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Ausstellungen: München · von Jolanda Drexler · S. 272 - 274
Ausstellungen: München ,

München
Imi Knoebel und Barbara Kasten

Sammlung Goetz 15.09.2022–29.04.2023
von Jolanda Drexler

Nach dem spröden Kunstsommer, den die documenta fifteen und Berlin Biennale mit ihrer dezidiert politischen Haltung bescherten, brechen jetzt im Feuilleton Jubelstürme über die neue Doppelschau von Imi Knoebel und Barbara Kasten in der Sammlung Goetz aus – „konstruktivistische, sinnliche und putzmuntere Kunst.“ Fürwahr, diese Ausstellung ist ein Fest der Farben! Offensichtlich haben die beiden Künstler absolute Perfektion und Schönheit zum Grundprinzip ihres Schaffens erhoben. Aber können formalästhetische Qualitäten allein dem heutigen krisengeschüttelten, zumal digital vernetzten Kunstbetrachter genug Berührung und Anregung bieten? Oder sehnt sich gerade jetzt der desillusionierte Kulturmensch nach solchen Fluchten ins Unbeschwert-Schöne?

Jedenfalls werden Imi Knoebel (geb. 1940) und Barbara Kasten (geb. 1936) in perfekter Rauminszenierung in dem ikonischen Ausstellungsbau von Herzog & de Meuron präsentiert, der nach drei Jahren sanierungs- und pandemiebedingter Pause wieder (eingeschränkt) geöffnet ist. Nach Karsten Löckemann, dem Hauptkurator der Sammlung, gibt es gute Gründe, den in Düsseldorf lebenden Künstler und die in Chicago geborene US-Amerikanerin zusammenzuspannen: Beiden ist ein konzeptueller Ansatz eigen, beide fokussieren in ihrer künstlerischen Strategie Architektur, Form, Farbe und das Spiel mit Licht, darüber hinaus verorten sich die zwei Altersgenossen in der klassischen Moderne.

Imi Knoebel wird mit 18 Werken aus dem Sammlungsbestand und 16 weiteren aus seinem Besitz im Hauptbau vorgestellt, wobei er gemeinsam mit seiner Frau Carmen tatkräftig am Ausstellungskonzept mitwirkte. Wie heute üblich, wurde auf eine chronologische oder thematische Hängung verzichtet, vielmehr dominieren formale und inhaltliche Querverweise, entsprechend des Künstlers Devise: „Ich komme in meiner Arbeit ja immer…

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