Ausstellungen: Düsseldorf , 2003

STEFAN RÖMER

Dan Graham – Werke 1965-2000

Kunsthalle Düsseldorf, 13.10.2002 – 5.1.2003

Wenn es einen Künstler gibt, der die Klaviatur postmodernistischer und postavantgardistischer Ansätze rauf und runter gespielt hat, dann Dan Graham – manchmal diskursiv, manchmal affektiert, aber immer mit bis zum Anschlag aufgedrehtem Lautstärkeregler. Klingt dies auch mehr nach einem Rockmusiker, so kann man sich bei all den unterschiedlichen, von Graham benutzten Codes, Genres und Verfahrensweisen einschließlich ihrer jeweiligen Publikationsformen vorstellen, dass er sich immer eins sehnlichst gewünscht hat: auf der Bühne zu stehen und von dort einem großen Publikum jedes seiner wohlüberlegt schnoddrig zelebrierten Worte und Gesten entgegenzuschleudern, die von diesem dann gierig aufgesaugt werden.

Nur vor diesem Vorhang lässt sich die laute Differenz der beiden Phasen seiner Produktion verstehen, in die die beiden Kuratorinnen Corinne Diserens und Marianne Brouwer die Ausstellung „Dan Graham – Werke 1965-2000“ historisch unterteilen: von Mitte der 1960er bis Mitte der 70er Jahre die Fotoessays, Zeitschriftenanzeigen und Performances, über die Kinotheorien und -modelle bis zu den Spiegelräumen; während die zweite Phase mehr Filme, Architekturmodelle und Glaspavillons hervorbrachte.

Über Grahams Affinität zur amerikanischen Populärkultur wurde bereits viel geschrieben; in der Düsseldorfer Kunsthalle ist nun zu erleben, wie er sein großes Spektrum künstlerischer Arbeiten entwickelte: die als „Figurative“ betitelten untereinander gereihten Dollarpreise auf Kassenbons (1965), die von ihm als figurative Zeichnungen deklariert in Zeitschriften erscheinen sollten; die als Umfragen gedachten Zeitschriftanzeigen wie „Detumescence“ (1966), in der er die als unromantisch geltenden Post-Klimaxerfahrungen bei Männern statistisch untersuchen lassen wollte (allerdings keine Zuschriften bekam); Architekturmodelle und den Glaspavillon „Girl’s Make-up Room“ (1998-2000)…

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von Stefan Römer

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