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Titel: Afrika - Iwalewa · von Al Imfeld · S. 110 - 115
Titel: Afrika - Iwalewa , 1993

Der Wandel der Kunst seit der Unabhängigkeit

Im Aufsatz „Kunst im Senegal seit der Unabhängigkeit“ von Friedrich Axt ist zu erfahren, dass die moderne Kunst im Senegal erst nach der Unabhängigkeit entstanden sei. Dennoch habe die Kolonialzeit Grundlagen geschaffen. Bei Axt lässt sich nachlesen: Die Küsten des Senegal wurden vom 15. Jahrhundert ab durch Portugiesen und Franzosen den Europäern erschlossen. Die Inbesitznahme des Inneren begann um die Mitte des 19. Jahrhunderts. 1960 erlangte der Staat seine Unabhängigkeit. Der Gründer der jungen Republik und ihr erster Präsident, der Dichter und Politiker Léopold Sédar Senghor, schickte sich bereits 1960 an, eine negro-afrikanische Kunst zu definieren. In seiner Philosophie der Négritude formulierte er eine Neubewertung und Anerkennung der schwarzen Rasse und der „afrikanischen Seele“, eine Rückbesinnung auf die vorkoloniale Geschichte, auf die schwarzafrikanischen Traditionen, und grenzte sich scharf gegen einen abendländischen Rationalismus, Individualismus und Materialismus ab. Von traditioneller afrikanischer Kunstausübung waren im Senegal allenfalls Spuren vorhanden. Im Süden existierten Reste der Statuen- und Maskenkultur. Die Steinbildhauerei war ausgestorben. Der weitgehend islamisierte nördliche Teil der Republik hatte Riten und Texte der islamischen Religion assimiliert, aber von den künstlerischen Möglichkeiten der damit verbundenen Kultur keinen Gebrauch gemacht. Jedes traditionelle Kunstschaffen war verblüht. Ein neues war zu initiieren und zu entwickeln. Um dieses revolutionäre Unterfangen voll zu verstehen, hat Axt in seinem lesenswerten Artikel die durch das Implantat des Kolonialismus entstandenen Gegensätze und Gegenläufigkeiten wie folgt zusammengestellt:

Wandel der Form: . Die traditionellen Materialien Holz und Stein werden zugunsten von Farbunterlage und Farbe verlassen. . Die Dreidimensionalität des…

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