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Aktionen & Projekte

Köln: City Leaks

ACIDUM for CityLeaks 2015, Foto: Robert Winter

Das CityLeaks Urban Art-Festival wird diesmal im Stadtteil Köln-Mülheim ausgerichtet. Dort befindet sich vom 1. bis zum 20. September 2015 auch die Festivalzentrale mit einer großen Ausstellung. Eingeladen sind dreißig,Vertreter der bildenden, darstellenden und angewandten Künste sind eingeladen, darunter Vhils aka Alexandre Farto, Boris Tellegen , DOMAAxel Void (USA), oder die Cie. Willi Dorner. Sie setzen sich mit verschiedenen künstlerischen Strategien,mit dem urbanen Raum auseinander. Das Festival findet in diesem Jahr bereits zum dritten Mal statt. Veranstalter des internationalen CityLeaks Urban Art Festivals ist der Kölner Kunstverein artrmx e.V. www.cityleaks-festival.de

Ausschreibungen

Marlies-Seeliger-Crumbiegel-Preis

Der Marlies Seeliger-Crumbiegel-Preis ist mit 3.000 Euro dotiert. Einzureichen sind max. zehn Abb., die ein professionelles Werk dokumentieren. Deadline: 30. Oktober 2015. Der Sieger bekommt eine Einzelausstellung in Schloss Zweibrüggen (Übach-Palenberg bei Aachen) ausgerichtet. Kontakt: Künstlerforum Schloss Zweibrüggen e.V., Günther Thiel, Geschäftsführung, Von-Humboldt-Str. 90, 52511 Geilenkirchen, info@kuenstler-forum.net, www.kuenstler-forum.net.

Ausschreibungen

Atelierhaus Trittau

ATELIERHAUS TRITTAU, Grundriss

Die Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn der Sparkasse Holstein vergibt zum 1. Mai 2016 für ein Jahr ein Atelier im Atelierhaus Trittau, Am Mühlenteich 3a, 22946 Trittau (Residenzpflicht!). Zuschuss: 800 Euro/mtl. Geografische Eingrenzung: nur Bewerbungen aus Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern. Deadline: 15. Dezember 2015. Anfragen nur per E-mail an: Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn, Dr. Katharina Schlüter, Hagenstr. 19, 23843 Bad Oldesloe, E-Mail: katharina.schlueter@spkstholstein.de.

Ausschreibungen

Stiftung Kunstfonds

Eine Bewerbung bei der Stiftung Kunstfonds von Einzelkünstlern für Stipendien oder Projekte ist bis zum 31. Oktober  2015 möglich. Der Förderzeitraum ist das Kalenderjahr 2016. Anträge per E-Mail sind nicht zulässig. Es ist unbedingt das Antragsformular zu verwenden (Download unter www.kunstfonds.de). Arbeitasstipendien werden mit max. 18.000 Euro für ein Jahr vergeben, Dach- und Reisekosten bei Projekten bis max. 25.000 Euro bezuschusst. Die Erarbeitung von Werkverzeichnissen kann mit max. 30.000 Euro unterstützt werden. Infos und Kontakt: www.kunstfonds.de.

Kulturpolitik

Tempelhofer Feld Berlin: Bürgerbeteiligung

TEMPELHOFER PARK, Fotoquelle: Wikipedia/Robert Aehnelt

Vor einem Jahr begann in Berlin ein Bürgerbeteiligungsverfahren zur Aufstellung eines „Pflege- und Entwicklungsplans“ für das 300 ha große Tempelhofer Feld. Das Verfahren moderiert der Geschäftsführer des Naturschutzbundes BUND, Tilmann Heuser. Rund 800 Ideen brachten die Bürger bislang ein: Inszenierungen mit künstlichen Seen, wie sie professionelle Landschaftsplaner vorschlugen, lehnen die Bürger jedenfalls mehrheitlich ab. Stattdessen streiten sich nun Sportvereine und unorganisierte Hobbysportler, ob und wie ein Teil des Geländes in Sportflächen parzelliert werden könnte. Das durch einen Volksentscheid verabschiedete Gesetz für die Neuordnung des ehemaligen Militär- und Flugplatz-Areals sieht jedenfalls keine Sportstätten mit „Käfigen“ vor – das Tempelhofer Feld soll stattdessen für jedermann frei zugänglich bleiben. Die Mehrheit wünscht sich, dass das Feld auch sonst weitgehend so bleibt, wie es jetzt ist. Vor allem, so Moderator Heuser, soll hier aus Gründen des Nagturschutzmanagements „kein wilder Alkoholausschank“ und „keine Partymeile“ zugelassen werden. Forum für die Bürgerbeteiligung sind „Werkstätten“, deren Ergebnisse ab August 2015 in einer Ausstellung in der „Beteiligungsbox“ am Columbadamm eingesehen werden können. Im Oktober 2015 starten in der nächsten Phase „Feld-Dialoge“ als Vor-Ort-Diskussionen zu verschiedenen Themen.

Personalien

Martin Roth kritisiert: „Nur merkantile Interessen“

MARTIN ROTH

Martin Roth, Direktor des Londoner Victoria and Albert-Museums, verteidigte die Pläne von Kulturstaatsministerin Monika Grütters, die Bestimmungen des Kulturgutschutzgesetzes von 1955 neu zu regeln. Deutschland müsse sich internationalem Recht anpassen und verhindern, „dass hier mit Raubgut aus Ländern wie Syrien gehandelt wird“. Die Galeristen kritisierten Grütters‘ Pläne für verschärfte Ausfuhrregeln von nationalem Kulturgut, und Roth wiederum monierte gegenüber dem „Spiegel“, er höre „in dieser Angelegenheit nur merkantile Interessen heraus“. Dass der Maler Georg Baselitz bereits demonstrativ Leihgaben aus deutschen Museen abzog, halten viele Kunst- und Rechtsexperten für überflüssig. Denn die Schutzbestimmungen gelten auch künftig nur für öffentlichen Kulturbesitz, nicht aber für Leihgaben aus privater Hand.

Kulturpolitik

Klage abgewiesen

Das Düsseldorfer Landgericht wies im Streit um die Herausgabe von 400 Druckgrafiken des 2007 gestorbenen Künstlers Jörg Immendorff die Klage einer 39jährigen Künstlerin gegen einen Galeristen ab. Sie hatte behauptet, die Kunstwerke vor Jahren ihrem Mann abgekauft zu haben, der damals Mitinhaber der Düsseldorfer Galerie war. Aus Sicht der Richterin konnte die Frau den Kauf jedoch nicht nachweisen, weshalb die Klage als „unbegründet“ abgewiesen wurde. Immerhin hat das Konvolut einen Schätzwert von rund 300 000 Euro. Die Werke verbleiben weiter bei dem Galeristen (Az: 7 O 13/14).

Personalien

Künstler ärgert sich über Gebühren

HERMANN-JOSEF HACK, „Sorry, 2050“, Installation, Siegburg 2015, Foto: Hack

Hermann-Josef Hack, Aktionskünstler, ärgerte sich über die Siegburger Stadtverwaltung. Zwar muss in den meisten Kommunen jeder für eine Sondernutzung öffentlichen Straßenraums Gebühren zahlen, und so überwies auch Hack brav 45 Euro an den Stadtkämmerer, damit er mit seiner Installation „Sorry, 2015“ eine Aktion zum Klimaschutz am örtlichen Bahnhof durchführen konnte. Dass aber die Stadtverwaltung für die Genehmigung einer Verlängerung der Aktion dann noch einmal 24 Euro haben wollte, empörte den Künstler: „Es geht hier nicht um die Höhe des Betrages an sich. Das Zeichen, dass man als Künstler auch noch Geld mitbringen muss, wenn man eine für den Klimaschutz der Allgemeinheit gedachte Aktion durchführt, zeigt den Stellenwert, den man hier dem Klimaschutz beimisst“.

Personalien

Tate Britain: Neuer Direktor

Alex Farquharson, bisalang Leiter von Nottingham Contemporary leitet, übernimmt im Herbst 2015 die Direktion vonTate Britain. Er wird Nachfolger von Sir Nicholas Serota, der diesen Posten seit 1988 innehatte.

Preise

Preis der Nürnberger Nachrichten

MARCO STANKE, Kollektiv I, 2014/2015, Foto: Kunsthaus Nürnberg (Ausschnitt)

Marco Stanke nahm den Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten entgegen (8.500 Euro). Der Objektkünstler begann sein Kunststudium in Nürnberg und studiert seit 2015 an der Münchener Kunstakademie bei Pia Fries. Bis zum 6. September 2015 zeigt das Kunsthaus Nürnberg eine Ausstellung des Preisträgers mit seiner Installation „Kollektiv I“. Sie besteht aus monochromen geometrischen Formen an den Wänden und auf dem Boden. Man assoziiert bei der Betrachtung Flaggen, Verkehrsschild-Symbole und ähnliches. www.kunstkulturquartier.de/kunsthaus

Museen & Institutionen

Hamburg: Wandmalerei von Günther Förg

GÜNTHER FÖRG, Wandmalerei Antwerpen Ausstellung Galerie Micheline Szwajcer Antwerpen, 1985. Foto: Günther Förg. Copyright: Estate Günther Förg

Die Hamburger Deichtorhallen zeigen bis zum 25. Oktober 2015 die „Wandmalerei“ von Günther Förg (1952-2013). In ihrer Kombination von Malerei und Fotografie stellen sie einen zentralen Aspekt in Förgs Gesamtwerk dar, denn sie boten ihm eine Möglichkeit, über das klassische Tafelbild hinaus zu gehen. Bereits 1978 hatte er mit farbigen Wandmalereien begonnen. In einem Interview hatte Förg dazu erklärt: „.. die ersten waren vertikale, später horizontale Wandhalbierungen. Weiter gibt es Farbreihungen, in denen verschiedene Farbflächen nebeneinander stehen. Es gab Räume, in denen alle vier Wände in unterschiedlichen Farben bemalt waren. Verschiedene Malereien entstanden in öffentlichen bzw. halböffentlichen Räumen. Bei diesen Arbeiten steht die Architektur im Vordergrund, die über die Malerei sichtbar und/oder hervorgehoben wird. Die Farbe nimmt auf den Ort Bezug…“ www.deichtorhallen.de

Museen & Institutionen

Museumsplattform NRW

Die museumsplattform nrw baut ab Herbst 2015 ihr Angebot aus. Zudem werden fortlaufend neue Künstler, Werke und Museen aufgenommen. Das Programm bietet dem Nutzer umfangreiche Informationen zu den Sammlungen ausgewählter NRW-Museen und versorgt Kunstinteressierte regelmäßig mit Nachrichten zu Ausstellungen und Veranstaltungen. Dabei setzt die Plattform „als digitales Instrument für kuratierte Kunst im Netz vor allem auf kreative Ansätze wie die Möglichkeit zum Kuratieren der eigenen Sammlung – ein interaktiver Vermittlungsansatz, der zugleich den Weg in die Museen selbst unterstützt und vorbereitet.“ Ab Herbst 2015 bietet die Initiative auch geführte Bustouren an, die mehrere Museen an einem Tag ansteuern. www.nrw-museum.de.

Kulturpolitik

Zollfreilager im Visier

Die Schweizer Regierung legte einen 135 starken „Bericht über die nationale Beurteilung der Geldwäscherei- und Terrorismusfinanzierungsrisiken in der Schweiz“ vor. Verfasst hat das Papier die „Interdepartementalen Koordinierungsgruppe zur Bekämpfung der Geldwäscherei und der Terrorfinanzierung (KGGT)“. Ins Visier gerieten dabei auch die Zollfreilager und der Kunstmarkt: Gängige Praxis sei der Verkauf von Kunstwerken, die gar nicht physisch ihren Besitzer wechseln, sondern in einem Zollfreilager verbleiben. Das ist praktisch wie ein Bankschließfach für Kunstwerke. Die Verfasser dieses Papiers monieren, dass Zollfreilager, die eigentlich für eine leichtere Abwicklung von Transitgeschäften eingerichtet wurden, inzwischen „zunehmend zur längerfristigen Lagerung von Vermögenswerten benutzt“ würden, und dies oftmals „zur Verschleierung und zum Waschen von Vermögenswerten kriminellen Ursprungs“. Eine neue Verordnung sieht vor, solche Lager fortan durch die Eidgenössische Zollverwaltung überwachen zu lassen und die Eigentümer der eingelagerten Waren namentlich zu erfassen. Experten prognostizieren, dass die Einlieferer dann künftig lieber auf asiatische Freihäfen ausweichen. Was vor einigen Monaten im Achenbach-Prozess offenkundig wurde, listeten jetzt auch die Schweizer Zollfahnder auf: „Gefälschte Rechnungen für den fiktiven Kauf eines Kunstgegenstandes“ und fingierte Auktionen mit Strohmännern seien gang und gäbe im Kunstbusiness, stellten sie fest. Anfang 2016 tritt daher in der Schweiz ein Gesetz in Kraft, durch das bei Bargeldzahlungen über 100.000 Franken die Identität der Käufer und die Herkunft der Vermögenswerte belegt werden müssen.

Kulturpolitik

Plattner zieht Sammlung zurück

HASSOI PLATTNER, Fotoquelle: Wikipedia/Epic-chair

Hasso Plattner, der 2017 in Potsdam sein Kunstmuseum Barberini eröffnen will, entschied, seine Privatsammlung solle dort in Potsdam nach seinem Tod nicht mehr ausgestellt werden, da er durch die Novellierung des Gesetzes zum Schutz von Kulturgütern eine Wertminderung befürchte. Daheer stünden für dieses Barberini-Projekt Werke des Impressionismus und der Klassischen Moderne nicht mehr zur Verfügung. Plattner will diese Werke dann lieber weiterhin in Palo Alto (Kalifornien) präsentieren. Ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Monika Grütters bezeichnete die Sorge Plattners als unbegründet: die Bundesländer hätten seine Sammlung ja auch bisher schon längst auf die Liste national wertvoller Kulturgüter setzen können. Das sei aber bisher nicht passiert, und daran werde auch die Neufassung des Gesetzes nichts ändern. Worum es bei dem Kulturgutschutzgesetz eigentlich geht, macht ein anderer Fall deutlich: Gegen den Willen der rheinland-pfälzischen Landesregierung hat eine adlige Eigentümerfamilie Privateigentümer einen Goldpokal, der 1610 für Kaiser Rudolf II. angefertigt wurde, nach Großbritannien gebracht. Den Pokal mit einem Schätzwert von 10 Mill. Euro hätte die Landesregierung gerne hier behalten.ertigte Goldpokal einen Schätzwert von zehn Millionen Euro. Ein Sprecher der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien verwies anhand dieses Beispiels auf die Wichtigkeit, das Kulturgutschutzgesetz zu überarbeiten. Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass Kulturgegenstände ab einem Wert ab 500.000 Euro und einem Alter von mehr als 70 Jahren nur mit einer Ausfuhrgenehmigung ins Ausland gebracht werden dürfen.

Kulturpolitik

Lücken in der East Side Gallery

EAST SIDE GALLERY, Zustand 2010, Fotoquelle: Wikipedia/Jens K. Müller, Hamburg

2016 soll der erste Spatenstich erfolgen: Die Anschutz Entertainment Group und Mercedes-Benz planen am Spreeufer in Berlin ein neues Stadtviertel mit vier Neubauten. Ab 2018 sollen dort eine Veranstaltungshalle mit 4.000 Besuchern Fassungsvermögen, ein Hotel, eine Bowlingbahn mit 28 Bahnen, ein Groß-Kino mit 2.500 Plätzen und Cafés das Areal beleben. Die nahe gelegene 02World-Arena ist bereits im Sommer 2015 nach dem Namen des Autokonzerns umbenannt worden, der Platz davor ebenfalls. Beim Bau der Halle wurde bereits 2006 ein 41 Meter langer Teil aus dem längsten noch erhaltenen Teilstück der Berliner Mauer herausgelöst: damit soll ein ungehinderter Blick auf die Spree garantiert werden, obwohl dieses als „East Side Gallery“ bemalte Mauerstück seit 1991 unter Denkmalschutz steht. Doch anstatt Street Art wird künftig ein 1.000 qm großes Fontänenfeld diesen Platz im Sinne einer Investoren-Ästhetik optisch akzentuieren. Da Mercedes Benz seinen Markenshop „Mercedes me Store“ künftig in das neue Entertainment-Viertel verlegen will, kursieren Überlegungen, ob auch die „Fashion Week“ dann vom Brandenburger Tor dorthin umzieht. Die Planer rechnen jedenfalls mit einer Belebung des neuen Viertels durch 4.000 Anwohner und 20.000 Menschen, die in Büros und in den Freizeitbetrieben ihrer Arbeit nachgehen. Street Art-Künstler gehören allerdings nicht zu dieser Klientel und wohl auch nicht zu den Kunden, die man später in das Einkaufszentrum an der Warschauer Straße locken will, mit dessen Bau man in den kommenden Wochen im Herbst 2015 beginnt. Was sich bereits seit einem Jahrzehnt in Friedrichshain baulich verändert und nun auch noch unverhohlen einen US-Standard à la Las Vegas aufgepfropft bekommt, löste bei den Kiezbewohnern in den benachbarten Straßenzügen schon längst Unbehagen aus, und auch gegen das Ramponieren der East Side Gallery gab es Proteste: direkt an der bemalten Mauer ist im Herbst 2015 ein 14 Etagen hohes Haus mit Luxuswohnungen bezugsfertig. Als Zufahrt zu dem Hochhaus klafft nun eine sechs Meter große Lücke in dieser Mauer. Hans Panhoff (Grüne), Baustadtrat des Bezirks, will in Verhandlungen verhindern, dass Maik-Uwe Hinkel, Investor des Hochhauses, die Mauerlücke gar auf 21 Meter erweitert, was er von Rechts wegen her dürfte. Hinkel hatte bis zum Frühsommer 2015 bereits 80 Prozent der Wohnungen verkauft. Wenn Panhoff sich nicht rasch mit Hinkel über die Lücke in dem Mauer-Denkmal einigt, müsste er daher ab Herbst 2015 mit der Eigentümerversammlung weiter verhandeln, was für ihn weitaus schwieriger werden dürfte. Außerdem will Panhoff erreichen, dass Hinkel die Mauerlücke nach fünf Jahren wieder schließt, wenn dann ein anderer Investor für ein Hotel gleich nebenan eine gemeinsame Zufahrt zu seinem Gebäude und zu Hinkels Hochhaus angelegt hat. Doch der Baubeginn für das Hotel verzögert sich, und so ist derzeit völlig offen, wie die East Side Gallery in fünf oder zehn Jahren aussehen wird.

Aktionen & Projekte

Rohkunstbau

SCHLOSS ROSKOW, Foto: Jan Brockhaus

Das halb verfallene Barockschloss Roskow dient zum dritten Mal als Veranstaltungsort für die Ausstellung „Rohkunstbau“. Der Berliner Augenarzt Arvid Boellert organisierte diese Ausstellung erstmals 1994 in einem unvollendeten Rohbau für die Arbeiterfestspiele der DDR; der Name „Rohkunstbau“ wurde fortan auch für Projekte an anderen Orten bei behalten, zumeist leer stehende Schlösser in Brandenburg. Das Schloss Roskow hat eine bewegte Geschichte hinter sich: 1730 wurde der Schlossherr enthauptet, 1945 enteigneten unter der Ägide der russischen Befreier die Behörden in der östlichen Besatzungszone das Schloss; erst vor wenigen Jahren ging es wieder in die Hände von Nachfahren der früheren Besitzer über. Bis zum 6. September 2015 findet hier nun die Ausstellung „XXI Rohkunstbau-Apokalypse“ mit zehn Künstlern statt. „Seit 2011 steht Richard Wagners Oper und Gesamtkunstwerk «Der Ring des Nibelungen» Pate für die Ausstellungsthemen von Rohkunstbau. In den vorangegangenen Ausstellungen arbeiteten die eingeladenen Künstlerinnen und Künstler zu den Themen Macht (2011), Moral (2013) und Revolution (2014). «Apokalypse» folgt als vierter und letzter Teil des Wagnerzyklus. Die kommende Schau von Rohkunstbau knüpft an Wagners Überlegungen zu Untergang und Neubeginn an. Als Moment des Übergangs, als Moment der Offenbarung und Enthüllung, steht die Apokalypse nicht nur für den Untergang, sondern auch für die Visionen und Utopien nach dem ökonomischen, ökologischen oder gesellschaftlichen Kollaps. Bei Wagner liegt die post-apokalyptische Rettung in der Liebe.Wo liegt sie für die Künstlerinnen und Künstler des XXI.Rohkunstbau 2015?“ Künstlerliste: Sandra Boeschenstein, Olga Chernysheva, Philip Grözinger, Leiko Ikemura, Damir Žižić, Philipp Lachenmann, Dominik Lejman, Christiane Möbus, Miguel Rothschild, Daniel Silver. www.kulturfeste.de/feste/rohkunst.html

Aktionen & Projekte

Freiraumbesetzung

SCHLOSS ALBRECHTSBERG DRESDEN 1952 („Pionierpalast Walter Ulbricht“), Foto: Klein, Bundesarchiv, Bild 183-14573-0001 / CC-BY-SA

Der Freiluftkunstraum Haifische Dresden Süd-West e.V. „besetzt“ am Sonntag, den 27. September 2015 ab 11 Uhr zum dritten Mal den öffentlichen Raum in Dresden-Plauen mit neuen Kunstwerken. Auf der Schleiermacherstraße befindet vor der Friedhofsmauer eine verwahrloste Beeteinfassung. Sie war ursprünglich Bestandteil einer vom Bauhausarchitekten Walter Gropius konzipierten Grabanlage. Hier nimmt die Künstlerin Anna Holzhauer einen künstlerischen Eingriff vor. Ein Stückchen weiter auf dieser Straße bietet sich ein ehemaliges Wasserdepot mit einer künstlichen Aufschüttung für eine weitere Intervention an: Sophia und Franziska Hoffmann entwickelten für diese Stelle eine Neugestaltung der ehemaligen Einfassung. Die Gleisschleife bei der Straßenbahn-Haltestelle „Nöthnitzer markiert der Künstler Philipp Morlock mit einer Skulptur. Der Haifische-Verein wurde kürzlich auch mit dem Förderpreis der Landeshauptstadt Dresden ausgezeichnet und bedankte sich dafür mit der Anlage eines „Haifischbeckens“ im Park von Schloss Albrechtsberg: das Wasser im Teich wurde grün eingefärbt. Der Ort weist eine skurille Geschichte auf, denn zu DDR-Zeiten diente das Schloss als „Pionierpalast Walter Ulbricht“. www.haifische-dresden.de

Museen & Institutionen

Wo das Gras grüner ist

PRESSEFOTO zu Wo das Gras grüner ist, Foto: Kunstverein Schichtwechsel (Ausschnitt)

Die einen zieht's hinaus in die weite Welt: Künstlerreisen gehören seit der frühen Neuzeit zur Ausbildung und Selbstvergewisserung. Andere verlassen ihre Heimat aus Abenteuerlust oder in der Hoffnung auf ein besseres Leben anderswo, und wiederum andere leben in einem geografisch klein dimensionierten Raum, der zugleich auch ein mentaler und kultureller Orientierungsraum ist. 36 Kunstschaffende aus Liechtenstein, Island, Luxemburg und Montenegro thematisieren im Kunstmuseum Liechtenstein die Aussenwahrnehmung und Realität europäischer Kleinstaaten. Sie gehen den „Fragen nach, wie sich ein kleines Land darstellt, ob es eine Modellfunktion einnehmen kann und welche Auswirkungen Migration und Tourismus haben. Mit der Ausstellung wird ein kritischer Vergleich zwischen den Kleinstaaten angestrebt und gleichzeitig nach inspirierenden Einzigartigkeiten gesucht.“ Kuratiert wird die Ausstellung vom Kunstverein Schichtwechsel. Bis 22. November 2015. www.kunstmuseum.l

Museen & Institutionen

Brandenburg: Kritik an Fusionsplänen

MUSEUM DIESELKRAFTWERK COTTBUS, Fotoquelle: Wikipedia/JaySef

Das Frankfurter Museum Junge Kunst und das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus sollen zu einem Landesmuseum für Moderne Kunst fusionieren. Brigitte Rieger-Jähner, bis 2014 Direktorin des Frankfurter Museums, plädiert hingegen „für ein dezentrales Brandenburgisches Landesmuseum für Moderne Kunst“. Da in Frankfurt eine mehr als 11.000 Werke umfassende Sammlung Bildender Kunst einer deutlich kleineren von 5.000 in Cottbus gegenüberstehe, müsse der künftige Frankfurter Direktor hauptverantwortlich für diesen Bestand beider Museen sein, berichtete die Märkische Online-Zeitung über Rieger-Jähners Vorstellungen. Die emeritierte Museumsdirektorin fordert außerdem „auch eine deutliche Aufstockung des Personals in Frankfurt, das 1989 noch aus 32 Mitarbeitern bestand“. www.moz.de/museumjungekunst

Personalien

Runder Geburtstag

JENNY HOLZER, Foto: Copyright Nanda Lanfranco

Jenny Holzer feierte ihren 65. Geburtstag. Bekannt wurde sie mit Installationen aus leuchtenden LED-Textbändern. Die Künstlerin erhielt 2002 den Kaiserring der Stadt Goslar und wurde 2011 in die American Academy of Arts and Science gewählt. In diesem Sommer zeigte sie in Venedig im Museo Correr ihre „War Paintings“, eine Serie von 14 Ölbildern und sechs Siebdrucken. Sie beruhen auf Text-Dokumenten aus dem Anti-Terror-Krieg, den die USA seit dem Anschlag vom 11. September 2001 führen. Für dieses Projekt zog Holzer freigegebene Regierungsdokumente heran. s. hierzu auch das Interview mit Doris von Drathen in „Kunstforum“ Bd. 233, S. 594

Personalien

Ai Weiwei: Visum verweigert

AI WEIWEI, Foto: Heinz-Norbert Jocks

Ai Weiwei, oppositioneller chinesischer Künstler, erhielt zwar inzwischen nach vier Jahren von den chinesischen Behörden seinen Pass zurück, doch Großbritannien verweigerte ihm ein Geschäftsvisum und erlaubte ihm die Einreise nur für einen dreiwöchigen Aufenthalt. Begründung: der Künstler habe in dem Visumantrag „falsche Angaben“ über seine Inhaftierung gemacht. Ai Weiwei erklärte dazu, er sei zwar 2011 für 81 Tage verhaftet, jedoch nie wegen eines Verbrechens angeklagt oder verurteilt worden. Auf dem Münchener Flughafen konnte der Künstler hingegen die Einreisekontrolle problemlos passieren.

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