Kunstforum-Gespräche · von Uta M. Reindl · S. 332
Kunstforum-Gespräche , 2015

Beatrix Ruf

In der DNA von unserem Publikum ankommen können

Ein Gespräch von Uta M. Reindl

Beatrix Ruf (* Singen, 1960) zählt zu den exzellent vernetzten und einflussreichen Persönlichkeiten der internationalen Kunstszene. Ihr Werdegang ist vielseitig: Nach dem Studium (Psychologie, Ethnologie sowie Kunst- und Kulturwissenschaften) arbeitet Ruf frei als Kuratorin, Choreographin sowie als Kritikerin und betreut etwa ein Jahr-zehnt die Kunstsammlung des Verlages JRP Ringier. Ab 2001 leitet sie die Kunsthalle Zürich. Stets kooperiert Beatrix Ruf mit prominenten Häusern Europas, mit Biennalen wie Triennalen weltweit und kuratiert 2006 die dritte Ausgabe der Tate Triennial in London. Seit April 2014 ist Beatrix Ruf die künstlerische Leiterin des Stedelijk Museums in Amsterdam.

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Wie erleben Sie den Wechsel seit Anfang 2014: von der Schweiz in die Niederlande, von der Kunsthalle Zürich zum Stedelijk Museum Amsterdam?

Das Stedelijk hat immer sehr eng mit Künstlerinnen und Künstlern zusammengearbeitet, folglich ist diese DNA hier sehr stark spürbar und erlaubt ähnliche Vorgehensweisen wie die einer Kunsthalle. Deshalb bin ich auch extrem froh hier sein zu können. Es fühlt sich für mich sehr wie zu Hause an. Die Museen in den Niederlanden mussten in den letzten Jahren einen großen Wandel vollziehen. Das Stedelijk etwa wurde 2006 in eine Stiftung überführt, wodurch sich die Finanzierung des Hauses radikal verändert hat. Das war – auch historisch gesehen – ein großer Kulturwechsel hin und wieder zurück zu öffentlich-privaten Trägerschaften der Kultur, ein oft emotional besetzter, viel diskutierter Prozess. Die Schweizer Institutionen sind zum Großteil privat finanziert, mit einem langsam wachsenden Anteil öffentlicher Subvention. Nach jahrelanger…

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