Gespräche mit Galeristen · von Amine Haase · S. 446
Gespräche mit Galeristen , 1997

Aus Köln läßt sich immer noch viel machen

Amine Haase sprach mit Rudolf Zwirner während des Ersten »European Art Forums« in Berlin

Rudolf Zwirner legt im folgenden Interview den Finger in die Wunden, die so manchen Freund der „Kunststadt Köln“ schmerzen. Er tut das nicht als ein Abtrünniger, welcher der Stadt den Rücken kehrt, in der er mehr als dreißig Jahre lebte und gutes Geld verdiente, sobald dort die Blütezeit vorbei zu sein scheint. Vielmehr tut er es, auch jetzt von Berlin aus, mit Sorge um Köln und das Rheinland. Selbst wenn man glaubt, daß Zwirner nie argumentiert, ohne eigene Interessen im Auge zu haben, sollten die für Kultur und Kunst in Köln Verantwortlichen seine Aufforderung ernst nehmen und Bilanz ziehen – „ohne sich in die Tasche zu lügen“. Nur auf einer Basis ohne Illusion läßt sich etwas aufbauen, was über die Jahrtausendwende und nach dem Umzug der Politiker von Bonn in die Hauptstadt Berlin in Köln und im Rheinland Bestand haben und in die Zukunft weisen kann.

Für die „Art Cologne“ und im Kölner Museum Ludwig scheint es inzwischen neue Ansatzpunkte zu geben: Kurz vor Redaktionsschluß, nachdem das Interview mit Rudolf Zwirner bereits abgeschlossen war, bestätigte die „KölnMesse“, daß ab 1998 nicht mehr der Bundesverband Deutscher Galerien (BVDG) Veranstalter der Art Cologne sein werde, sondern die Messegesellschaft selber. Die umstrittene Halle 5 werde dann nicht mehr zur Verfügung stehen – was voraussichtlich eine Erhöhung der Standmiete von bisher 195 auf 250 DM pro Quadratmeter zur Folge haben wird. (Zum Vergleich: In Basel…

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