Titel: Urban Performance I · von Heinz Schütz · S. 164
Titel: Urban Performance I , 2013

Architektur als Werkzeug

Jan Liesegang und Benjamin Oerster-Baldenius vom raumlabor berlin

Die Arbeit des 1999 von acht Architekten gegründeten raumlaborberlin bewegt sich an den „Schnittstellen zwischen Architektur, Stadtplanung, Kunst und Intervention.“ Programmatisch stellt das raumlabor fest: „Architektur ist ein experimentelles Baulabor für eine auf den Moment bezogene partizipative Baupraxis im urbanen Raum.“(http://www.raumlabor.net/?page_id=2) Kulturelle Praxen sind dabei ein Mittel, das Architektur als soziale Praxis verankert. Architektur und Interventionen werden hier zu einem Durchgangspunkt, der wiederum auf zukünftiges Handeln verweist. Das Gespräch mit Benjamin Foerster-Baldenius und Jan Liesegang, zwei der Gründungsmitglieder, erörtert das Verhältnis von Intervention und Partizipation als Teil ihrer architektonisch-urbanen Praxis.

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Heinz Schütz: Architektur wird gerne auf ihren materialen Kern reduziert. Verkannt wird dabei, dass sie immer auch ein soziales Ereignis ist. Städte bestehen nicht nur aus Stein und Beton, sie sind insbesondere und vor allem auch die Summe der Aktionen und Interaktionen ihrer Bewohner. Wo setzt das Architektur- und Stadtverständnis des raumlabor an?

Benjamin Foerster-Baldenius: Wir sind Anhänger von Levefbre und seiner Auffassung, dass Raum das Produkt von sozialem Handeln ist. Dieses Verständnis von Raum als Handlungsraum prägt auch unser Architekturverständnis und trifft den Kern unserer Arbeit. Das bedeutet nicht, dass wir das Gebaute vernachlässigen, als ausgebildete Architekten wissen wir es sehr wohl zu schätzen, doch sehen wir in ihm primär ein Werkzeug, um die Stadt zu verändern. Die Konzentration ausschließlich auf das Gebaute genügt uns nicht, uns geht es immer auch um die damit verbundene soziale Dimension.

Was bedeutet dies konkret für die Praxis?

Jan Liesegang: Das lässt sich sehr schwer…

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