Magazin: Museen & Institutionen , 1997

Heinz Schütz

Der Monolith

Bregenz setzt mit seinem Kunsthaus-Neubau – ein Zeichen – welches?

Mit einer „Einleuchtung“ von James Turrell wurde Ende Juli das Kunsthaus Bregenz eröffnet. Es handelt sich um den ersten größeren Neubau für zeitgenössische Kunst in Österreich seit dem Bau der Wiener Secession vor einhundert Jahren. Mit dem Kunsthaus schafft sich die Festspielstadt neben der Bodenseebühne eine weitere kulturelle Attraktion. Damit knüpft sie an dem Band, das in Österreich Kultur- und Tourismusindustrie besonders eng verbindet. Doch hieße es das äußerst engagierte Anliegen des Kunsthauses zu verkennen, reduzierte man es auf das Interesse an Spekulation.

Das für das Kunsthaus entworfene Konzept zielt auf Internationalität und greift eine in den letzten eineinhalb Jahrzehnten besonders hervortretende Kunsttendenz auf: das Verhältnis von Kunst und Architektur / Design. Die Auseinandersetzung mit diesem Verhältnis bildet den Schwerpunkt des Programms. Ihm soll nicht nur in Ausstellungen Rechnung getragen werden, sondern auch in einer entsprechenden Forschungs- und Publikationstätigkeit. Neben Katalogen und Werkverzeichnissen werden drei Publikationsreihen angelegt: „Werkdokumente archiv-kunst-architektur“, „Kunst und Architektur im Gespräch“ und „Texte“. Darüber hinaus wird ein Archiv aufgebaut, das dem Thema Kunst und Architektur gewidmet ist. Eine eigene Edition von Gebrauchsgegenständen, die von KünstlerInnen in Zusammenarbeit mit der einheimischen Industrie designt werden, bedient den Museumsshop und den Fachhandel.

Das Programm des Kunsthauses zielt auf die Verbindung von Kunst und Architektur/Design. Die von Peter Zumthor entworfenen Gebäude setzen auf die Trennung von funktionalen Nichtmuseums- und reinen Ausstellungsräumen. Das heißt, Verwaltung, Café und Museumsshop sind in einem eigenständigen Gebäude untergebracht. Der Platz für die Kunst ist im Foyer und…

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von Heinz Schütz

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