Titel: Das Neue Ausstellen · von Paolo Bianchi · S. 42
Titel: Das Neue Ausstellen , 2007

Das Neue Ausstellen

Ausstellungen als Kulturpraktiken des Zeigens I + II

Herausgegeben von Paolo Bianchi

„Die Termine von Eröffnungen, Vorträgen, Führungen, Podien und Pressekonferenzen stellen einen mehrfachen Overkill dar. Neben der lokalen Szene will man doch auch noch Manifesta, Biennale und Documenta mitnehmen. Neue Entdeckungen auf den Diplomausstellungen machen, alternde Stars in viel zu großen Retrospektiven ehren, globale Perspektiven in China, Indien und Afrika bedenken, Ausstellungen im öffentlichen Raum würdigen, junge Kuratoren in ihren mehr oder weniger originellen Bespielungen ihrer eigenen Küche unterstützen. Längst hat das Format ‚Ausstellung’ den klassischen Besuch in der ständigen Sammlung vergessen lassen. Kunst findet statt und alle müssen sich beeilen, in kurzen Momenten Gleichzeitigkeit erfahren zu dürfen.“ Dieses Zitat des Berner Kunsthistorikers Peter Schneemann lässt offen, ob sein im vorliegenden Heft in voller Länge nachzulesender Text als Polemik, Huldigung oder Verteidigungsrede des Ausstellungswesens und Kuratorenstandes verstanden werden will.

Sein Fazit ist jedenfalls von Nüchternheit geprägt: „Ebenso müßig und überflüssig wie das Gerede um Ende und Wiederauferstehung der Malerei wird auch die Institution Ausstellung über alle Neubefragungen hinweg Bestand haben.“ Der Band „Das Neue Ausstellen“ unternimmt genau eine solche Neubefragung und Wiederkehr des Neuen, weil sich die herkömmliche Ausstellung allmählich der Aufführung, der Inszenierung und dem Spektakel nähert. Der Akt der Präsentation wird zu einem Ereignis, das die ästhetischen Objekte erst hervorbringt und die Bedeutung der Dinge erst im Dialog zwischen Zeigendem, Betrachter und Gezeigtem erschließt.

Der Band „Das Neue Ausstellen“ ist keine Anleitung zu einem Paradigmenwechsel im Betriebssystem Kunst. Das Kunstsystem lebt – sofern es lebt – vom Diskurs…

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