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Aktionen & Projekte

Bregenz: KUB Billboards

Simon Fujisara, Motiv zu „Campaign“/KUB Billboards, 2017, Foto: Rudolf Sagmeister, Copyright Kunsthaus Bregenz

Simon Fujiwara kuratiert in diesen Monaten die KUB Billboards im Stadtraum von Bregenz. Das Plakatprojekt „Campaign“ läuft bis zum 7. Januar 2018. Im Anschluss an die KUB Billboards ist dann die erste Ausstellung 2018 im Kunsthaus Bregenz Simon Fujiwara gewidmet. „Das Werk des britisch-japanischen Künstlers kann als Untersuchung des zunehmenden Drangs nach Selbstdarstellung und Individualität in unserer Kultur gesehen werden... In einer ungewöhnlichen Auftragsarbeit präsentiert Fujiwara Joanne Salley, seine frühere Kunstlehrerin und Opfer eines Nacktfoto-Skandals in der britischen Boulevardpresse, in einer Kampagne, in der mit ihrem Bild für unterschiedliche Aktivitäten im Museum geworben wird... Zudem thematisiert Campaign die ebenso komplexe wie verstörende Beziehung zwischen Künstler und »Muse«.

Aktionen & Projekte

Manifesta 12: Vorprogramm im Teatro Garibaldi

Aspendo Manifesta 12 Opening, Foto: Copyright CAVE Studio

Rund ein Jahr vor ihrer offiziellen Eröffnung im Frühsommer 2018 bietet die Manifesta 12 in Palermo jetzt bereits ein Vorprogramm an: Anlaufstelle ist das historische Teatro Garibaldi, das „schon jetzt ein spezielles Programm für die Bewohner Palermos“ anbietet und „die lokalen Communities“ dazu einlädt, hier ihre Ideen und Vorstellungen von der Manifesta 12 zu teilen“. „Aspettando Manifesta 12” („Warten auf Manifesta 12“) nennt sich dieses Veranstaltungsprogramm mit der Ausstellung „Manifesta Cultural Histories“, die „auf der Basis von vorhandenem Archivmaterial die Geschichte(n) und die Ideen rundum die vorherigen Manifesta-Ausgaben aufspürt“. Außerdem wurde eine Manifesta Pop Up-Bibliothek aus dem Bestand der Manifesta sowie verschiedener Stiftungen eingerichtet: Sie ist Forum für  „Fatimide’s Tales”, einem Projekt, „das das Manifesta 12 Vermittlungsteam mit dem in Palermo geborenen Künstler Gabriella Ciancimino, Studenten der Amari Roncalli Ferrara School sowie Kindern der Piazza Magione, in direkter Nähe zum Teatro Garibaldi gelegen“, konzipiert hat. Für den Herbst 2017 ist zudem eine Serie von Lesungen, Workshops und Diskussionen über die Geschichte und Entwicklung früherer Manifesta-Ausgaben als Teil des „Aspettando Manifesta 12” angekündigt. www.manifesta.org

Aktionen & Projekte

Documenta: Lange Parthenon-Nacht

Marta Minujín, Parthenon der Bücher, Documenta 14, Kassel 2017, Foto: S. Kallnbach

Die Documenta-Leitung hat für kommenden Samstag, 29. Juli 2017, "Die Lange Nacht im Bücher-Parthenon" angekündigt. Besucher, Mitarbeiter und Kuratoren haben die Möglichkeit, in Marta Minujíns Parthenon-Installation auf dem Friedrichsplatz Lesungen zu veranstalten. Wer sich daran beteiligen will, muss sich vorher anmelden; die Lesungen sollen jeweils maximal fünf Minuten dauern. Vorgelesen wird aber ausschließlich aus "ehemals verbotenen Büchern". Bücher, die aktuell in Deutschland verboten sind, d.h. auf dem Index der Bundesprüfstelle stehen, weil sie jugendgefährdend sind, rassistische oder gewaltverherrlichende Inhalte bzw. Volksverhetzung vertreiben, gehören nicht in dieses Lesungs-Programm. www.documenta.de

Kulturpolitik

Salvador Dali: Leichnam exhumiert

Philippe Halsman und Salvador Dali, „Dalis Moustache“, New York, 1953, Fotografie, Privatsammlung Wien, Copyright: Magnum Photos/Fundació Salvador Dali, Figueras, 2011. Image Rights of Salvador Dali reserved.

Aufgrund eines Gerichtsbeschlusses wurde in der katalanischen Stadt Figueras das Grab von Salvador Dali (1904-1989) geöffnet, um an den sterblichen Überresten genetische Proben für eine DNA-Analyse zu entnehmen. Der einbalsamierte Leichnam ist im „Teatre Museu Dali“ unter einer eineinhalb Tonnen schweren Marmorplatte beerdigt. Die 61jährige Pilar Abel aus Gerona behauptet, eine leibliche Tochter des surrealistischen Malers zu sein und will dies durch die DNA-Analyse beweisen. Da das Grab zum katalonischen Kulturerbe gehört, gab es vor dem Gerichtsbeschluss einen komplizierten Rechtsstreit über die Öffnung zwecks Exhumierung. Der Künstler hatte 1934 Gala Eluard geheiratet; die Ehe blieb kinderlos; in seinen Bildern porträtierte er sie immer wieder als seine Muse. Nach Angaben von Pilar Abel soll Dali Mitte der 1950er Jahre eine Affäre mit deren Mutter gehabt haben. Erst in den 1960er Jahren ging das Ehepaar Gala und Salvador Dali im Alltag getrennte Wege, zeitweise war dann die Pop-Sängerin Amanda Lear Salvador Dalis neue Muse. 1970 begann Salvador Dali mit der Umgestaltung des städtischen Theaters in Figueras zu einem Museum, das 1974 eröffnet wurde. Durch seinen verschwenderischen Lebensstil verbrauchte der Künstler zu Lebzeiten große Vermögenswerte: einer seiner Manager, der für alle Vertragsabschlüsse zehn Prozent an Provision bekam, prahlte später, er habe bei Dali mehr verdient als der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Den Nachlass an Immobilien und Gemälden vermachte Dali dem spanischen Staat. In dem jetzigen Vaterschaftsprozess ginge es der Klägerin in erster Linie darum, den Namen Dali tragen zu dürfen, heißt es in Presseberichten. Allerdings stünde ihr ein Pflichtteil an der noch vorhandenen Erbmasse zu, sollte die DNA-Analyse eine biologische Abstammung bestätigen. Ein Gerichtsurteil ist für den 18. September 2017 angekündigt.

Aktionen & Projekte

Münster: Ei Arakawa-Werk wieder instand gesetzt

Reparatur am Projekt von Ei Arakawa, Foto: Sophia Trollmann

An den diesjährigen „Skulptur Projekten Münster“ ist Ei Arakawa mit dem Projekt „Harsh Citation, Harsh Pastoral, Harsh Münster“ beteiligt. Es besteht aus sieben grob gerasterten LED-Panels, die der Künstler nach Bildvorlagen von Gemälden gestaltet und auf einer Wiese vor Haus Kump aufgestellt hat. Eines dieser Panels wurde nachts gestohlen. Nach zehn Tagen jedoch hatte der Künstler ein neues Panel angefertigt, wie bei dem entwendeten nach einer Vorlage, zu der ein Bild von Jutta Köther diente. Zwei Techniker des Münsteraner Landesmuseums schlossen die elektronische Leinwand wieder an das Leitungssystem an. Was die Diebe mit dem Panel anstellen wollen, ist völlig unklar: als Kunstwerk ist es nämlich so gut wie unverkäuflich, sobald es ins Art Loss Register aufgenommen wird. Im Großhandel kosten LED-Panels im Format von z.B. 120 x 60 cm weniger als 280 Euro, d.h. der Materialwert beim Weiterverkauf lohnt mithin solch einen Aufwand an krimineller Energie überhaupt nicht. www.skulptur-projekte.de

Museen & Institutionen

Hannover: Kunstsalon mit Kasper König

Prof. Kasper König, Foto: Arne Wesenberg

Der Museumsmann und Kurator Kasper König (*1943) ist seit fünf Jahrzehnten einer der international bedeutendsten Ausstellungsmacher. 1977 begründete er die »Skulptur Projekte Müster« und ist seitdem alle zehn Jahre der Kopf dieser Münsteraner Überblicks-Show über die aktuellen Tendenzen in der Bildhauerei und Installationskunst.  Am Montag, den 7. August 2017 um 19.00 Uhr spricht er im Kunstsalon mit Kathleen Rahn, der Direktorin des Kunstvereins Hannover, "über aktuelle Diskurse zum Format von Großausstellungen wie den »Skulptur Projekte Münster«, der Biennale in Venedig oder der »documenta 14« in Kassel. Neben der heutigen Position und dem Beruf des Kurators und seinem Verhältnis zum Künstler wird auch eine kritische Betrachtung des aktuellen Kunstsystems und der Machtverhältnisse zwischen seinen unterschiedlichen Akteuren Thema des Gesprächs sein." www.kunstverein-hannover.de

Aktionen & Projekte

München: Faktor X

Daniela Comani, aus der Serie „Eine glückliche Ehe“, seit 2003

Wie berechnet man den Preis eines Kunstwerks im Vergleich zu größeren oder kleineren Arbeiten aus dem eigenen Gesamtwerk und im Vergleich zu anderen Künstlern? Seit der Epoche des Impressionismus wendet man gerne die Faustformel „Höhe x Breite x Tiefe“ an und multipliziert dieses Format mit dem „Faktor X“, der den schon erreichten Marktwert bzw. Bekanntheitsgrad eines Künstlers ausdrückt. Für angehende Künstler liegt dieser Faktor bei 5-10 für Gemälde und für 10-15 bei Plastiken. Dann läge z.B. der Marktwert eines 120 x 50 cm großen Bildes bei einem Künstler mit dem Faktor 10 bei 1.700 Euro. Aber müsste man nicht auch andere Faktoren berücksichtigen, z.B. das Geschlecht der Urheber? Wie macht sich das Chromosom der Kunst bemerkbar? „Diese Frage lässt sich mit einem aktuellen Anlass verbinden: 2017 jährt sich die Eröffnung des Hauses der Kunst 1937 zum 80. Mal, damit auch die 1. Große Deutsche Kunstausstellung. Damals waren gar keine Künstlerinnen beteiligt. Noch immer sind Frauen auf dem Kunstmarkt weniger beachtet, in Museen unterrepräsentiert. Das Thema Gender und Kunst scheint trotz der Debatten der vergangenen Jahrzehnte weiter aktuell. Welche Bedeutung haben Genres, Materialien, Techniken bei der Zuschreibung von Weiblichkeit/Männlichkeit? Der Erfahrung eines Werkes stehen meist die Geschlechtscodes ihrer Autorschaft entgegen...“ So trägt denn die 3. Biennale der Künstler im Haus der Kunst München (im Westflügel) vom 29. Juli bis zum 24. September 2017 den Titel „Faktor X – das Chromosom der Kunst“. Beteiligt sind Eike Berg, Birthe Blauth, Daniela Comani, Nezaket Ekici, Expedition Medora, Anna Frydman, Katharina Gaenssler, Patricija Gilyte, Julie Hayward, Rosemin Hendriks, Jan Hoek, Yuliia Koval, Christoph Lammers, Albert Lohr, Peggy Meinfelder, Monaconomads, Jans Muskee, Hester Oerleman, Gregor Passens, Stijn Peters, Peter Reill, Jacobien de Rooij, Rasso Rottenfusser, Andreas Rumland, Charlotte Schleiffert, Peter Senoner, Wiebke Siem, Anja Sijben, Emö Simonyi, Alexander Steig, Susanne Thiemann, Stefanie Trojan, Maurice van Es, Lotte van Lieshout, Dries Verhoeven, Felix Weinold, Anna Witt u.a. www.kuenstlerverbund-im-haus-der-kunst muenchen.de/aktuell.html

Aktionen & Projekte

Poetische Expansionen

Konrad Balder Schäuffelen, Portrait 2017, Zettelspiesse, © ZKM | Karlsruhe, Foto: Jan Pari

Mit seiner Ausstellungsreihe »Poetische Expansionen« macht das ZKM Karlsruhe „auf eine der wichtigsten Tendenzen der Kunst des 20. Jahrhunderts aufmerksam: die Erweiterung der künstlerischen Medien. In den 1950er- bis 1970er-Jahren entstanden neue künstlerische Formen, indem die Grenzen zwischen Text, Bild, Objekt, Theater und Musik aufgehoben wurden, die Kunst sich von ihren herkömmlichen Materialien und Produktionsverfahren löste und für technische Medien öffnete.“ So wurden seit den ersten Auftritten der Dadaisten um 1920 bis zu den Vertretern der Konkreten Poesie in den 1950er und 1960er Jahren und den Fluxus-Events „Wortkünstler zu Bild-und Klangkünstlern: Buchstaben, Zeichen und Laute wurden zum Material für Typocollagen, Ton-und Bildmontagen. Das Buch wurde zum Bildschirm, das Zeichen zur Zeichnung, die Seite zur Website.“ Der zweite Teil der Reihe stellt Arbeiten von Konrad Balder Schäuffelen, Helmut Heißenbüttel und Reinhard Döhl vor (27. Juli bis 22. Oktober 2017). www.zkm.de

Museen & Institutionen

WDR: Historisches Studio in Mödrath

Herbert Eimert im Studio für elektronische Musik des WDR, 1955, Foto: WDR

In den 1950er Jahren war der WDR der einzige deutsche Sender, der an seinem Standort in Köln ein Studio für elektronische Musik unterhielt: hier konnte Karlheinz Stockhausen seine Kompositionen aufführen, und dieses Studio war auch der Grund, weshalb Fluxus-Künstler wie Nam June Paik und Ben Patterson damals zeitweise in Köln lebten, denn sonst gab es damals kaum Aufführungsmöglichkeiten für Neue Musik. In der Burg Mödrath in Kerpen, in der Nähe von Köln, wurde Stockhausen 1928 geboren. Derzeit wird das Gebäude zu einer Kunsthalle umgebaut, und in einem Nebengebäude dieses Haus Mödrath – Räume für Kunst werden dann die historischen Geräte des WDR-Studios untergebracht für Künstler und Wissenschaftler zugänglich gemacht. Inzwischen wurden auch alle Tonbänder, Text- und Bilddokumente aus dem damaligen Studiobetrieb digitalisiert. www.wdr.de

Personalien

Humboldt Forum: Vertragsverlängerung

Kulturstaatsministerin Monika Grütters, Foto: Bundesregierung/Kugler

Kulturstaatsministerin Monika Grütters verlängerte den Vertrag mit dem Gründungsintendanten des Berliner Humboldt Forums Neil MacGregor bis 2019. Zu dessen Aufgabenbereich sagte Grütters: „Neil MacGregor wird über die inhaltliche Ausgestaltung des Hauses hinaus mit den beiden anderen Gründungsintendanten Hermann Parzinger und Horst Bredekamp nun auch die entscheidenden Weichenstellungen für die Governance-Struktur nach der Eröffnung des Hauses vorbereiten und begleiten.“ Unter Governance versteht man das Steuerungs- und Regelungssystem von Abläufen in Unternehmen und Verwaltungen. Dazu zählen in politischen Institutionen auch Transparenz, Berichtspflicht, Kooperationsprinzipien sowie Mittel der internen wie externen Kommunikation. www.humboldtforum.com

Museen & Institutionen

Museum Küppersmühle: Erweiterungsbau und K.F. Dahmen-Retrospektive

Sammler Hans Grothe, Foto: Heinz-Norbert Jocks

Im Januar 2019 soll der Erweiterungsbau des Duisburger Museums Küppersmühle seinen Betrieb aufnehmen. Der Betreiber, die Stiftung für Kunst und Kultur e.V. in Bonn, hat das Architekturbüro Herzog und de Meuron mit der Planung eines Kopfbaues an dem rund 150 m langen Gebäudekomplex einer ehemaligen Mühle am Hafenkai beauftragt. Damit vergrößert sich die Ausstellungsfläche um 2.500 qm; für die Dachzone ist eine Aussichtsplattform vorgesehen. Der Museumsbestand umfasst die Sammlungen von Hans Grothe und des Ehepaares Sylvia und Ulrich Ströher mit 1.500 Werken von der Nachkriegskunst bis in die 1990er Jahre. Hans Grothe, studierter Ingenieur und Bauunternehmer, erzählte 2011 im „Kunstforum“-Interview mit Heinz-Norbert Jocks über seine Beziehung zu dem Architekturbüro, das jetzt den Neubau verantwortet: „Als wir uns das erste Mal in Basel trafen, ging Herzog mit mir eine Kunstkiste durch, und ich erklärte ihm, wie ich mir die Front vorstelle. Darauf sagte er, ich könnte direkt bei ihm anfangen, was mir sehr schmeichelte. Damals standen Herzog & de Meuron noch am Anfang ihrer großen Karriere...“ Im Altbau läuft derzeit bis zum 3. September eine Ausstellung von Erwin Wurm. Anschließend ist als nächste große Werkschau vom 22. September bis zum 5. November 2017 eine Retrospektive von Karl Fred Dahmen (1907-1981) zu sehen – der aus Stolberg/Rheinland gebürtige Künstler wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Er zählt als Maler und Objektkünstler zu den wichtigsten Vertretern des deutschen Informel in der Nachkriegskunst. www.museum-kueppersmuehle.de

Museen & Institutionen

Dresden: Geniale Dilletanten

A. R. Penck beim Improvisieren, Atelier Volker Tenner, Dresden-Kleinzschachwitz, um 1979, Foto: Volker Tenner

In der Punk-Ära der späten 1970er Jahre waren die Musiker davon überzeugt, das Beherrschen von drei Griffen auf der Gitarre und dreitägiges Schlagzeugüben reiche zum Gründen einer Rock-Band aus. Genauso unbekümmert malten die „jungen Wilden“ mit billiger Anstreichfarbe, ohne sich um Bindemittel, Firnisse und andere handwerkliche Erfordernisse der Malerei zu kümmern. Im Westen wie im Osten Deutschlands erregte solchermaßen „eine künstleri­sche Alternativszene mit lautstarkem Protest und gezielter Provokation Aufsehen und Anerkennung: „'Geniale Dilletanten'! In der Ausstellung 'Geniale Dilletanten'. Subkultur der 1980er Jahre in West- und Ostdeutschland im Albertinum Dresden trifft die westdeutsche Subkultur der 1980er Jahre auf die alternative Musik- und Kunstszene in der DDR jener Zeit...“ Der Titel ist orthografisch bewusst falsch geschrieben. Laufzeit: 15. Juli bis 19. November 2017. www.skd.museum/de/museen-institutionen/albertinum/

Galerien & Auktionshäuser

Galerie Lethert zieht um

Christian Lethert, Foto: S. Kallnbach

Die Galerie Christian Lethert zieht in Köln in die Antwerpener Str. 52 um. Zur Eröffnung der neuen Galerieräume am 6. Oktober 2017 ist eine Gruppenausstellung zu sehen, die das aktuelle Programm der Galerie widerspiegelt. ZU den Künstlern der Galerie gehören u.a. Christiane Baumgartner, Imi Knoebel, Lutz Fritsch, Daniel Lergon und Hubert Kiecol. www.christianlethert.com

Aktionen & Projekte

Berlin: Radiator

Borgman/Lenk, Radiator, Berlin, 2017, Courtesy: Borgman/Lenk

Bis zum 31. Oktober 2017 zeigt das „dänisch-deutsche Künstlerduo Anna Borgman und Candy Lenk in der Ruine der Klosterkirche in Berlin- Mitte eine neue, speziell für den Ort geschaffene temporäre  Stahlskulptur. Der zehn Meter hohe RADIATOR verbindet das sakrale Fragment des Klosters  mit einer, im geschlossenen Kreislauf geführten Pipeline, zu einem Raumensemble. Borgman und Lenk ergänzen das historische Baufragment um ein absurdes funktionsloses  Interieur. Entlang der fehlenden Südfassade der Kirche wird ein gigantischer Heizkörper aufgestellt, dessen verschlungene Röhren ihr leeres Inneres zirkulieren lassen. Das Projekt  demonstriert für Borgman und Lenk den vergeblichen Reparaturversuch am sakralen Raum durch ein profanes Gerät.“ www.borgmanlenk.com

Preise

Heidi Weber-Preis

Verleihung Heidi Weber-Preis

Orenzio Fernandez durfte zum 50 jährigen Jubiläum der Eröffnung des Heidi Weber Hauses von Le Corbusier im Zürichhornpark den Heidi Weber-Preis entgegennehmen (10.000 Franken). Der Preisträger „kümmerte sich permanent mit äußerster Sorgfalt um das letzte und einzige in Stahl und Glas von Le Corbusier entworfene avantgardistische Gebäude“ mit Restaurierungs- und Unterhaltsarbeiten. Der Preis wird von der Heidi Weber Stiftung für „ außerordentlichen Beiträge... im Zusammenhang mit dem Werk von Le Corbusier“ vergeben. heidiweberfoundation.com

Galerien & Auktionshäuser

Nika Oblak & Primoz Novak in der Galerie im Körnerpark

Nika Oblak & Primoz Novak: Reality is Out, kinetische Videoinstallation, 73x42x10 cm, 2012 © Nika Oblak & Primoz Novak

Nika Oblak & Primoz Novak bespielen vom 29. Juli bis zum 25. Oktober 2017 die Berliner Galerie im Körnerpark mit ihrer Ausstellung "And Now for Something Completely Different 6". "Wie kann ein durch das Videobild fliegender Ball den Bildschirm ausbeulen? Kann man sich physisch gegen die Übermacht der Medien wehren? Mit ihren Installationen, Performances, Videos und Fotografien hinterfragt das slowenische Künstlerduo Nika Oblak und Primoz Novak die moderne Konsumkultur und die Art und Weise, wie die Medien Normen und Realitäten erzeugen. In ihren kinetischen Installationen verbinden Oblak und Novak Videoperformances mit Pneumatik und verknüpfen so den virtuellen Raum der Medien mit dem dreidimensionalen Raum des Realen. Die Arbeiten des Duos durchzieht ein hintergründiger Witz, mit dem sie Alltagsrealitäten ad absurdum führen." Dazu wird im September und Oktober Begleitprogramm mit Gespräch, Konzert und Musikperformance geboten. www.kultur-neukoelln.de

Kulturpolitik

Urheberrechts-Novelle

Vor der Sommerpause 2017 brachte die Regierungskoalition gegen die Stimmen der Linken und bei Enthaltung der Grünen die Novelle des Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetzes durch den Deutschen Bundestag. Von 631 Bundestagsabgeordneten waren bei der Abstimmung allerdings nur 40 anwesend. Das neue Gesetz tritt erst zum 1. März 2018 in Kraft. Nach vier Jahren soll die Praxis überprüft werden, wie und in welchem Umfang geistiges Eigentum Dritter z.B. von Schulen und Hochschulen legal genutzt wird. Justizminister Heiko Maas hält es für „weltfremd“, wenn Lehrer sich erst mit Verlagen über Lizenzverträgen auseinandersetzen müssten; die Nutzungsrechte für Schulen und Bibliotheken werden daher mit dem neuen Gesetz ausgeweitet; die Urheberrechte der Autoren gleichzeitig eingeschränkt. Das Kernstück des Gesetzes umfasst sechs Schrankenregelungen: zum „Unterricht und der Lehre an Bildungseinrichtungen“ und für die nicht-kommerzielle Forschung dürften künftig 15 Prozent eines Werkes genutzt, d.h. als Lehrmittel vervielfältigt werden; für die eigene wissenschaftliche Forschung sogar 75 Prozent. Weiterhin regelt das Gesetz, in welchem Umfang Bibliotheken, Museen und Archive ihre Bestände digitalisieren und Kopien versenden dürfen. Urheber erhalten dafür pauschale Vergütungen durch Verwertungsgesellschaften wie bisher auch, wenn z.T. Texte oder Lieder von ihnen in Schulbücher oder kirchliche Gesangbücher übernommen werden; allerdings sind dies in den meisten Einzelfällen Bagatellbeträge. Das Gesetz schafft aber nicht die Pflicht ab, ganze Werke auch weiterhin zu erwerben oder sich bei den Verlagen um Lizenzabsprachen zu bemühen, sondern garantiert lediglich eine „Mindestversorgung mit Inhalten für die Nutzung in Bildung und Wissenschaft“.

Museen & Institutionen

Restitutionen in Bayern undf Berlin

Süddeutscher Meister um 1530/40, „Auferweckung des Lazarus“, Sammlung James von Bleichenröder

Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen haben das Werk eines süddeutschen Meisters um 1530/40 mit dem Motiv „Die Auferweckung des Lazarus“ aus der Sammlung James von Bleichenröder an die Erbengemeinschaft restituiert. Es stammt aus dem Nachlass des preußischen Rittmeisters von Bleichenröder (1859-1937), Sohn eines Bankiers, dessen Privatbank unter Hitler unterging. Wegen ihrer jüdischen Herkunft verlor die Familie in der NS-Zeit ihre soziale Stellung, mehrere Mitglieder verloren ihr Leben im Holocaust. Der Erblasser James von Bleichenröder gilt daher als kollektiv verfolgt ab 1933. Das Gemälde wurde 1938 versteigert und dann von Hermann Göring gekauft, geriet dann 1961 in den Fundus der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Mit der Erbengemeinschaft vereinbarten die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, nach der Restitution das Werk anzukaufen. Insgesamt hat Bayern seit 1998 Kunstwerke restituiert, die sich nach den Statuten des Washingtoner Abkommens als NS-Raubkunst erwiesen. Auch die Berlinische Galerie nahm eine Restitution vor und gab den fünfteiligen Gemäldezyklus „Tempeltanz der Seele“ des Jugendstilkünstlers Fidus (bürgerlich Hugo Höppener,1868-1948) an die Australien lebenden Erben eines Sammlerehepaares zurück, um es dann für eine nicht genannte Summe zu erwerben. Meta und Richard Neuhäuser hatten den Werkkomplex 1910 für ihr Musikzimmer in Auftrag gegeben. Als die Familie ab 1933 wegen ihrer jüdischen Herkunft verfolgt wurde, nahm sich Richard Neuhäuser 1935 das Leben; die Tochter konnte 1937 nach Australien fliehen. www.pinakothek.de/bayerische-staatsgemaeldesammlungen

Ausschreibungen

Queens International

Das Queens Museum in New York lobt eine Teilnahme an der Queens Biennale aus, die seit 2001 stattfindet. KUratorin für 2018 ist Sophia Maria Lucas, Assistenzkuratorin am Queens Museum. Interessierte Künstler können bis zum 25. September 2017 dazu ihre Konzeptvorschläge einreichen, in denen sie sich mit den drängenden Fragen unserer Zeit auseinandersetzen. Ausstellungsort ist das Queens Museum mit der Queens Library als Partner, die demnächst Filialräume im Museum bezieht. Alle einjurierten Kandidaten werden im Januar 2018 benachrichtigt. Infos und Kontakt: www.queensmuseum.submittable.com/submit/88488/open-call-queens-international-2018

Aktionen & Projekte

Roxy in the Box in Osnabrück

Roxy in the Box, Chatting, #VascioArt, Naples 2015, © / Foto: Roxy in the Box

Die "systemirritierende Präsentation und Vermittlung von Kunst" innerhalb und außerhalb des Museumskontextes gehört zum Konzept der Kunsthalle Osnabrück. Dabei geht es oft um partizipatorische Projekte im Außenraum. Das jüngste Projekt beginnt am 29. Juli 2017 mit der in Neapel lebenden Künstlerin "Roxy in the Box". Sie plant die Fassaden des Rosenplatzviertels mit prominenten Persönlichkeiten und „Stars“ der Kunstwelt zu plakatieren, lebensgroß und in knalligen Farben. Sie transportiert damit die Kunst aus dem institutionellen Kunstkontext heraus und trägt sie dorthin, wo man sie nicht unbedingt erwartet: in ein Quartier, das durch eine alternative Kulturszene, eine multikulturelle Bevölkerung und eine im Umbruch befindliche Infrastruktur gekennzeichnet ist. Zu ihrem Konzept gehört es, die Anwohner dieses Viertels mit "Ikonen" aus der Kunstwelt ins Gespräch zu bringen und damit die Grenzen zwischen Hochkultur und populärer Kultur durchlässig zu machen: „Roxy in the Box“ bringt daher nicht nur Bilder von Frida Kahlo, Albrecht Dürer, Yoko Ono, Udo Lindenberg, Joseph Beuys, Marina Abramović u.a. auf die Straße, sondern auch Geschichten, die sie ihrem Publikum individuelle Weise vermittelt." Das Projekt nennt sich "Die Rakete". www.kunsthalle.osnabrueck.de

Messen & Märkte

Seattle Art Fair

Im CenturyLink Field Event Center wird vom 3. bis zum 6. August 2017 die Seattle Art Fair abgehalten; das Teilnehmerfeld umfasst etwa 85 Galerien. Im vergangenen Jahr reisten auch 3 Galeristen aus Tokyo und je einer aus Canada, Frankreich und Korea an, aus Köln ebenso die Choi & Lager Gallery, doch alle anderen Aussteller kamen aus ausschließlich aus den USA. „Projects“ und „Talks“ ergänzen das Ausstellungsprogramm der Galerien. Im Projekte-Bereich werden experimentelle Kunst, Videoprojektionen und Installationen präsentiert. www.seattleartfair.com

Hochschulen

Stuttgart: Preisverleihungen zum Rundgang

Rundgang ABK Stuttgart, Foto: Kristina Pauli

Zum diesjährigen Rundgang an der ABK - Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart wurden diverse Preise verliehen: Der DAAD-Preis ging 2017 an Suah Im, die „mit Installationen, Zeichnungen und Performances das Geschlechterverhältnis zwischen Mann und Frau und damit einhergehend die Themen Sexualität, Machtverhältnis, Dominanz, Verletzung und Einsamkeit behandelt“. Mit dem Akademiepreis der ABK Stuttgart wurden Nils Simon Fischer, Muna Rasch, Laura Fröhlich und Timo Leicht (Gruppe Günther Mailand/Frida Innenhof) bedacht, außerdem Therese Friedemann. Eine lobende Erwähnung erhielten die Gruppe „307B“ sowie Jong-Hyun Park und sein Team für die Gestaltung der Keramikwerkstatt als Café, sowie die Klasse von Prof. Christian Jankowski für ihr Projekt „Horst und Maria“, das während eines Aufenthalts in Istanbul entstanden ist. Weitere Auszeichnungen erhielten Franziska Doll, Mark Julien Hahn, Jan Robert Obst sowie Carolyn Raff. Im Studiengang Architektur gingen die Akademiepreise an Arthur Neznanov, Leonard Kern, Yannik Kaiser und Samuel Weiss, außerdem an die Klasse für Grundlagen der Gestaltung von Prof. Fahim Mohammadi. Den Erwin-Heinle-Preis erhielt der Akademie-Absolvent Ludwig Rensch. Der Herta-Maria-Witzemann-Preis ging an Maren Kröller. www.abk-stuttgart.de

Galerien & Auktionshäuser

Galerie Silberkuppe schließt

Dominic Eichler und Michel Ziegler haben nach neun Jahren den Betrieb ihrer Berliner Galerie Silberkuppe in der Sommerpause 2017 eingestellt. Über die Gründe wurde nichts bekannt. Zu den Künstlern der Galerie gehörte u.a. Thomas Locher. www.silberkuppe.org

Galerien & Auktionshäuser

Galerie Zwischenwelt

Galerie Zwischenwelt, Betreiber Perra und Öksüz

In Berlin-Pankow hat am 28. Juli 2017 ein neuer Kunstraum mit dem Namen Galerie Zwischenwelt seinen Betrieb aufgenommen. In der Florastr. 34 B bestreiten die erste Gruppenausstellung die Künstler TH.Grandi, Monika Michalko und Kristian Pettersen. Neben Kunstausstellungen umfasst das Programm der Betreiber Pablo Perra und Ünsal Öksüz auch Objektsammlungen (Spielzeug, Comics, Platten, Sneaker), Werke von Illustratoren und Filme.

Biennalen

Yokohama Triennale

„Islands, Constellations and Galapagos“ lautet das Thema der Yokohama Triennale (4. Aug. bis 5. Nov. 2017). Darauf einigten sich die künstlerischen Direktoren und weitere Experten nach intensiver Diskussion auf einem Konzept-Treffen. Die künstlerische Leitung liegt bei Akiko Miki, Eriko Osaka und Tomoh Kashiwagi. In dieses Moto flißen Beobachtungen der aktuellen Stimmungslage ein – auch in Japan registriert man aufmerksam die globalen Migrationsbwegungen und Flüchtlingskrisen, die Verhandlungen über einen „Brexit“ Großbritanniens aus der EU und andere Zeitphänomene. „Galapagos“ ist eine Metapher auf die „archipelartige Existenz“ von Kulturräumen in einer Welt, die heute eher „konservativ wächst“ und sich dabei eher auf „geschlossene Umgebungen“ fixiert. Rückbesinnungen auf den Nationalismus wie derzeit in vielen Staaten Europas und potenzielle Weltoffenheit sind auf „widersprüchliche Weise“ miteinander verflochten. Mit den künstlerischen Beiträgen will die Triennale „am Wendepunkt einer Ära“ die „Komplexität und Tiefe“ einer Welt erfassen, die nicht allein durch eine „digitale Perspektive“ erklärt werden kann, deren „Weltansicht“ nur aus „0“ und „1“ besteht. Stattdessen fordern die Kuratoren parabelhaft jenen Mut ein, den einst die Seeleute hatten, die sich auf dem offenen Meer nur an den Sternen orientierten, wenn sie nach fernen Kontinenten segelten – aus einer vergleichbaren Haltung ließe sich heute vielleicht eine multiperspektivische Sichtweise zurück gewinnen. Hauptveranstaltungsorte sind das Yokohama Museum of Art und das Yokohama Red Brick Warehouse. Eingeladen sind u.a. Ai Weiwei, Broomberg & Chanarin, Maurizio Cattelan, Dong Yuan, Sam Durant, Olafur Eliasson, Alex Hartley, Hatakeyama Naoya, Carsten Höller, Tobias Rehberger, Anri Sala & Rirkrit Tiravanija, Jenny Holzer, Christian Jankowski, Kawakubo Yoi, Kazama Sachiko, Ragnar Kjartansson, Map Office, Prabhavathi Meppayil, Ozawa Tsuyoshi, Katie Paterson, Paola Pivi, Kathy Prendergast, Rob Pruitt, Wael Shawky, Shooshie Sulaiman, The Propeller Group, Ujino sowie Yanagi Yukinori. www.yokohamatriennale.jp

Ausschreibungen

Schöppingen-Stipendium

Die Bewerbungsrunde für Stipendien des Künstlerdorf Schöppingen im Bereich Bildende Kunst/Neue Medien, Literatur und Komposition dauert noch bis zum 15.9.2017. Ohne Altersbegrenzung können Interessenten sich online (Bildende Kunst und Literatur) bzw. per Post (nur Komposition) bewerben. Das Stipendium beträgt 1.025,- Euro/mtl. abzügl. Nebenkosten. Aufenthaltsdauer: nach Absprache 2 bis 6 Monate. Infos: www.stiftung-kuenstlerdorf.de.

Aktionen & Projekte

Summer of Love

Katerina Gregos

Auf das Jahr 1967, mithin also auf eine exakt 50 Jahre zurück liegende Zeitspanne, rekurriert das von Katerina Gregos kuratierte Projekt Summer of Love, das ab dem 3. August 2017 im Art Space Pythagorion auf der griechischen Insel Samos durchgeführt wird. Ausrichter ist die in München ansässige Schwarz Foundation. Im kollektiven Gedächtnis gilt das Jahr 1968 als Höhe- und Wendepunkt der damaligen Studentenrevolte und der Protestbewegungen – im Mai 1968 kam es z.B. zu einem wochenlangen Generalstreik in Frankreich, und ein Jahr später läutete 1969 das Woodstock-Festival den Nachhall dieses Aufruhrs der APO-Generation ein. Doch für die Initiatoren dieses Projekts ist das Jahr 1967 der eigentliche Fixpunkt eines „Summers of Love“ - in diesem Jahr veröffentlichten die Beatles ihren Song „All you need is love“, formierten sich in San Francisco die ersten Hippie-Kommunen, und in deren Umfeld zeichnete Robert Crumb seine ersten Underground-Comics, die das Lebensgefühl seiner Generation ausdrückten. 1967 druckte Charles Plymell die ersten ZAP-Comics – sie stellten ein ideologisches Gegenmodell zu der heilen sauberen Walt Disney-Welt des kapitalistischen Amerika dar. In Griechenland indessen begann 1967 eine sieben Jahre lang andauernde Militärdiktatur – auch das ist 50 Jahre später im Documenta-Jahr Anlass zur künstlerischen Reflexion in der „Summer of love“-Ausstellung. Im Pressetext heißt es dazu: „Summer of Love möchte sich über dieses geschichtsträchtige Jahr anlässlich seines fünfzigsten Jubiläums Gedanken machen, und dabei die Aufmerksamkeit auf eine Ära lenken, als die Konzepte der Politik und der Liebe eine echte Dringlichkeit besaßen... Es war eine Zeit des zivilen Ungehorsams, des Antiautoritarismus, des politischen Protests und des 'Flower Power'. Politischer Aktivismus wurde in soziokulturellen Aktivismus und alternative Lebensstile (sexuelle Freiheit, Kommunen, geteilter Besitz) übersetzt... Es bestand Hoffnung auf eine neue und andere Welt, voller Liebe und gegenseitigem Verständnis, was im Rückblick idealistisch und naiv erscheinen mag. Doch vielleicht sind Lehren daraus zu ziehen, wenn wir über diese Periode nachdenken und sie mit der stramm individualistischen, von mörderischem Wettbewerb geprägten Gegenwart vergleichen...“ www.schwarzfoundation.com

Museen & Institutionen

Aboriginal Art im Metropolitain Museum

Gunybi Ganambarr (Australian, born Yirrkala, 1973). Buyku (detail), 2011. Ocher on incised laminate board, 35 7/8 x 71 1/4 in. (91 x 181 cm). The Metropolitan Museum of Art, New York, Gift of Robert Kaplan and Margaret Levi, 2016

Das New Yorker Metropolitain Museum hat die globale zeitgenössische Kunst als einen seiner Ausstellungs- und Sammlungsschwerpunkte. Derzeit liegt der Fokus auf der Aboriginal Art aus Australien. Vom 11. August bis zum 17. Dezember 2017 stellt das Museum unter dem Titel "On Country: Australian Aboriginal Art from the Kaplan-Levi Gift" Werke der Künstler Doreen Reid Nakamarra, Dorothy Napangardi, Kathleen Petyarre, Abie Loy Kemarre und Gunybi Ganambarr vor.

Museen & Institutionen

Geoffrey Farmer & Gareth Moore im Salzburger Kunstverein

Bailey Bros, Pioneer S.S. „Beaver“ First Steamer (nahe den Mudflats), 1888 adaptiert von Geoffrey Farmer & Gareth Moore

Die kanadischen Künstler Geoffrey Farmer und Gareth Moore entwickeln gemeinsam eine kollaborative ortsbezogene Installation für den Salzburger Kunstverein. Farmer, der in diesem Jahr den kanadischen Pavillon auf der Venedig Biennale bespielt, und Moore, der im Sommer Artist-in-Residence ist, verwandeln „den Galerieraum mit Hilfe von Münzen aus dem Bauch einer Schildkröte, einer Kanone, die in einem Auto quer durch’s Land gefahren wurde, einer Glühbirne, einem nebligen Morgen und Wasserspielen in einen großen Teich“ verwandeln. Ausstellungsdauer: 29. Juli bis 1. Oktober 2017. www.salzburger-kunstverein.at

Museen & Institutionen

Krefeld: Schenkung von Design-Objekten

Sophie Taeuber Arp, Ensemble 1, 1928/1930, Limitiert auf 12 Stück, 1300 x 233 x 500/340 mm, Tannenholz, Foto: Frédérique Dumur

Das Krefelder Kaiser Wilhelm-Museum war ursprünglich als Museum für Kunst und Kunstgewerbe konzipiert, und die jetzige Direktorin Katia Baudin möchte „die Bestände der angewandten Kunst sowie die Schnittstellen zwischen angewandter und bildender Kunst im zukünftigen Ausstellungsprogramm stärker in den Vordergrund zu rücken. Damit knüpfen die Kunstmuseen Krefeld an die Gründungsgeschichte des Kaiser Wilhelm Museums aus einer zeitgenössischen Perspektive an.“ Zu dieser Programmpolitik passt idealerweise die Schenkung von rund 50 hochwertigen Designpbjekten und Möbeln durch die französischen Designhersteller Bruno Domeau und Philippe Pérès. Zu diesem Konvolut gehören u.a. Möbelstücke von Sophie Raeuber-Arp sowie Objekte und Prototypen von Christophe Pillet, matali crasset, Martin Szekely, Eric Jourdan oder Michael Young. www.kunstmuseenkrefeld.de

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