Ausstellungen: Wien , 2010

Ursula Maria Probst

Brigitte Kowanz

»Now I See«

MUMOK, Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, 25.6. – 3.10.2010

Das Betreten der Ausstellungsebene 4 direkt am Eingang des Mumok versetzt uns in eine außergewöhnliche visuelle und körperliche Erfahrung. Der gesamte Raum von 450 Quadratmetern wurde von Brigitte Kowanz anlässlich ihrer Retrospektive „Now I see“ in eine betretbare Spiegelkubatur transformiert, die als „Spiegelsaal“ weitere Spiegelobjekte und Leuchtschriften enthält. Das wechselseitige Bespiegeln der Motive bewirkt eine Auflösung klarer, materieller und visueller Referenzen in der räumlichen, installativen Inszenierung. Die Lichtspuren reflektieren in unendlichen Widerspiegelungen, reißen visuelle Abgründe auf. Wörter wie „Complexity“, „Aura“, „Moments“, „Simultaneous“ oder „Extension“ tauchen auf und imaginieren gleichzeitig eine Dynamik und Instabilität. Licht ist das Medium in den Objekten und Installationen von Brigitte Kowanz, Licht ist ihr wiederkehrendes Motiv. Die Sprache des Lichts ist ihre Kunst. Nach ihren Teilnahmen an den Biennalen von Venedig, Sao Paolo und Sydney zählt Brigitte Kowanz zu jenen gefragten KünstlerInnen deren Interventionen interdisziplinäre, architektonische und urbane Felder umspannen.

In ihrer Retrospektive „Now I See“ fasst Brigitte Kowanz Installationen zu Werkgruppen zusammen und bildet dadurch komplexe Lichträume aus. Eine spezielle Erfahrung von Birgitte Kowanz Kunst ist, Architektur und Raum unter der Perspektive von Licht zu sehen. Damit ist es ihr gelungen, die Lichtkunst aus der Zweidimensionalität zu lösen und in die Dreidimensionalität des Raumes, der Objektkunst, Installation und Architektur überzuleiten. Während Lichtkünstler wie James Turrell Bildräume erzeugen und mit dem Illusionismus der Fläche arbeiten, gestaltet Brigitte Kowanz Licht dreidimensional skulptural, agiert als Lichtkünstlerin des Raumes und der Architektur. Die raumverändernde Aktivität des…

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von Ursula Maria Probst

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