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Ausstellungen: Köln · S. 370 - 370
Ausstellungen: Köln , 1991

Berit Hempel
Claude Viallat

Galerie Wentzel, Köln, 19.3. – 20.4.1991

1966 entschied sich Claude Viallat in seiner Malerei für ein einziges Zeichen. So ein Willensakt stellt in seiner Konsequenz eine Einschränkung dar, die aber andererseits gleichzeitig neu dazu zwingt, innerhalb der oktroyierten Nische Variationsmöglichkeiten zu finden – Vielfalt durch Reduktion also. Die Farbe, ihr Auftrag, und der Bildträger, gewinnen so besonders an Bedeutung und erzählen auf ihre Art. Ab 1969 schloß sich Viallat in diesem Sinne mit anderen Künstlern wie Daniel Dezeuse, Patrick Saytor und André Valensi zusammen und organisierte bis 1971 mehrere Ausstellungen über „Supports-Surfaces“ (Bildträger-Bildflächen). In den 70er Jahren geraten die riesigen farbigen Leinwände von Viallat in großen Hallen zu eindrucksvollen Gesamtkunstwerken. Lange Stoffbahnen hängen oder liegen auf dem Boden und schaffen eine ganz neue Situation.

Der Franzose wählte vor fast 30 Jahren eine Rechteckform aus, die in ihren Konturen weich und nachgiebig scheint – Abstraktion und gleichzeitig Vereinfachung einer harten geometrischen Form. Dieses Signet setzt Viallat – ähnlich Warhols Dollar-Zeichen – immer wieder in scheinbar endloser Reihung nebeneinander. Die Ordnung ist lose oder nachlässig, manche Formen sind nur angeschnitten, ausgemalt sind sie nur stellenweise und unsauber. Jede Figur ist so trotz der seriellen Anordnung einmalig.

Eine farbige Umrandung – sei es durch aufgetragene Farbe oder den Untergrund selber – wiegt sie in einer eigentümlichen Aura, so als würden sie schweben. Dabei befinden sich die Rechtecke auf einer farbigen Grundlage, die Viallat nicht näher definiert. Das malerische Element ist für den Künstler wichtig, der Bezug, den die einzelnen Elemente (wie Kolorit und…


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