Magazin: Symposien & Kongresse · von Ursula Maria Probst · S. 468
Magazin: Symposien & Kongresse , 2001

Ursula Maria Probst

Das diskursive Museum

MAK-Symposium, 27. März – 20. Mai 2001

Über die prekäre Situation der Museen wird derzeit in den leergefegten Ausstellungshallen des Museums für angewandte Kunst in Wien intensiv nachgedacht. Die Diskussion über die Zukunft der Museen ist durch den existenzbedrohenden Ausfall staatlicher Subventionen in Österreich aktueller denn je. Auf drastische Budgetkürzungen reagiert MAK-Direktor Peter Noever seit Anfang Februar 2001 mit einer viermonatigen Ausstellungspause. Der Sparkurs der österreichischen Regierung ließ auch Lorand Hegyi das Handtuch werfen. Er steht für den Direktorsposten des Museums für Moderne Kunst ab 2002 nicht mehr zur Verfügung.

Die Umstellung der österreichischen Bundesmuseen von der Teilrechtsfähigkeit auf die Vollrechtsfähigkeit wissenschaftlicher Anstalten scheint in ein Fiasko zu münden. Läuft der Bildungsauftrag der Kunst Gefahr, durch Quotendruck in eine Eventkultur abzugleiten? Abgesehen von der bisher nicht gerade Kunst fördernden finanzpolitischen und steuerlichen Situation in Österreich mangelt es auch an einer Infrastruktur für Sponsoren. Droht ein Gesinnungswandel nach dem ernüchternden Vorbild der USA, wo die im Museum befindlichen Objekte in erster Linie als Vermögenswerte angesehen und bei Bedarf veräußert werden?

Interessant ist der Ort des Symposiums vor allem deswegen, weil das MAK aufgrund seiner Struktur eine spezielle Funktion einnimmt. Gegründet wurde das Museum für angewandte Kunst als k.u.k. Österreichisches Museum für Kunst und Industrie im Jahre 1864. Als Kunstgewerbemuseum entstand es aus einem theoretischen Museumskonzept und unterscheidet sich dadurch von Kunstmuseen des 19. Jahrhunderts, die als ‚Heilige Tempel hoher Kunst‘ auf adeligen und kirchlichen Besitztümern gründeten. Nach einem Ausweg aus der programmatischen Musealisierung angewandter Kunst suchte das MAK von 1986-1996…

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