Ausstellungen: Frankfurt a.M. , 1993

Sigrid Feeser

Dan Flavin

»Lichträume (innerhalb und außerhalb)«

Städtische Galerie im Städel, Frankfurt am Main,25.2. – 22.8.1993

Großer Auftritt für Dan Flavin im Frankfurter Städel. „Das Licht ist ein guter Ort, um als Künstler zu existieren“, sagt der heute sechzigjährige Amerikaner, Licht gleich Farbe, Farbe gleich Licht. Flavins Minimalimus kommt ohne Betriebsgeheimnisse aus: genormte Leuchtstoffröhren, Standardfarben, wie sie der Handel bereithält. Den Strom liefert die Steckdose.

Seit 1963, als er in einer im Winkel von 45 Grad an der Atelierwand angebrachten goldfarbenen Röhre seine „Dialoge der persönlichen Exstase“ entdeckte, arbeitet Flavin mit fluoreszierendem Licht. Wiederholt hat er darauf hingewiesen, daß sein Werk seither keine eigentliche Entwicklung mehr kennt. Und auch keine Nachbarschaften: „Bevor ich es vergesse“, schreibt er 1967, „bitte nennen Sie meine Arbeit nicht Skulptur und mich nicht Bildhauer.“

Daran sollte der Besucher der beiden Frankfurter Lichträume denken. Die Arbeiten passen sich ohne Wenn und Aber der nicht unproblematischen Peichl-Architektur an, ihre skulpturale Qualität geht gegen Null. Überspitzt könnte man sagen, daß Flavins Licht zugunsten von Peichls Architektur leuchtet.

Zunächst wird die torartige Eingangssituation mit Bündeln von roten und blauen Leuchtröhren beidseitig umspielt, der fensterlose Raum dahinter ist als Projektionsfläche genutzt und bleibt leer.

Im großen Ausstellungsraum wurden die Neonröhren in raumhohen Blöcken zwischen den den drei hohen, vertikalen Fenstern vorgelagerten Doppelsäulen bzw. zwischen Einzelsäulen und Wand so installiert, daß das rosafarbene, gelbe, blaue und grüne Licht nach beiden Seiten abstrahlen kann, so drinnen und draußen, das natürliche und das künstliche Licht, verbindend.

Der auf das kräftige Farbbad des Eingangsbereichs Eingestimmte sieht sich enttäuscht. Das Licht steht still,…

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von Sigrid Feeser

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