Titel: Performance und Performance Art , 1988

8. Die 80er Jahre

Mit der definitiven Etablierung des Videos durch den Siegeszug des Videorecorders können wir erkennen, wie wichtig das Monitor-Stadium der Performancekünstler/innen der 70er Jahre war. Es gewährleistet den verspielten und relativierenden Umgang mit den Massenmedien, worauf nun die nächste Generation von PerformanceArtists ihre Aktionen aufbauen. Die 80er Jahre lassen den quasi narzißtischen Bezug zum eigenen Körper und die Fixiertheit auf ihn hinter sich, um ein großes Spielfeld zu eröffnen. Die neue Tätigkeit gilt der Gruppenaktion. Ist gerade durch das TV die Vereinzelung zum Individuum perfekt gelungen, auch dessen Isolation, so sind die mit den Medien groß gewordenen PerformanceArtists wieder an der Schaffung von Gemeinsamkeiten jenseits ökonomischer oder zwanghafter Interessenverbände interessiert. Somit wird die Einzelperformance als typisches Ausdrucksmittel der 70er Jahre oft zur Performance mehrerer Performer/innen, sowohl als Gruppenperformance als auch als Performance einzelner miteinander. Eine Art Netzwerk entsteht, das untereinander natürlich viel tiefere Bezüge hat als die zumeist gleichen Performencekünsterler/innen, die zu den diversen Festivals in den 70er Jahren eingeladen waren. Die PerformanceArt ist reifer geworden und schwieriger. Schwieriger deshalb, weil sie sich vordergründig nur noch sehr subtil von alltäglichen Prozessen und Inszenierungen abhebt.

Heute ist die PerformanceArt das Mittel, die mediatisierte Welt transparent zu machen, deren strahlende Oberflächen zu dechiffrieren und die Aufforderung, sich selbst (im Zeitalter der Information und der Milliarden Menschen) in die Diskussion zu bringen und den Dialog zu pflegen. PerformanceArt ist Sinnpflege und dies gerade auch im Aufzeigen…

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