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Museen & Institutionen

Kunstkompass 2016

Linde Rohr-Bongard, Herausgeberin des „Kunstkompass“, Foto: Raap

Linde Rohr-Bongard gibt alljährlich den Kunstkompass heraus, der als Rankingliste für den Bekanntheitsgrad von Künstlern von Willi Bongard 1970 entwickelt wurde. Soeben erschien der neue Kunstkompass in der „Welt“-Beilage „Bilanz“. Je nach Häufigkeit von Einzelausstellungen in den weltweit wichtigsten Museen, Monografien oder Rezensionen in der Fachpresse und Teilnahmen an Großereignissen wie der documenta oder Biennalen sammelt ein Künstler „Ruhmespunkte“. Ausstellungen in Galerien und auf Kunstmessen bleiben unberücksichtigt, ebenso Auktionsergebnisse, aber anhand dieser Rankingliste kann man schon sehen, ob ein angebotenes Werk von einem berühmten Künstler günstig und im Vergleich mit diesem ein Werk von einem Newcomer vielleicht überteuert ist: Messbar ist bekanntlich nicht die ästhetische Qualität von Kunst, wohl aber die Resonanz im internationalen Ausstellungsbetrieb. Auf den ersten drei Plätzen dieser Ruhmestabelle hat sich 2016 nichts geändert – Gerhard Richter, Bruce Neuman und Rosemarie Trockel belegen nach wie vor unangefochten die ersten drei Kunstkompass-Ränge. Georg Baselitz findet sich auf Platz 4 und Anselm Kiefer auf Platz 6. Damit kommen vier der zehn wichtigsten Künstler aus Deutschland. Einen gewaltigen Sprung nach vorn machte die Filmkünstlerin Hito Steyerl, nämlich von Platz 513 auf Rang 231.

Ausschreibungen

MAWISTA-Auslandsstipendium

Eine Krankenversicherung für Deutsche im Ausland und für Ausländer in Deutschland fördert mit ihrem MAWISTA-Auslandsstudium mit Kind. "Im Vordergrund stehen dabei der Werdegang, die Persönlichkeit und der persönliche Hintergrund, weder der Notenschnitt noch die Studiendauer. Bewerber/innen werden aufgefordert zu schreiben, wieso wir gerade sie gefördert werden sollen und wie sie ihr tägliches Leben bewältigen. Es werden Studierende gesucht, die trotz der Doppelbelastung (Studium und Kind) im Ausland, nicht aufgeben und ihren Abschluss machen wollen...."Das Stipendium beträgt 500 Euro im Monat für einen Zeitraum von 12 Monaten. Die Bewerbung erfolgt ausschließlich per Mail durch die Zusendung des ausgefüllten Bewerbungsbogens zusammen mit einem kurzen tabellarischen Lebenslauf. Bewerbungsschluss ist der 15. Januar 2017. Weitere Informationen und Kontakt: MAWISTA GmbH Albstraße 26 73240 Wendlingen (bei Stuttgart) Tel.: +49 7024 469510, info@mawista.com

Preview

Susan Philipsz im Kunstverein Hannover

Plakat zur Susan Philipsz-Ausstellung

Die Einzelausstellung „Returning“ der schottischen Künstlerin Susan Philipsz im Kunstverein Hannover präsentiert neue Soundinstallationen, die mit dem Ort und dessen Geschichte in Verbindung treten (10. Dez. 2016 bis 26 Feb. 2017). „In ihren Werken erkundet die Bildhauerin mittels eigener Stimme oder instrumentaler Kompositionen die räumlich-skulpturalen Qualitäten von Klang und dessen emotionale wie kognitive Wirkung. Existentielle Themen wie Vergänglichkeit, Trauma und Trauer, die in ihren letzten Ausstellungen eindrücklich verhandelt wurden, greift Philipsz auch im Kunstverein Hannover auf. Im zirkulären Ausstellungsparcours entfalten und verzweigen sich die Klänge ortsbezogener Arbeiten, treten in Dialog mit fotografischen und filmischen Werken und lassen ein eindringliches Geflecht aus Klang und Raum, Vergangenheit und Gegenwart entstehen...“

Museen & Institutionen

Museum Albersdorf plant neuen Standort

Museum Albersdorf

Das Museum für Archäologie und Ökologie Albersdorf sucht nach einem neuen Standort. Seit 2003 ist es im ehemaligen Bahnhofshotel untergebracht. Bürgermeister Heribert Heinecke wünscht sich einen Umzug zum Steinzeitpark. Dort erhofft er sich ein zentrales Gebäude mit Räumen für Wechselausstellungen, Tagungen, Verwaltungsbüros und Werkstätten. Erste Pläne dazu hat der Architekt Martin Vollert schon entworfen, mit denen die Kommunalpolitiker nun Fördergelder einwerben wollen.

Museen & Institutionen

Jüdisches Museum: Ringvorlesung

Außenansicht Jüdisches Museum Berlin, Libeskind-Bau mit Garten des Exils und Holocaust-Turm, Copyright: Jüdisches Museum Berlin, Foto: Burkhard Katz

Eine dialogische Ringvorlesung im Rahmen des Jüdisch-Islamischen Forums behandelt "Ethische Fragen in Judentum und Islam". "Die Reihe widmet sich in sechs Vorlesungen ethisch brisanten Themen aus Gesellschaft, Politik, Medizin und Wirtschaft und beleuchtet sie aus jüdischer und islamischer Perspektive. Dabei geht sie der Frage nach, ob es eine gemeinsame Richtschnur für jüdische und islamische ethische Positionen gibt und inwieweit sich die Vielfalt der Überzeugungen in einen gemeinsamen, normativen Rahmen einer modernen Gesellschaft integrieren lässt. Zu jeder Vorlesung sind zwei Wissenschaftler eingeladen, die die jeweiligen Positionen vorstellen und miteinander in einen Dialog treten." Die nächste Veranstaltung am 8. Dezember 2016 steht unter der Fragestellung: »Wirtschaftsethik: Ist Kapitalismus koscher/halal?« Gewinn und Geld werden oft negativ assoziiert. Materieller Reichtum und Profitstreben erscheinen vielen als Gegensatz zu einem spirituellen und religiösen Leben - fast Religionen kennen eine Verzichtsethik, die Bedürfnislosigkeit und Demut einfordert und die den äusseren Glanz und Protz der Reichen verdammt. "Wie werden aber aus jüdischer und muslimischer Perspektive materieller Besitz und Reichtum tatsächlich bewertet? Judentum und Islam stellen Gebote und Verbote auf, die das ökonomische Handeln zu regeln versuchen." Darüber diskutieren der Wirtschaftsethiker Nathan Lee Kaplan und Islamische Theologe Idris Nassery. Weiter geht es am 23. Februar 2017 mit der Veranstaltung »Bioethik: Grenzen des Lebens – Bioethische Herausforderungen«. Die W. Michael Blumenthal Akademie des Jüdischen Museums Berlin ist Ausrochter dieser Ringvorlesung. Das Akademieprogramm "erweitert die inhaltlichen Schwerpunkte des Jüdischen Museums Berlin durch vielseitige Veranstaltungsformate zu dem Verhältnis von Judentum und Islam sowie den Themenfeldern Migration und Diversität." Detaillierte Infos: www.jmberlin.de

Hochschulen

Werner Pokorny-Preis

Christine Braun, Absolventin des Studiengangs Freie Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, wurde mit dem Preis der Werner-Pokorny-Stiftung ausgezeichnet. (4.000 Euro). „Der Werner-Pokorny-Preis ist ein durch die Werner-Pokorny-Stiftung ins Leben gerufener Preis zur Förderung von Absolventinnen und Absolventen der ABK Stuttgart aus dem Bereich Bildender Kunst. Gründer und Namensgeber der Stiftung ist Werner Pokorny, der 1998 bis 2013 die Professur für Allgemeine Künstlerische Ausbildung mit dem Schwerpunkt Bildhauerei an der Akademie innehatte.“

Personalien

Sammler zieht Werke aus Museum ab

Hermann Gerlinger, Würzburger Sammler und Unternehmer, zieht 2017 seine Sammlung aus dem Kunstmuseum Moritzburg ab. Es heißt, die Museumsleitung und der Sammler konnten sich nicht darauf einigen, wie die mehr als1.000 Werke der Brücke-Künstler in das Gesamtkonzept des Museums eingegliedert werden können.

Preise

Walter Stöhrer-Preis

Johanna Hutter, ohne Titel, 2015, Kaltnadelradierung

Johanna Hutter erhielt den Walter Stöhrer-Preis für Grafik (2.500 Euro). Eine Anerkennung ging an Mathias Hartmann und Anna Schwehr, die wie die Preisträgerin Absolventen der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart sind.

Preise

Krupp-Stipendium für Fotografie

Sebastian Stumpf, aus „Pfützen“, 2013, Videoprojektion, Maße variabel, 10:09, Loop © Sebastian Stumpf

Jan Paul Evers und Sebastian Stumpf dürfen das diesjährige Stipendium für Zeitgenössische deutsche Fotografie der Essener Krupp-Stiftung für sich beanspruchen (je 10.000 Euro). Evers beschäftigt sich mit einer experimentellen gegenstandslosen Fotografie. Stumpf durchmisst eine urbane Landschaft oder einen Museumsraum mit seinem Körper und dikumentierr dies mit der Foto- oder Videokamera.

Messen & Märkte

Miami: Anti-Trump-Bus zensiert

David Gleeson und Mary Mihelic, Mitbegründer des amerikanischen Künstler-Kollektivs T.Rutt, kauften einen alten Kampagnenbus von Donald Trump auf und ließen ihn als Anti-Trump-Bus durch die Lande rollen. Die Protestaktion ergänzten sie durch eine US-Flagge mit Zitaten aus Trumps Wahlkampfauftritten, wo er sich verbale sexistische Entgleisungen wie „I did try and fuck her“ oder „Grab 'em by the pussy“ geleistet hatte. Auf der Kunstmesse Red Dot Fair Miami wurden Bus und Flagge jedoch zur Ausstellung nicht zugelassen. Eric Smith, Geschäftsführer der Redwood Media Group und Veranstalter der Kunstmesse, begründete die Zensurmaßnahme mit „geschäftlichen Gründen“.

Preview

Simona Obholzer im Wiener MUSA

Simona Obholzer, untitled snowscape #1 2016, Lambda Print, 27 x 40 cm, ©MUSA, RGB

Im Wiener MUSA- Museum Startgalerie Artothek zeigt Simona Obholzer vom 16. Dezember 2016 bis zum 12. Januar 2017 ihre Ausstellung „Was willst du denn mit all dem Schnee auf der ganzen Welt?“ mit Entlehnung des Titels von einem Astrid Lindgren-Buch. Die Künstlerin erklärt zu ihren Arbeiten: "Ausgehend von der Auseinandersetzung mit der Imitation von Naturereignissen für Freizeitzwecke, verschränken sich bild- und wahrnehmungstheoretische Fragestellungen. Die Abbildung von Naturereignissen steht in einer langer Tradition, bestimmte Erwartungen und Erfahrungen sind an jene Bilder geknüpft. Die Umformulierung von imitierten Naturereignissen in meiner künstlerischen Auseinandersetzung bricht und befragt gleichzeitig die Konstruktion solcher Erfahrungen und Erwartungen. Die verinnerlichten Konventionen der Naturdarstellung stehen in Wechselwirkung mit den in der Ausstellung zu sehenden Arbeiten. Schnee, ein in unseren Breitengraden durch klimatische Veränderungen spärlich gewordenes Gut, wird in großem Ausmaß für Freizeitzwecke künstlich bzw. technisch erzeugt. Das Naturereignis, das im Moment der Betrachtung zum Naturschauspiel wird, ist hier angeeignet, simuliert und als berechenbare Größe ausgegeben. Die Verschiebung der Dimension bleibt als relevante Frage im Raum. Über Nähe und Distanz, beides auch filmische Mittel, sind zwei, den Schnee bezeichnende Elemente eingeführt: Die Fläche und das Partikel. Schnee bezeichnet, dem Meer ähnlich, stets eine Gesamtheit. Beide werden als Fläche betrachtet, im Kontrast zu den sie konstituierenden Partikel."

Ausschreibungen

Hanna Nagel-Preis

Der Hanna-Nagel-Preis wird im Frühjahr 2017 erneut an eine Bildende Künstlerin aus dem Regierungsbezirk Karlsruhe vergeben "Der Preis erinnert zum einen an das künstlerische Werk Hanna Nagels, einer bedeutenden Vertreterin der „Neuen Sachlichkeit“, zum anderen versteht er sich als Instrument der Künstlerinnenförderung im Regierungsbezirk Karlsruhe. Dass die Bewerberinnen um den Hanna-Nagel-Preis mindestens 40 Jahre alt sein müssen, trägt dem oft unterschiedlichen Lebensentwurf von männlichen und weiblichen Kunstschaffenden Rechnung. Auslobende sind die Karlsruher Präsidentinnen, die Stadt Karlsruhe sowie das Regierungspräsidium Karlsruhe. Die Preisträgerin wird von einer Fachjury ermittelt, die Verleihung des Hanna-Nagel-Preises durch die Präsidentinnen erfolgt in der Städtischen Galerie Karlsruhe im Mai 2017. Der Preis ist verbunden mit einem Preisgeld in Höhe von 2000 €, einer Ausstellung in der Städtischen Galerie, einem begleitenden Katalogheft sowie einem Ankauf durch das Regierungspräsidium Karlsruhe. Die Ausschreibung richtet sich an freischaffende bildende Künstlerinnen mit abgeschlossener Ausbildung an einer Kunsthochschule, einer Hochschule für Gestaltung oder mit einem vergleichbaren Studienabschluss." Kontakt: Stadt Karlsruhe Kulturamt/Kulturbüro z. Hd. Ulrike Settelmeyer Karl-Friedrich-Straße 10 76124 Karlsruhe Kennwort: Hanna-Nagel-Preis Tel.: +49 721 133 4005. ulrike.settelmeyer@kultur.karlsruhe.de

Hochschulen

Kassel: Kiosk-Projekt zur documenta

Studierende der Kunsthochschule Kassel beteiligen sich im laufenden Wintersemester am „Periptero“-Projekt zur documenta 14. Das Projekt umfasst vier Workshops und eine Exkursion nach Athen, wo die nächste documenta eröffnet wird. Bei dem Projekt geht es um die Aufgabe, gemeinsam mit Kommilitionen des Vakalo College of Art and Design in Athen einen klassischen griechischen Kiosk (Periptero) „in einen variablen Raum für Kommunikation, Kunst und Events“ zu „verändern“. www.kunsthochschulekassel.de

Museen & Institutionen

Würzburg: Staatsgalerie wieder geöffnet

Staatsgalerie in der Würzburger Residenz, Raumansicht mit den vierzehn Bildnissen osmanischer Sultane aus der Werkstatt Veroneses Foto: Haydar Koyupinar © Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München

Die Bayerischen Staatsgemäldesammungen unterhalten in Würzburg eine Fililale als Staatsgalerie in der dortigen Residenz. Nach gründlicher Renovierung der Wände mit neuer Seidenbespannung und Neuordnung der Präsentation ist die Ausstellung jetzt wieder öffentlich zugänglich. Ihrt Schwerpunkt liegt auf venezianischer Malerei des 16. bis 18. Jh. Zwischen Venedig und Bayern gab es seinerzeit enge künstlerische Beziehungen: der venezenianische Maler Tiepolo wurde 1750 mit der Ausstaffierung der Würzburger Residenz durch Fresko-Malerei beauftragt. Der in Augsburg geborene Maler Josef Heintz d.J. lebte von 1625 bis zu seinem Tod 1678 in Venedig.

Personalien

Personalwechsel in Um

Stephanie Dathe, Foto: Courtesy Ulmer Museum

Stephanie Dathe wechselt vom Museum Villa Rot in Burgrieden nach Um und übernimmt dort am 1. Dezember 2016 die Direktion des Museums. Das Ulmer Museum verfügt über eine Archäologische Sammlung "von der Zeit des Neandertalers bis in das Ulm des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit. Basierend auf den Funden im Ulmer Raum erhebt die Präsentation der ständigen Ausstellung keinen Anspruch auf lückenlose Vollständigkeit dieser Zeitspanne, sondern setzt vielmehr Schwerpunkte auf regionale Besonderheiten." Der "Löwenmensch" zählt zu den weltweit ältstesten Schnitzwerken. /www.ulm.de/kultur_tourismus/museen_und_bildende_kunst

Aktionen & Projekte

Köln: Westwandprojekt

Kirstin Arndt, Westwandprojekt, Kunstraum Fuhrwerkswaage Köln-Sürth, 2016/2017

Im Kölner Süden befindet sich an der Strecke der alten Rheinuferbahn nach Bonn am Haltepunkt Sürth das Gebäude einer Fuhrwerkswaage. Heute fahren hier Straßenbahnzüge zwischen den beiden Städten – etwa 13.000 Fahrgäste können täglich beim Stopp an der Haltestelle Sürth auf die Fassade dieser Fuhrwerkswaage schauen. Dies ist ein Grund für den Kurator Jochen Heufelder, nicht nur das Innere des Gebäudes mit Skulpturen und Installationen zu bespielen, sondern in den Weihnachtswochen, wenn die Tage am kürzesten sind und es bereits um halb fünf Uhr nachmittags dunkel wird, Künstlern die Fassade für Lichtinstallationen zur Verfügung zu stellen. Das aktuelle Lichtprojekt bestreitet bis Mitte Januar 2017 die Künstlerin Kirstin Arndt. „Die Arbeit an der Außenwand steht in einem engen Maßverhältnis zur Architektur des Gebäudes. Zusätzlich konzipiert die Künstlerin für den Innenraum eine weitere Installation, in einer offenen Korrespondenz zur Außenarbeit.“

In eigener Sache

Lesen Sie KUNSTFORUM Probe

Postdigital 2 - Erscheinungsformen und Ausbreitung eines Phänomens:

Wer heute immer noch von „Neuen Medien“ spricht, berichtet von längst vergangenen Zeiten. Postdigital 2 thematisiert die künstlerischen Ausdrucksformen, die früher mit dem Attribut "neu" gekennzeichnet waren, sowie die Effekte und Spuren, die sie noch heute in der bildenden Kunst haben - und stellt dabei den vermeintlichen Gegensatz zwischen traditioneller bildender Kunst und Neuer Medien Kunst in Frage.

Lernen Sie KUNSTFORUM jetzt kennen und erhalten Sie im Probeabo bis zu 3 Bände, sowie den Zugang zum Online-Archiv für nur 34,80 EUR.

Biennalen

15. Istanbul Biennale

Michael Elmgreen und Ingar Dragset

Durchaus hintersinnig angesichts der aktuellen politischen Situation ist das Motto, das die beiden Kuratoren Michael Elmgreen und Ingar Dragset für die nächste Istanbul Biennale (16. Sept. bis 12. Nov. 2017) gewählt haben: a good neighbour". So heißt es in der Ankündigung z.B.: "Is a good neighbour reading the same newspaper as you?" Wenn man den Nachbarn auch die oppositionelle Presse lesen lässt, könnte man die Frage durchaus mit "ja" beantworten. Die Istanbul Biennale ist eine der größten Kunstveranstaltungen in der Türkei (2015 nahmen 80 Künstler teil), und sie ist auch für die beiden Kuratoren das bislang "größte" und für sie am "meisten ambitionierte" Projekt, auf das sie sich einlassen. Die letzte Istanbul Biennale 2015 beurteilte "Die ZEIT" als "esoterisches Geraune", die gezeigte Kunst sei weitgehend unpolitisch gewesen, "zumeist bescheiden und sommerlich versponnen". Man darf also gespannt sein, wie Elmgreen & Dragset das Motto von der guten Nachbarschaft umsetzen werden. bienal.iksv.org/en

Museen & Institutionen

Robert Haas im Wien-Museum

Robert Haas, Im Böhmischen Prater am Laarer Berg, 1938, Copyright: Wien Museum/Sammlung Robert Haas

Bis zum 26. Februar 2017 zeigt das Wien Museum die Ausstellung „Robert Haas. Der Blick auf zwei Welten“ mit zum Teil bislang unveröffentlichten Arbeiten des Fotografen. Robert Haas war offizieller Fotograf der Salzburger Festspiele und wurde als Jude 1938 aus Österreich vertrieben. Einen Schwerpunkt seines Schaffens bildeten in den 1930er Jahren Sozialreportagen mit Aufnahmen vom Alltagsleben auf den Straßen und im Prater. Nach seiner Emigration in den USA konzentrierte er sich auf Porträts und Großstadtfotografien, die den „American way of life“ widerspiegeln. Haas starb 1997 in New York. Der Verein der Freunde des Wien Museums erwarb 2015 seinen fotografischen Nachlass.vwww.wienmuseum.at

Galerien & Auktionshäuser

Kulturgutschutzgesetz: Streit geht weiter

Markus Eisenbeis, Inhaber des Kölner Auktionshauses Van Ham, bat das NRW-Kulturministerium um Unterstützung gegen das neu gefasste Kulturgutschutzgesetz: „Gesetze, die nicht erfüllbar sind, sind nicht wirksam“. Sinn dieses Gesetzes ist der Kampf gegen den Handel mit Raubgrabungen, doch auch bei einem Gemälde aus dem 19. Jh. aus Italien, das sich seit 100 Jahren in Familienbesitz befindet, müsse ein Einlieferer dem Auktionator nun nachweisen, dass die Ausfuhr seinerzeit legal war. Wer aber hat schon den Beleg einer Zollbehörde aus dem Jahre 1917 bis heute aufbewahrt? Für Privatpersonen sei es „vielfach unmöglich“, die notwendigen Herkunftsdokumente vorzulegen, klagt Eisenbeis. Auch sein Kollege Henrik Hanstein vom Kölner Kunsthaus Lempertz stößt ins gleiche Horn: „Am meisten belastet uns die Bürokratie“. Vor zwanzig Jahren fürchteten die Kunsthändler Wettbewerbsnachteile, weil der britische Kunsthandel damals noch kein Folgerecht kannte, durch das Künstler oder deren Erben am Erlös bei einem Wiederverkauf beteiligt werden. Jahrelang wurde daraufhin in der EU um eine Harmonisierung des Folgerechts gestritten. Doch auch jetzt beklagen sich die deutschen Kunstversteigerer über Wettbewerbsnachteile. Es sind u.a. auch die Berichte über Plünderungen von Museen und archäologischen Stätten in den Kriegs- und Bürgerkriegsgebieten des arabischen Raumes, die Kulturstaatsministerin Monika Grütters dazu veranlassten, eine Verschärfung des Schutzgesetzes zu erreichen. Markus Eisenbeis gegenüber dpa: „Ich kann jede Galerie verstehen, die ins Ausland geht, zum Beispiel nach Österreich, in die Schweiz oder USA“. Mit diesem Kulturgutschutzgesetz soll aber auch die Abwanderung national wertvollen Kulturguts ins Ausland verhindert werden. Der Maler Georg Baselitz zog bereits demonstrativ zehn Leihgaben aus den Dresdner Kunstsammlungen ab; die Münchener Pinakothek der Moderne bekam mit Verweis auf das Gesetz eine Absage, als es für eine Paul Klee-Ausstellung um eine Leihgabe bat, und auch der Sammler Reinhold Würth beklagte sich im „Spiegel“, dass es „einer Teilenteignung gleichkomme, wenn zu viele Kunstwerke auf der Kulturgutliste landen. Der Wert eines Werkes sinkt sofort um 30 Prozent.“ Als Beispiel für die aktuellen Schwierigkeiten der Branche nennt Henrik Hanstein die Versteigerung des Bildes eines flämischen Meisters für 390.000 Euro, für das sein Kunsthaus nun eine Ausfuhrgenehmigung beschaffen müsse. Die werde wohl auch erteilt, doch in anderen Fällen, wo ein solches Zertifikat verweigert werde, träte der Käufer dann wohl von dem Geschäft zurück. Betroffen vom Kulturgutschutzgesetz ist der Handel mit Objekten, die älter als 50 Jahre und mindestens 150.000 Euro wert sind. Laut „artnet“ widmen sich aber von den weltweit 200 wichtigsten Sammlern etwa 180 vor allem der Gegenwartskunst – und die ist von dem Schutzgesetz nicht betroffen.

Ausschreibungen

Stipendien für Flüchtlinge

Im Rahmen ihrer Studienförderprogramme lobt die Konrad Adenauer-Stiftung auch Stipendien für Flüchtlinge aus. Stipendien für "undergraduate"- (Bachelor) und "graduate" (Master)- Studiengänge können zum 15. Januar 2017 oder 15. Juli 2017 (bzw. alljährlich zu diesen Stichtagen) beantragt werden. Die Auslobung ist in englischer Sprache abgefasst. Infos: www.kas.de/wf/en/71.15326/ Hochladen der Bewerbungsunterlagen unter campus.kas.de

Galerien & Auktionshäuser

Priska Pasquer: C_ROOM 1

Ausstellungsansicht Galerie Pasquer, Köln, „RESET II and Futurism“, bis 27. Jan. 2017

Im Jahr 2000 gründete Priska Pasquer ihre Galerie in Köln im Belgischen Viertel; unlängst erfolgte der Umzug in die ehemaligen Räume der Galerie Zwirner in die Albertusstr. 18. Das Programm konzentriert sich auf Kunst, „die aus gesellschaftlichen Umbrüchen heraus entsteht und diese reflektiert.“ Der Adressenwechsel bot der Galeristin auch die Möglichkeit, eine neue Ausstellungsreihe mit dem Titel „RESET“ zu starten, „die Arbeiten der digitalen Avantgarde in Bezug setzt zu Werken, die den revolutionären Zeitgeist der 1920/1930er-Jahre repräsentieren.“ Die FAZ nannte die erste Ausgabe eine „museale Gruppenausstellung“; die Ausstellung „RESET II and Futurism“ wurde ausführlich von Ann-Kathrin Günzel in „Kunstforum international“ Bd. 243 (S. 306) besprochen. Die Künstler der Galerie diskutieren die Entwicklungen und Folgen der Digitalisierung „in Videos und Computeranimationen, wie in Fotografien, Gemälden, Skulpturen, Websites oder Installationen". Ausgewählt werden ausschließlich Künstler, die bereits in Museen oder Kunstvereinen ausgestellt haben. Um ihre programmatische Auseinandersetzung mit den zentralen Themen des digitalen Zeitalters zu manifestieren“, hat die Galerie ihren Namen um den Zusatz C_ROOM 1 erweitert“. Das Konzept dazu entwickelte Priska Pasquer zusammen „mit dem Internetökonomen Karl-Heinz Land und seiner Firma neuland... Basierend auf den drei Säulen 'Change', 'Curate' und 'Collect' umfasst das Konzept Vorträge und Workshops auch von Künstlern zu avantgardistischen Themen und gesellschaftsverändernden Fragestellungen unserer Zeit. Hinter diesem Engagement steht die Überzeugung, dass Künstler im Umgang mit den Herausforderungen des digitalen Zeitalters eine wegweisende Rolle spielen. Sie erfassen die Tragweite der radikalen Transformation, diskutieren deren Risiken und Perspektiven und begegnen ihr mit eigenen Strategien. www.priskapasquer.de

Ausschreibungen

Plakatwettbewerb 23. Karlsruher Künstlermesse 2017

Die Stadt Karlsruhe und der Bezirksverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Karlsruhe e.V. veranstalten vom 27. bis 30. April 2017 im Regierungspräsidium Karlsruhe am Rondellplatz die 23. Karlsruher Künstlermesse. Gesucht wird dafür ein Werbeplakat. Der mit dem 1. Preis ausgezeichnete Plakatentwurf wird mit 2.000 Euro prämiert und gelangt zur Ausführung. Für den zweit- und drittplatzierten Plakatentwurf gibt es Geldpreise über 1.000 Euro und 500 Euro. Die Ausschreibung richtet sich an freischaffende bildende Künstlerinnen und Künstler mit einer abgeschlossenen Ausbildung an einer Kunsthochschule, Mitglieder eines Berufsverbandes bildender Künstlerinnen und Künstler sowie Studierende einer Kunsthochschule ab dem 4. Semester, die in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz oder im Elsass (Région Alsace) wohnen oder arbeiten. Der Entwurf muss im Format des endgültigen Plakates (DIN A1 – Hochformat) ausgeführt sein. Aus technischen Gründen muss der Entwurf reprofertig in Reinzeichnung als Original oder auf digitalem Datenträger mit Ausdruck (DIN A1) vorliegen. Dem Plakatentwurf ist der ausgefüllte Bewerbungsbogen beizulegen. Einsendeschluss ist der 16. Januar 2017. Kontakt: Kulturbüro der Stadt Karlsruhe, Rathaus am Marktplatz, Karl-Friedrich-Straße 10, 76124 Karlsruhe, Tel.: +49 721 133 4060, kulturbuero@kultur.karlsruhe.de

Ausschreibungen

Gravenhorst-Stipendium

Das DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst lobt ein Projektstipendium „KunstKommuniktion“ aus. Bewerben können sich Künstler oder Kunstvermittler mit abgeschlossener Hochschulausbildung. „Denkbar sind auch Bewerbungen von Paaren oder Gruppen, die gemeinsame Projekte konzipieren und durchführen wollen. Es gibt keine Altersbegrenzung. Es besteht keine Residenzpflicht, sondern eine mit der Leiterin abgestimmte projektbezogene Aufenthaltsdauer“. Gefördert werden Projekte, die nicht vorrangig werk- oder ergebnisorientiert sind, sondern ortsbezogenen, interaktiven oder partizipatorischen Charakter haben. Bewerbungen bis zum 3. Februar 2017 an: DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst, Klosterstr. 10, 48477 Hörstel, Tel.: 05459-9146-0, www.da-kunsthaus.de

Ausschreibungen

ARTMUC-Produzentenmesse

Die ARTMUC ist eine Produzentenmesse, für die etwa 75 Künstler von der Jury ausgewählt werden. Die Veranstalter rechnen mit etwa 16.000 Besuchern. Die Termine sind im Mai 2017 und im Oktober 2017 auf der Münchener Praterinsel. Die Miete für die Ausstellungsfläche beträgt bei 3 Metern 515 Euro und bei 4 Metern 615 Euro, jeweils zuzügl. 19 Prozent MWSt. Bewerbungen sind per Onlineformular bis zum 31. Januar 2016 möglich unter www.artmuc.info/bewerbung

Ausschreibungen

Zweihundert Jahre Zweirad – Im Wege stehend VI – 2017

1817 konnte die Welt zum ersten Mal auf der Chaussee zwischen Mannheim und Schwetzingen Fahrradfahrer erleben. Der badische Erfinder Karl Drais gilt als Erfinder des Fahrrades, zu dessen 200jährigem Jubiläum der Kunstverein Schwetzingen das Thema „Im Wege stehend VI“ ausschreibt. Gesucht werden „Zweiräder aller Art, die aufzeigen können, wie kreativ man mit der Erfindung des Herrn Drais heute umgehen kann“ für eine „wirkungsvolle Platzierung im Außenbereich eignen. Die 10 teilnehmenden Künstler bekommen eine Leihgebühr von je 1.000 Euro“. Eines der Werke wird für 5.000 Euro von der Stadt Schwetzingen angekauft. Bewerbungsschluss ist der 28. Februar 2017. Bewerbungen mit Anschauungsmaterial und Vita an den künstlerischen Leiter Dr. Dietmar Schuth unter info@kunstverein-schwetzingen.de. Infos: www.kunstverein-schwetzingen.de.

Ausschreibungen

Designpreis Halle

Zum vierten Mal wird der mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Designpreis Halle ausgelobt. Gesucht werden Entwürfe, die sich mit dem Thema „Zeit“ auseinandersetzen — „sei es produktorientiert oder prozesshaft.“ Beiträge zum internationalen Wettbewerb können „neuartige Dienstleistungen und Konzepte für veränderte Handlungs- oder Nutzungsstrategien sein sowie Produkte, die den Umgang mit der kostbaren Ressource Zeit auf gesellschaftskritische, erzählerische, besinnliche oder auch humorvolle Weise behandeln.“ Teilnehmen dürfen Gestalter sowie Design-Studenten, die zum Einsendeschluss am 31. Januar 2017 das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Termine: Online-Anmeldung und Einsendung der Beiträge: 2. Januar - 31. Januar 2017. Einsendung der nominierten Arbeiten: 16. April - 1. Mai 2017. Infos und Kontakt: www.designpreis-halle.de

Ausschreibungen

Oberhausen Seminar

Die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen laden zur Anmeldung für das Oberhausen Seminar ein. Es wird von der Londoner Filmwissenschaftlerin Michele Pierson und de, kanadische Kurator, Kritiker und Dozent Mike Zryd durchgeführt. Das Oberhausen Seminar wird von den Kurzfilmtagen zusammen mit LUX (London) und dem Robert Flaherty Film Seminar (New York) angeboten und findet während der 63. Kurzfilmtage (11.-16. Mai 2017) statt. Es "richtet sich vor allem an junge Künstler, Filmemacher, Kuratoren und Wissenschaftler, die mit künstlerischen Bewegtbildern arbeiten. Es ist ein experimenteller Kurs, der die Kurzfilmtage als Labor nutzt, in dem kuratorische Voraussetzungen, Infrastrukturen, in denen diese Bewegtbilder zirkulieren, und die kritischen Parameter, nach denen sie analysiert werden, befragt werden. Seminarsprache ist Englisch, die Teilnehmerzahl ist auf maximal 25 begrenzt."Anmeldeschluss: 1. Februar 2017. Teilnahmegebühr: 250 Euro, Anmeldung: luxmovingimage.formstack.com/forms/the_oberhausen_seminar_2017

Preise

Turner Prize

Helen Marten, Foto: Jürgen Teller, Courtesy: The Tate Gallery, London

Helen Marten ist aktuelle Trägerin des britischen Turner Prize und bekam als Preisgeld 25.000 Pfund (ca. 30.000 Euro) überwiesen. Die drei anderen nominierten Kandidaten für die Endauswahl Michael Dean, Anthea Hamilton und Josephine Pryde erhielten je 5.000 Pfund. Die Auszeichnung wird von der Londoner Tate Gallery vergeben und gilt als wichtigster britischer und zugleich international renommierter Kunstpreis für Künstler unter 50 Jahren. Marten schafft Skulpturen aus Alltagsmaterialien wie Münzen, Wattestäbchen oder Schuhsohlen. Sie nahm an der Bienanle von Venedig 2015, die Okwui Enwezor kuratierte. Einen Monat zuvor hatte Helen Marten auch den Hepworth Prize gewonnen und sich das Preisgeld (ebenfalls 30.000 Pfund) mit den anderen drei Nominierten der Shortlist geteilt. www.tate.org.uk/turner-prize

Personalien

Marina Abramovic: Autobiografie

Cover der Autobiograf

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Marina Abramovic, Performancekünstlerin, hat im Luchterhand-Verlag ihre Autobiografie veröffentlicht. Titel: „Durch die Mauern gehen“. Das Buch erschien zum 70. Geburtstag der Künstlerin, die tatsächlich bei einer ihrer Aktionen 2.500 km auf der Chinesischen Mauer ging. Sie schildert darin die strenge und karge Kindheit im kommunistischen Jugoslawien bis hin zu ihren jüngsten Aktionen, wo sie die Intensität einer Situation allein durch Schweigen kommuniziert.

Preise

Wolfgang Hahn-Preis

Installationsansicht, Trisha Donnelly at Serralves Villa, Serralves Museum of Contemporary Art, Porto, vom 1. Juli – 10. September 2016. Foto: Filipe Braga, © Serralves Foundation, Porto, Portugal

Trisha Donnelly nimmt im April 2017 während der Art Cologne den Wolfgang-Hahn-Preis 2017 der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig Köln entgegen. Der Preis besteht aus einem Ankauf für die Museumssammlung und der Ausrichtung einer Ausstellung vom 25. April bis zum 30. Juli 2017 im Museum. In den letzten zehn Jahren war sie in zahlreichen Gruppenausstellungen vertreten, u.a bei der 54. als auch 55. Biennale von Venedig (2011 und 2013), bei der dOCUMENTA (13) (2012), in The Quick and the Dead im Walker Art Center (2009) und bei Il Tempo del Postino (2009 in Basel, 2007 in Manchester). In Deutschland hatte Donnelly ihre erste institutionelle Einzelausstellung im Jahr 2005 im Kölnischen Kunstverein im Rahmen des an sie in 2004 verliehenen Central-Kunstpreises. Trisha Donnely arbeitet mit Fotografie, Audio- und Videomedien, Zeichnung, Bildhauerei und mit Performances. Bekannt wurde sie mit kurzen Auftritten, die sie „Demonstrationen“ nennt. Zu ihrer künstlerischen Strategie gehört die Weigerung, etwas über ihr persönliches Leben preiszugeben. Der Preis ist nach Wolfgang Hahn (1924-1987) benannt, der Chefrestaurator am Museum Ludwig war. Die Preissumme für Ankauf, Präsentation und Publikation beträgt insgesamt 100.000 Euro.

Aktionen & Projekte

30 Jahre transmediale

Metahaven – The Sprawl (Propaganda About Propaganda), 2016, All rights reserved

Die Berliner transmediale feiert in diesem Jahr ihr 30jähriges Bestehen und blickt – ohne retrospektiv vorgehen zu wollen - auf eine Entwicklung vom Video-Film-Fest zu einem größer angelegten Festival für Kunst und digitale Kultur zurück. Die Jubiläumsausgabe findet vom 2. Februar bis zum 5. März 2017 statt. Einen Monat lang peräsentiert das Festival Veranstaltungen in ganz Berlin sowie die Sonderausstellung alien matter im Haus der Kulturen der Welt (HKW). Mit der transmediale 2017 wird das HKW nach einer umfassenden Renovierung wiedereröffnet. Die künstlerische Leitung der transmediale liegt in den Händen von Kristoffer Gansing. Das diesjährige Motto lautet „ever elusive“. Es verweist „gleichermaßen auf die Flüchtigkeit von sich ständig verändernden Medienkulturen wie auf die transmediale selbst, die sich jeglicher Festlegung widersetzt und bewusst kontinuierlich ihre Position verändert“. Das hat nicht nur eine ästhetische, sondern auch eine politische Dimension angesichts der Krisen, die wir derzeit erleben. So sind die Teilnehmer „eingeladen zu reflektieren, was es bedeutet, sich in turbulenten Zeiten feststehenden Identitäten zu verweigern und stattdessen neue spekulative Haltungen zu entwickeln, die über 'Mensch-Maschine'- und 'Natur-Technologie'-Dichotomien hinausgehen“. Am 2. Februar 2017 finden die Eröffnungen von ever elusive im Haus der Kulturen der Welt sowie die von Inke Arns kuratierte Sonderausstellung alien matter statt. Das Festival, bestehend aus einem Konferenz- und Screeningprogramm, Workshops und Performances, erstreckt sich vom 3. bis zum 5. Februar 2017. Die Sonderausstellung läuft aber noch bis zum 5. März 2017. „In Form von drei thematischen Exkursionen unter den Titeln Imaginaries, Interventions und Ecologies den ganzen Februar über an verschiedenen Veranstaltungsorten in Berlin fortgeführt. Sie dienen als Erweiterung des Festivals und beschäftigen sich mit verschiedenen Aspekten des ever elusive-Themas. Die Veranstaltungsorte sind allesamt konzeptuell mit dem jeweiligen Schwerpunkt des Programms verbunden... Das Abschlusswochenende am 4. und 5. März 2017 führt die verschiedenen Teile von ever elusive zusammen: Die Verbindung von Sonderausstellung, Panels, Live-Performances, Screenings und Exkursionen soll dabei eine Reflexion über vergangene und zukünftige Formen von Mediensprache anstoßen.“ Infos: www.transmediale.de/de/festival/

Aktionen & Projekte

Arts Club Berlin

Jörgen Golz

Am 12. Dezember 2016 diskutiert im Arts Club Berlin (Galerieräume des Vereins Berliner Künstler, Schöneberger Ufer 57, Tiergarten/Mitte) im Rahmen der Reihe "Stadtgespräche" Jörgen Golz, Messedirektor der "Berliner Liste" und der "Kölner Liste", mit der Kunsthistorikerin Dr. Sabine Meister über die historischen und aktuellen Arbeitsbedingungen bildender Künstler. Thema: "Selbstverständnis - Selbstvermarktung - Selbstbehauptung". Im Wesentlichen geht es um die Fragen: "Welche Konditionen prägen die aktuelle Kunstszene? Welche Hürden haben Kunstproduzenten zu nehmen, um neben den Gatekeepern des Kunstmarkts Alternativen zu entwickeln? Wieso muss die Mehrheit der bildenden Künstler in chronischer Existenzangst leben? Und war das schon immer so? Was bedeutet es für den Künstler, wenn er sich als Eigenmarke in Szene setzt? Und welche historischen Beispiele lassen sich hierfür benennen? Natürlich fragen wir auch: Wie hat sich der Kunstmarkt entwickelt, und wie wird er sich entwickeln? Welche Rolle werden die Kunstmessen in der Zukunft übernehmen?" www.arts-club-berlin.de

Preview

Aargau: Cinéma mon amour

Martin Arnold, Dissociated, 2002 2 video channels, format variable, 8 min loop Martin Arnold / Galerie Martin Janda, Wien © 2016 ProLitteris, Zürich

Vom 22. Januar bis zum 17. April 2017 zeigt das Aargauer Kunsthaus - in Kooperation mit den Solothurner Filmtagen - die Ausstellung "Cinéma mon amour". "Sie zeigt Werke international renommierter Kunstschaffender wie Pierre Bismuth, Candice Breitz, Janet Cardiff & George Bures Miller, Stan Douglas oder Sam Taylor-Johnson, die sich mit unterschiedlichen Aspekten von Kino und Filmschaffen auseinandersetzen. Dabei reicht die Beschäftigung mit dem Thema Film weit über das Medium hinaus. Zeichnung, Malerei und Fotografie sind genauso vertreten wie raumfassende Video- und Filminstallationen." Die thematischen Schwerpunkte focussieren sich auf "Fragestellungen rund um Hollywood und Filmbusiness, das Kino als Wahrnehmungsraum, Found Footage, spezifische Filme und Genre sowie die Mechanismen des Filmes. Highlights des Rahmenprogramms sind das Gespräch mit dem kanadischen Video- und Fotokünstler Stan Douglas, von dem in der Ausstellung als Schweizer Première die faszinierende 6-Kanal-Videoinstallation The Secret Agent (2015) zu sehen ist; ausserdem werden Screenings ausgewählter Filme aus dem Spezialprogramm der Solothurner Filmtage in Anwesenheit der beteiligten Film- und Kunstschaffenden veranstaltet." Künstlerliste: Martin Arnold, John Baldessari, Fiona Banner, Marc Bauer Pierre Bismuth Candice Breitz, Janet Cardiff & George Bures Miller, collectif_fact (Annelore Schneider, & Claude Piguet), Tacita Dean, Stan Douglas., Thomas Galler, Christoph Girardet & Matthias Müller, Douglas Gordon, Teresa Hubbard / Alexander Birchler, Samson Kambalu, Daniela Keiser, Urs Lüthi, Philippe Parreno, Julian Rosefeldt, Hiroshi Sugimoto, Sam Taylor-Johnson sowie Mark Wallinger.

 

Hochschulen

KHM Köln: "Intelligenz des Künstlerischen"

Oswald Wiener, Foto: Ingrid Wiener

Prof. Hans-Ulrich Reck moderiert am 25. Januar 2017 (19 Uhr) in der KHM-Kunsthochschule für Medien Köln ein Gespräch zwischen Oswald Wiener und Friedrich Wolfram Heubach über "Die künstliche Intelligenz und die Intelligenz des Künstlerischen". Dies lediglich als technische oder maschinelle Konstrukte nach menschlichem Vorbild zu begreifen, "erweist sich als unzureichend. Die Frage drängt sich auf: Wenn für 'Intelligenz' bedingend ist, dass nicht nur ein Können angewandt wird, sondern ein 'Verstehen', also eine Einsicht in Strukturbedingungen notwendig ist, was für Konsequenzen daraus ergeben sich für die Debatte um 'KI'... Wie differenziert sich 'KI', wenn man Erfahrungen und Sondierungen aus den Künsten einbezieht?" Oswald Wiener hat lange Jahre naturwissenschaftlich orientierte Erkenntnistheorien und Ästhetiken erforscht. Seine "Denkpsychologie" hat er u.a. auch in seiner jüngsten Publikation "Selbstbeobachtung" (Suhrkamp 2015) dargelegt. Heubach war zuletzt Psychologie-Profesor an der Kunstakademie Düsseldorf und gab die legendäre Kunstzeitschrift "Interfunktionen" heraus. Beide halten an den Tagen vor und nach diesem Gespräch auch Vorträge: am 24. Januar 2017 spricht Oswald Wiener über "Intelligenz und Intelligenz-Ersatz". Dazu heißt es: "Wir wissen nicht viel davon, wie Menschen zu ihren Einsichten kommen, und wir verstehen die Arbeitsweise der neuen Maschinen umso weniger, je erfolgreicher sie arbeiten. Damit erhalten alte Fragen eine neue Schärfe und eine neue Dringlichkeit. Ich versuche einen Beitrag zu der in Fachkreisen angelaufenen Diskussion vom Gesichtspunkt der Selbstbeobachtung her..." F,W. Heubach widmet seinen Vortrag am, 26. Januar 2017 dem Thema "Traum vs. Bild". "Wieso die Bilder von Träumen so wenig vom Träumen zeigen, - zur irreführenden Rede von „Traum-Bildern“ wie überhaupt von „inneren Bildern“. Einige Bemerkungen zum imaginären Sehen, nicht zuletzt über diese Not, es im Medium Bild zu veranschaulichen, - Wie groß die ist und wie erfinderisch sie machen kann, wird in Ingrid Wieners Zeichnungen zu ihren Träumen sichtbar und an einigen exemplarisch verdeutlich werden." Begleitend zu dem Veranstaltungkomplex findet am 26. Januar 2017 im Glasmoog-Raum der KHM die Vernisage zur Ausstellung von Ingrid Wiener "Traumbilder und Gobelins" statt. Die Künstlerin beschäftigt sich seit 1995 mit Traumaquarellen und sagt zu ihren Arbeiten: "Meine Traum-Aquarelle sind das Resultat von Versuchen, verschiedene im Traum erlebte aber nicht erfasste Stimmungen oder Körperempfindungen durch bildliche Darstellung zu artikulieren. Dabei stelle ich in Rechnung, dass die Natur der als visuell supponierten Komponenten des Träumens umstritten ist." www.khm.de

Hochschulen

Kassel: Antrittsvorlesung

Martin Schmitz, Ankündigungsplakat

Martin Schmitz studierte in den 1970ert Jahren an der Kunsthochschule Kassel Architektur, Stadt- und Landschaftspanung. 2013 kam er als Vertretungsprofessor für Theorie und Praxis der Gestaltung  wieder an die Kunsthochschule zurück."Als Schüler von Lucius Burckhardt, der von 1973 bis 1997 in Kassel lehrte, vertritt er seit dem Sommer 2016 eine Professur im Fachbereich Produktdesign, die sich mit der Lehre und Forschung von Lucius und Annemarie Burckhardt auseinandersetzt und nach ihrer Bedeutung für die Gestaltung in unserer Gegenwart fragt. Auch die 14. documenta 2017 in Kassel beschäftigt sich mit den Ideen und Arbeiten des Schweizer Soziologen. Im Juni 2017 wird an der Kunsthochschule Kassel die 2. Lucius Burckhardt-Convention stattfinden. Die 'Antrittsvorlesung“

'widmet sich aber noch anderen Stationen wie der Galerie Martin Schmitz, dem gleichnamigen Verlag und Themen zu wie z.B. Unsichtbaren Schallplatten oder Topflappenhäkelpuppen."

Aktionen & Projekte

Kunstaktion contra Ehrenmal

Wolfram Kastner, Jürgen Arnold, Protestaktion gegen Jodl-Ehrenmal

Der Generaloberst Alfred Jodl war im Zweiten Weltkrieg Chef des Wehrmachtsführungsstabs; er wurde vom Nürnberger Kriegsverbrechertribunal zum Tode verurteilt und 1946 hingerichtet. Seine Asche verstreute man in der Isar. Im Familiengrab auf der Fraueninsel im Chiemsee sind nur seine beiden Ehefrauen begraben, gleichwohl steht zwischen deren Grabsteinen seit Jahrzehnten ein Ehrenkreuz für Jodl – „ohne Kommentar oder historische Einordnung“, wie die Süddeutsche Zeitung monierte. Darüber ärgert sich schon seit langen der Inselbewohner Georg Wieland: Immerhin hatte Jodl damals Hitlers Befehl unterschrieben, die eingekesselten Bewohner von Leningrad verhungern zu lassen. Der Münchener Aktionskünstler Wolfram P. Kastner und der Rechtsanwalt Jürgen Arnold brachten dort eine Protesttafel an, beschriftet mit „Keine Ehre dem Kriegsverbrecher!“ Einen Antrag Kastners auf Entfernung des Grabkreuzes lehnte der Bayerische Landtag ab, und die Gemeinde am Chiemsee erstattete gegen Kastner und Arnold Strafanzeige „wegen Sachbeschädigung und Verstoßes gegen die Friedhofssatzung“. Immerhin ließ der Bürgermeister das Jodl-Kreuz zwischenzeitlich mit einem übergestülpten Müllsack verhüllen. Doch der Streit um das Ehrenmal ging weiter. Wolfram Kastner: „Nach unserer Beschriftung des Ehrenkreuzes für den NaziGeneral Jodl auf der Fraueninsel im Chiemsee mit dem Wort 'Kriegsverbrecher' und einer gut sichtbaren Blutspur“ marschierte ein NPD-Trupp auf „und putzte die Farbe weg“. Der Besitzer der Grabstätte erreichte den Erlass einer Einstweiligen Verfügung, die weitere künstlerische Attacken mit empfindlicher Strafe bedroht. Kastner: „Wir haben Widerspruch eingelegt und den Richter als befangen abgelehnt, u.a. weil er das Ehrenkreuz ohne sterbliche Überreste als Grabmal bezeichnet." 2018 dürfte das Jodl-Gedenkkreuz wahrscheinlich so oder so abgeräumt werden – dann läuft das Nutzungsrecht für das Grab aus.

Museen & Institutionen

Sir Norman Foster: Prado-Erweiterung

Museo del Prado Madrid, geplanter neuer Südeingang zum Saal der Königreche Copyright: Norman Foster/Museo Nacional del Prado, Pressefoto

30 Mill. Euro kostet der Umbau am Museo Nacional del Prado in Madrid; zum 200jährigen Jubiläum des Museums 2019 soll das Projekt abgeschlossen sein. Den Auftrag zur Erweiterung des Museums um ein nahes Gebäude aus dem 17. Jh. bekam der britische Architekt Sir Norman Foster, der zusammen mit seinem spanischen Kollegen Carlos Rubio einen Entwurf ausgearbeitet hatte. Früher war in dem Nachbargebäude das Heeresmuseum untergebracht. Sein räumliches Zentrum bildet der „Saal der Königreiche“, den im 17. Jh. König Philipp IV. Für prunkvolle Empfänge nutzte. Durch den Umbau gewinnt das Prado-Museum 2.500 qm an Ausstellungsfläche hinzu. www.museodelprado.es

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