Ausstellungen: Berlin · von Thomas Wulffen · S. 260
Ausstellungen: Berlin , 2003

THOMAS WULFFEN

Berlin – Moskau / Moskau – Berlin

1950 – 2000 – von heute aus

Martin-Gropius-Bau, Berlin, 28.9.2003 – 5.1.2004

Wer sich einem Vergleich zu stellen hat, steht von vornherein auf schwachen Füßen. Wenn das für die offizielle Ausstellung der Berliner Festspiele gilt, dann ist zumindest die doppelte Aufmerksamkeit gesichert. Die Pressekonferenz war bis auf den letzten Platz besetzt. Das Vorbild nannte sich ,Berlin-Moskau/Moskau-Berlin‘ und war 1995 im Martin-Gropius-Bau zu sehen als eine Ausstellung der Berlinischen Galerie, Museum für Moderne Kunst, Photographie und Architektur unter Jörn Merkert in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Puschkin-Museum unter Irina Antonova. Die zeitliche Einschränkung auf die Jahre 1900 bis 1950 liess schon damals eine Fortsetzung in die Gegenwart andenken. Und diese Fortsetzung findet jetzt in den gleichen Räumlichkeiten statt, unter anderer politischer Leitung, in einem anderen historischen Kontext und einem neuen kuratorischen Team. Beide Ausstellungen haben als großes Vorbild jene Übersichtsausstellungen von Pontus Hulten vor sich, in denen er auf einer kulturhistorischen Schienen zwei Städte und deren Kulturen zueinander brachte. Schon im Jahre 1995 schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung zum Ausstellungsprojekt: „Die Berliner Mammut-Ausstellung hat in ihrer Fixierung auf die beiden Städte Berlin und Moskau, vor allem aber durch die für niemanden mehr rezipierbare Materialfülle (2000 Exponate, 700 Katalogseiten) die Chance verpasst, differenziert die widersprüchlichen Verbindungen und gegenseitigen Beeinflussungen aufzuarbeiten.“ Dergleichen Kritiken mit ähnlichem Tenor kann man heute wieder lesen.

Diesmal aber gibt man sich bescheidener. Statt der zweitausend Exponate hat der Besucher diesmal nur 500 Werke von 180 Künstlern vor sich. Das kommt der Zugänglichkeit zugute und ist…

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