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Personalien

Roland Goeschl gestorben

Roland Goeschl-Retrospektive im Oberen Belvedere Wien, 2006, Aufstellung in der sala Terrana, Foto: Belvedere Wien

Roland Goeschl, österreichischer Bildhauer, starb mit 84 Jahren. Bekannt wurde er mit konstruktivistischen Skulpturen, deren Farbgebung er auf die Grundfarben Rot, Gelb und Blau reduzierte. Goeschl nahm 1964 und 1968 an der Kasseler Documenta teil und 1968 ebenso an der Biennale von Venedig.

Aktionen & Projekte

Künstler-Petition an Donald Trump

Christo und Jeanne-Claude, The Floating Piers, Lago d'Iseo, Italien 2014-2016, Foto: Wolfgang Volz, © 2016: Christo

Luis Camnitzer, in den USA lebender Künstler, Kurator und Hochschullehrer, fand für eine Petition auf Anhieb 370 Unterstützer. Mit der Petition wird der künftige US-Präsident Donald Trump aufgefordert, statt eine Grenzmauer nach Mexiko zu bauen lieber den Künstler Christo einzuladen, dort erneut sein Projekt „Runnig Fence“ mit Tüchern zu realisieren. Zusammen mit seiner 2009 verstorbenen Frau Jeanne-Claude hatte Christo 1976 in Kalifornien über eine Länge von 40 km einen solchen Zaun aus Textilstoff errichtet. Zur Begründung seiner Idee erklärte Camnitzer, auf diese Weise würde „ein rassistisches Projekt in ein öffentliches Kunstevent verwandelt“; für die USA wäre dies zugleich ein kultureller Imagegewinn. Zu den bekanntesten künstlerischen Arbeiten von Luis Camnitzer gehört die sechsteilige Plakatserie „Last Words“ (2008) mit einem Text aus den letzten Worten von Todeskandidaten.

Hochschulen

Michael Seidner im Neuen Museum Nürnberg

Michael Seidner, Die Kammer, 2015, Bildquelle: Kunstakademie Nürnberg

Bis zum 2. April 2017 stellt Michael Seidner seine lyrisch-abstrakten Farbkompositionen im Neuen Museum Nürnberg aus. Der Künstler studierte Malerei an der Akademie der bildenden Künste Nürnberg bei Prof. Michael Hakimi und an der Städelschule Frankfurt. Seine zumeist kleinformatigen Gemälde sind in Farbschichten angelegt und können als „atmosphärische Stimmungsbilder“ bezeichnet werden. www.adbk-nuernberg.de

Hochschulen

Nürnberg: Mappenberatung

Am Donnerstag, den 26. Januar 2017 finden von 11 bis 15 Uhr in allen Klassen an der AdBK Nürnberg Mappenberatungen für Studieninteressenten statt. Die offenen Klassenstrukturen ermöglichen ein Studium der Kunsterziehung (Lehramt am Gymnasium – Fach Kunst) in einer Freien Klasse oder ein Studium der Freien Kunst in der Klasse Kunstpädagogik bzw. Kunsterziehung. Es ist keine vorherige Anmeldung nötig. www.adbk-nuernberg.de

Preise

Duchamp-Stipendium

Jill O'Connor, Foto: Courtesy Museum Schwerin

Jill O’Connor wurde mit ihrem Forschungsprojekt „Closing the Infra-thin Gap Between Marcel Duchamp’s The Bride Stripped Bare by Her Bachelors, Even and Étant donnés“ für das Duchamp-Forschungsstipendium der Freunde des Staatlichen Museums Schwerin e. V. ausgewählt. Das Stipendium begann am 1. Januar 2017 und ist ein Jahr lang mit 500 Euro/mtl. dotiert.

Personalien

Neuer Kurator in St. Gallen

Lorenzo Benedetti, Foto: Jan Kempenaers

Lorenzo Benedetti tritt am 1. Februar 2017 die Kuratorenstelle für zeitgenössische Kunst am Kunstmuseum St. Gallen an. Als Kurator war er auch am Museum Marta Herford und am Museum SBKM/De Vleeshal in Middelburg tätig und zuletzt Direktor des De Appel Arts Centre in Amsterdam. 2013 betreute er den Niederländischen Pavillon auf der Biennale von Venedig.

Hochschulen

Kunstakademie Karlsruhe: Performance von Siglinde Kallnbach

Siglinde Kallnbach, Performance, Köln, 2015, Foto: Erika Josuweck

"Versuche" nennt Siglinde Kallnbach ihre Performance, zu der sie für den 31. Januar 2017 (19 Uhr) in die Staatl. Kunstakademie Karlsruhe eingeladen ist. Grundthema ihrer Performances (die sie heute "Stückwerke" nennt) sind Zuspitzungen von Fragen nach den Bedingungen und Gefährdungen von Existenz, von Leben und Überleben. "Gefährdete Zeiten" erleben wir ja gerade in unseren Tagen, wo sich in verschiedenen Ländern terroristische Anschläge häufen. Was sich aus diesem weiten Assozionsfeld von "Existenz", "Gefahr" oder auch "Angst" künstlerisch in motivliche Koordinierungen und in inhaltliche Analogiebildungen überführen lässt, zeigt sich in der Performance als Metapher auf die Einheit von Kunst und Leben als Ideal und als Notwendigkeit zugleich. Dabei zählt Edvard Munchs „Der Schrei“ neben den Werken van Goghs und den Arbeiten Frida Kahlos zu jenen kunsthistorischen Vorläufern, die Siglinde Kallnbach am meisten faszinieren. In Kallnbachs Performances gehrt es immer um die Verletzlichkeit des Körpers, um Körperbeherrschung aus Ausdruck persönlicher Souveränität, d.h. Gesundheit, Unversehrtheit und damit physische Stärke sind funktionale Voraussetzungen für das jeweilige subjektive Empfinden eines Individuums, die persönliche Selbstbestimmung in Würde durchsetzen zu können. www.kunstakademie-karlsruhe.de

Galerien & Auktionshäuser

Berlin: Galerie Cruise & Callas hört auf

Nach achteinhalb Jahren gab zum Jahresbeginn 2017 Kirstin Strunz ihre Berliner Galerie Cruise & Callas auf. Strunz erklärte, sie wolle künftig „zeitgemäßer“ umsetzen, was sie bisher in der Galerie geleistet habe.

Galerien & Auktionshäuser

Zürich: Kündigung

Wegen geplanter Neubauten wurden der Galerie RaebervonStenglin die Räume gekündigt. Den bevorstehenden Auszug nahmen die beiden Galeristen Beat Raeber und Matthias von Stenglin zum Anlass, die „strategische und inhaltliche Ausrichtung“ zu überdenken und kamen dabei zu dem Entschluss, nach sieben Jahren gemeinsamer Arbeit künftig getrennte Wege zu gehen. In welcher Form sie weiter machen, steht noch nicht konkret fest.

Galerien & Auktionshäuser

Christie's: Neuer Geschäftsführer

Guillaume Cerutti mit Patricia Barbizet, Foto: Copyright Christie’s 2016

Zum Jahresbeginn 2017 trat Guillaume Cerutti seine neue Stelle als Geschäftsführer bei Christie's an. Die bisherige Generaldirektorin Patricia Barbizet wechselte in den Aufsichtsrat und ist jetzt stellvertretende Vorsitzende neben François Pinault, dem Eigentümer von Christie's. Cerutti war in den 1990er Jahren kaufmännischer Leiter des Musée Georges Pompidou und von 2002 bis 2004 Kabinettchef des französischen Kulturministers Jean-Jacques Aillagon. 2016 wechselte er von Sotheby's zu Christie's, wo er dann Leiter für die Gebiete Europa, Mittlerer Orient, Russland und Indien war. www.christies.com

Kulturpolitik

Picassos Elektriker wegen Hehlerei verurteilt

Das Berufungsgericht in Aix-en-Provence verurteilte ein französisches Rentnerehepaar wegen Hehlerei zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Die beiden hatten jahrzehntelang 271 Werke von Pablo Picasso im heutigen Wert von 60 bis 100 Mill. Euro in ihrer Garage versteckt. Der heutige Rentner hatte früher als Elektriker auf dem Grundstück von Pablo Picasso in Mougins bei Cannes Handwerkerarbeiten ausgeführt. Im Prozess in ersten Instanz behauptete er, der Künstler habe ihm die Werke als Dank geschenkt; in der Berufsverhandlung hingegen erklärte er, Picassos Witwe habe die Werke in 15 bis 17 Säcken bei ihm untergestellt und ihm einen Sack geschenkt. Die Staatsanwaltschaft und der Anwalt der Picasso-Erben als Nebenkläger bezweifelten beide Versionen. 2010 hatte das Rentnerpaar das Konvolut öffentlich gemacht, um die Echtheit bestätigt zu bekommen, wurde aber daraufhin von Picassos Erben wegen Hehlerei verklagt. Die Bilder und Zeichnungen wurden nun an den Künstlersohn Claude Ruiz-Picasso übergeben.

Kulturpolitik

Kultur im Umbruch

Der Fachverband für Kulturmanagement lädt für den 19. bis 21. Januar 2017 zu einer Tagung nach Weimar ein. Thema: „Kultur im Umbruch – Transformation von Systemen, Institutionen und Formaten“. In der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar behandeln die Referenten die Frage, wie Migration, Digitalisierung und Globalisierung mit einer „Neuordnung des kulturellen Feldes“ einher gehen. Sozioökonomische, demographische und technologische Entwicklungen stellen unter anderem Kulturpolitik und Kulturfinanzierung vor große Herausforderungen. Betroffen sind davon kulturell-künstlerische Produktion, Distribution und Rezeption (z. B. TTIP, Kulturschutzgesetz, neue Technologien etc.). Vor diesem Hintergrund zeichnet sich eine sektorale Neuverortung und Neubestimmung ab, in der auch die Kräfteverhältnisse zwischen öffentlich-rechtlichen, privatwirtschaftlich-kommerziellen und zivilgesellschaftlichen Akteuren und Institutionen neu ausgehandelt werden. Diese Transformation verlangt einen Umbau des gesellschaftlichen Kultursystems und seiner Institutionen.“ www.fachverband-kulturmanagement.org/10-jahrestagung-des-fachverbands-kulturmanagement/

Preise

Inform-Preis für Design

Karl Nawrot darf den Inform Preis für konzeptuelles Design der Galerie für Zeitgenössische Kunst (GfZK) in Leipzig in Anspruch nehmen (5.000 Euro). Der Preisträger studierte Illustration und Grafikdesign an der École Émile Cohl in Lyon und an der Werkplaats Typografie in Arnheim. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Zeichnung, Modellen, Schriftgestaltung und bildlicher Veranschaulichung. Begründer und Hauptförderer des Preises ist der Unternehmer Arend Oetker. www.gfzk.de

Messen & Märkte

BRAFA Brussels

BRAFA Brussels, Foto: Copyright Emmanuel Crooÿ

Die BRAFA Brussels (21. bis 29. Jan. 2017) kann unter den Antiqitätenmessen dem Marktführer TEFAF zwar nicht ernsthaft Konkurrenz machen, zählt aber dennoch zu den wichtigsten Messen für Alte Meister und historisches Mobiliar etc. in Europa. Mit dem Gründungsdatum 1956 zählt sie auch zu den ältesten Messeveranstaltungen in diesem Segment des Kunsthandels. Seit Mitte der 1990er Jahre ist das Teilnehmerfeld internationaler geworden – heute stellen dort etwa 130 Händler aus. Vor zwei Jahren unterzog man die Messe einem gründlichen Relaunch und führte auch den neuen Namen BRAFA-Brussels Art Fair ein. www.brafa.ar

Messen & Märkte

Kunstmessen in Singapore

Die Art Stage Singapore (12.-15. Jan. 2017) findet 2017 zum siebten Mal statt. Sie hat sich auf zeitgenössische Kunst aus Südasien und Südostasien spezialisiert, im wesentlichen mit Ausstellern aus China, Indien, dem Mittleren Osten und außerdem aus Australien und New Zealand. Recht selbstbewusst geben die Messemacher das Motto aus: „Wir sind Asien“. Die Messe bekommt nun Konkurrenz durch die Singapore Contemporary, die zum zweiten Mal ausgerichtet wird und wenige Tage später am 19. Januar 2017 an den Start geht und bis 22. Januar 2017 läuft. Die 16.000 Besucher kommen größtenteils aus Singapore, Malaysia und Indonesien. Das Programm kündigt 90 Galerien und Installationen an. www.artstagesingapore.com, www.asiacontemporaryart.com

Museen & Institutionen

Amsterdam: Labyrinth-Symposium

Ausstellung „HON“, Moderna Museet Stockholm, 1966, Foto: Copyright Hans Hammerskiöld/Moderna Museet

„LOSE YOURSELF!“ lautet der Titel eines Symposiums über „labyrinthische Ausstellungen als kuratorisches Modell“. Beteiligt sind das Stedelijk Museum Amsterdam, Moderna Museet Stockholm, Tinguely Museum Basel, die Vrije Universiteit Amsterdam und die Dutch Postgraduate School for Art History(OSK). Die Veranstaltung findet vom 2. bis 4. Februar 2017 im Stedelijk Museum Amsterdam statt. Ausgangspunkt sind zwei wichtige kuratierte Ausstellungen in der jüngeren Museumsgeschichte, nämlich „Both Dylaby“ (1962) im Stedelijk Museum Amsterdam und „HON – en katedral“ (1966) in Stockholms Moderna Museet, die beide erstmals Rauminszenierungen boten, die der Besucher durchlaufen konnte.

Museen & Institutionen

Bayern bekommt Tapisserie restituiert

Höfische Gesellschaft im Freien, Flandern, Anfang 16. Jahrhundert, Foto: Copyright The National World War II Museum

1938 verkaufte der Münchener Kunsthändler Bernheimer an den Architekten Heinrich Michaelis einen flämischen Bildteppich aus dem 16. Jh. für 24.000 Reichsmark. Michaelis hatte den Auftrag, ein Repräsentationsgebäude der NSDAP bei Berchtesgaden auszustatten, das sogenannte Kehlsteinhaus. Dort hing die Tapisserie, bis ein amerikanischer Besatzungsoffizier das Werk 1945 mitnahm. Jetzt übergab die Tochter dieses Offiziers den Bildteppich an das National World War II Museum in New Orleans, das ihn an den Freistaat Bayern restituierte.

Personalien

Karl Gerstner gestorben

Karl Gerstner, Schweizer Grafikdesigner und Typograf, starb im Alter von 86 Jahren. Die von ihm mitbegründete Werbeagentur GGK war eine der erfolgreichsten in der Schweiz und in Deutschland. Grafik-Arbeiten von ihm waren auch auf der Kasseler documenta 1964 und 1968 zu sehen. Sein Archiv befindet sich heute in der Schweizerischen Nationalbibliothek.

Museen & Institutionen

Duisburg: Missing Sculpture

Glashalle Lehmbruck Museum Duisburg, Foto: Dejan Saric

Aus dem Nachlass des Bildhauers Wilhelm Lehmbruck stammt die Basis der Sammlung im Duisburger Lehmbruck Museum (aus dessen offizieller Bezeichnung man aus manieriert anmutenden Marketinggründen vor einiger Zeit den Vornamen „Wilhelm“ des Namenspatrons rigoros wegstrich). Auf Bildhauerei und Installation liegt deswegen der Schwerpunkt der Museumsarbeit nach wie vor, dessen Glashalle der Sohn des Bildhauers, nämlich der Architekt Manfred Lehmbruck (1913-1992) im Jahr 1964 schuf, der auch 1987 am Erweiterungsbau wesentlich beteiligt war. Jetzt wird bei einem Klangkunstprojekt von Danica Dakic diese „Glashalle selbst zur Skulptur“. Bis zum 19. März 2017 realisiert die Künstlerin hier ihr Projekt „Missing Sculpture“ mit „komplexen Soundcollagen aus zusammengewobenen Stimmen von Menschen verschiedener Altersstufen und Milieus aus Duisburg“. www.lehmbruckmuseum.de

Museen & Institutionen

Skulpturenpark Waldfrieden

Mathias Lanfer, Loop, Quelle: www.skulpturenpark-waldfrieden.de

Bis zum 5. März 2017 sind im Wuppertaler Skulpturenpark Waldfrieden in der Ausstellung „SPAMS“ Werke des Bildhauers Mathias Lanfer zu sehen. „Er bedient sich archaischer Bearbeitungstechniken, um die Skulpturen der titelgebenden Werkgruppe zu erschaffen. Dabei ist der Prozess der Materialbearbeitung, dessen kalkulierte Unkalkulierbarkeit zur Improvisation zwingt, zentral für seine künstlerische Methode. Oft bilden Ideen, Skizzen, Modelle oder Baupläne den Ausgangspunkt seiner Arbeit an einer Skulptur, die schließlich unter dem nicht planbaren Einfluss des Zufalls doch eine unerwartete Gestalt gewinnt.“ www.skulpturenpark-waldfrieden.de

Preise

Kaiserring Goslar

Isa Genzken, Foto: Courtesy Galerie Daniel Buchholz, Köln, Berlin, New York

Isa Genzken nimmt am 7. Oktober 2017 den Kaiserring der Stadt Goslar entgegen. Die in Berlin lebende Bildhauerin gilt als eine der wichtigsten deutschen Künstlerinnen der Gegenwart; sie führe seit mehr als 30 Jahren „den internationalen Diskurs der Bildhauerei mit an, so die Jury. In ihren Fotografien, Installationen und Skulpturen thematisiere sie die „Umbrüche, Gegensätze, Gewalt und Brutalitäten unserer Gesellschaften“. Der Kaiserring-Preis ist undotiert, zählt aber nach wie vor zu den wichtigsten Auszeichnungen für renommierte Künstler. Er besteht aus einem schlichten Goldring mit dem Bildnis des am 11. November 1050 in Goslar geborenen Kaisers Heinrich IV.

Galerien & Auktionshäuser

Galeristin Barbara Weiss gestorben

Barbara Weiss und Kasper König in Petersburg, 2014

Die Berliner Galeristin Barbara Weiss ist nach langer Erkrankung im Alter von 56 Jahren verstorben. Sie war Ehefrau des Kurators und Museumsleiters Kasper König. Nachdem sie seit Ende der 1980er Jahre in Berlin mit Michael Johannes Wewerka die Galerie Wewerka und Weiss betrieben hatte, gründete sie 1992 ihre eigene Galerie in der Potsdamer Straße und erregte schon mit der ersten Ausstellung Aufsehen, als sie den amerikanischen Fotografen und Filmemacher Larry Clark präsentierte: dieser war bis in die 1990er Jahre in Deutschland nur Insidern bekannt. Clark hatte mit seinem ersten Fotoband „Tulsa“ 1971 die dortige Drogenszene und in den 1980er Jahren unter dem Titel „Teenage Lust“ die Sexualität Jugendlicher dokumentiert, und dies in einer schonungslosen Bildsprache, die mitunter kontroverse Diskussionen auslöste. Der Galeristin ist auch die Wiederentdeckung der rumänischen Künstlerin Geta Brătescu zu verdanken, die im Westen bis dato kaum bekannt war. Im Laufe der Jahre wurde Barbara Weiss zu einer der wichtigsten und einflussreichsten Galeristinnen in der Hauptstadt und im internationalen Kunstbetrieb: ihre Galerie, mit der sie 2001 in die Nähe des Checkpoint Charlie und vor fünf Jahren in die Kohlfurter Straße umzog, beschreibt die „Süddeutsche Zeitung“ als „Pilgerort für ein inhaltlich interessiertes Publikum“. Über das stets um bewusste Zurückhaltung bemühte Auftreten der Galeristin urteilte „artnet.news“ in einem Nachruf, sie sei ein „master of understatement“ gewesen. Zu den Stammkünstlern ihrer Galerie gehören u.a. Nicole Eisenman, Amelie von Wulffen, Monika Baer, Maria Eichhorn, Niele Toroni, Roman Signer, Thomas Bayrle, Boris Mikhailov und Andreas Siekmann, deren Aktivitäten die Galerie auch kontinuierlich mit Publikationen begleitete; von ihnen erschienen viele im Kölner Verlag der Buchhandlung Walther König. Wie „Monopol“ berichtet, soll die Galerie weiter geführt werden: wegen ihrer Erkrankung hatte Barbara Weiss schon zu Lebzeiten die Leitung in die Hände von Bärbel Trautwein und Daniel Herleth gelegt.

Museen & Institutionen

Andreas Gursky: Schenkung

Andreas Gursky, Tote Hosen II, 2014, © Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Der Düsseldorfer Fotokünstler Andreas Gursky schenkte der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen sein vier Meter breites und über 2 Meter hohes Bild „Tote Hosen II“ (2014). Es war während eines Konzerts der gleichnamigen Punkrock-Band entstanden und zeigt die Bühne „mit dem abstrahierten Reflex der Musiker auf einer riesigen LED-Wand“. www.kunstsammlung.de

Biennalen

Istanbul-Biennale

Michael Elmgreen und Ingar Dragset, Foto: Elmar Vestner, copyright: IKSV

Obwohl die Türkei das Abkommen „Kreatives Europa“ aufkündigte und deswegen keine Fördergelder mehr von der EU für den Kulturaustausch erhält, wollen Michael Elmgreen und Ingar Dragset als Kuratoren an der Istanbul Biennale festhalten: trotz der innenpolitischen Spannungen und trotz der Terroranschläge in jüngster Zeit soll die Biennale allen Widrigkeiten zum Trotz wie geplant im September 2017 stattfinden. Allerdings ist die Situation für die Kuratoren äusserst schwierig: auf Druck der regierenden nationalkonservativen Erdogan-Partei AKP war vor einigen Wochen die Kuratorin der Cannakale-Biennale zurück getreten. Kenner des türkischen Kunstbetriebs beurteilen auch die derzeitigen Rahmenbedingungen für die Galerien in Istanbul als politisch und wirtschaftlich schwierig; manche mussten in jüngster Zeit schließen. Die Anziehungskraft der Stadt für Touristen hat deutlich nachgelassen, der Boom mit der Gründung neuer Kunstmessen, Biennalen und Galerien ist spätestens seit dem gescheiterten Putsch im Juli 2016 vorbei. Beral Madra, Kuratorin der ersten beiden Istanbul Biennalen 1987 und 1989 und ebenso mehrfach Kommissarin für den türkischen Pavillon auf der Biennale in Venedig, beschrieb die Stimmung nach dem Putschversuch im Interview mit der „ZEIT“: „Die Hauptproduzenten der zeitgenössischen Kunst, die Künstler, Kuratoren und Kritiker, haben... keine Macht. Der Kunstbetrieb bildet eine ganz kleine Zivil-Initiative in der Türkei, er stellt aus Sicht der Regierung keine Gefahr dar. Die Kunst wird hier von den Mächtigen nur wahrgenommen, wenn sie dem Kulturtourismus oder der herrschenden Ideologie hilft. Repression und Zensur sind allerdings keineswegs fremd in der Kunst der Türkei....“

Kulturpolitik

Attentats-LKW ins Museum?

Haus der Geschichte Bonn, Haupteingang des Museums, © Stiftung Haus der Geschichte/Axel Thünker

Beim Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt kamen am 19. Dezember 2017 zwölf Menschen ums Leben. Der Täter hatte als Tatwerkzeug kurz zuvor einen polnischen Lastwagen gestohlen und den Fahrer ermordet. Die Diskussion, ob dieser Lastwagen nach Beendigung der kriminaltechnischen Untersuchungen zum Fundus des Museums Haus der Geschichte Bonn gehören soll oder nicht, empfinden manche als bizarr. So hielt der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, die Debatte für „nicht würdevoll“, und auch der Stiftungspräsident des Museums Hans-Walter Hütter erklärte, wenige Wochen nach dem Anschlag sei es noch „zu früh“, darüber nachzudenken. Allerdings sei es ein „normaler Vorgang“, bei einem Museum, das die deutsche Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg dokumentiert, zu erwägen, was in die Sammlung aufgenommen werden soll. Musealisierung bedeutet allerdings oft nachträgliche Anerkennung oder gar Nobilitierung, und so fragte der „Stern“ bangend: „Ist das nicht gleichsam ein Ritterschlag für den Täter?“ Als Antwort versicherte Hütter, „das Geschehen darf auf keinen Fall nur aus Sicht des Täters dargestellt werden“, und im Berliner „tagesspiegel“ kommentierte Malte Lehming die frivole Möglichkeit, „sich Kaugummi kauende Teenies vorzustellen, wie sie vor dem Lastwagen Selfies machen.“

Kulturpolitik

Istanbul: Streit um Hagia Sophia

Hagia Sophia

Mustafa Kemal Atatürk, Gründer der modernen Türkei, erklärte die Hagia Sophia 1935 zum Museum. Die seit dem Jahr 641 als Krönungskirche der byzantinischen Kaiser genutzte Kathedrale des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel war nach 1453 Hauptmoschee der Osmanen. Die demonstrative Umwandlung in ein Museum war Teil der Politik Atatürks, eine säkulare Gesellschaftsordnung zu etablieren. Vor einigen Wochen jedoch ernannte die Religionsbehörde Diyanet den muslimischen Geistlichen Önder Soy zum Imam für die Hagia Sophia, und inzwischen ertönt dort auch zweimal täglich der Aufruf des Muezzins zum Gebet. Bereits seit 1991 gibt es dort einen Gebetsraum, der aber nur selten benutzt wurde, weil die Hagia Sophia nicht in einem Wohnviertel liegt. Jetzt aber wird dieser Gebetsraum stärker frequentert, vor allem von Touristen aus arabischen Ländern. Offiziell ist das Gebäude immer noch ein Museum, doch Pater Dositheos, Sprecher des griechischen Patriarchats von Konstantinopel, unterstellt der Regierung Erdogan, sie wolle mit einer „geschickten Inszenierung“ diesen Status „in Frage stellen“. Selina Özuzun Dogan, führende Politikerin der kemalistischen Oppositionspartei CHP, setzt sich dafür ein, das Kulturdenkmal weiterhin „religionsunabhängig“ zu nutzen. Kritik an der Vereinnahmung durch Präsident Erdgans Religionspolitik mit einer nationalistischen Interpretation als Symbol für die Eroberung Konstantinopels 1453 äusserte schon im Sommer vergangenen Jahres auch das griechische Außenministerium. Der kulturelle Streit ist mit einer gewissen Brisanz ein Nebenschauplatz in den aktuell zunehmenden politischen Spannungen zwischen der Türkei und Griechenland – Erdogan stellt verbal den Vertrag von Lausanne 1923 in Frage und beansprucht für sein Land Inseln in der Ägäis, die seit 1923 zu Griechenland gehören.

Personalien

Papst ernennt neue Museumsdirektorin

Barbara Jatta, Foto: Vatikanische Museen

Barbara Jatta wurde von Papst Franziskus zur neuen Direktorin der Vatikanischen Museen ernannt. Damit wurde erstmals eine Frau an die Spitze der Vatikanischen Museen berufen, die 800 Mitarbeiter haben und in denen man jährlich 6 Mill. Besucher zählt. Die italienische Kunsthistorikerin folgt auf Antonio Paolucci, der zum Jahresbeginn 2017 mit 77 Jahren in den Ruhestand ging.

Aktionen & Projekte

Berliner Transmediale: Partnerprogramm

transmediale 2017 ever elusive Logo Portrait, Credit: The Laboratory of Manuel Bürger

Vor dem Start des einmonatigen Berliner Transmediale-Programms ("ever elusive – thirty years of transmediale) beginnt bereits am 20. Januar 2017 das Partnerprogramm in zahlreichen Berliner Projekträumen, Organisationen und Galerien. Die 6. Ausgabe dieses Vorspiels umfasst mehr als 50 Orte und läuft vom 20. Januar bis zum 5. März 2017. Die gemeinsame Eröffnungsfeier ist für den 20. Januar 2017 im ACUD MACHT NEU angekündigt; sie bietet einen Überblick über das nachfolgende Vorfestivalprogramm. "Den Abend hindurch werden die verschiedenen Räume des ACUDs mit Talks, Installationen, Performances und Screenings u.a. von Labor Neunzehn, Vilém Flusser Archiv, General Public, Spektrum, Hypernatural Sounds at SomoS, Appartment Project, TOP eV Kitchenlab, Espace Diaphanes und panke.gallery bespielt." Insgesamt sind an dem Programm die Initiativen beteiligt: A Space Under Construction, ACUD MACHT NEU, alpha nova & galerie futura, American Academy in Berlin, Apartment Project, Art Laboratory Berlin, Art&Science Node, Capitain Petzel, CASHMERE RADIO, Centrum, CHB - Collegium Hungaricum Berlin, design akademie berlin & Merz Akademie Stuttgart, designtransfer, UdK Berlin, Errant Sound, Espace Diaphanes, Filterhouse, Greenhouse-Berlin/Gallery 8, Hypernatural Sounds #4: objet autre @ SomoS Gallery, Import Projects, Institut für Alles Mögliche, Kotti-Shop / Yellow Castle, Labor Neunzehn, Lacuna Lab e.V., Liebig12, LoopHole Artspace, Neu West Berlin, NON Berlin, Panke, panke.gallery, Peninsula e.V., Planetarium Lichtenberg, Polyphony, Public Art Lab, reboot.fm, ROCKELMANN &, School of Machines, Making & Make-Believe, Spektral-Raumohr, SPEKTRUM | art science community, TOP e.V. Association for the Promotion of Cultural Practice, uqbar, Vilém Flusser Archive, werkstatttraum e.V., ZK/U Zentrum für Kunst und Urbanistik, ZÖNOTÉKA, ZWITSCHERMASCHINE. www.transmediale.de/de

Preise

Preis der Wolf-Stiftung

Lawrence Weiner, Foto: Courtesy Lisson

Laurie Anderson, Performancekünstlerin, und Lawrence Weiner, Konzeptkünstler, teilen sich im Juni 2017 die Preissumme von umgerechnet 95.000 Euro des Preises der israelischen Wolf-Stiftung. Es heißt, die beiden Künstler würden wegen der „Radikalität ihrer Arbeiten“ gewürdigt. Laurie Anderson arbeitet mixed-medial mit Bildern, Tönen, Film und Musik. Lawrence Weiner arbeitet mit abstrakten Texten auf unterschiedlichen Bild- und Objektträgern. Der Diplomat Ricardo Wolf rief seine Stiftung 1978 ins Leben.

Museen & Institutionen

Essen: Grüne Hauptstadt Europas 2017

Henning Wagenbreth, Wir sind Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017, Foto: Museum Folkwang Essen, © Stadt Essen 2016 Projektbüro Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017 / Henning Wagenbreth 2017

Auch in der Ära der Kohle- und Stahlbarone prägten nicht nur die Fördertürme der Zechen und die Schlote der Kokereien das Stadtbild von Essen - der Süden mit dem Baldeneysee und das Gruga-Gelände waren immer schon die grüne Lunge der Stadt, und der Stadtteil Kupferdreh wirkte in den 1960er Jahren teilweise sogar noch recht ländlich. Im Rahmen der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017 zeigt das Museum Folkwang Plakatentwürfe namhafter Designer aus Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz sowie einer Studentengruppe der Folkwang Universität der Künste aus dem Wettbewerb „Wir sind Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017. Der Plakatwettbewerb“. Laufzeit: 20. Januar bis 5. März 2017. www.museum-folkwang.de

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