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Museen & Institutionen

Benefiz-Versteigerung

DEICHTORHALLEN HAMBURG, Foto: Deichtorhallen GmbH

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Deichtorhallen Hamburg findet am 21. Mai 2015 eine Kunst-Auktion des Förderkreises der Deichtorhallen statt. Christiane Gräfin zu Rantzau, Chairman Christie’s Germany sowie Dirk Boll, Managing Director Christie’s Europe, versteigern 52 Werke von renommierten Künstlern Monica Bonvicini, Robert Longo, Elizabeth Peyton, Cosima von Bonin und Ai WeiWei zugunsten der Deichtorhallen. Zum Teil sind diese Arbeiten eigens für diese Auktion entstanden. Vom 12. Mai bis 20. Mai 2015 werden die Arbeiten vorab in einer Vorbesichtigung im Foyer der Halle für aktuelle Kunst präsentiert. Die 1994 gegründete Michael Stich Stiftung beteiligt sich ergänzend an der Auktion. Aufgrund seiner Kontakte zu Künstlern und Galerien hat Michael Stich dazu beigetragen, Werke für die Auktion zu akquirieren. Der Erlös dieser Werke kommt wiederum der Michael Stich Stiftung zugute. www.deichtorhallen.de

Messen & Märkte

Internationale Messetermine

8.-11.5. 2015 Art Revolution Taipeh 13. -17.5. 2015 Select New York 14.-17.5. 2015 Frieze Art New York 14.-17.5. 2015 NADA New York 15.-17.5. 2014 Art Basel Hong Kong 21.-23.5. 2015 Art15 London 29.5.-.2.6. 2015 The Moccow World Fine Art Fair 4.-7.6. 2015 Arte BA Buenos Aires 11.-18.6. 2015 Art Antiques London 15.-20.6. 2015 Volta Basel 16.-21.6. 2015 Liste Basel 18.-21.6. 2015 Art Basel 9.-12.7. 2015 Art Monaco 10.-12.7. 2015 art bodensee Dornbirn

Messen & Märkte

Huntenkunst

Vom 29. bis 31. Mai 2015 findet zum dreiundzwanzigsten Mal die internationale Kunstmesse „Huntenkunst“ in der SSP-Halle in Ulft (Niederlande) statt. „Huntenkust“ präsentiert 220 Künstler aus 30 Ländern mit Beiträgen aus allen künstlerischen Disziplinen. www.huntenkunst.org.

Kulturpolitik

Tag der kulturellen Vielfalt

Seit 2001 ruft die Generalversammlung der UN den 21. Mai zum Tag der kulturellen Vielfalt aus. Der Sprecherrat des Deutschen Kulurrats will dieses Datum in diesem Jahr zum Aktionstag gegen die geplanten Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP) und Canada (CETA) gestalten und erhofft sich breite Unterstützung von vielen Organisationen. Info-Tel. 030/226 05 28 – 18, E-Mail: g.schulz@kulturrat.de

Galerien & Auktionshäuser

Vienna Gallery Weendend

VIENNA GALLERY WEEKEND, Logo

Zum sechsten Mal laden Wiens führende Galerien von 29. bis 31. Mai 2015 zum Vienna Gallery Weekend ein. Über drei Tage zieht sich das dichte Programmangebot der 21 teilnehmenden Galerien. Begleitend dazu beschäftigen sich Talkrunden in der Kunsthalle Wien im MuseumsQuartier mit aktuellen Fragen des Kunstbetriebes. Erstmals erscheint zu der Veranstaltungsreihe auch ein eigenes Magazin. www.diegalerien.at

Kulturpolitik

Thüringer Kulturforum

Manche Regionen Ostdeutschlands sind strukturpolitisch von anhaltender Abwanderung betroffen, vor allem die ländlichen Gebiete. Zugleich produzieren nicht nur, aber vor allem dort Rechtsradikale mit ihren Umtrieben unrühmlicher Schlagzeilen. „Die Migrations- und Flüchtlingsthematik“ sei „gerade auch in schrumpfenden Regionen ein großes Thema für eine gestaltende Kulturpolitik“, doch dies sei „aber weitgehend bislang nicht als solches erkannt bzw. aufgegriffen“ worden, erkannte man kürzlich beim Thüringer Kulturforums in Arnstadt. Auf diesem Kulturforum wurden die Ergebnisse und Maßnahmen der Kulturentwicklungskonzepte für die beiden Modellregionen Kyffhäuserkreis/Landkreis Nordhausen und Landkreis Hildburghausen/Landkreis Sonneberg vorgestellt.“ Die Ansätze umfassen u.a. „kulturtouristische Strategien“, „Unterstützungsmöglichkeiten für Local Heros“, alternative Netzwerkstrukturen und die Bildung neuer institutioneller Verbünde.

Aktionen & Projekte

Imagine Reality

CRISTINA DE MIDDEL, Ijewa, aus der Serie „This Is What Hatred Did“, 2014

Seit 2010 präsentieren RAY Fotografieprojekte Ausstellungen im Rhein-Main-Gebiet. In diesem Jahr finden die Ausstellungen mit zeitgenössischer Fotografie vom 20. Juni bis 20. September 2015 statt. Den Kern des Programms bildet die gemeinsame Hauptausstellung „Imagine Reality“ im Fotografie Forum Frankfurt, im Museum Angewandte Kunst und im MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main. Dabei gehrt es um „Bildfindungen zu subjektiven und inszenierten Wirklichkeiten“. Außerdem sind diverse Partnerausstellungen in benachbarten Kunstinstituten angekündigt: Der Frankfurter Kunstverein plant eine Neuproduktion mit dem amerikanischen Künstler Trevor Paglen. Die Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim stellt Jörn Vanhöfen aus. Sascha Weidner ist in der Marta Hoepffner-Gesellschaft für Fotografie e.V. im Stadtmuseum Hofheim zu sehen. Für die Darmstädter Tage der Fotografie wird der französische Künstler Georges Rousse eine ortsspezifische Arbeit entwickeln.cwww.ray2015.de

Preview

Naturzeichenzeichnen

RAINER KÖNIG, Wiesenburg/Mark, Fenster im Sägewerk, 2001, Copyright: Rainer König, Courtesy Collection Regard, Berlin

Janos Frecot kuratiert für die Berliner Alfred Ehrhardt-Stiftung eine Foto-Ausstellung zum Thema „Natur“. Viele der Exponate stammen aus seiner privaten Sammlung. Mit dem Titel „Naturzeichenzeichnen“ spielt der Kurator auf „Bilder der Natur und auf das Notieren und Ausformulieren ihrer stets wandelbaren Gestalten“ an. „Früher verließ man nicht ohne Stift, Zeichenblock und Malzeug das Haus, um sich die Welt anzueignen. Heute verwenden wir dafür die Kamera, gleich ob analog oder digital. Wie früher den Zeichenstift nutzen wir die Kamera zum Vermessen der Welt oder zum Generieren des Bildes, das wir uns von ihr machen. Der Schritt vom Notieren zum Begreifen ihrer fragilen Einmaligkeit lässt sich vereinfacht als Differenz zwischen Abbild und Bild benennen.“ Ab 3. Juli 2015. www.alfred-ehrhardt-stiftung.de

Aktionen & Projekte

Lüpertz: Kirchenfenster

ST. ELISABETH  BAMBERG

2009 stellte man vor der Kirche St. Elisabeth in Bamberg eine „Apoll“-Skulptur von Markus Lüpertz auf. Jetzt gestaltet Lüpertz auch für die Kirche aus dem 14. Jahrhundert neue Fenster. Motiv ist die Heilige Elisabeth, die nach den Worten von Pfarrer Hans Lyer „sowohl als Mystikerin als auch als barmherzige Frau“ dargestellt wird. Finanziert wird das Projekt über Spenden und Sponsorengelder. Markus Lüpertz will im Frühsommer 2015 mit den Entwürfen fertig sein. Der Künstler hat schon mehrmals Kirchenfenster gestaltet, so für Ste. Cyt et Ste. Julitte in Nevers (Frankreich), St. Andreas (Köln), die Lübecker Marienkirche und die Dorfkirche in Landsberg-Gütz.

Aktionen & Projekte

Broken Theories

Noemi Smolik leitet das Praxisseminar „Broken Theories“ für angehende Kunstkritiker. Es findet als „Kunstkritik Labor 2“ am 13./14. Juni 2015 und am 4./5. Juli 2015 im Rahmen der Ausstellung „Broken Spaces“ in der Düsseldorfer Arthema Foundation (Kaistraße 10) statt. Referenten sind Antje Stahl, Marion Ritter, Kolja Reichert, Timotheus Vermeulen. Teilnahmegebühr: 80 Euro. wwwkaistrasse10.de

Aktionen & Projekte

Urban Nation

PHLEGM, Fassadenbild, 2015, Fotocredit: @urbannationberlin

„Urban Nation ist als Netzwerk „für Künstler, Projekte und Nachbarschaft zu verstehen“. Im Zentrum steht hier die Kunstform Street Art. Seit Ende 2013 lädt die Initiative in regelmäßigen Abständen Künstler und Kuratoren der Urban Art Szene nach Berlin ein, um dort urbane Räume künstlerisch zu gestalten. Soeben haben eingeladene Street Art-Künstler ein tristes Parkhaus in Schöneberg und ein Wohnhaus in Prenzlauer Berg als „One Wall“-Projekte neu gestaltet. „Die Idee von One Wall ist es, ausgewählte Berliner Wände in Kunstwerke zu verwandeln“, erklärt dazu Yasha Young. Der britische Cartoonist, Illustrator und Steampunk-Vertreter Phlgem ist bekannt für seine schwarz-weißen surrealen Figuren. „Er setzt sich mit der überwältigenden Herrschaft der Maschine über unser Leben auseinander. Durch ihn wird das Parkhaus in der Schöneberger Alvenslebenstraße, Ecke Kirchbachstraße mit all seinen Winkeln und Ecken selbst zur Maschine.“ Das Duo Herakut gestaltete die Fassade des Wohngebäudes in der Greifswalderstraße 87/88. Die beiden deutschen Künstler Hera (Jasmin Siddiqui) und Akut (Falk Lehmann) „entführen sie den Betrachter... in eine imaginäre Welt“ und entschieden sich für ihr neues Fantasy-Werk in Prenzlauer Berg für „zarte Pudertöne“. www.urban-nation.net

Aktionen & Projekte

Die Zeichnung geht weiter

MATTHIAS BECKMANN, Hieroglyphen und allerlei Durchblicke im Neuen Museum aus der Reihe Postkarten aus Berlin, 2014 Bleistift auf Papier (Ausschnitt)

Im Medienkunst- und Installations-Hype der 1990er Jahre mussten die Professoren an den Kunstakademien ihre Studenten bisweilen dazu drängen, sich auch mal dem Medium der Zeichnung zu widmen. Auf den Kunstmessen gab es noch vor wenigen Jahren Zeichnungen lediglich von Klassikern im Angebot, aber nur selten von zeitgenössischen Künstlern. Das allerdings hatte wohl auch etwas damit zu tun, dass man für eine Akt-Studie mit Kohlestift im DIN A 3-Format nicht denselben Preis verlangen kann wie für ein mittelformatiges Gemälde, und Zeichenblätter von jungen Künstlern erzielen auch heute keine Preise im oberen vierstelligen Bereich. Dennoch hat in den letzten 1-2 Jahren eine Renaissance der Zeichnung eingesetzt, sowohl bei den Künstlern als auch im Ausstellungsbetrieb. Unter dem Titel „Die Zeichnung geht weiter“ zeugt derzeit bis zum 15. Juli 2015 die Berliner Galerie Poll „Positionen zeitgenössischer Zeichenkunst“. Künstlerliste: Martina Altschäfer, Matthias Beckmann, Joachim Grommek, Birgit Hölmer, Andrey Klassen, Sascha Kürschner, Joachim Schmettau, Matthias Sturm. www.poll-berlin.de

Personalien

Akademie der Künste: Neuwahlen

KLAUS STAECK, Foto: Siglinde Kallnbach

www.adk.de Klaus Staeck, Grafikkünstler, darf laut Satzung nach Ablauf seiner dritten Amtszeit nicht erneut für das Präsidentenamt der Berliner Akademie der Künste kandidieren. Auch seine Stellvertreterin Nele Hertling muss ihren Posten abgeben. Die Wahl der Nachfolger findet am 30. Mai 2015 statt. Wer antritt, ist derzeit nicht bekannt.

Museen & Institutionen

Valie Export Center gegründet

VALIE EXPORT, Fotoquelle: Wikipedia/Manfred Werner-Tsui

Der Gemeinderat der Stadt Linz erwarb den Vorlass von Valie Export für 700.000 Euro. erworben. Dieses Archiv mit Kunstwerken, Skizzen, Entwürfe, Projektskizzen, Korrespondenzen, Zeitungsausschnitten, Plakaten, einer Bibliothek und Negativen wird vom Lentos Kunstmuseum betreut und bildet den Grundstock eines Valie Export Centers als internationaler Forschungsstätte für Medien- und Performancekunst. In Kooperation mit der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz werden eine Datenbank erstellt, alle Materialien des Archivs in angemessener Weise eingelagert, die Bestände via Internet oder Besuch öffentlich zugänglich gemacht, wissenschaftliche Schriften publiziert und regelmäßige Veranstaltungen durchgeführt. Die Einrichtung des Archivs beginn am 1. Juni 2915; ein „Regelbetrieb“ findet ab 2017 statt. www.lentos.at

Ausschreibungen

Heinrich von Zügel-Kunstpreis

Der Heinrich von Zügel-Kunstpreis ist für Künstler aus der Region Pfalz,Oberrhein und Nord-Elsass ausgelobt und mit Preisgeldern von 2.000/1.000 Euro sowie einem Publikumspreis dotiert. Thema: „Zwischen Tradition und Gegenwart“. Zugelassen sind Malerei und Grafik. Deadline: 17. Juli 2015. Download der Wettbewerbsunterlagen unter: www.kunstverein-woerth.de.

Ausschreibungen

Filmwettbewerb

Beim Wettbewerb um den Dekalog-Filmpreis geht es um die filmische Auseinandersetzung mit den Zehn Geboten. Die aktuelle Ausschreibung zielt auf Beiträge über das fünfte und sechste biblische Gebot („Du sollst nicht töten“, „Du sollst nicht ehebrechen“). Maximallänge: 40 Minuten. Preisgelder: 2.000/1.000/500 Euro. Einreichfristen: 31. Juli 2015 für Filme über das fünfte Gebot und 31. Oktober 2015 mit Bewerbungen zum sechsten Gebot. Infos und Kontakt: Guardini Stiftung e. V., Dr. Heinke Fabritius, Askanischer Platz 4, 10963 Berlin, Tel.030-21 73 58 22, E-mail: film-dekalog@guardini.de, Internet: www.guardini.de oder www.stiftung-stmatthaeus.de

Ausschreibungen

Geschäftsführer gesucht

Der Berliner Kunstverein nGbK besetzt zum 1. September 2015 seine Geschäftsführung neu. Die Programmgestaltung liegt in den Händen wechselnder Kuratoren; die Geschäftsführung sorgt für „die Rahmenbedingungen der nGbK als Ort der Produktion von Ausstellungen und Projekten und begleitet deren Realisierung. Von der Geschäftsführung erfordert dies im erhöhten Maße Dialogkompetenz, Kooperationsbereitschaft, Durchsetzungsvermögen und Verhandlungsgeschick sowie organisatorische und betriebswirtschaftliche Erfahrungen in einer Leitungsfunktion.Die Stelle ist zunächst auf 5 Jahre befristet mit einer Verlängerungsoption für weitere 5 Jahre. Bewerbungen per Email (max. 3 MB) bis zum 22. Juni 2015 an: bewerbung2015@ngbk.de, Rückfragen:unter praesidium@ngbk.de, Infos: www.ngbk.de

Personalien

Eva Aeppli gestorben

EVA AEPPLI, ca. 1996, Foto: Leonardo Bezzola

Zwei Tage vor ihrem neunzigsten Geburtstag starb die Künstlerin Eva Aeppli. Sie lebte mit ihrem Mann Jean Tinguely von1952 bis 1960 in Paris, wo zunächst Zeichnungen und kleine Handpuppen entstanden. Ab 1960 schuf Eva Aeppli grossformatige Gemälde und lebensgrosse textile Figuren und Figurengruppen. Ein letztes Werkkonvolut waren die Bronze-Köpfe. In Daniel Spoerris Ausstellungshaus in Hadersdorf fand 2010 die letzte grosse Ausstellung der Werke von Eva Aeppli statt.

Kulturpolitik

Jonathan Meese: erneuter Freispruch

JONATHAN MEESE, Fotoquelle: Wikipedia/Jan Bauer

Jonathan Meese hatte im vergangenen Herbst erneut bei einer Performance den Hitlergruß dargeboten – diesmal bei einem Literaturfest in München. Meese hatte dort über seine Ausbootung als „Parsifal“-Regisseur bei den Bayreuther Festspielen gelästert, seit 1945 habe es dort „keine starke Performance“ mehr gegeben, die „letzte starke Inszenierung“ sei Hitler gewesen. Die Staatsanwaltschaft München stellte jetzt ein Verfahren wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen nach dem Strafrechtsparagrafen 86a ein. Der Anwalt des Künstlers argumentiert, der Auftritt sei als Performance anzusehen und damit als Kunst. Wegen Zeigen des Hitlergrußes habe nun schon das vierte Verfahren gegen seinen Mandanten „mit einem Freispruch“ geendet. In der Berichterstattung über einen früheren Prozess gegen Meese hatte die „Süddeutsche Zeitung“ auf den Künstler Anselm Kiefer verwiesen, der 1969 als Abschlussarbeit in verschiedenen Ländern den Hitlergruß ausführte, und zwar dort, wo sein Vater als Wehrmachtsoffizier gewesen war, wobei Kiefer auch Teile der Uniform seines Vaters in den Auftritt integrierte. „In Meeses Selbstkostümierung als Propagandist der 'Diktatur der Kunst' im Nazi-Outfit ist von einer solchen Spannung nichts zu spüren, und wenn er sich die 'Entdämonisierung' Hitlers auf die Fahnen schreibt, ist er aktuell mitten im Mainstream“, so lautete schließlich der Vergleich der „Süddeutschen“ zwischen den beiden Künstlern. Und so mögen denn auch andere Kritiker dem Performer Jonathan Meese eher eine oberflächlich-klamaukige Effekthascherei bescheinigen, mit der er seine verbalen Tiraden gestisch garniert, und der es an der intellektuellen Tiefe mangelt, die für eine ernsthafte künstlerische Auseinandersetzung mit der deutschen Geschuchte des 20. Jh. vonnöten ist.

Preise

ars viva-Preis

FLAKA HALITI, Foto: Detlef Schneider

Flaka Haliti, Hanne Lippard und Calla Henkel & Max Pitegoff sind die aktuellen ars viva-Preisträger. Seit 1953 vergibt der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI e. V. den ars viva-Preis für Bildende Kunst. Der Preis ist mit drei Ausstellungen an namhaften Kunstinstitutionen im In- und Ausland sowie der Herausgabe eines zweisprachigen Katalogs und einer Künstleredition verbunden. Die Künstler erhalten ein Preisgeld in Höhe von je 5.000 Euro. „Die diesjährigen Preisträger spiegeln ihre direkte Erfahrungswelt. Das Private wird politisch und führt zu aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen“, so der Vorsitzende des Gremiums Bildende Kunst im Kulturkreis der deutschen Wirtschaft, Ulrich Sauerwein. Am 9. Oktober 2015 wird die neue ars viva-Ausstellung in der Städtischen Galerie Karlsruhe eröffnet (bis 17. Januar 2016). Weitere Ausstellungsstationen sind: Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig (20. Februar bis 17. April 2016) und Index – The Swedish Contemporary Art Foundation in Stockholm (4. Juni bis 21. August 2016). www,kulturkreis.eu

Preise

August Bebel-Preis

KLAUS STAECK, Fotoquelle: Wikipedia/blu-news.org

Klaus Staeck, Plakat-Künstler und Präsident der Berliner Akademie der Künste, nahm den August-Bebel-Preis entgegen (10.000 Euro). Mit Preis würdigt die von Günter Grass gegründete August-Bebel-Stiftung Persönlichkeiten, die sich ähnlich wie SPD-Gründervater Bebel um soziale Gerechtigkeit verdient gemacht haben.

Biennalen

Bienal de Cerveira

MUSEO DA BIENAL DE CERVEIRA  

Das Museu da Bienal de Cerveira in Portugal ist Schauplatz einer Biennale, die seit 1978 ausgerichtet wird und jedes Mal ein Konvolut von rund 400 Werken der zeitgenössischen Kunst präsentiert (18. Juli bis 19. September 2015). Performances, Residenzprogramme, Konzerte und Diskussionsveranstaltungen ergänzen die Ausstellung. Sie hat u.a. das Ziel, junge Talente am Anfang ihrer Karriere zu fördern. www.bienaldecerveira.pr

Personalien

Köln: Vertragsverlängerung

MARIO KRAMP, Foto: Jürgen Raap

Mario Kramp verlängerte seinen Vertrag als Direktor des Kölnischen Stadtmuseums. Wesentliche Aufgabe in seiner neuen Amtszeit ist die Klärung des künftigen Strandortes: das Museumsgebäude ist zu kkein und stark sanierungsbedürftig. OB Jürgen Roters, der noch bis zum Herbst im Amt ist, favorisiert einen Neubau an der Stelle des früheren Diözesanmuseums direkt am Dom. www.museenkoeln.de

Aktionen & Projekte

Cargo Gallery

NIKE im Trockendock, Foto: Courtesy Nils Brabandt Konzept Konzept, Dresden

Die „Nike“ ist ein etwa 100 Jahre alter und 72 m langer Lastkahn, der in den vergangen Wochen auf einer tschechischen Werft fachmännisch restauriert und umgebaut wurde. Auf diesem Schiff „werden in der Zukunft verschiedene Angebote von Theater, Konzert bis Ausstellungen präsentiert. Auf dem Sonnendeck befindet sich außerdem ein Café für knapp hundert Gäste. Hinter der Mammutaufgabe stehen Dan Adam, Mirka Adámková, Miloš Burkhardt, Zuzana Fuksová, Květoslav Vršovský und Kurt Winkels.“ Fortan pendelt das Schiff alös „Cargo Gallery“ zwischen Dresden und Prag. „Finanziert wird der Umbau durch die Europäische Union. Das erklärte Ziel ist eine Erweiterung des kulturellen Angebots im Elbe-Labe-Raum und Prag (Moldau).“ www.nikeos.cz

Galerien & Auktionshäuser

Van Gogh-Gemälde für 59 Mill. Euro versteigert

Ein asiatischer Privatsammler ersteigerte bei Sotheby's in New York das Vincent van Gogh-Gemälde „L'Allée des Alyscamps“ für 66 Mill. Dollar (ca. 59 Mill. Euro). Der Schätzpreis lag bei 35,7 Mill. Euro. Für 44 Mill. Dollar ging Claude Monets „Nympheas“ an einen amerikanischen Privatsammler. Von den 64 aufgerufenen Stücken bei der Frühjahrsauktion konnte das Auktionshaus in 50 Fällen einen Zuschlag melden. Insgesamt brachte die Versteigrung rund 326 Millionen Euro ein. Konkurrent Christie's meldete die Versteigerung von Pablo Picassos „Les femmes d'Alger“ (1955) für 179,4 Millionen Dollar Bruttopreis (= ca. 160 Millionen Euro). Damit ist dieses Gemälde derzeit das teuerste Bild der Welt. Über den Käufer wurde zunächst nichts bekannt. www.sothebys.com. www.christies.com

Ausschreibungen

Evard-Preis

Am 31. Juli 2015 endet die Bewerbungsfrist um den Evard-Preis der kunsthalle messmer. Der Wettbewerb ist für konstruktiv-konkrete Kunst ausgelobt, und zwar  für Werke, die ab 2013 entstanden sind (max. 140x150x15 cm oder max. 250 cm hoch und max. 50 kg Gewicht). Preisgeld: 10.000 Euro. Infos und Kontaktdaten unter: www.kunsthallemessmer.de.

Hochschulen

Werkschau Kunst und Design Luzern

DARIO LANFRANCONI, «Mullae-dong – Urbane Utopie?»,Bachelor Camera Arts, Foto: Copyright D. Lanfranconi

220 Absolventen der Hochschule Luzern – Design & Kunst präsentieren ihrer Abschlussarbeiten im Rahmen der Werkschau Design & Kunst 2015. Die Veranstaltung findet vom 20. bis 28. Juni in der Messe Luzern statt, die Vernissage ist am 19. Juni. Die Absolvierenden des Master of 2015Arts in Fine Arts zeigen ihre Arbeiten im öffentlichen Raum in Schwyz. Diese Ausstellung startet bereits am 13. Juni in Lachen und Pfäffikon SZ und dauert bis zum 28. Juni. Infos: www.hslu.ch/werkschau

Museen & Institutionen

Museum und Sound

PLAKAT MUSEUMSOUND (Ausschnitt)

Der Internationale Museumstag am 17. Mai 2015 wird von einem Projekt „MuseumSound“ begleitet. Damit soll das Museum akustisch erlebbar werden. Wie klingt Museum? Welche Geräusche machen die Exponate? Was haben Museen und Museumsbesucher zu sagen? Alle Beiträge zu #MuseumSound werden zusätzlich auf einer digitalen Karte verortet: www.museumstag.de/aktuelles. Zudem wird am 17. Mai 2015 auch eine Live-Radio-Show ausgestrahlt. Es werden per Telefon beliebige Personen von außen zugeschaltet: mitmachen bei den Live-Interviews kann jeder mitmachen@museumstag.de. Auf einem Blog sammeln die Initiatoren „praktische Tipps zur Erstellung von „MuseumSounds“: www.museumstag.de/blog/museumsound

Biennalen

Venedig: Biennale eröffnet

56. BIENNALE VON VENEDIG. Foto: Wolfgang Träger

Am Wochenende des 8./9. Mai 2015 wurde die Biennale von Venedig eröffnet. Neben der Hauptausstellung „All the World's Futures“ mit 136 Künstlern, die Okwui Enwezor kuratiert, sind Beiträge in 90 Länderpavillons zu sehen. Politisch pointiert ist nicht nur die Hauptausstellung über das „komplexe Phänomen der Globalisierung und ihrer Verwurzelung im Lokalen“ mit ihrem Rahmenprogramm (etwa einer Rezitation des gesamten Textes von „Das Kapital“ von Karl Marx), sondern auch die Auswahl der Künstlerbeiträge für manche Länderpavillons. So versteht der Kurator Florian Ebner die Inszenierung für den deutschen Pavillon ausdrücklich als „politischen Pavillon in einer künstlerisch poetischen Form“. Die Künstler Hito Steyerl, Tobias Zielony, das Künstlerduo Jasmina Metwaly und Philip Rizk beschäftigen sich thematisch mit Arbeit und Ökonomie, mit der Zirkulation von Waren, von Menschen und vor allen auch mit der Zirkulation von Bildern, wie Ebner erläuterte. Im Schweizer Pavillon arbeitet Pamela Rosenkranz mit materiellen und immateriellen Elementen, mit Licht, Wasser, Klang und Geruch. Auch das ist ein politischer Beitrag, der der Frage nachgeht, was natürlich und was künstlich sei – die Lebensmittelchemie kennt z.B. „naturidentische“ Aromastoffe. Zum österreichischen Pavillon erläuterte der Kurator Yilmaz Dziewior, der Künstler Heimo Zobernig proklamiere hier „Verweilen und Beschleunigung als Gegenmodell“. Um Karl Marx geht es nicht nur bei der angekündigten Lecture Performance unter der Regie von Isaac Julien, sondern auch in Alexander Kluges Beitrag für die Hauptausstellung. Kluge beschäftigt sich mit den nie realisierten Plänen des russischen Filmemachers Sergei Eisenstein, „Das Kapital“ zu verfilmen: sowohl die Hollywood-Produzenten als auch die Bolschewisten in Moskau winkten damals ab. www.labiennale.org.

Preise

Preis für Nachwuchsdesigner

TINA ZIMMER

Jeongdae Kim, Florian Weisz sowie Tina Zimmer sind drei gleichwertige Hauptpreisträger des VDID NEWCOMERS’ AWARD des Verbands Deutscher Industrie Designer. Die Hauptpreise bestehen aus einer Messebeteiligung und Public Relations sowie die Teilnahme am einwöchigen Workshop „Design and the Community“ auf der Domaine de Boisbuchet in Frankreich. Sieben Anerkennungen gehen an: Niklas Hamann und Jakob Julia Hunold, Max Neubürger, Jörg Saur, Robin Weidner sowie David Wojcik, außerdem an Janina Anjuli Schmidt und Moritz Philip Schmidt. Der VDID NEWCOMERS’ AWARD zeichnet herausragende Projektarbeiten der Studiengänge Produkt-/Industrial Design aus und bietet den angehenden Designern Unterstützung beim erfolgreichen Einstieg in den Beruf. www.vdid.de

Preise

Hans- und Lea-Grundig-Preis

LEA und HANS GRUNDIG, 1928, historische Aufnahme

Olga Jitlina, russische Performance- und Videokünstlerin, gehört zu den diesjährigen Gewinnern des Hans- und Lea-Grundig-Preises (10.000 Euro). Die Rosa Luxemburg-Stiftung vergibt die Auszeichnung an die beiden Dresdner antifaschistischen Künstler Hans und Lea Grundig. Ebenfalls in diesem Jahr mit einem Preis bedacht wurden Lith Bahlmann und Matthias Reichelt für ihre kunsthistorische Monografie über die österreichische Roma-Künstlerin Ceija Stojka sowie eine Projektgruppe an der Bauhaus-Universität Weimar für ihere Studien über deutsch-jüdische Exil-Architekten. www.rosalux.de

Museen & Institutionen

Wien: Mitmachprojekt

Am 21. Juni 20015 eröffnet im Wiener 21er Haus die erste Einzelausstellung von Tomás Saraceno in Österreich. Saraceno beschäftigt sich mit spekulativen Gesellschaftsentwürfen, die einen nachhaltigeren Umgang mit der Umwelt vorschlagen. Inspiriert von Theorien aus Kunst, Naturwissenschaft und Architektur schafft er Prototypen für bewohnbare schwebende Städte. Im Vorfeld dieser Ausstellung baut das Team im 21er Haus eine Leichter-als-Luft-Skulptur aus wiederverwendeten Plastiksäcken. Ab sofort nehmen die Mitarbeiter in der Sammelstelle im 21er Haus saubere, gebrauchte Plastiksäcke (je dünner, desto besser) entgegen, um daraus ab Mitte Juni gemeinsam eine neue schwebende Skulptur zu gestalten. Kontakt: www.21erhaus.at

Aktionen & Projekte

Hermann Nitsch: Pfingstfest

ORGIEN MYSTERIEN THEATER, Ausschnitt mit Bildmotiv aus dem Plakat zum Pfingstfest 2015

In Çanakkale (Türkei) wurde soeben ein drittes Hermann Nitsch Museum eröffnet. Der Künstler nennt es „Mahnmal gegen den Krieg“. Çanakkale liegt 35 km südlich vom antiken Troja. Vor 100 Jahren fand dort die Schlacht von Gallipoli statt, in der mehrere 100.000 junge Soldaten ihr Leben gelassen haben. - Das Wiener Theatermuseum hat Hermann Nitsch eine umfangreiche Werkschau gewidmet (Kurator: Hubert Klocker). Sie ist dort bis zum 11. Januar 2016 zu sehen und wandert dann erweitert in die Villa Stuck nach München. Aus diesem Anlass findet das diesjährige Pfingstfest nicht in Prinzendorf, sondern in Wien statt. Das Fest wird im Theatermuseum und im Winterpalais im Rahmen der Ausstellung „Vienna for Art's Sake“ (Kurator: Peter Noever). zelebriert. Nitsch ist dort mit einer Rauminstallation im Paradeschlafzimmer des Prinz Eugen vertreten. Das Fest beginnt am Pfingstsonntag, 24. Mai 2015, 13 Uhr im Winterpalais. Um ca. 15 Uhr geht es dann im Theatermuseum weiter (ca. 10 min Gehweg). Um 18 Uhr werden beide Museen geschlossen und das Fest endet dann. Das 6-Tage-Spiel ist eine Zusammenfassung aller künstlerischer Aktivitäten von Hermann Nitsch; er selbst betrachtet es als sein Hauptwerk. www.nitsch.org

Biennalen

Goldener Löwe: Beste Künstlerin

ADRIAN PIPER, Fotoquelle: Wikipedia/Autor: A. Piper

Adrian Piper, in Berlin lebende amerikanische Konzeptkünstlerin, wurde mit dem Goldenen Löwen als beste Künstlerin der 56. Biennale in Venedig bedacht. In Berlin betreibt sie die APRA Foundation. In den USA hat sie an verschiedenen Universitäten Philosophie gelehrt. Als ihr Hauptwerk gilt die zweibändige Abhandlung „Rationality and the Structure of the Self“ über die Konzeptionen des Selbst bei Hume und Kant. Bester Landesbeitrag auf der jetzigen Biennale ist der armenische Pavillon. Den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk erhielt der 71-jährige ghanaische Bildhauer El Anatsui. www.biennale.org

Biennalen

Goldener Löwe für Armenischen Pavillon

KLOSTERINSEL SAN LAZZARO, Fotoquelle: Wikipedia/Pe-sa

1915/1916 kamen bei Massakern und Todesmärschen, die die jungtürkische Regierung des Osmanischen Reiches veranlasste, zwischen 300.000 bis 1,5 Mill. Armenier ums Leben. Dies gilt als der erste systematische Genozid der Neuzeit. Adelina Cüberyan von Fürstenberg, Kuratorin des Armenischen Pavillons auf der jetzigen Biennale von Venedig, machte das Gedenken an diesen Genozid zum Thema des armenischen Biennale-Beitrags. gemacht. Die Exponate haben einen mehr oder weniger deutlichen Bezug zu den Ereignissen vor 100 Jahren, die 17 eingeladenen Künstler selbst sind Nachfahren von Überlebenden. Als bester Länderbeitrag wurde der Armenische Pavillon mit einem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Ausstellungsort ist die Klosterinsel San Lazzaro. Dort befindet sich seit 1717 ein armenisches Kloster. www.labiennale.org.

Biennalen

Venedig: Syrischer Beitrag

Felipe Cardeña, El mito del eterno retorno, cm 70x50

Duccio Trombadori, der auch schon vor zwei Jahren den syrischen Biennale-Beitrag kuratierte, ist ebenso 2015 wieder in Venedig für den Pavillon Syriens verantwortlich. Natürlich ist die Teilnahme des Landes, in dem ein Bürgerkrieg tobt und antike Kulturmonumente zerstört oder geplündert werden, auch ein Politikum, denn die Kunstschau bietet eine Möglichkeit, zumindest auf kulturellem Gebiet eine internationale Isolierung zu durchbrechen. In einer Pressemitteilung ist denn auch ganz bewusst von der „Entwicklung eines Dialogs zwischen freien künstlerischen Ausdrucksformen, die für das sich verändernde, vielschichtige Erscheinungsbild der Gegenwart stehen“ die Rede. Die Ausstellung des syrischen Beitrags findet auf der Insel San Servolo statt. Kurator Trombadori hat elf Künstler ausgewählt, darunter vier syrische. Am spektakulärsten war zur Eröffnung der Biennale wohl die Installation eines Eisbergs von Helidon Xhixha in der Lagune vor dem Markusplatz. www.labiennale.org

Preview

Berlinische Galerie: Wiedereröffnung

BERLINISCHE GALERIE, Haupteingang, Foto: Copyright Nina Straßgütl

Nach Sanierungsarbeiten zeigt die Berlinische Galerie zur Wiedereröffnung vier Ausstellungen: „Radikal Modern. Planen und Bauen im Berlin der 1960er-Jahre“ (29. Mai bis 26 Okt. 2015) ist eine erste umfassende „Betrachtung der in Ost- und West-Berlin entwickelten und geplanten Bauten...die bis heute das Stadtbild prägen.“ Außerdem zeigt Björn Dahlem bis zum 24. August 2015 eine raumgreifende ortsspezifische Installation über naturwissenschaftliche, vor allem astrophysikalische Phänomene. Ebenfalls bis zum 24. August 2015 ist eine Ausstellung mit dem Fred Thieler-Preisträger Bernhard Martin zu sehen. für seinen konzeptuellen und zugleich erzählerischen Umgang mit dem Medium der Malerei. Die Sammlungspräsentation „Kunst in Berlin 1880-1980“ reicht von der großbürgerlichen Malerei der Kaiserzeit um 1900 über den Expressionismus, die osteuropäische Avantgarde bis hin zur Architektur der Nachkriegsmoderne und zur Wilden Malerei der späten 1970er-Jahre. www.berlinischegalerie.de

Aktionen & Projekte

Whistleblower-Skulptur

DAVIDE DORMINI, „Anything to say“, Lebensgroße Bronzeskulptur, 2015

Eine freie Presse gilt als „vierte Gewalt“ der demokratischen Kontrolle, und in unseren Tagen verlängert sich ein investigativer Journalismus ins Internet und seine technischen Möglichkeiten, Transparenz zu schaffen. Die „Washington Post“ deckte seinerzeit den „Watergate Skandal“ auf, als 1972 Einbrecher versuchten, im Washingtoner Zentrum der Demokratischen Partei Abhörwanzen zu installieren. Der „Missbrauch von Regierungsvollmachten“ durch die Administration des republikanischen Präsidenten Richard Nixon führte seinerzeit in den USA zu einem schweren Verfassungskonflikt und 1974 zum Rücktritt Nixons. Wie sehr Nachrichtendienste auch heute noch mit ihren Abhörpraktiken im Trüben fischen, wissen wir nur dank der Veröffentlichungen seitens sogenannter „Whistleblower“, denn die jüngsten Skandale machten publik, dass eine parlamentarische demokratische Kontrolle der Geheimdienste immer noch nicht angemessen funktioniert: der „Spiegel“ berichtete in seiner Ausgabe 18/2015, was ein Unterabteilungsleiter des BND im Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages über die Kooperation mit den US-Kollegen der NSA in der Abhörstation in Bad Aibling aussagte. Dass die USA auch deutsche Behörden und Unternehmen durch Einschmuggeln bestimmter Suchfaktoren in den Datenabgriff ausspioniert haben könnten, sei ihm nicht aufgefallen. „Die Mitglieder des NSA-Untersuchungsausschusses fühlten sich belogen“, bilanzierte das Nachrichtenmagazin. Wenn das tatsächlich so sein sollte, nehmen Whistleblower wie Julian Assange und Edward Snowden wohl eine notwendige Aufklärungsfunktion wahr, indem sie ein Korrektiv im Gewebe der Desinformation schaffen. Der Künstler Davide Dormini setzte ihnen nun auf dem Berliner Alexanderplatz ein Denkmal in Form einer Bronzeplastik mit dem Titel „Anything to say“. Die Whistleblower Chelsea Manning, Julian Assange und Edward Snowden sitzen auf drei Stühlen. Der vierte Stuhl bleibt zunächst leer. Er kann von Passanten benutzt werden: „Stell‘ dich auf den Stuhl, mach’ ein Foto und zeig es der Welt – das ist deine Statue!“ Mit diesen Worten ruft der italienische Bildhauer dazu auf, sich diesem Monument der Meinungsfreiheit anzuschließen und Teil des Kunstwerkes zu werden. Von Juni bis September 2015 gastiert die Skulptur im Rahmen der „Ostrale“ in Dresden, bevor sie an weiteren öffentlichen Orten aufgestellt wird. www.anythingtosay.com

Aktionen & Projekte

Exquilibrium

EXQUILIBRIUM, Tanz, Foto: Margriet Kim Nguyen

Das Projekt „Equilibrium“ beschäftigt sich mit der Situation der Frauen in Indien. In Rajasthan arbeiteten die beteiligten Künstler sie 2014 mit Frauen aus lokalen Selbsthilfegruppen zusammen und zeigen nun die Ergebnisse in einer interaktiven Ausstellung in der Walpodenakademie Mainz gezeigt. Die Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Frauen geschah auf Augenhöhe und befasste sich insbesondere mit den alltäglichen Wünschen und Problemen der Landfrauen sowie ihrer kulturellen Identität  und Tradition in Zeiten des schnellen Wandels. Als Ergebnisse der Zusammenarbeit liegen vor: Kurzfilme, Musikstücke mit begleitenden Büchern, Künstlerbücher, Siebdrucke, Installationen, Textilarbeiten und Tanzperformances (als Video und zur Museumsnacht auch live). Eine Wandmalerei und eine Food-Performance werden dokumentarisch präsentiert. Beteiligt sind Anna Jankowska (Polen), Atom Collective (Indien), Sarah Simmonds (Großbritannien), Marieke Warmelink (Niederlande), Mehrun Akhter (Bangladesh), Aude Marie (Frankreich), Nilanjana Nandy (Indien), Moumita Ghosh (Indien), Margriet Kim Nguyen (Großbritannien), Khairani Barokka (Indonesien) und Frauen aus Bedwa, Bori, Kharveda, Partapur und Semaliya, außerdem die Tänzerin Mareike Buchmann aus Wiesbaden, die Künstlerin Nikola Jaensch aus Mainz sowie Mitglieder des Mainzer Kunstvereins Walpodenstraße 21 e.V. Bis 30. Mai 2015. www.kunstzwerg.net

Kulturpolitik

Hamburg: AfD stellt Strafanzeige gegen Kampgnagel-Intendantin

ECOFAVELA LAMPEDUSA-NORD auf dem Hamburger Kampnagelgelände

Seit Dezember 2014 gab es auf Initiative des Künstlerkollektivs „Baltic Raw“ auf dem Hamburger Kampnagel-Gelände einen temporären Aktionsraum für Flüchtlinge aus der Hamburger „Lampedusa-Gruppe“. Bis Mai 2015 konnten sie diese „EcoFAVELA Lampedusa-Nord“ bespielen, als Begegnungsraum für die Flüchtlinge mit den Hamburger Bürgern und für soziale und künstlerische Projekte. Dann lief das Projekt aus. Doch unlängst stellte die rechtskonservative AfD-Alternative für Deutschland Strafanzeige gegen die Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard wegen des „Verdachts der Beihilfe zum Verstoß gegen das Aufenthaltsrecht für Ausländer“. Dass nun der Staatsanwalt gegen sie ermittelt, wo gerade in diesen Wochen die Nachrichtensender immer wieder über ertrunkene Flüchtlinge im Mittelmeer berichten, findet die Intendantin „befremdlich“. Die AfD-Argumentation: sechs der Flüchtlinge in dieser EcoAVELA hielten sich illegal Hamburg auf, zudem sei bei in dem hölzernen Nachbau der „Roten Flora“ (einem Autonomen Zentrum im Restgebäude des ehemaligen Flora-Theaters) der Brandschutz unzureichend. Intendantin Deuflhard hatte allerdings für die Umnutzung des ursprünglich nur als Festivalspielort konzipierten und dann für Flüchtlinge als EcoFAVELA weiter bespielten Flora-Nachbaus einen Bauantrag beim Bezirksamt Hamburg-Nord gestellt, der auch genehmigt wurde. Den Vorwurf, sie hätte die Papiere der Nutzer prüfen müssen, weist Deuflhard entschieden von sich: schließlich müsse ja auch sonst kein Künstler seinen Pass vorlegen, wenn er in der Kampnagel-Fabrik auftreten will. Das „Hamburger Abendblatt zitiert Amelie Deuflhard mit den Worten: „Hier geht es um die Freiheit der Kunst, eine der wichtigsten Errungenschaften unserer Demokratie“. www.kampnagel.de

Personalien

Christov-Bakargiev leitet zwei Museen in Turin

CAROLYN CHRISTOV-BAKARGIEV, Foto: Ryszard Kasiewicz

Carolyn Christov-Bakargiev übernimmt am 1. Januar 2016 in Turin die Leitung des Schloss Rivoli und das Museum für Moderne Kunst. In Schloss Rivoli war sie bereits von 2002 bis 2008 war Christov-Bakargiev Chefkuratorin und 2009 Interims-Direktorin. Das Schloss und das Museum für Moderne Kunst wurden kürzlich in einer Stiftung zusammen geführt. Derzeit kuratiert Christov-Bakargiev noch die Biennale von Istanbul, die am 5. September 2015 eröffnet.

Personalien

Chris Burden gestorben

CHRIS BURDEN, Metropolis II (2011) kinetic art project. Im  LACMA a, 16. März 2013 aufgenommen. Music by tylersrevenge. Fotoqzelle: Wikipedia/Fuzheado

Chris Burden, Mitbegründer der Body Art, verstarb im Alter von 69 Jahren. Aufsehen erregte er 1971 mit der Performance "Shot", als er sich in einer Galerie von einem Mitakteur in den Arm schießen ließ. Ab Ende der 1970er Jahre wandte sich Burden auch verstärkt der Concept Art und der Installation zu und wurde1978 zum Professor an der UCLA-Universaity of California Los Angeles berufen. Dort legte er aus Protest 2004 das Amt nieder, weil ein Student exmatrikuliert wurde, der mit einer Pistolenattrappe eine Selbsttötung vorgetäuscht hatte.

Personalien

Dorothee Fischer gestorben

DOROTHEE und KONRAD FISCHER, 1969, Foto: Copyright Katalog Museum Kurhaus Kleve

Dorothee Fischer, Düsseldorfer Galeristin, starb im Alter von 78 Jahren. 1964 hatte sie Konrad Fischer geheiratet, den sie als Lehramtstudentin an der Düsseldorfer Kunstakademie kennengelernt hatte. Ihr Mann arbeitete von 1963 bis 1968 als Maler unter dem Pseudonym Konrad Lueg. Die Düsseldorfer Galerie gründete er 1967, zeigte dort den damals noch unbekannten Minimalisten Carl André. Die Galerie richtete auch 1981 Thomas Schütte die erste Einzelausstellung aus und verhalf dem damals 24jährigen Gregor Schneider 1993 zu ersten Meriten. Nach Konrad Fischers Tod 1996 führte seine Witwe die Galerie weiter. Die Galerie ist noch heute in Düsseldorf-Flingern ansässig und hat seit 2007 auch eine Filiale in Berlin. 2014 erwarb das Land Nordrhein-Westfalen die ca. 250 Werke umfassende Privatsammlung des Ehepaares sowie das Archiv. Das Museum Kurhaus Kleve würdigte das Ehepaar Fischer als Galeristen und Sammler 2010/2011 mit einer großen Ausstellung. www.museumkurhaus.de, www.konradfischergalerie.de

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