auch in einem Majolika-Relief für den Konstanzer Bürgersaal als Darstellung der 1848er-Revolution in Baden. Der Maler, Zeichner, Grafiker und Bühnenbildner stammte aus Berlin, und dort gründete er 1973 zusammen mit lokalen Malerkollegen die „Schule der Neuen Prächtigkeit“ mit einem künstlerischen Bekenntnis zu einem ironischen Realismus – aus „Wut gegen die übermächtige abstrakte Malerei“, wie es der Weggefährte Matthias Koeppel formulierte. Vom Sozialistischen Realismus, der im Ostteil der Stadt die offizielle Staatskunst der DDR repräsentierte, unterschieden sich diese Westberliner Maler in ihrem Stil allerdings sehr deutlich: Johannes Grützkes Bildern merkt man an, dass er Schüler des Expressionisten Oskar Kokoschka war; Egon Schiele, Lucian Freud oder Francis Bacon waren ihm künstlerisch immer näher als die Realismus-Kollegen im Osten – Kritiker bezcihnneten Grützke als „Meister der Groteske“. 1992 wurde Johannes Grützke Malereiprofessor an der Kunstakademie Nürnberg. Seinen Vorlass hatte er dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg vermacht.

Personalien

Foto- und Videopionierin Barbara Leisgen gestorben

Barbara und Michael Leisgen, Die Beschreibung der Sonne, 1975, Silber-Gelatine-Photo

‚Magier des Lichts‘ werden die Künstler Barbara und Michael Leisgen genannt, denn es ist in der Tat der immaterielle Stoff Licht, mit dem das Fotografen-Paar arbeitet; es spürt dem Phänomen Licht in Fotos und frühen experimentellen Videos nach, in der Natur, in lebendigen Wesen und Gegenständen, in Geschichte, Philosophie und Mythos. Nun ist Barbara Leisgen als eines der Künstler-Lichter erloschen: sie starb am 24. April 2017 in Aachen. Dies ist umso bedauerlicher, als die Foto- und Videopioniere mittlerweile auch in den USA Fuß gefasst und gerade an großen Ausstellungen wie „Sublime – Les Tremblements du Monde“ im Centre Pompidou – Metz 2016 und „The Sun Placed in the Abyss“ im Columbus Museum of Art 2016/17 teilgenommen hatten. Aber vor allem waren sie selbst nochmals zu neuen Ufern gestartet. Barbara Leisgen, geboren 1940 in Gengenbach/Baden, lernte Michael während ihres Kunststudiums in Karlsruhe in den 60er Jahren kennen. Bereits 1970 stellten beide gemeinsam aus und, umgezogen in den deutsch/belgischen Grenzraum, verschaffte Wolfgang Becker den Beiden 1974 mit der Ausstellung „Mimesis“ in der „Neuen Galerie-Sammlung Ludwig“ Aachen ein größeres Podium; spätestens 1975 gelang ihnen durch ihre Ausstellung im Palais des Beaux-Arts, Bruxelles und ihre Teilnahme an der Biennale in Paris der internationale Durchbruch. Seit langem sind die Leisgens mit Arbeiten in bedeutenden Museen Europas vertreten, auffallend prominent in denen Frankreichs: im Centre Pompidou in Paris, im FRAC von Metz und Dijon, in Reims und Stuttgart. Den Anfang nehmen Fotografien, in denen Michael mit der Kamera Barbara einfängt, wie sie als Rückenfigur à la C.D. Friedrich entfernt in der Landschaft stehend mit ihren Armen die Horizontlinie nachzeichnet, die Sonne umarmt oder sie unter ihren Arm nimmt. Was mit derlei mimetischen Posen beginnt, setzt sich in den ‚Sonnenschriften‘ fort: hier zeichnet die Kamera selbst eine Botschaft, indem sie vor der Sonne bewegt wird. In den experimentellen Fotofolgen „Sonnenalphabet“ 1977, „Apokalypse“1979 und „The Last Dance“ 1982 taumeln die orangefarbenen Leucht-Male in bodenlosem Weltenraum. Es ist die Aussagekraft von Zeichen und Symbolen, welche das Künstler-Paar in den unterschiedlichsten Zusammenhängen sichtbar macht, seien es Hieroglyphen (Porträts als Gesichtslandschaften), Sonnenschriften, Gebärden als Hommage an Philosophen (L. Wittgenstein und W. Benjamin) oder kulturelle Riten (Stierkampfserie). Die beiden Künstler übten neben der gemeinsamen Arbeit jeweils auch Lehrtätigkeiten aus: Michael Leisgen unterrichtete als Kunsterzieher in Aachen; Barbara ereilte nach mehreren Gastdozenturen im Jahre 1992 der Ruf als Professorin für Fotografie und Medien an die ‚École Nationale Supérieure des Beaux-Arts de Paris‘, die berühmteste Kunsthochschule Frankreichs. Dort lehrte die geschätzte Kollegin Wand an Wand mit Künstlern wie Christian Boltanski und Annette Messanger und führte ihre Professur mit großem Engagement bis zu ihrer Pensionierung im Jahre 2005 aus. Renate Puvogel

Kulturpolitik

Köln: Museumsstreit und Pfusch am Bau

Historisches Archiv Köln, Einsturzstelle kurz nach dem Unglück 2009, Foto: Raap

Völlig marode ist das Anfang der 1970er Jahre erbaute Römisch-Germanische Museum in Köln. Ende 2017 wird es geschlossen und für ca. 40 Mill. Euro saniert. Für diese Sanierungsphase von 3 bis 4 Jahren sucht die Stadt Köln ein Ausweichquartier: die Kulturverwaltung schlägt das leer stehende Modehaus Sauer an der Minoritenkirche ein paar Häuserblocks weiter vor; allerdings müsste die Stadt das Gebäude für 10 Mill. Euro aufkaufen. Für die lokale FDP ist dies mit zu vielen Unwägbarkeiten verbunden, sie fühlt sich im Stadtrat „überfallen“ und favorisiert als Alternative für die Interimslösung das ungenutzte Gebäude des früheren Rautenstrauch-Joest-Museums am Ubierring. Das ist nicht der einzige kulturpolitische Streitpunkt in Köln: „Bis Ende Juni 2017“ soll die Öffentlichkeit über den Zeit- und Kostenplan bei der Sanierung des Opernhauses informiert werden. 8.500 Baumängel wurden inzwischen aufgelistet; mit einem inzwischen gekündigten Ingenieurbüro, das für die Installation der Haustechnik zuständig ist, führt die Stadt Köln eine juristische Auseinandersetzung. Insider befürchten, der juristische Streit könnte sich noch Jahre hinziehen und eine Wiedereröffnung der Oper weiter verzögern. Des ungeachtet haben die Bühnen bereits Ausstattungsteile wie Mischpulte angeschafft – und dies entgegen eines Stadtratsbeschlusses und ohne Abstimmung mit dem Rechnungsprüfungsamt, wie von einigen Lokalpolitikern kritisiert wird. Pfusch am Bau war auch die Ursache für den Einsturz des Historischen Archivs im März 2009 – zu diesem Ergebnis kam ein Gutachter im Auftrag der Kölner Staatsanwaltschaft jetzt acht Jahre nach dem Unglück. Eine Fehlstelle in einer Schlitzwand-Lamelle habe die Katastrophe mit zwei Toten herbeigeführt. „Die Fehlstelle soll so groß sein, dass innerhalb von Minuten mehrere Tausend Kubikmeter Sand, Kies, Erde und Wasser von der Vorderseite des Archivs in die Grube gelangen konnten“, berichtete der Kölner Stadtanzeiger. Zudem sollen Moniereisen nicht wie vorgesehen verbaut, sondern um Zeit zu sparen in einem Schrottcontainer entsorgt worden sein. Die Kölner Staatsanwaltschaft muss sich nun schnell entscheiden, ob sie Anklage erhebt und wenn ja, gegen wen, denn im März 2019 setzt juristisch endgültig die Verjährung ein.

Museen & Institutionen

Erwin Wurm: Performative Skulpturen

Erwin Wurm, House Attack, Performance, 2012 © Gerald Y. Plattner

Erwin Wurm ist Bildhauer, erweitert er den Skulpturbegriff "um interaktive, soziale sowie zeitliche Aspekte". Selbst das Folgen von Handlungsanweisungen, wie sie in ähnlicher Formaus den Fluxus-Events der 1960er Jahre  bekannt sind, kann bei Wurm einen plastischen Charakter haben. "Um 1990 fand der Künstler mit den Performativen Skulpturen – ein Begriff, den Wurm für sich allein beansprucht – eine neue Ausdrucksform". Die jetzige Einzelausstellung im Wiener 21er Haus (2. Juni bis 10. September 2017) umfasst rund 40 performative Skulpturen und Plastiken, darunter eine Reihe neuer Werke, die Wurm eigens für die Schau erarbeitet hat. "In seinen jüngsten Arbeiten setzt sich Erwin Wurm mit herausragenden Beispielen der Architektur und Objekten des täglichen Gebrauchs auseinander. Ausgangsbasis sind Modelle und Blöcke aus Ton, die in der Regel von Wurm selbst oder von Personen, die er instruierte, gezielt bearbeitet werden. Spannung entsteht im Dialog zwischen der Urform und den Spuren, die die performativen Eingriffe hinterlassen. Der Körper wird dabei zum Material und Medium von Handlungsvollzügen. Den Werken aus Ton stehen in der Ausstellung Abgüsse aus Bronze, Aluminium, Eisen oder Polyester gegenüber".

Museen & Institutionen

Daniel Knorr in der Pinakothek der Moderne

Daniel Knorr (*1968), La femme de ma vie ne m´aime pas encore, 1999 Installation: 99 Figuren aus Pappmaché, bemalt. Installationsdetail. Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Haydar Koyupinar © Daniel Knorr / VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Vom 1. Juni bis zum 10. September 2017 zeigt die Münchener Pinakothek der Moderne Arbeiten von Daniel Knorr unter dem Titel "Die Frau meines Lebens libet mich noch nicht". Im Mittelpunkt stehen russische Matruschka-Figuren, die hier nicht aus Holz wie die folkloristischen Originale, sondern aus Pappmaché; bestehen. "In unterschiedlichsten Größen besetzen seine Figuren den Raum, wecken Assoziationen zu kulturellen Traditionen und Klischees, zu Demografie, Migration und globalem Tourismus. In unmittelbarer Nachbarschaft zu der 2002 entstandenen Installation „Doppelgarage“ von Thomas Hirschhorn, deren zentrales Thema kriegerische Konflikte sind, die aus Machtgier oder Zurücksetzung entstehen, wirken Knorrs Matrjoschkas wie eine stumme Zivilgesellschaft, die still erträgt oder stumm demonstriert". www.pinakothek.de

Museen & Institutionen

Leverkusen: Partizipation

Rirkrit Tiravanija, untitled 2015 (MORGEN IST DIE FRAGE), 2015; Tischtennisplatte siebbedruckt, zwei Tischtennisschläger siebbedruckt; Courtesy der Künstler und neugerriemschneider; © Rirkrit Tiravanija; Foto: Lisa Rastl

Um "Partizipation als künstlerisches Prinzip" geht es bei der aktuellen Ausstellung im Museum Morsbroich Leverkusen (ab 21. Mai 2017). "Miteinander spielen oder selbst zum Kunstwerk werden… entscheiden, ob ein Kunstwerk entsteht oder einfach Auslöser für ein solches zu sein… Musik hören oder ein Schläfchen halten… Zeichnen oder künstlerische Leistungen einkaufen… – Duett mit Künstlerin. Partizipation als künstlerisches Prinzip fordert das Publikum heraus. Seine produktive Rolle im kreativen Prozess eines Kunstwerks steht im Zentrum der auf allen drei Etagen des Museums gezeigten Ausstellung. Unterschiedliche Formen der Teilhabe, die auf Vereinbarungen, Regeln, Anweisungen oder offenen, kollaborativen Strukturen basieren, treffen im Ausstellungsparcours aufeinander und bieten differenzierte Möglichkeiten der Begegnung mit den Kunstwerken. Die Ausstellung... umfasst 38 internationale, künstlerische Positionen und schließt auch einen historisch-dokumentarischen Teil mit ein, in dem exemplarisch partizipative Ansätze aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gezeigt werden. In der Ausstellung werden mit verschiedenen Medien wie Skulptur, Fotografie, Installation, Video und Performance differenzierte Möglichkeiten der Teilhabe des Besuchers geschaffen". Künstlerliste: Vito Acconci, Davide Balula, Robert Barry, Joseph Beuys, Angela Bulloch, John Cage, Christian Falsnaes, Claus Föttinger, //////////fur//// art entertainment interfaces, Florian Graf, Rodney Graham, Hans Haacke, Jeppe Hein, Christine Hill, David Horvitz, Pierre Huyghe, Christian Jankowski, Yves Klein, Tomas Kleiner, Mischa Kuball, Dieter Meier, Bruce Nauman, Yoko Ono, OPAVIVARÁ!, Marjetica Potrč und Wapke Feenstra, Antje Schiffers - Myvillages, Tino Sehgal, Gabriel Sierra, David Shrigley, Juergen Staack, Rirkrit Tiravanija, Mary Vieira, Wolf Vostell, Franz Erhard Walther, Gillian Wearing, Franz West, Erwin Wurm, Haegue Yang, Zentrum für Politische Schönheit. www.museum-morsbroich.de

Museen & Institutionen

Wu Tsang in der Kunsthalle Münster

Wu Tsang: „Shape of a Right Statement“ (2008,  HD Video, Farbe und Ton, 5’15 Min.) Installatiosansicht „Not in my language“, Ausstellung Migros Museum Zürich, 22.11.2014-8.2.2015, Courtesy the Artist / Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin, Foto: Stefan Altenburger

„Die Sprache ist das Medium zwischenmenschlicher Kontaktaufnahme, Verständigung und Beziehung. In ihr äußern sich Gedanken, Gefühle und das, was uns durch die Sinne unmittelbar gegeben ist. Aber entspricht die Sprache überhaupt dem, was wir oder andere uns sagen wollen? Welche Rolle spielt Sprache in einer internetbasierten Welt, in der das Gesagte knapp, klar und eindeutig sein muss...? Die US-amerikanischen Künstlerin Wu Tsang will die Sprache „an ihre sinnliche Ausdruckskraft“ zurück binden und überführt dabei „die Sprache der anderen in die Bewegung des eigenen Körpers“. Das hat performativen Charakter. „Für ihre erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland hat Wu Tsang in der Kunsthalle Münster eine Rauminszenierung aus bestehenden und neuen Werkkomplexen entwickelt - skulpturale und filmische Arbeiten, die sich aufeinander beziehen und dennoch ganz unterschiedlich mit den Ausstellungsbesuchern interagieren, wodurch sie immer wieder anders wahrgenommen werden können...“ Laufzeit: 27. Mai bis 1. Oktober 2017. www.kunsthalle.muenster.de

Museen & Institutionen

Melanie Bonajo im Frankfurter Kunstverein

Melanie Bonajo, „Night Soil – Economy of Love“, 2015 HD video (still), 36 min Collection Bonnefantenmuseum, Maastricht Courtesy the artist & AKINCI, Amsterdam, © the artist

Vom 1. Juni bis zum 27. August 2017 hat die niederländische Künstlerin Melanie Bonajo im Frankfurter Kunstverein ihre erste große Einzelausstellung in Deutschland. „Die künstlerische Praxis von Melanie Bonajo ist geprägt von einem kritischen Blick auf den Zustand der Welt. Ihre Werke entstehen vor dem Hintergrund einer explizit ambivalenten Verhältnis gegenüber der modernen Fortschrittseuphorie. Die Künstlerin sucht in ihren Arbeiten nach alternativen Weltbildern und Formen des friedlichen Widerstandes in der von Krisen erschütterten Welt. Politisch und aktivistisch widmet sich Bonajo dringlichen und andauernden gesellschaftlichen Themen unserer Zeit, wie dem Dualismus zwischen Mensch und Natur, den rasant schwindenden Ressourcen und den Auswirkungen des Klimawandels. Ihre Videos, Performances, Fotografien und Installationen sind Ergebnisse meist jahrelanger Prozesse“ mit genauen Beobachtungen, exaktem Sammeln und Kategorisieren, um den existenziellen Fragen des Menschseins auf den Grund zu gehen.

Ausschreibungen

Ideenwettbewerb für Neubauprojekt

Der GEH8 Kunstraum & Ateliers e.V. ist in einer ehemaligen Waggonreparaturwerkstatt auf einer Brache in Dresden-Pieschen untergebracht. Auf dem Grundstück entstehen demnächst zwei Schulen für 2.000 Schüler und zusätzliche Grünflächen. Ein künstlerischer Ideenwettbewerb soll „die Metamorphose, den Veränderungsprozess, der GEH8 von heute bis 2020 dokumentieren, reflektieren, interpretieren oder veranschaulichen“. Das beste Konzeopt wird Das beste Konzept prämieren wird mit 500 Euro prämiert. Einsendeschluss: 15. Juli 2017. Einreichungen nur per E-Mail an mail@geh8.de.

Personalien

Filmmuseum: Vorzeitiger Ruhestand

Fassade des Deutschen Filmmuseums, Foto: Uwe Dettmar / Quelle: Deutsches Filminstitut

Claudia Dillmann, Direktorin des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt, geht Ende September 2017 in den vorzeitigen Ruhestand. Sie hat das Museum zwanzig Jahre lang geleitet. Es heißt, sie wolle sich in Zukunft wieder dem Schreiben widmen und könne „sich auch vorstellen, ihre Kenntnisse und Erfahrungen in die Kulturberatung einzubringen“. Das Deutsche Filminstitut wurde 1949 gegründet und ist damit das älteste filmwissenschaftliche Institut der Bundesrepublik. Seit 2006 wird es zusammen mit dem Deutschen Filmmuseum in Personalunion von Dillmann geleitet.

Preise

Hanna-Nagel-Preis

Gundula Bleckmann, Foto: Courtesy Presseamt Stadt Karlsruhe

Gundula Bleckmann ist diesjährige Gewinnerin des Hanna-Nagel-Preises (2.000 Euro). Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre an eine bildende Künstlerin ab 40 Jahren aus dem Karlsruher Regierungsbezirk verliehen. Bleckmann studierte bis 1993 bei Gerd van Dülmen an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Mit der Preisvergabe ist auch eine Ausstellung in der Städtischen Galerie Karlsruhe bis Anfang Juli 2017 verbunden.

In eigener Sache

Ab sofort vorzubestellen: Die Sonderausgaben zur Venedig Biennale und documenta 14

Wie zuvor begleitet KUNSTFORUM die Grossausstellungen mit 400 bis 600 Seiten umfassenden Sonderbänden, die komplett dokumentieren und kontrovers diskutieren. 

- Die großen kommentierten Fotorundgänge, 
- begleitende Texte: Essays, Analysen... 
- Interviews mit Künstlern, Kuratoren... 
- und vieles mehr...

...bieten allen, die die Ausstellungen besuchen, einen unverzichtbaren Wegbegleiter, die Möglichkeit den Besuch vor und nachzubereiten und damit das Chaos der Eindrücke zu sortieren. Und auch diejenigen, die es nicht zu den Ausstellungen schaffen, erhalten mit diesen Sonderausgaben 
die vollständigste Dokumentation der internationalen Großausstellungen! 

Museen & Institutionen

Kunstmuseum Ahlen: Intermezzo

Peter Stohrer, Dot 1, 2015, Öl auf Leinwand, 160 x 110 cm, Foto: Peter Stohrer

In den kommenden Sommerwochen zeigt das Kunstmuseum Ahlen in seiner „Intermezzo“-Reihe unter dem Leitmotiv „Farbe und Körper im Raum“ vier zeitgenössische Positionen. Den ersten Teil vom 21. Mai bis zum 16. Juli 2017 bestreiten Christoph Dahlhausen aus Bonn mit „Lichtblicke“ und Peter Stohrer aus Essen mit „Farbräume“. Die Künstler Christoph Dahlhausen und Peter Stohrer „arbeiten im Grenzbereich zwischen Bild und Objekt, zwischen Skulptur und Intervention. Sie bevorzugen besondere Materialien sowie gezielt eingesetzte Alltagsgegenstände und Fundstücke, um mit Farbe und farbigem Licht über das Objekt und das Materielle hinauszuwirken“. Dann folgen vom 6. August bis zum 1. Oktober 2017 Michael Cleff aus dem Ruhrgebiet mit „An den Rändern“ und Werner Pokorny aus Ettlingen mit „Skulptur und Zeichnung“. Diese Doppelausstellung bietet „ein überzeugendes Spannungsfeld zwischen Skulptur und Raum als auch zwischen konkreter und bildlicher Sprache“.

Preise

Luzerner Sound-Wettbewerb

Christoph Hess gewann den Wettbewerb „Soundzz.z.zzz…z“ gewonnen. Ausrichter sind das Kunstmuseum Luzern und das Lucerne Festival. Der Wettbewerb wendet sich an Künstler „an der Schnittstelle von Musik und bildender Kunst“. Hess hatte Stücke von Alban Brg und anderen Komponisten „mittels Fragmentierung, Kontextveränderung und Subjektivierung“ neu interpretiert.

Museen & Institutionen

Paul Delvaux: Das druckgrafische Werk

Neben René Magritte ist Paul Delvaux der bedeuendste Vertreter des belgischen Surrealismus im 20. Jh. Er studierte in Bruxelles, und konzentrierte sich schon früh auf Eisenbahnmotive; anfangs noch im expressionistsichen Stil, als der Kunststudent den Rangierbetrieb am Schienenstrang hinter dem Gare du Luxembourg im Bild festhielt, später in penibel ausgemalten nächtlichen Traumlandschaften, in denen häufig ein weiblicher Akt ein zentrales Motiv darstellt. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in St. Idesbald an der flämischen Kanalküste. Dort befindet sich heute ein Paul Delvaux-Museum, das in seiner aktuellen Wechselausstellung bis zum 30. Juli 2017 das druckgrafische Werk vorstellt. Es sind Szenerien, zu denen sich Delvaux durch die literarischen Welten voin Claude Saaok, Paul Eluard oder Alain Robbe-Grillet inspirieren ließ. Anschließend ist dort ab dem 1. August 2017 die Ausstellung "Crayonmanier" mit Bleistiftzeichnungen zu sehen (bis 7. Januar 2018).

Hochschulen

Staatspreis für Nürnberger Meisterschüler

Markus Pollinger, Foto: Markus Pollinger, Courtesy: AdBK Nürnberg

Markus Pollinger wurde mit dem diesjährigen Staatspreis des Bayerischen Wirtschaftsministeriums bedacht, für besondere gestalterische und technische Leistungen im Handwerk vergeben wird. Der Preisträger studierte bis 2016 an der AdBK Nürnberg als Meisterschüler in der Klasse für Freie Kunst/ Gold- und Silberschmieden von Prof. Suska Mackert. „Kupfergefäße und Blechschalen werden im künstlerischen Prozess verformt – durch Pressen, Biegen, Schlagen erhalten sie ihre abstrakte Form, die anarchisch anmutend animalische Züge annehmen...“ www.adbk-nuernberg.de

Biennalen

Sapporo International Art Festival

Während auf der japanischen Hauptinsel Honshu im Sommer feuchtheißes Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit herrscht, sind die Sommer auf der nördlichen Insel Hokkaido eher gemäßigt-mild und zum Reisen angenehmer. Sapporo ist mit 1,9 Mill. Einwohnern die größte Stadt auf dieser Insel; hier fanden 1972 die ersten Olympischen Winterspiele in Asien statt. Wie auch die alpinen Wintersportorte, so versucht auch Sapporo im Sommer Touristen anzulocken, und dazu finden in den zahlreichen Parks der Stadt Festivals unterschiedlichster Couleur statt. Teil dieses Kulturprogramms ist das Sapporo International Art Festival (6.8.-1.10. 2017), zu dessen Hauptspielorten der Sapporo Park, der Moerenuma Park und das Stadtzentrum gehören und der 500 m lange Sapporo Odori-Fußgängertunnel. In diesem Jahr verantwortet als Gastdirektor Otomo Yoshihide das Programm. Die Beiträge kreisen um das Thema: „What is an Art Festival?“ www.siaf.jp

Museen & Institutionen

Andreas Mühe: Pathos als Distanz

Andreas Mühe: Jagdhaus Honecker, 2016 aus der Serie: Jagd © VG Bildkunst Bonn 2017

Die Hamburger Deichtorhallen stellen vom 19. Mai bis zum 20. August 2017 das fotografische Werk von Andreas Mühe vor. Die Ausstellung „Pathos als Distanz“ unternimmt den Versuch, „eines Deutschlandbildes aus den Augen des Künstlers. Arbeiten aus allen Werkkomplexen Andreas Mühes finden im vom »Großen Festsaal« des Hamburger Rathauses inspirierten Hauptraum der Ausstellung im Zentrum des Hauses der Photographie in einer einzigartigen Inszenierung zusammen. Wie selbstverständlich werden Bezüge unter den Bildern aus bekannten Werkzyklen wie »Neue Romantik«, »Obersalzberg« oder »A.M.« aber auch bisher unveröffentlichte Arbeiten aus »Wald« oder »Jagd« sichtbar. Drei gesonderte Kabinette stellen in intimeren Rahmen Arbeiten aus drei Werkkomplexen vor, die als geschlossene Serien gezeigt werden, darunter »Haltung«. Seine Werke beschäftigen sich mit Stimmungsklischees der Deutschen, Überhöhungen, Inszenierungen und Brechungen des Machtvollen. Jenseits von Heldenposen entsteht dabei bildnerisch geheimnisvolle Präsenz, so etwa in den Fotografien des Arbeitszimmers von Konrad Adenauer, den Häusern der DDR-Oberen in Wandlitz, dem italienischen Botschafter in seiner Vertretung oder den akribisch choreografierten Portraits von Künstlern und Politikern...“ www.deichtorhallen.de

Aktionen & Projekte

Berlin: Queerhana

Unter einer Autobahnbrücke in Tel Aviv schlugen einige Queers im Jahr 2002 ihr Camp auf und feierten eine Party – das war „die Geburtsstunde einer queeren Bewegung, die bis 2009 an verschiedenen Orten in Jaffa/Tel Aviv Parties organisierte: Queerhana. Der Name fand seinen Ursprung in einem Wortspiel aus 'Karachana', (hebr. 'wilde Party', arab.: 'Bordell') und 'queer'“. Queerhana schuf „in einer von Krieg und Rassismus geprägten Gesellschaft Freiräume, die Rückzugsraum und Ort politischer Aktivität gleichzeitig waren... Die Bewegung bot jüdischen wie palästinensischen Queers ein politisches und soziales Zuhause, das diese in der israelischen Mainstream-Gay-Szene nicht finden konnten...“ Vom 27. Mai bis zum 2. Juli 2017 dokumentiert nun eine Projektgruppe in der Berliner nGbK – neue Gesellschaft für bildende Kunst unter dem Titel „This is a free Zone“ „die Entstehung und Entwicklung von Queerhana im Kontext anderer autonomer Bewegungen in Israel/Palästina von 2001 bis 2009. Das Projekt wirft 15 Jahre später einen Blick zurück und stellt Fragen nach dem Zusammenhang von Party und Politik: (Wie) kann man während des Krieges tanzen? Was ist nötig, um einen gemeinsamen Raum für palästinensische und jüdischisraelische Queers zu schaffen? Kann man einen „Safe Space“ kreieren, ohne dieselben, ausgrenzenden Machtverhältnisse und Dichotomien zu wiederholen, die der Raum eigentlich auflösen will?“ Mit: Shiri Blumenthal, Rahel Laurie, Yossef(a) Mekyton, Zvonimir Kontrec, Liad Hussein Kantorowicz, Claudia Levin, Moshe Kutner, Adi Shpigel, Nathi Oh, Aviv Victor, Raafat Hattab, Activestills, Oren Ziv, Shay Ben Efraim, Yossi Bartal, Samira Saraya, Tamara Schreiber, Rapha Hu, León Allez, Boaz Y, Orr Guilat, Michael (Mysh) Rozanov, Nate + Maizta, Malvina R. Schorlé, Yosi Speedy, Gala Weizman u.a.

Kulturpolitik

Deutscher Städtetag

Die diesjährige Hauptversammlung des Deutschen Städtetages vom 30. Mai bis zum 1. Juni 2017 steht unter dem Leitthema: Heimat.Zukunft.Stadt. In Nürnberg referieren und diskutieren die Teilnehmer über die Stadtgestaltung in der nahen Zukunft. An den jährlichen Hauptversammlungen nehmen regelmäßig über 1.000 Gäste teil. Im vergangenen Jahr wurden schwerpunktmäßig die finanziellen Rahmenbedingungen für die „Entwicklungschancen“ der Städte erörtet. Auch die Integration von ca. 800.000 Flüchtlingen und Asylsuchenden, die 2015 nach Deutschland kamen, ist einer der Schwerpunkte für die Aufgaben und Anliegen des Deutschen Städtetages. www.staedtetag.de

Preise

MuVi-Kurzfilmpreise

Filmstill aus Second Chance Man (Tindersticks), Christoph Girardet, Deutschland/Frankreich, 2016

Christoph Girardet gewann den 1. Preis (2.000 Euro) beim Kurzfilmfestival Oberhausen (Muvi-Preis). Er bekam die Auszeichnung für „Second Chance Man“ (Tindersticks, Deutschland/Frankreich 2016, 4 Min. 20 Sek.). Zur Begründung heißt es: „Ein unnostalgischer Found Footage-Film, der keine abgenutzten Bilder verwendet und dennoch ikonisch wirkt. Das Video ist subtil, schön, mit viel Sympathie für den Song, den es begleitet....“ Der 2. Preis (1.000 Euro) ging an DJ Hell für „I Want U (DJ Hell, Deutschland 2016, 4 Min. 6 Sek.) wegen der „meisterhaften Zusammenarbeit, die sowohl die Musik von DJ Hell als auch die Bilder von Tom of Finland auf eine gemeinsame und höhere Ebene hebt“. Zeljko Vidovic darf sich über eine „lobende Erwähnung“ freuen und Mariola Brillowska über den Publikumspreis (500 Euro). www.kurzfilmtage.de

Preise

Europäische Museumspreise

Musée d'ethnographie de Genève mit Skulptur „The Egg“ von Henry Moore, Courtesy Musée d'ethnographie de Genève

Das Musée d’ethnographie in Genf wurde mit dem Europäischen Museumspreis 2017 ausgezeichnet. Die Ehrung wird durch das Europäische Museums Forum (EMF) vergeben. Das Genfer Museum wurde 2014 umgebaut und neu konzipiert. Als symbolischen Preis darf das Museum ein Jahr lang Henry Moores Skulptur „The Egg“ in seinen Räumen haben. Mit dem Silletto-Preis wurdedie enge Zusammenarbeit des portugieschen Leiria Museums mit der örtlichen Bevölkerung sowie Freiwilligen gewürdigt. Das Boris Jelzin-Museum in Jekaterinburg erhielt den Kenneth Hudson Award. Der Museumspreis des Europarats ging an das karibische Zentrum Mémorial ACTe in Guadeloupe, das sich um die Aufarbeitung und des Andenkens an den Sklavenhandel und die Sklaverei kümmert. Weitere Sonderempfehlungen sprach das EMF für das Besucherzentrum der Schweizerischen Vogelwarte Sempach, das Musée des Confluences in Lyon, die englische York Art Gallery, das Schlesische Museum in Katowice, das Heraklion Archaeological Museum auf Kreta sowie das „De Gamle By – National Open Air Museum of Urban History and Culture“ in Dänemark aus.

Hochschulen

Karlsruhe: Kalinowski-Preis

2011 gründete der Bildhauer und Zeichner Horst Egon Kalinowski seine Nachlass-Stiftung, die seit seinem Tod 2013 sein Oeuvre betreut. Zugleich lobt die Stiftung den mit 10.000 Euro dotierten Kalinowski-Preis für Absolventen der Staatlichen Kunstakademie Karlsruhe aus. Kalinowski lehrte dort von 1968 bis zu seiner Emeritierung 1989. Max Leiß ist der erste Preisträger. Er wurde 2012 Meisterschüler in Karlsruhe und lebt heute in Basel. Leiß "nutzt, basierend auf grundlegenden Fragen nach Form, Volumen und Raum, bekannte bildhauerische Techniken wie Formen, Zufügen und Fragmentieren, um aus vorgefundenem, neuem und gesammeltem Material seine Skulpturen zu schaffen“.

Aktionen & Projekte

Berlin: Sammlung Bumiller

Rebecca Raue, Werkbeispiel

Die Sammlung Bumiller ist auf frühislamische Kunst spezialisiert. In Bamberg unterhält sie unter dem Namen BUMILLER COLLECTION – MUSEUM OF ISLAMIC ART ein “Universitätsmuseum”, geregelt durch einen Kooperationsvertrag zwischen der Bumiller Art Foundation und der Universität Bamberg. "Die Sammlung wird für die universitäre Lehre genutzt, und Studierende können die Objekte der Sammlung nicht nur eingehend betrachten sondern sogar wirklich in die Hand nehmen für eine qualitativere Auseinandersetzung". Zugleich organisiert die Sammlung aber auch Ausstellungen zusammen mit zeitgenössischen Künstlern: in Berlin läuft vom 19. Mai bis zum 13. August 2017 im Studio Xberg (Naunynstr. 68) die Ausstelung "Fragmente" mit Rebecca Raue und Steve Sabella. Raues Serie "Kalila wa Dimna (2017) besteht aus Übermalungen und Überschreibungen von arabischen Handschriften aus dem 18. Jahrhundert. Es sind indische Tierfabeln abgebildet, die im arabischen Raum seit dem 10. Jahrhundert zirkulieren. Durch ihre Methode der Collage entstehen so fantastische Traumwelten". Steve Sabella "hat auf abgeblätterten Wandsplittern schwarz-weiße Photodrucke gemacht, die Splitter sind von seinem Geburtshaus in der Jerusalemer Altstadt. Es soll ein Archiv persönlicher Erinnerungen sein, von Vertreibung und Zuhause. Eingebettet werden die zeitgenössischen Werke in einer Konstellation mit antiken, persischen Spielsteinen und Spiegeln der Bumiller Collection aus dem 9. bis 17. Jahrhundert..." www.the-bumiller-collection.com

Aktionen & Projekte

A Liquid Star Of Boiling Water

A Liquid Star Of Boiling Water, Pressebild, Courtesy: Kunstraum Düsseldorf

Vom 1. Juni bis zum 9. Juli 2017 zeigt der Kunstraum Düsseldorf die Ausstellung "A Liquid Star Of Boiling Water". "Wie haben sich Reise- und Bewegungsformen in öffentlichen Räumen verändert, wie stark definieren und reflektieren mediale Räume Narrative von Freiheit, Kontrolle, Macht und Anarchie. Mit Werken von Jimmie Durham (Berlin), Adela Goldbard (Mexiko D.F./Chicago), Christoph Faulhaber (Hamburg), Andrea Winkler (Berlin), Jan Bonny und Alex Wissel (Köln/Düsseldorf) sind Positionen aus unterschiedlichsten künstlerischen Kontexten eingeladen, dieser Frage nachzugehen. "Alle künstlerischen Arbeiten der Ausstellung verbinden Momente filmischer, fotografischer, szenischer und theatralischer Inszenierung.... Die Kunst ist frei wie nie, doch will oder kann sie es nicht länger sein? Welche Widersprüche und welches Potential liegen in der Verhandlung ihrer Autonomie? Damit stellt sich die Ausstellung auch der Frage, inwieweit das Verhältnis von Ästhetik und Ethik neu justiert wird, wenn die Kunst sich ihrer gegenwärtigen gesellschaftlichen Verortung und Einbindung, der gravierenden Veränderung von Handlungsfeldern und Bildkulturen stellt. Die Kunst muss wieder neu bestimmen, was sie soll und was sie sein kann..."

Museen & Institutionen

Ina Weber in Klagenfurt

Ina Weber, Bushaltestelle, Foto: Courtesy Städt. Galerie Klagenfurt

Ihre Motive sind Hochhäuser, Bushaltestellen, Gartenstühle und Alltagsgegenstände:Zentrale Themen der Berliner Bildhauerin Ina Weber sind das Haus, die Stadt, architektonische Formen und die Veränderungen, die sie in der konkreten Benutzung erfahren. Die Künstlerin beobachtet das Alltägliche und das Beiläufige wie z.B. eine Busjaltestelle, isoliert diese Objekte aus ihrem urbanen Kontext, verfremdet und verkleinert diese Motive und lässt uns so Vertrautes in ungewöhnlicher Weise wieder entdecken. Im Living Studio der Städtischen Galerie Klagenfurt zeigt Weber nun vom 1. Juni bis zum 16. Juli 2017 eine Installation, "die speziell für diesen sehr langen Raum konzipiert wurde: eine Parade von Skulpturen in verschiedenen Maßen, Materialien und Techniken. Die Ausstellung untersucht die Bedeutung von Größe, Proportion und Größenverschiebung in der Kunst und schlussendlich auch in unserem Verhältnis zur eigenen Umgebung".

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