Gespräche mit Kunstvermittlern · von Helga Meister · S. 410
Gespräche mit Kunstvermittlern , 2005

Helga Meister

Akademie-Galerie ?

Ein Gespräch mit Siegfried Gohr, Gründungsdirektor der Düsseldorfer Akademie-Galerie

Im Juni eröffnete die Kunstakademie Düsseldorf ihre „Akademie-Galerie – Die Neue Sammlung“ mit einer Ausstellung über Ewald Mataré. Die Räume liegen am Burgplatz, gegenüber vom Schlossturm, dem letzten Rest jenes Gebäudes, in dem die Landesgalerie unter Herzog Jan Wellem ihren Anfang genommen hatte. Wir sprachen mit Siegfried Gohr, dem Gründungsdirektor der Galerie und Professor für Kunstgeschichte an der Kunstakademie Düsseldorf. Gohr, Jahrgang 1949, war von 1978 bis 1991 Museumsleiter in Köln, davon sechs Jahre an der Kunsthalle, sieben Jahre am Museum Ludwig. Von 1996 bis 2003 lehrte er Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. In Düsseldorf ist er Nachfolger des Picasso- und Ernst-Experten Werner Spies.

Helga Meister: Wer hatte denn die Idee zur Akademie-Galerie?

Siegfried Gohr: Die Idee verfolgte Markus Lüpertz. Der Rektor der Düsseldorfer Akademie, seit einigen Jahren, im Zusammenspiel mit dem Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin.

Die Akademie-Galerie war noch gar nicht eingeweiht, da gab es ein Donnerwetter von Bernhard Wittenbrink als Sprecher des Bundesverbandes deutscher Galerien, der die Neugründung als massive Einmischung in den Kunsthandel sah.

Ich habe das Gegenteil gehört. Vor allem die Düsseldorfer Galerien distanzierten sich von der Befürchtung, man werde ihnen das Geschäft wegnehmen. Das war eine dumme Verwechslung. Wir sind eine Galerie im Sinne des 19. Jahrhunderts, oder wie die Tate, die National Gallery oder die Academia in Venedig. Wir wollen nicht kaufen und nicht verkaufen, sondern wir wollen sammeln.

Die Galerie befindet sich auf städtischem Grund und Boden, können Sie etwas über die Geschichte…

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