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Titel: Outside USA · S. 299 - 305
Titel: Outside USA , 1991

Cartoon-Landschaft USA

Von Paolo Bianchi und Jürg Spahr
Mit sieben Kurzporträts von:

Charles Addams

Eldon Dedini

David Levine

Lou Myers

Arnold Roth

Otto Soglow

Saul Steinberg

Im Katalog-Buch „High & Low. Moderne Kunst und Trivialkultur“ (1990) zur gleichnamigen Ausstellung im Museum of Modern Art in New York wird das Kapitel „Karikatur“ mit folgenden beiden Sätzen eingeleitet: „Die moderne Kunst ist mit fratzenhaften Gesichtern bevölkert. Frauen mit beiden Augen auf einer Gesichtshälfte, Männer mit Ohren dort, wo ihr Mund sein sollte, ganz normale Familien mit den Augen von Nagetieren und den Schädeln von Affen: Ein durcheinandergewürfeltes Gesicht ist das Erkennungsmerkmal der modernen Kunst, so wie der wohlgestaltete Akt für die Antike steht oder das perspektivisch verkürzte Schachbrettmuster für die Renaissance“ (S. 75). Wenn hier die Richtungen der modernen Kunst, vom Expressionismus bis zur Pop Art, als Karikatur bezeichnete werden, dann gibt es auch andere Stimmen, wie etwa diejenige Werner Hoffmanns, der für eine relativ enge Fassung des Begriffs plädiert, indem er der Karikatur als eigenständigem kunstgeschichtlichen Zeitraum das 16. bis frühe 20. Jahrhundert einräumt. Unterdessen ist mit dem angelsächsischen „Cartoon“ zur europäischen Karikatur ein weiterer Begriff hinzugekommen, der oft als Synonym für Karikatur gebraucht wird. Das Wort „Cartoon“ wurde 1865 anlässlich einer Karikaturenausstellung des Magazins „Punch“ als neuer Begriff für die weniger künstlerisch als vielmehr didaktisch orientierte Karikatur erfunden. Heute umfasst er in den USA jede Art von Witzzeichnung, sogar den Zeichentrickfilm („animated cartoon“). Gerade das Medium des (Zeichentrick-)Films war es denn auch, der den Comic- und Cartoon-Figuren Leben einhauchte und, nicht zuletzt dank dem Fernsehen, der Karikatur und dem…

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