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Aktionen & Projekte

Oldenburg: Fiebrige Gespenster

Wendelien van Oldenborgh, From Left to Right, 2015, Standbilkd, Courtesy: Wilfried Lentz und der Künstler

Das Oldenburger Edith-Russ-Haus für Medienkunst zeigt ab dem 11. November die Gruppenausstellung „The Fevered Specters of Art – Die fiebrigen Gespenster der Kunst“. Die Ausstellung"reflektiert das Interesse vieler zeitgenössischer Künstler für die radikale Politik der 1960er und 1970er Jahre. Der Fokus der meisten Arbeiten liegt dabei nicht so sehr auf Europa, sondern auf den antikolonialen Bewegungen. In ihren analytischen Rückblicken untersuchen die Künstler das grundlegende Verhältnis von Politik und Ästhetik und dem häufigen Scheitern dieser Befreiungsbewegungen. Der Ausgangspunkt von „The Fevered Specters of Art“ liegt in der heutigen Zeit anhaltender Krisen, deren politische und wirtschaftliche Folgen zu großer Unzufriedenheit führen. Diese manifestiert sich oft in teils gewaltsamen Protestbewegungen und Aufständen, wie zum Beispiel dem Arabischen Frühling oder der Occupy-Bewegung, die sogar Regierungen zu Fall gebracht haben. Dennoch gelang es solchen Aktionen nur selten, die erhofften strukturellen Veränderungen zu bewirken. In diesem Kontext blickt die Ausstellung auf den Radikalismus und die antikoloniale Revolution in der Epoche des Kalten Krieges zurück, in der sich die Ideen eines grundlegenden gesellschaftlichen Wandels rund um den Globus verbreiteten. Im Zentrum der Ausstellung stehen daher aktuelle Kunstwerke, die ein neues Interesse an den revolutionären Ideen der 1960er und 1970er Jahre erkennen lassen. Sie konzentrieren sich vor allem auf Bewegungen, die politische Vorstellungen gewaltsam zum Ausdruck brachten, um so einen weitreichenden gesellschaftlichen Wandel durchzusetzen. Die Arbeiten beruhen nicht auf einer nostalgischen Faszination, sondern auf einem analytischen Interesse an radikal fortschrittlichen Ideen sowie auf einem ausgeprägten Bedürfnis, die Gründe zu erforschen, warum so viele dieser Bewegungen in der Erreichung ihrer Ziele versagten. Das Projekt untersucht, inwiefern Künstlerinnen und Künstler die Möglichkeiten neuer politischer Bewegungen überdenken und wie komplexe sozialhistorische Bezüge mit den Mitteln der Kunst angemessen hinterfragt und wieder aufgegriffen werden können. Dabei liegt ein besonderer Fokus der Ausstellung auf künstlerischen Strategien, die sich vielfältiger narrativer Strukturen und filmischer Erzählweisen bedienen und dabei auch auf Dokumente und Archive zurückgreifen." www.edith-russ-haus.de

Aktionen & Projekte

Düsseldorf: Reise ins Nichts

Roland Schappert, o. T. (WOHIN OH WOHIN / BAR JEDER SEELE), 2016, Wandmalereien im ehemaligen Capitol Theater, Düsseldorf, Copyright: R. Schappert

Nach Wandmalereien u. a. in der Städtischen Galerie Wolfsburg, 2014-2015, der Düsseldorfer Kunsthalle, 2016, im Museum Morsbroich, Leverkusen, 2016 und auf dem Gelände des Franklin Village, Mannheim, 2016-2017, findet die neue Ausstellung von Roland Schappert mitten in der Düsseldorfer Innenstadt in einem verlassenen Lichtspielhaus statt. Für „REISE INS NICHTS“ hat Schappert Wandarbeiten dort in diversen Räumen des Kinos Capitol Theater realisiert. "Der Künstler greift das Theatralische und Illusionäre des Ortes auf und kreiert, mithilfe eines ausgeklügelten Mix aus Wandmalereien, Montagen und Fotografien, ein irritierendes Vexierspiel. Schappert entwickelt bevorzugt In situ-Arbeiten für Orte, in denen der Geist des Übergangs und der Verwandlung spürbar ist. Mit seinen Wandgemälden reflektiert er die Vergangenheit und die ungelöste Gegenwart seiner Spielstätten." Vernissage: 5. November 2016. Laufzeit: bis 27. November 2016.

Preview

Malmö: Francesca Woodman-Retrospective

Francesca Woodman, Untitled, Providence, Rhode Island, 1976 © George and Betty Woodman

In nur wenigen intensiven Schaffensjahren vor ihrem vorzeitigen Tod schuf die Fotografin Francesca Woodman (1958-1981) ein dichtes Werk, das für viele jüngere Fotografen wegweisend ist. Das Moderna Museet Malmö widmet ihr unter dem Titel "On being an angel" nun eine Retrospektive (5. November 2016 bis 10. März 2017). In den 1970er Jahren lebte sie als Stipendiaton in Rom. 1981 veröffentlichte sie ihren Bildband "Some Disordered Interior Geometries", brachte sich aber dann noch im selben Monat durch einen Sprung von einem Gebäude um. Die Künstlerin wurde nur 22 Jahre alt. Ihre Fotoarbeiten entstanden in einer Zeit, wo auch in der Performance die körperliche Selbstinzenierung und Selbstbefragung ihre Zeithöhe hatte - Woodman fotografierte sich oft selbst und thematisierte dabei ihren eigenen Körper in Relation zu einem konkreten räumlichen Environment. Aus ihrem Nachlass wurden bislamng nur Teile publiziert. Nachdem 2012 das New Yorker Solomon R. Guggenheim Museum mehr als hundert ihre Arbeiten ausstellte, ist nun ein umfangreiches Konvolut in Malmö zu sehen.

Museen & Institutionen

Limbach-Kommission: Reform

Prof. Jutta Limbach, Namenspatronin der Limbach-Kommission, Fotoquelle: Wikipedia/Das blaue Sofa, Berlin

Nach der früheren kürzlich verstorbenen Verfassungsrichterin Prof. Jutta Limbach ist die Limbach-Kommission benannt, das in Streitfällen um NS-Raubkunst eingeschaltet werden kann. Offiziell heißt das Gremium „Beratende Kommission im Zusammenhang mit der Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter, insbesondere aus jüdischem Besitz“. Es arbeitet seit 2003 und hat seine Geschäftsstelle beim Deutschen Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg. Seine Aufgabe wird offiziell so beschrieben: „Die Kommission übernimmt eine Mediatorenrolle zwischen den Trägern der Sammlungen und den ehemaligen Eigentümern der Kulturgüter bzw. deren Erben, wenn dies von beiden Seiten gewünscht wird. Zur Beilegung der Meinungsverschiedenheiten kann sie Empfehlungen aussprechen.“ In den vergangenen 13 Jahren wurde die Limbach-Kommission in 13 Streitfälle eingeschaltet. Die Frage, ob das jeweilige Werk in den 1930er Jahren rechtmäßig in andere Hände kam oder von den Nazis geraubt bzw. einem Sammler oder Galeristen abgepresst wurde, ist freilich auch von solch einer neutralen Schiedsstelle nicht immer einfach zu beantworten: so stiegen die Erben des Galeristen Alfred Flechtheim (1878-1937) aus dem Vermittlungsverfahren aus, weil über eine Rückgabe des kubistischen Bildes „Geige und Tintenfass“ (1913) von Juan Gris aus der NRW-Kunstsammlung keine Einigung erzielt werden konnte. Die Erben beklagten dabei eine eine „intransparente Informationspolitik“ der Kommission. Daher fordern Opferverbände forderten unlängst mehr Transparenz: bereits Anfang 2016 hatte eine Gruppe von Anwälten aus Deutschland, den USA und Italien in einem Offenen Brief eine Reform der Kommission eingefordert, um mehr „Fairness, Transparenz und Gerechtigkeit“ zu erreichen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat nun diese gewünschte Reform auf den Weg gebracht. So soll es künftig in der Kommission keine Mitgliedschaft auf Lebenszeit mehr geben, sondern nur noch befristete Amtszeiten. Unter den Mitgliedern sollen nun auch ein oder zwei Persönlichkeiten des jüdischen Lebens sein. Außerdem wird Geld bereit gestellt, um in Zweifelsfälle auch externe Gutachten in Auftrag geben zu können.

Museen & Institutionen

Berlin: Neue Sachlichkeit und Surrealismus

Georg Schrimpf, München 1889–1938 Berlin: Bahnübergang, 1932 | Öl auf Leinwand, 52 x 84 cm | © bpk / Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie (Ausschnitt)

Da die Berliner Nationalgalerie derzeit geschlossen ist, zeigt die Sammlung Scharf-Gerstenberg in Charlottenburg bis zum 23. April 2017 die Ausstellung „Surreale Sachlichkeit. Werke der 1920er- und 1930er-Jahre aus der Sammlung der Nationalgalerie“. Beide Stilrichtungen entwickelten sich seit Anfang der 1920er Jahre zeitlich parallel, waen zum Teil auch eng miteinander verzahnt – si gibt es z.B. im Werk von Franz Radziwill oder auch Rudolf Schlichter sowohl sachlich-nüchterne als auch phantastisch-surreale Anklänge. In der Kunstgeschichtsschreibung wurden aber erst seit Ende der 1970er Jahre „anhand verschiedener Themen und Motive Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet wurden. Die Ausstellung in der Sammlung Scharf-Gerstenberg, direkt gegenüber dem Schloss, nimmt nun einen anderen Blickpunkt jenseits der kanonisierten Kunstbetrachtung ein. Mit ihrem erweiterten Surrealismusbegriff – Kern der Sammlung ist der Surrealismus, doch finden sich hier auch Werke seiner Vorläufer und Nachfolger – richtet die Ausstellung das Augenmerk weniger auf einzelne Motive, sondern möchte ausgehend vom Surrealismus, einen Blick auf die psychischen Zwischenräume werfen, die sich zwischen den Motiven der vermeintlich 'sachlichen' Darstellungen eröffnen“. So weisen auch die Werke der Neuen Sachlichkeit oft einen „psychischen“ Raum auf, „ohne dabei explizit zu werden“, aber gerade dieser „surreale Anteil“ verleihe den Werken eine „Tiefendimension“. Beim Surrealismus, wie ihn André Breton definierte, stand indessen ein Interesse an der Freudschen Psychoanalyse im Vordergrund: als die Pariser Gruppe um Breton 1924 die Zeitschrift „La Revolution surréaliste“ herausgab, deutete schon der Titel darauf hin, dass es ihnen in erster Linie nicht nur darum ging, mit dem völlig willkürlichen und unerwarteten Aufeinandertreffen verschiedener Wirklichkeitsebenen in ihren Wort- und Bildcollagen und mit dem Niederfließen des Unbewussten beim automatischen Schreiben eine neue stilistische Richtung in der Literatur und in der Kunst zu begründen, sondern sie sahen ihre literarischen und bildnerischen Aktivitäten auch als ein politisches Programm: André Breton begriff den Surrealismus ausdrücklich als eine emanzipatorische und revolutionäre Bewegung. In der jetzigen Berliner Ausstellung treffen „Gemälde von Künstlern wie Otto Dix, und Alexander Kanoldt, aber auch seltener gezeigte Gemälde von Paula Lauenstein oder Konrad Adolf Lattner treffen auf Werke von Surrealisten wie Max Ernst und René Magritte, die den Blick auf das Sonderbare, Geheimnisvolle, mitunter Absurde der Neuen Sachlichkeit lenken.“ www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/sammlung-scharf-gerstenberg

Museen & Institutionen

Bauhaus-Archiv: Scheper-Nachlass angekauft

Lucia Moholy, Porträt Hinnerk Scheper, 1927, Bauhaus-Archiv, Copyright: VG Bild-Kunst Bonn 2016, Nachlass Scheper, Berlin

Das Bauhaus-Archiv – Museum für Gestaltung in Berlin kaufte für 1,185 Millionen Euro den Nachlass des Künstlerpaares Hinnerk und Lou Scheper an. Der deutsche Farbgestalter, Fotograf und Denkmalpfleger Hinnerk Scheper (1897-1957) und seine Frau, die Farbgestalterin und Malerin Lou Scheper-Berkenkamp (1901-1976) gelten als wichtige Vertreter des Bauhauses. Zu ihrem Nachlass gehören Farbgestaltungen, Zeichnungen, Druckgrafiken, Fotografien, Möbel, Designobjekte, Dokumente und Korrespondenzen sowie eine Bibliothek mit Ausstellungskatalogen, Broschüren und Zeitschriften der 1920er Jahre.

Museen & Institutionen

Lawrence Weiner in Bregenz

Lawrence Weiner, Governors Island, New York, 2009 , Foto: Michael Marcelle, Courtesy of Moved Pictures Archive, New York © Lawrence Weiner | ARS, New York | Bildrecht, Wien, 2016

Vom 2. Nov. 2016 bis zum 15. Jan. 2017 zeigt das KUB-Kunsthaus Bregenz eine umfassende Ausstellung über den Konzeptkünstler Lawrence Weiner. „Diese konzeptuelle Kunstrichtung, die sich während der 1960er Jahre entwickelt hat, stellt den Werkcharakter und die Materialisierungsanforderung von Kunstwerken infrage. Im Jahr 1968 verfasste Weiner das für ihn bis heute gültige Manifest Declaration of Intent. Drei Thesen werden darin aufgestellt. Die erste These formuliert die Möglichkeit des Künstlers, ein Werk herzustellen (»The artist may construct the piece«), die zweite bezieht sich auf dessen Anfertigung (»The piece may be fabricated«, die dritte besagt, dass das Werk nicht ausgeführt werden muss (»The piece need not be built«). Jede der drei Möglichkeiten ist gleichwertig und entspricht der Absicht des Künstlers. Die Entscheidung bezüglich der Ausführung liegt beim Empfänger zum Zeitpunkt des Empfangs (»Each being equal and consistent with the intent of the artist, the decision as to condition rests with the receiver upon the occasion of the receivership«). Durch diese Satzung ist festgelegt, dass das Werk auch aus einem gedanklichen Gebilde bestehen kann...“ Außerdem ist in der Reihe „KUB Projekte“ bis zum 15. Januar 2017 ein Beitrag von Sol Calero zu sehen. Dazu hat sie „eine neue ortsspezifische Installationsarbeit im Ausstellungsraum des ehemaligen KUB Sammlungsschaufensters“ entwickelt. Ebenfalls bis zum 15. Januar 2017 haben junge Künstler Gelegenheit, ihre Arbeit auf den „KUB Billboards“ in der Seestraße vorzustellen. www.kunsthaus-bregenz.at.

Personalien

Berlin erhält Marzona-Archiv

Egidio Marzona, Sammler, hat Teile seines Archivs an die Staatlichen Museen Berlin gegeben. Die Kunstbibliothek erhielt 115 Bücher und Editionen, 141 Plakate und rund 1000 Einladungskarten für eine „Enzyklopädie der Kunst der 60er- und 70er-Jahre“. Das Konvolut ergänzt die bereits 2002 erworbene Sammlung Marzona. Einen anderen umfangreichen Teil seines Archivs hatte Marzona nach Dresden gegeben.

Hochschulen

Plakatwettbewerb

Raphael Wutz, Plakat, Copyright: R. Wutz (Ausschnitt)

Beim Plakatwettbewerb „Warum studieren?“ des Deutschen Studentenwerks belegte Alina Mirwald (Hochschule Augsburg) den ersten Platz. Den zweiten Preis teilen sich 2. Preis, 1.000 Euro, für „Forsche weiter“ Rita Below (Hochschule Düsseldorf) und Ieva Petrauskaite (Muthesius Kunsthochschule Kiel). Drei dritte Preise gingen an Corinna Bayer (Hochschule RheinMain), Katharina Rybakov, (Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen) sowie Raphael Wutz (Hochschule für Künste Bremen).

Aktionen & Projekte

Lichtarchiv im Körnerpark

Am letzten Oktoberwochenende wird die Winterzeit wieder eingeführt. Für die Nacht der Zeitumstellung am 29. Oktober 2016 haben Aleksander Komarov, Maxim Tyminko und Susanne Kriemann  für die Illumination des Berliner Körnerparks eine Webseite programmiert, "auf welcher alle Abendröten der Welt sichtbar werden. Das sich ständig aktualisierende Lichtarchiv wird live in den Park projiziert. An diesem Abend reisen wir mit Sonnengeschwindigkeit über die Weltkugel; sehen und registrieren die sich immer wieder neu aufbauenden Farbspektren im Körnerpark..." www.kultur-neukoelln.de

Messen & Märkte

Art Innsbruck

Die Art Innsbruck wurde vom Januar in die Vorweihnachtszeit verlegt und findet jetzt mit etwa 90 Teilnehmern vom 1. bis zum 4. Dezember 2016 statt. Das Programmangebot umfasst internationale zeitgenössische Kunst und Antiquitäten des 19./20./21. Jahrhunderts – Gemälde, Arbeiten auf Papier, Auflagenobjekte, Originalgraphiken, Skulpturen, Objekte/Installationen, Künstlerbücher, Fotografien und Neue Medien. www.artinnsbruck.at

Biennalen

Taipeh Biennale

Seit 1984 veranstaltete das Taipeh Kunstmuseum in jährlichem Wechsel zwei große Überblicksausstellungen über die Kunstszene und speziell die Bildhauerei in Taiwan. 1992 fasste man diese beiden Ausstellungen zu einer Taipeh Biennale (bis 4. Feb. 2017) zusammen, die nunmehr zum zehnten Mal ausgerichtet wird. Kuratorin ist Corinne Desirens. Das aktuelle Biennale-Thema lautet: „Gestures and Archives of the Present“.

Biennalen

Biennale Venedig 2017: Anne Imhof im Deutschen Pavillon

Anne Imhof, Foto: Copyright Nadine Fraczkowski

Anne Imhof wurde von der Kommissarin Susanne Pfeffer für den Beitrag Deutschlands auf der Biennale in Venedig 2017 ausgewählt. „Das kuratorische Konzept von Susanne Pfeffer richtet mit dieser Wahl den Blick darauf, wie sich der Mensch durch die gegenwärtigen technologischen und sozioökonomischen Bedingungen verändert, wie unsere Auffassung von Körper neu gedacht werden muss“, erklärte dazu Elke aus dem Moore, Leiterin der Abteilung Kunst des ifa (Institut für Auslandsbeziehungen), das im Auftrag des Auswärtigen Amtes den Deutschen Pavillon koordiniert. Imhofs Werk umfasst malerische, skulpturale, installative wie performative Arbeiten. Eigens für den Deutschen Pavillon arbeitet sie bereits seit mehreren Monaten an einer „raum- und zeitgreifenden Arbeit... Anne Imhof begegnet der Brutalität unserer Zeit mit einem harten Realismus. In ihren Szenarien vergegenwärtigt sie, wie der Körper in materiellen und diskursiven, in technologischen, sozio-ökonomischen und pharmazeutischen Grenzziehungen konstituiert wird. Anne Imhof macht so den Raum zwischen Körper und Realität sichtbar, in dem unsere Persönlichkeit überhaupt erst entsteht...“ Die Künstlerin (Jahrgang 1978) graduierte 2012 an der Frankfurter Städelschule und wurde 2015 mit dem Preis der Nationalgalerie ausgezeichnet. Ihre Oper „Angst“ wurde 2016 in der Kunsthalle Basel, dem Hamburger Bahnhof in Berlin und auf der Biennale de Montréal aufgeführt. Imhofs Performance-Zyklen Deal (2015), Rage (2014), Aqua Leo (2013) und School of the Seven Bells (2012) waren u.a. in Einzelausstellungen im MoMA PS1, New York (2015), dem Carré d’Art – Musée d’art contemporain de Nîmes (2014) sowie im New Jersey, Basel und dem Portikus in Frankfurt am Main (2013) zu sehen. Im Hamburger Bahnhof Berlin war ihre Ausstellung „Angst“ bis September 2016 zu sehen.

Aktionen & Projekte

KIT Düsseldorf: De Statua – Davor und Danach

Johannes Döring, Marienbad, 2015, 40 x 35 x 15 cm

Im Hohlraum des Düsseldorfer Rheinufertunnels läuft bis zum 12. Februar 2017 in der Reihe „KIT-Kunst im Tunnel“ die Ausstellung „De Statua – Davor und Danach“. Kurator ist der belgische Künstler Didier Vermeiren. „Durch das Aufrufen des Titels des ersten und höchst einflussreichen Bildhauereitraktates der neuzeitlichen Kunst – De Statua/Das Standbild von Leon Battista Alberti aus den 30er Jahren des 15. Jahrhunderts – betont Vermeiren die Möglichkeit und Notwendigkeit, auch in der Gegenwart ungebrochen an die Tradition der Bildhauerei anzuknüpfen. Ein zentraler Anknüpfungspunkt an diese Tradition ist das Erschaffen von Skulpturen, in deren räumlicher Präsenz sich die höchst bewusste Formfindung auf Seiten der Künstler vermittelt. In diesem Sinn spielt der Prozess des künstlerischen Arbeitens, der sich in den Werken vermittelt, für die von Vermeiren ausgewählten Bildhauer eine wichtige Rolle. Neben der zentralen Bedeutung, die die körperliche Gegenwart der Skulptur für die Künstler besitzt, werden mit Hilfe von Fotografie und Film des Weiteren die Möglichkeiten und Grenzen der Formgebung und Materialität ausgelotet. Das Ausloten dieser Grenzen kann bis hin zu skulpturalen Werken führen, deren Gegenwart den physischen Entzug von Skulptur zu einem eigenen Thema macht. Mit Johannes Döring, Fabien Ducrot, Moritz Karweick, Valerie Krause, Claudia Mann, Heiko Räpple, Philipp Röcker, Johannes Wald.“ www.kunst-im-tunnel.de

Hochschulen

Düsseldorf: Kunstpädagogische Tagung

Um „Bild-/Kunstgeschichte - Anregungen aus kunstpädagogischer Perspektive“ ging es soeben bei einer Tagung in der Kunstakademie Düsseldorf. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Vorstand des BDK-Fachverband für Kunstpädagogik Landesverband NRW mit der Didaktik der Bildenden Künste an der Kunstakademie ausgerichtet. Bei der Auseinandersetzung „mit der historischen Genese von Bildern im Kunstunterricht“ ging es vor allem um die Fragen, wie Jugendliche heute mit Bildern umgehen und welche „Pfade in die unübersichtliche Bild- bzw. Kunstgeschichte führen“. www.kunstakademie-duesseldorf.de

Ausschreibungen

Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung und Projektförderung

Bis zum 16. Dezember 2016 können Bewerbungen um Fördergelder aus dem Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung und der Projektförderung aus bezirklichen Zuwendungen sowie Mitteln des Bezirkskulturfonds für das Jahr 2017 eingereicht werden. Fördermittel aus dem Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung Fördersäule 3 werden im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg mit einer Gesamtsumme von 30 000 Euro einmal im Jahr vergeben. Der Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung, Fördersäule 3, fördert Kooperations-projekte, die Kindern und Jugendlichen neue Zugangsmöglichkeiten zu Kunst und Kultur schaffen mit einer Fördersumme in Höhe von jeweils maximal 3000 Euro. Die Jurysitzung für den Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung findet voraussichtlich Ende Januar 2017 statt. Die Projektförderung besteht mit einer Gesamtsumme von rund 85 000 Euro aus bezirklichen Zuwendungen sowie Mitteln des Bezirkskulturfonds und wird an künstlerische und soziokulturelle Projekte in Spielstätten, Soziokulturellen Zentren, Projekträumen und Museen in Friedrichshain-Kreuzberg vergeben. Ausführliche Infos und Kontaktdaten unter www.kulturamt-friedrichshain-kreuzberg.de/projektfoerderung

Preise

Kader Attia erhält Marcel Duchamp-Preis

Kader Attia. Foto Heinz-Norbert Jocks

Kader Attia, französischer Fotograf und Installationskünstler, ist aktueller Träger des Marcel Duchamp-Preises (35.000 Euro). Die Association pour la Diffusion Internationale de l’Art Français (ADIAF) verleiht die Auszeichnung gemeinsam mit dem Centre Georges Pompidou, einen französischen oder in Frankreich lebenden Künstler zu ehren, der in Anlehnung an Marcel Duchamp in seinem Bereich bahnbrechend hervortritt. Attia beschäftigt sich in seinen aktuelln Arbeiten mit dem Begriff des „membre fantôme“: in einem seiner Videos diskutieren ein Arzt und ein Psychoanalytiker über Phantomschmerzen nach einer Amputation, was Attia in Beziehung zu Erinnerungen an die Sklaverei, Kolonialismus und Völkermord setzt.

Museen & Institutionen

Hubert Scheibl im Belvedere

Hubert Scheibl, Plants and Murders, 2014, © Hubert Scheibl, Foto: Armin Plankensteiner Öl auf Leinwand 290 cm x 200 cm (Ausschnitt)

Bis zum 5. Februar 2017 ist in Wien in der Orangerie des Unteren Belvedere eine Ausstellung von Hubert Scheibl zu sehen. Er "gilt als herausragender Vertreter einer abstrakt-sensiblen, lyrischen Malerei. Die Ausstellung in der Orangerie des Unteren Belvedere präsentiert Serien aus seinem künstlerischen Schaffen der letzten zehn Jahre. In diesen setzt sich Scheibl mit Sehnsüchten und Utopien auseinander, in denen die Kunst immer noch als Ausdruck von Hoffnung agiert. In einem dialogischen Nebeneinander von großformatigen Gemälden und Rauminstallationen unterschiedlicher Dimension entfaltet sich die Architektur der Orangerie in ein geheimnisvolles Labyrinth aus Räumen und Bildern. Die für Scheibl charakteristischen großen abstrakten Leinwände lösen sich im Verlauf eines Parcours, der unsere Wahrnehmung und Erfahrung der Bildfläche ins Wanken bringt, zunehmend auf. Scheibls überwältigend sinnliche Arbeiten lassen uns die räumlichen Gegebenheiten der Orangerie neu wahrnehmen..." (Vernissage: 8. November 2016). www.belvedere.at

Hochschulen

Stuttgart: Neue Rektorin

Barbara Bader, Foto: Friedli

Prof. Dr. Barbara Bader, seit 2013 Professorin für Kunstdidaktik und Bildungswissenschaften an der ABK Stuttgart, ist dort jetzt zur Rektorin. „Barbara Bader blickt auf eine mehrjährige Unterrichtstätigkeit im In- und Ausland sowie auf Lehr- und Forschungsengagements an Kunsthochschulen, Universitäten und Pädagogischen Hochschulen zurück. An der Züricher Hochschule der Künste (ZHdK) etablierte sie das Institute Art Education und war von 2006 bis 2013 an der Hochschule der Künste Bern (HKB) als Professorin tätig. Dort zeichnete sie für die Ausbildung von Kunstlehrerinnen und Kunstlehrern an Gymnasien sowie das Forschungsfeld Vermittlung verantwortlich...“ www.abk-stuttgart.de

Personalien

Marwan Kassa-Bachi gestorben

In Berlin starb der Maler Marwan Kassab-Bachi im Alter von 82 Jahren." Er wurde am 31. Januar 1934 in Damaskus (Syrien) geboren und verließ 1957 die Stadt nach einem Studium der arabischen Literatur an der Universität Damaskus, um in Berlin an der Hochschule der Künste (heute Universität der Künste) bei Hann Trier das Studium der Malerei aufzunehmen. Hier gehörte er bald zu einem Kreis von Künstlern, die wie Georg Baselitz und Eugen Schönebeck das Bild des Menschen... neu interpretierten". www.adk.de

Aktionen & Projekte

documenta Athen: Offene Gesellschaften im Parko Elefterias

Johan Grimonprez, Ronald Reagan, Shadow World, 2016, Courtesy Ronald Reagan presidential library

Im Vorfeld der Documenta 14, die im kommenden Frühjahr in Athen beginnt, finden dort schon in diesem Herbst im Parko Elefeterias diverse Diskussionsveranstatungen und Vorträge statt. Sie folgen dem von Oskar Hansen entwickelten Prinzip der "Offenen Form Gesellschaften" als "selbstlernende, selbstorganisierende Mikro-Öffentlichkeiten, die ihre eigenen Aktivitäten entwickeln. Die Gesellschaften entfalten diese von Oktober 2016 bis zur Eröffnung der Ausstellung in Athen im April 2017 und verwandeln sich dabei selbst nach und nach zur öffentlichen Infrastruktur der Ausstellung..." Den Auftakt bildet am 25. Oktober 2016 eine Diskussion über "Demokratie und Krieg" der "Gesellschaft des Endes der Nekropolitik" mit Andrew Feinstein und Johan Grimonprez, moderiert von Marina Fokidis, Leiterin des Künstlerischen Büros der documenta 14 in Athen". Am 26. Oktober 2016 beschäftigen sich Max Jorge Hinderer CruzNelli Kambouri und Margarita Tsomou mit einer "Einführung in die Gesellschaft des Indigenen". In dieser offenen Diskussion der "Apatriden Gesellschaft des politisch Anderen" geht es um die Überschreitung einer "eurozentrischen Perspektive" und dabei um Beobachtungen, "die sich den wandelnden Formen und Territorien gegenwärtiger und neuer Imperative der Kolonialisierung bei der Produktion globaler und lokaler Subjektivitäten widmen. Der Künstler Angelo Plessas gibt  am 27. Oktober 2016 eine "Einführung in die Noosphärische Gesellschaft", die er als einen "gemeinschaftlichen Ort kontemplativer Ruhe" beschreibt. "Sie ist Altar einer digitalen Entgiftung, Therapiesitzung, Ort der Erkundung unseres Körpers und unseres Geistes, soziale Umgebung, die ihrerseits von Ideen und Partikeln umkreist wird, und ein Versuch, frei durch Zeit und Raum zu treiben".

 

Preview

Raymond Pettibon in Salzburg

Raymond Pettibon No Title (Satan did not ...) , 1984 Farbstift und Tinte auf Papier 26,7 x 36,8 cm Courtesy of the artist and David Zwirner, New York (Ausschnitt)

Mit Raymond Pettibon. Homo Americanus präsentiert das Museum der Moderne Salzburg das außergewöhnliche Werk eines großen Zeichners. Anhand von über 500 Arbeiten beleuchtet die Ausstellung, wie Pettibon die prägende Narrative des amerikanischen Traums untergräbt - von Woodstock bis hin zum sogenannten Krieg gegen den Terrorismus." Die Ausstellung läuft dort vom 19. November 2016 bis zum 12. Februar 2017. "Seine scharfe Kritik an Kultur und Gesellschaft der Gegenwart baut gleichermaßen auf der Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts wie den Produktionen der Populärkultur auf. In seinen Zeichnungen entwickeln Text und Bild eine harsche Poesie. „Seit über vier Jahrzehnten seziert der aus Kalifornien stammende Künstler Stereotypen des amerikanischen Mainstreams ebenso wie der Subkultur". www.museumdermoderne.a

Aktionen & Projekte

Düsseldorf: Next Level-Festival

C A P E, Drop Dog / Foto: Crew

Das Düsseldorfer Games-Festival Next Level bringt vom 3. bis zum 6. November 21016 vier Tage lang Spieler, Künstler, Spieleentwickler, Medienpädagogen und Unternehmen zusammen und" vernetzt Fans und Fachleute der digitalen Spielekultur. Neben Spielestationen mit den interessantesten Neuheiten, Indie-Games und Retro-Schätzen, widmen sich Performances, Installationen und Kunstaktionen sowie Workshops, Vorträge und Diskussionen ganz der Zukunft der digitalen Spiele..."  So bringt z.B. der französische Künstler Antonin Fourneau "erstmals den interaktiven Spieleparcours ENIAROF nach Deutschland, das belgische Künstlerkollektiv CREW präsentiert seine brandneue Produktion „C.a.p.e. Drop_Dog“, ein 360°-Format, das neue Dimensionen der Virtual Reality erschließt. Der niederländische Künstler Matthias Oostrik installiert mit „PLPLPL.PL_SCRUTINY“ einen interaktiven Antiüberwachungsapparat, Absolventen der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin laden mit „Solaris“ zum Computerspiel im Real Life ein, beim Game Jam mit dem Sponsorpartner Ubisoft/Blue Byte entwickeln Besucher gemeinsam mit den Profis eigene Spiele und vieles mehr... Bei Talks und Diskussionen bekommen Besucher außerdem Gelegenheit, Gaming-Experten und Brancheninsider wie Thorsten Unger (GAME Bundesverband), Stephan Schwingeler (ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe), Fiete-Gründer Wolfgang Schmitz (Ahoiii Entertainment) und viele andere kennenzulernen..." www.next-level.org

Ausschreibungen

Residenzprogramm für Archivforschung

Illustrationsfoto zur Pressemitteilung (franke-kabel-dec.)

Im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen der HfG Karlsruhe und dem ZKM haben die Institutionen gemeinsam das internationale Forschungs- und Entwicklungsprogramm »Archivists in Residence« ins Leben gerufen. Es richtet sich an junge Forscher, die sich wissenschaftlich und/oder künstlerisch mit Praktiken und Theorien des Archivs in einem erweiterten Sinne auseinandersetzen. Jährlich werden zwei Stipendien für einen jeweils viermonatigen Forschungsaufenthalt an HfG und ZKM vergeben. In der aktuellen Ausschreibungsphase sind Bewerbungen bis zum 27. November 2016 möglich. Infos: zkm.de/projekt/archivists-in-residence.

Hochschulen

Wien: Winterausstellung über H. Bosch

Hieronymus Bosch, Weltgerichtstriptychon, Mitteltafel, Detail, um 1490 bis um 1505, Öltempera auf Holz, © Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien

Die Winterausstellung der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien zeigt bis zum 29. Januar 2017 die Ausstellung „NATUR AUF ABWEGEN? Mischwesen, Gnome und Monster (nicht nur) bei Hieronymus Bosch“. „Ausgehend von Boschs Wiener Weltgericht und seinen bunten erschreckenden Kreaturen, widmet sich die Ausstellung dem merkwürdigen, vom Bild einer ideal-schönen Natur abweichenden Leben von Mischwesen, Gnomen und Monstern - oft halb Mensch und halb Tier, oft tierische Neuschöpfungen - vom Mittelalter bis zur Gegenwart“. www.akasdemiegalerie.at

Museen & Institutionen

SCORES: Musikwerke bildender Künstler

Christian Marclay, Screen Play (Detail), 2005, Single channel video projection, black and white with color, silent, 29 min. © Courtesy the artist and Paula Cooper Gallery, New York

Das Ausstellungs- und Konzertprojekt SCORES in der Reihe „Musikwerke Bildender Künstler“ widmet sich dem Thema der musikalischen Partitur, die seit den 1960er-Jahren über die traditionelle Notation hinaus als vielfältiges Aufzeichnungsmedium verstanden wird. So schuf z.B. Cathy Berberian 1966 für ihr Stück „Stripsody“ eine Komposition, die nur aus Zeichnungen und Sprechblasen von Comics besteht, und die Fluxus-Musiker jener Jahre verstanden eine Partitur als „Handlungsanweisung“, oft auch für das Publikum, das in die Auffürhungen aktiv mit einbezogen wird. Der Hamburger Bahnhof in Berlin präsentiert vom 28. Oktober bis zum 13. November 2016 von Saâdane Afif, Christian Marclay, Are Benjamin Meyers und Jorinde Voigt Beiträge die sich zwischen Text und Objekt, Video und Comic, Zeichnung und Konzept bewegen. www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/hamburger-bahnhof

Hochschulen

Julian Röder - Recht und Raum in Berlin

Julian Röder, Licht Angst, Pressefoto zur Ankündigung (Ausschnitt)

Seit fünfzehn Jahren baut der Fotokünstler Julian Röder ein Werk zum Thema Macht und Ökonomie auf, das  nun zum ersten Mal in einer größeren Überblicksausstellung in Berlin zu sehen ist. Röder hat zwischen 2001 und 2008 die Gipfeltreffen der Staats- unsd Regierungschefs  beobachtet und in „The Summits“ festgehalten. 2011 fotografierte Röder für die Serie „World of Warefare“ auf der International Defence Exhibition and Conference, IDEX, der größten Waffenmesse der Welt in Abu Dhabi. "Bewusst versucht er in seinen Bildern die Situation bis zum Absurden zu überzeichnen. Ausgerechnet in einer Wüste kommen sich Macht und Ökonomie auf dieser von der Öffentlichkeit abgeschirmten Veranstaltung am nächsten. In einer weiteren Serie, „Mission and Task“ arbeitet Röder 2012/13 mit Mitteln der Werbefotografie im Freien und setzt dabei Kunstlicht ein. Auf diese Weise führt er die geheime Infrastruktur zur Sicherung europäischer Außengrenzen vor, die wie ein Schutzwall unseres westlichen Wohlstandes fungiert. Unter harmlosen Oberflächen verbergen sich in Zeppelinen oder Heiligen-Kapellen, hinter Zäunen oder auf Satelliten modernste Überwachungssysteme, die zu Lande, zu Wasser, aus der Luft und aus dem All jeden, der in ihre Nähe kommt, beobachten und taxieren. Ausstellung und Katalog stellen eine Kooperation zwischen dem Haus am Waldsee und der Akademie der Künste, Berlin dar. Im Rahmen des Ellen-Auerbach-Stipendiums der Akademie der Künste hat Julian Röder die neue Serie „Licht und Angst“ verwirklichen können, die in der Ausstellung vorgestellt wird. Dabei führt der Künstler seine Recherche zum Thema Macht und Ökonomie bis in die Bereiche Gedankenfotografie und Verschwörungstheorien fort. Er begibt sich zudem in ein Umfeld irrationaler mystisch überhöhter Gesellschaften, denen Intuition mehr gilt als rationales Denken. Dabei richtet er sein Augenmerk auf Gruppen, für die altgermanische Mythen und magische Orte größere Bedeutung haben, als wissenschaftliche Argumente. So gegensätzlich die parallel existierenden Welten von Managern, Demonstranten und Esoterikern auf den ersten Blick erscheinen, so überzeugend arbeitet er Gemeinsamkeiten heraus: Das nicht näher definierte Böse gefährdet die Freiheit und das Glück des Einzelnen." Die Ausstellung ist vom 18. November 2016 bis zum 12. Februar 2017 Haus am Waldsee, Berlin zu sehen. www.adk.de

Messen & Märkte

ci-contemporary Istanbul

ci-contemporary Istanbul, Pressefoto

In ihr elftes Jahr geht die ci-contemporary Istanbul vom 3. bis 6. Nov. 2016. Etwa 110-120 Teilnehmer repräsentieren den türkischen Kunstmarkt, der in den letzten Jahren beachtliche Wachstumsraten aufwies, trotz der innenpolitisch schwierigen Situation im Land. Die meisten türkischen Sammler, die sich auf Gegenwartskunst spezialisiert haben, sind aber wohl auch eher international engagiert. Wie die meisten anderen Messen, so ist auch die Istanbuler Veranstaltung in Sektuoren wie „Galleries” für etablierte Kunsthändler, „Emerging” für jüngere, aufstrebende Galerien und „Solo Shows” unterteilt. „Plugin” ist al Sektor für Neue Medien und interaktive Konzepte zwischen Kunst, Wissenschaft, Technologie und Politik reserviert, außerdem gibt es noch einen Design-Bereich. www.contemporaryistanbul.com

Messen & Märkte

Art 021 Shanghai

Pressefoto zur Art021 Shanghai

Die Art021 Shanghai Contemporary Art Fair (11.-13.11. 2016) bietet 75 bis 80 Galerien eine Plattform, ergänzt um Non-Profit-Programme und Sonderausstellungen. Nach zehnjähriger Abwesenheit war im vergangenen Jahr auch die Gagosian Gallery wieder auf dem chinesischen Festland präsent und verlieh zusammen mit einigen anderen renommierten Teilnehmern der Messe ein wenig Global Player-Flair: Etwa ein Viertel der Aussteller kommen aus Übersee, ansonsten liegt der Schwerpunkt bei Galerien aus China und Asien. Die Messe ist noch jung; sie existiert erst seit 2013 und wurde von Bao Yifeng und Kell Ying gegründet. www.art021.org

Personalien

Neuer ADKV-Vorstand

Meike Behm, Foto: privat

Meike Behm (Geschäftsführerin und Direktorin der Kunsthalle Lingen) wurde als erste Vorsitzende der ADKV-Arbeitsgemeinschaft deutscher Kunstvereine im Amt bestätigt. Michael Arzt (HALLE 14 – Zentrum für zeitgenössische Kunst, Leipzig) ist ihr Stellvertreter. Mathias Lindner (Neue Chemnitzer Kunsthütte) bleibt Schatzmeister. Neu im Vorstand ist Ursula Schöndeling. Caroline Käding stellte sich nicht mehr zur Wiederwahl, da sie vom Kunstverein Freiburg an die HBK Braunschweig als Assistentin der dortigen Institutsleitung wechselte. Wiedergewählt wurden die Vorstandsmitglieder Elke Gruhn, Simone Neuschwander, Gerrit Gohlke, Wolfgang Suttner und Thomas Thiel.

Personalien

Stella Rollig wird Belvedere-Direktorin

Stella Rollig. Foto: Johannes Wegerbauer

Stella Rollig, seit 2004 künstlerische Direktorin des Linzer Lentos Kunstmuseum und später auch des dortigen Nordico Museums, wird neue künstlerische Leiterin des Belvedere in Wien. Sie ist damit Nachfolgerin von Agnes Husslein-Arco, deren Vertrag nicht verlängert wurde, weil man ihr „Verstöße gegen hausinterne Verhaltensregeln“ vorwarf. Die die kaufmännische Leitung übernimmt Wolfgang Bergmann, bislang Geschäftsführer der Wiener Tageszeitung „Der Standard“. www.belvedere.at

Biennalen

Kochi Muziris Biennale

Sudarshan Shetty

Mit dem Wirtschaftswachstum in Indien hat sich dort im vergangenen Jahrzehnt auch eine stetig wachsende Kunstszene etabliert, und Ausdruck dessen ist die Gründung einer Biennale 2011/2012. Die Kochi Muziris-Biennale wird vom 12. Dezember 2016 bis zum 29. März 2017 ausgerichtet und gilt mit dieser Laufzeit als eine der längsten und vom organisatorischen Aufwand her ebenso größten Biennalen in Asien. Die Hauptausstellung und diverse Begleitveranstaltungen mit Filmen, Workshops, Talkrunden, Seminaren und Musik finden an diversen Orten am Fort Kochi und in Ernakulam (Kerkala) statt. Kurator dieser dritten Biennale dort ist der Künstler Sudarshan Shetty. Künstlerliste: Raul Zurita, Ouyang Jianghe, Sophie Dejode and Bertrand Lacombe, Caroline Duchatelet, Achraf Touloub, Sharmistha Mohanty, Avinash Veeraraghavan, Orijit Sen, Anamika Haksar, Praneet Soi, T.V. Santhosh, Desmond Lazaro, Daniele Galliano, Yuko Mohri, Katrina Neiburga and Andris Eglitis, Valerie Mejer, Camille Norment, Pedro Gomez-Egana, Hanna Tuulikki, Charles Avery, Gary Hill, Dana Awartani, Erik Van Lieshout, Naiza Khan sowie Pawel Althamer. www.kochimuzirisbiennale.org

Aktionen & Projekte

Lichtkunst in Celle

Foto: Yvonne Klasen

Bis zum 6. März 2017 läuft im Kunstmuseum Celle die Lichtkunst-Ausstellung [p:lux] licht teilen. Derr Kurator Mischa Kuball hat 14 junge Lichtkünstler zum Thema „Kunst geteilt durch Licht“ eingeladen. Den mathematasichen Aspekt des Teilens repräsentiert das Kunstwort [p:lux] als „Mischung zwischen Lautschrift und mathematischer Formel“. Um das soziale Teilen geht es aber auch – direkt am Museumseingang stehen die beiden Künstler Paul Faltz und Alexander Pascla Forré wie Bettler, erbitten mit ihrem Hut aber kein Geld, sondern Licht. "Vom Hut für Lichtspenden bis zur Ventilator-bewegten Glühbirne, von der Echtzeit-Video-Projektion mit Überwachungskamera bis zum minimalistischen Licht-Ambiente, von der WLAN-Vernetzung zwischen Leuchtobjekt und Stadtraum bis hin zur digitalen Verewigung als Farblicht-Dreiklang: Die Ergebnisse der jungen Lichtkünstlerinnen und -künstler haben höchst unterschiedliche und überraschende Formen, ihr kleinster gemeinsamer Nenner ist das Licht.“ Künstlerliste: Yvonne Klasen, Julia König, Katharina Pauline Fabry, Monka Benjamin Adams, David Camargo, Ali Chakav, Marie-Claire Delarber, Paul Faltz , Alexander Pascal Forré, Andy Kassier, Jens Mühlhoff , Thomas Reul und Finn Wagner. www.kunst.celle.de

Museen & Institutionen

René Magritte im Centre Pompidou

René Magritte, Les marches de l`été, 1938, Copyright: VG Bildkunst Bonn 2016 (Ausschnitt)

René Magritte, neben Paul Delvaux der wichtigste Vertreter des belgischen Surrealismus, hatte Ende der 1920er Jahre in Paris gelebt. Der Zeitraum 1926/27 gilt als Wendepunkt in Magrittes Biografie. In dieser Phase entstanden nämlich seine ersten surrealistischen Bilder. Nach dreijährigem Paris-Aufenthalt entschloss sich René Magritte 1930 jedoch zu einer Rückkehr nach Brüssel. Dafür gab es zwei Gründe: Zum einen musste der Galerist Camille Goemans wegen finanzieller Probleme seine Pariser Räume aufgeben, und Magritte hatte nun keinen Kunsthändler mehr, der ihn in Paris vertrat. Zum anderen erschien es ihm sinnvoller, den Kontakt zur Surrealistengruppe um André Breton fortan lieber aus größerer Distanz weiter zu pflegen. Die Surrealisten machten um das Jahr 1929 nämlich vor allem durch interne Zerwürfnisse von sich reden. Magrittes Verhältnis zu André Breton blieb über Jahre hinweg angespannt, denn als Breton 1947 in Paris eine große Surrealistenausstellung organisierte, verzichtete er bewusst auf einen Beitrag Magrittes. Zu jener Zeit, als René Magritte schon längst mit seiner akribisch-naturalistischen Malweise Anerkennung gefunden hatte, griff er zeitweise auf eine expressionistische und freier anmutende Formensprache zurück, die er selbst als „periode vache“ (Kuhperiode) bezeichnete. Er stellte diese Bilder 1948 in Paris aus – möglicherweise als provokant gemeinte Retourkutsche gegen Bretons kuratorische Eigensinnigkeit, und zugleich mit einem selbstironischen Reflex auf die (eigene) malerische Akuratesse seiner surrealistischen Bilder. Paris blieb auch weiterhin ein schwieriges Pflaster für den belgischen Maler – zuletzt waren vor 36 Jahren dort Bilder von ihm zu sehen. Jetzt richtet ihm das Centre Pompidou bis zum 31. Januar 2017 eine größere Werkschau aus. Im Frühjahr wird die Ausstellung dann auch in der Schirn Kunsthalle Frankfurt gezeigt. www.schirn.de

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