Titel: 48. Biennale Von Venedig · von Heinz-Norbert Jocks · S. 271
Titel: 48. Biennale Von Venedig , 1999

Als das Fragen noch geholfen hat

EIN VERSUCH ÜBER DAS WERK VON ROSEMARIE TROCKEL

VON HEINZ-NORBERT JOCKS

In Venedig bespielt derzeit Rosemarie Trockel, des Feminismus vielleicht liebstes Kind wider Willen, den deutschen Pavillon auf Wunsch der Biennale-Kommissarin Gudrun Inboden. 1952 in Schwerte geboren und in Opladen aufgewachsen, entschied sie sich 1974 nach einem Mathematik- und Theologie-Studium für die Kunst und schrieb sich nach Ablehnung ihrer Bewerbung durch die Düsseldorfer Kunstakademie an der Werkkunstschule in Köln ein. Dort lernte sie die Maler Walter Dahn und Georg Jiri Dokoupil kennen, die später mit der Gruppe Mülheimer Freiheit als Junge Wilde den Schnellsprung in die Kunstcharts schafften. Obgleich mit ihnen befreundet, verfolgte sie eigene Ziele und ging ihre eigenen Wege und liebte es bis 1978, unaufhörlich zu zeichnen, während das Malen für sie mehr eine lästige Pflichtübung war, die ihr nicht lag. Bis heute ist die Zeichnung für sie „das unmittelbarste und ehrlichste Instrument, das einem Künstler zur Verfügung steht. Mit wenigen Strichen lassen sich ganze Welten schaffen.“1 Erst 1982 kam es zu einer Ausstellung ihrer Zeichnungen und Bleistiftnotizen in Walter Dahns damaligem Atelier am Klapperhof, an der auch Fischli & Weiss, Anne Loch, Milan Kunc sowie Gerhard Klever teilnahmen. Ihren ersten Soloauftritt hatte sie zwei Jahre später in der Kölner Galerie Sprüth.

Parallel zu ihren zeichnerischen Notizen fotografierte sie. Erst als Ulrike Rosenbach und Robert van Ackeren Videokurse an der Werkkunstschule anboten, wendete sie sich aus Spaß, den sie nie verlor, dem neuen Medium zu, jedoch ohne jegliche Lust, Drehbücher zu schreiben oder so etwas wie…

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