Nachrichtenforum: Kulturpolitik · S. 12
Nachrichtenforum: Kulturpolitik , 2012

„Wir bauen für Köln“ informiert ein Schild an der maroden hölzernen Fußgängerbrücke zwischen dem Aachener Weiher und dem Ostasiatischen Museum in Köln. Doch auf der Baustelle tut sich nichts: Spaziergänger müssen immer noch eine parallele Behelfsbrücke benutzen. Das Datum der beabsichtigten Fertigstellung „Mai 2011“ auf besagtem Informationsschild ist überklebt. In der possenreichen Kölner Kulturpolitik ist die Ausbesserung der Brücke ein Skandal-Dauerbrenner. 1977 wurde die Brücke als Verbindung des Zierbeckens am Museum mit dem Naturraum rund um den Aachener Weiher von dem japanischen Architekten Kunio Mayekawa in traditioneller Holzbauweise errichtet. 2007 war die Brücke schließlich so stark abgenutzt, dass die Stadt Köln einen Neubau aus Beton beschloss, doch Anwohner und Politiker protestierten und forderten stattdessen eine Holzbrücke. Deren Bau verzögerte sich wegen Schwierigkeiten bei der „Umbauplanung“, und als die Stadt Köln dann noch bemängelte, die Bauausführung sei schlampig erfolgt, verhängte sie schließlich im Sommer 2011 einen Baustopp. Seit nunmehr einem Jahr liegt die Baustelle völlig brach. Die Stadtverwaltung überweist jeden Monat 760 Euro Miete an eine Gerüstbaufirma für den parallelen Behelfssteg. Der Neubau soll hingegen 200.000 Euro kosten. Fast möchte man glauben, für den klammen Stadtkämmerer wäre der billige Ersatzsteg die bequemere Lösung. Denn die Museumsbrücke ist nicht das einzige brachliegende Projekt in der Domstadt. Von dem Masterplan für die Neugestaltung der Stadt, den der Architekt Albert Speer 2009 vorlegte, sind laut Baudezernent Bernd Streitberger lediglich 38 Prozent „in Bearbeitung“. Der vollmundig schon für 2010 angekündigte 20 Mill. Euro teure Umbau der Deutzer Uferbefestigung zum „Rheinboulevard“ verzögert sich bis in den…

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