Ausstellungen: Köln , 1999

Amine Haase

Augen weit geöffnet

Frühe Fotografien des Filmregisseurs Stanley Kubrick

Kölnischer Kunstverein, 4.9. – 10.10.1999

Während alle Welt vor den Kinos Schlange stand, um sich Stanley Kubricks „Eyes wide shut“ (Augen weit geschlossen) anzuschauen, war im Kölnischen Kunstverein eine ganz andere Kubrick-Premiere zu feiern: Fotos aus der Zeit, als der berühmte Filmregisseur noch Fotoreporter war. Den Zeitpunkt für diesen Auftritt hätte der beste Regisseur nicht besser wählen können: Eine knappe Woche vor dem Deutschland-Start von Kubricks letztem Film stellt der Kölnische Kunstverein Kubricks erste Fotobeiträge für die New Yorker Zeitschrift „Look“ aus. In der Kunsthalle Kiel, wo die Foto-Premiere im Sommer stattgefunden hatte, konnte man noch ein paar alte Kubrick-Filme ins Begleitprogramm nehmen. Das war durch die Vermarktungsstrategie zum Start des definitiv allerletzten, erst nach Kubricks Tod im März fertiggestellten Films, fast völlig vereitelt. Immerhin konnte das Kölner Filmhaus wenigstens drei frühe Kubrick-Werke zeigen, „Spartcus“ von 1960, „Dr. Strangelove“ von 1964 und „Path of Glory“ von 1958.

Von vornherein ist man also versucht, Foto und Film parallel zu sehen: Stanley Kubrick schon als Schuljunge ein Meister-Regisseur vorgefundener Wirklichkeiten? Schon als Reporter-Debütant ein Meister-Arrangeur von Effekten auf der Bühne des Lebens? Schon bevor er die Foto- mit der Film-Kamera tauschte ein meisterhafter Geschichten-Erzähler?

Mag sein. In jedem Fall sind die „Look“-Fotos Belege für ein außergewöhnliches, fotografisches Auge. Aber sie liefern, so wie sie von dem Kuratoren-Unternehmen „Iccarus“ – für International Center for Curatorial Studies – auf den Weg geschickt wurden, keine Beweise für einen allzu dichtgeflochtenen Lorbeerkranz. Das weiß auch der Direktor des Kölnischen Kunstvereins, Udo…

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