Titel: 55. Biennale Venedig , 2013

Argentinien: Nicola Costantino – Eva – Argentina. Una metafora contemporanea
Kommissar: Magdalena Faillace
Kurator: Fernando Farina
Ort: Pavillon im Arsenale

Nicola Costantino ist eine furchtlose, radikale Künstlerin. Sie macht monströse Tierskulpturen, Seife aus Körperfett oder Mode mit Brustwarzenmuster. Ihre im Internet für 250 $ zu erwerbende fleischfarbene Handtasche „Dangerous Beauty“ zieren Silkondrucke von Brustwarzen und Anus. Dass sich diese Künstlerin an die argentinische Ikone Eva Perón herantraut, überrascht nicht. Wie sie es getan hat, schon eher. Denn sie erhebt nicht den Anspruch von „politischer Kunst“, sondern entwirft stattdessen ein intensives, emotionales zeitgenössisches Porträt der großen Mythengestalt Lateinamerikas.

Eva Perón (1919-1952), die als Frau des Präsidenten Juan Perón zur First Lady Argentiniens aufstieg, ist bis heute umstritten. Für die einen eine Heldin der Armen, ist sie für die anderen eine Politikerin, die Argentinien auf einen Irrweg brachte. Nicola Costantino hat eine mehrteilige Installation entwickelt, in der sie den Mythos Evita Perón weder glorifiziert noch relativiert, sondern differenziert betrachtet. Ein nicht einfaches Unterfangen – gilt Evita doch als „meist gehasste und am meisten geliebte, am meisten beleidigte und am meisten verehrte“ Frau in der Geschichte Argentiniens.

Costantinos „Unfinished Rapsody“ besteht aus zwei Video-Installationen, einer Objekt-Maschine, einer fast abstrakten Skulptur sowie einem dreiteiligen Video-Porträt. In der großen Video-Installation „Eva die Träume“ erscheinen sechs verschiedene Evas (alle gespielt von Nicola Costantino) in unterschiedlichen Situationen: als Kranke, als Hyperaktive, als junge Schauspielerin, als elegante Lady im Dior-Kleid… Lebensräume und Erscheinungen vermischen sich und hinterlassen einen ebenso konkreten wie ungreifbaren Eindruck. Das zweite, in einem Schlafzimmer gezeigte Video „Eva der Spiegel“ beobachtet…



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von Susanne Boecker

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