Titel: 53. Biennale Venedig , 2009

53. BIENNALE VENEDIG: Länderpavillons

Brasilien: Luiz Braga, Delson Uchôa

Kurator: Ivo Mesquita / Ort: Giardini

Luiz Braga, Delson Uchôa

„Brasiliens Auftritt auf der Biennale von Venedig stellt einen kulturellen Spiegel des Landes dar und sollte als nationaler Aktivposten begriffen werden“, schreibt Sergio Mamberti, Präsident der Nationalen Kunststiftung Funarte, im Vorwort des kleinen Begleitheftchens zur Ausstellung. Also ein Auftritt ganz im Sinne des traditionellen Verständnisses der Biennale-Pavillons als Orte nationaler Leistungsschau in Sachen bildender Kunst. Zeigen, was man hat, zeigen, wer man ist. Unter diesen Vorzeichen hatte der Biennalen-erfahrene Kurator Ivo Mesquita die Schau zu gestalten. Er entschied sich für ein klares Prinzip: Zwei Räume, zwei Künstler, zwei Medien. Ausgewählt hat er Künstler aus der nördlichsten Region Brasiliens: den Fotografen Luiz Braga und den Maler Delson Uchôa.
Der erste Raum des Pavillons ist den Farbfotografien von Luiz Braga gewidmet. Seit vielen Jahren fotografiert Braga alltägliche Situationen in seiner Heimatregion Belém am Rande des Amazonasgebiets: Einen Ballonverkäufer, einen Jungen mit Hund am Fluss, einen Fischmarkt, ein Fenster am Guamá Fluss, eine „Patchouli Nanny“ oder Porto Grande bei Nacht. In seinen opulenten, vibrierenden und oft verwischten Fotografien erfasst Braga das tropische Lebensgefühl und lässt gelebte Momente zu sinnlichen Farbräuschen voller Vitalität und Lebensfreude gerinnen. Im zweiten Raum dann die Gemälde von Delson Uchôa: Großformatige, abstrakte Bilder, die aus der Fernsicht wie gewebte Teppiche wirken. Die in leuchtenden, oft grellen Farben gehaltenen Gemälde bestehen aus einer Vielzahl fein übereinander gelegter Farbschichten, Collagen und im Abziehverfahren aufgebrachten Pigmenten. Es sind Bildgewebe in der Tradition konstruktivistisch-konkreter Malerei, inspiriert von textiler…

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von Susanne Boecker

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