Gespräche mit Galeristen · von Heinz-Norbert Jocks · S. 419
Gespräche mit Galeristen , 1996

»Daß Kunst und Leben verschmelzen, daran halte ich fest«

HEINZ-NORBERT JOCKS SPRACH MIT HANS STRELOW ANLÄSSLICH SEINES 25JÄHRIGEN GALERIE-JUBILÄUMS

Hans Strelow, 1940 geboren, von 1968 bis 1971 als Kunstkritiker der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ in New York tätig, wechselte 1971 auf die Seite der Galeristen. Seine Erfahrungen mit amerikanischer Kunst trug er zunächst in die „Prospect“-Ausstellungen in der Kunsthalle Düsseldorf zwischen 1967 und 1971, bis er seine Kontakte zu Künstlern als Galerist spielen ließ. Erstmals in einer deutschen Galerie zeigte er Künstler wie Frank Stella, David Smith, Willem de Kooning und Adolph Gottlieb. Seit 1981 präsentiert er immer wieder Emil Schumacher. Er versteht sich vor allem als Vermittler ungegenständlicher Malerei. Mit ihm sprach Heinz-Norbert Jocks.

*

H.-N. J.: Auf Kunst bezogen, welches Urereignis fällt Ihnen ein?

H. S.: Das erste, was ich sah, waren die Kunstbücher meiner Eltern mit Abbildungen von van Gogh, Renoir und anderen Impressionisten. Nach dem Krieg besuchte ich mit meinem Vater Ausstellungen in Düsseldorf, Köln und Essen. Ich habe diese Kunstszene wiedererstehen sehen, doch muß deswegen keiner Galerist werden.

Was haben die genannten Maler mit Ihnen gemacht? Ein Renoir bestärkt vermutlich den Wunsch nach größerer Gelassenheit und heiterer Welterfahrung. So eine Wunschdimension, die ein Bild bejahen oder verneinen läßt, spielt da mit hinein?

Ja, das ist wohl wahr. Im Kölner Wallraf-Richartz-Museum zieht es mich unweigerlich zu diesem sehr bekannten Bild des Ehepaars Sisley, im Garten stehend. Maler aus Frankreich haben mein Weltbild mitgeprägt. Um Bilder zu sehen, mußte man nach Paris fahren, insofern war meine Frankophilie eine Notwendigkeit. Dieser Drang dahin hat mein…

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