Ausstellungen: Wien · von Franz Thalmair · S. 352
Ausstellungen: Wien , 2012

Franz Thalmair

Cut-ups, Cut-ins, Cut-outs

»Die Kunst des William S. Burroughs«

Kunsthalle Wien, 15.6. – 21.10.2012

Man macht einen Schritt voran, indem man alte Panzerungen ablegt, denn die Worte sind uns eingegeben – sie sind in die ’soft machine‘ unseres Leibes eingeschrieben“, behauptete der heute immer noch einflussreiche Literat und Universalkünstler William S. Burroughs in einem Interview mit seinen Zeitgenossen Gregory Corso und Allen Ginsberg in den frühen 1960er-Jahren: „Man ist sich des Panzers aus Worten, den man trägt, nicht bewusst; wenn man zum Beispiel diese Seite liest, dann wandern die Augen unwillkürlich von links nach rechts, sie folgen den Worten, so sind wir es gewöhnt.“ Burroughs künstlerische Methoden, geläufige Wortfolgen und Ausdrucksformen zu unterwandern, sich in unterschiedlichsten Medien von den ihnen je eigenen Mustern zu lösen und durch die erweiterte Wahrnehmung von Sprache auch eine erweiterte Wahrnehmung der Welt zu bewirken, stehen im Fokus der Ausstellung „Cut-ups, Cut-ins, Cut-outs“ in der Kunsthalle Wien. Zentral in der von Colin Fallows und Synne Genzmer kuratierten Schau, die neben bekannteren Text- und Bildcollagen, auch Fotografien, Audio- und Filmmaterial sowie abstrakte Malerei zeigt, ist die Cut-up-Technik. Selbst wenn der Künstler diese Methode zwar nicht entdeckt haben mag, sondern diese auf seinen Wegbegleiter Brion Gysin zurückzuführen ist (Gysin durchtrennte 1959 im Pariser Beat Hotel beim Schneiden von Passepartouts die Seiten von Zeitungspapier und stieß durch Zufall auf die Möglichkeit, bestehende (Text-)Materialien neu zu arrangieren), so hat Burroughs das Cut-up jedoch über mehrere Jahrzehnte hinweg sowohl in Literatur als auch in bildender Kunst, Sound und Film kultiviert.

Der Satz „RUB…

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