Ausstellungen: Köln , 1987

Friedemann Malsch

André Thomkins

Galerie Gugu Ernesto, Köln, 23.1.-21.2.1987

Der Kunstbetrieb ist geprägt von Auseinandersetzungen verschiedener Kunstrichtungen, von Tendenzen und den sie verkörpernden Gruppen oder auch Einzelpersonen. Doch zuweilen trifft man auch auf Persönlichkeiten und auf Werke, die sich mit allen Mitteln gegen eine solchermaßen kategoriale Einordnung entziehen. Die Künstler als Person wie auch ihre künstlerische Tätigkeit und die besondere, meist nach stilistischen Kriterien heterogene Art ihres Werkes gehen einen so eigensinnigen Sonderweg, daß schon aus diesem Grunde ein Fasziniertsein des Betrachters nicht ausbleibt.

Die Schweiz scheint mehr als andere Länder diese Art Sonderlinge hervorzubringen, wie kürzlich Felix Ph. Ingold in einem Zeitschriftenaufsatz darzulegen wußte. Martin Walser, Markus Raetz, Diter Rot gehören dazu. Und vor allem André Thomkins. In der Bundesrepublik ist der Künstler weitgehend unbekannt geblieben, obwohl er lange hier gelebt hat, noch kurz vor seinem Tod 1985 aus der Schweiz wieder nach Deutschland umgezogen war. In den 80er Jahren war Thomkins im bundesdeutschen Ausstellungsrummel mit keiner größeren Einzelschau zu sehen.

Zu unaufdringlich, zu kleinteilig auch, zu schwierig und anspruchsvoll sind seine Kupferstiche und Aquarellzeichnungen, seine Lackskin-Arbeiten, Federzeichnungen und kleinformatigen Leinwände. Zu wenig spektakulär, um sich im Lärm des Treibens gebührend Gehör zu verschaffen. Ein »Stiller im Lande«.

Nach von Surrealismus und Informel beeinflußten Anfängen in den späten 40er Jahren und den 50er Jahren kommt Thomkins zu Beginn der 60er Jahre zu seiner für ihn typischen Arbeitsmethode. Sie entwickelt sich an den Lackskins, einer damals in Mode kommenden Technik, die besonders von Künstlern, die die Eliminierung der subjektiven »Handschrift« aus dem Werk verfolgten, praktiziert wurde:…

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