Titel: Herrschaften des Sammelns · von Heinz-Norbert Jocks · S. 120
Titel: Herrschaften des Sammelns , 2014

Rüdiger K. Weng

Die arabische und die amerikanische Welt

Der in Krefeld geborene Sammler, zunächst im Bank- und Börsengeschäft tätig, dann mit der CLASSIC EFFECTEN GMBH Händler und Auktionator für Autographen und Finanzdokumente, gründete 1994 die Kunsthandelsfirma Rüdiger K. Weng, aus der 2004 die Weng Fine Art AG entstanden ist. Die WFA AG wagte sich 2012 als erstes europäisches Kunsthandelsunternehmen an die Börse.

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Heinz-Norbert Jocks: Wie und womit haben Sie zu sammeln angefangen?

Rüdiger K. Weng: Wie bei vielen Jungen in den 60er-Jahren waren Briefmarken meine erste Sammelleidenschaft. Mein Vater hatte eine Briefmarkensammlung und führte mich heran, bis ich mich ebenfalls dafür begeisterte. Zunächst deutsche Briefmarken. Je mehr ich diese mithilfe von Tauschaktionen ausbaute, umso stärker wurde das Sammelfieber. Ich wollte immer mehr und vor allem eine möglichst komplette Sammlung haben. War ein Bereich abgeschlossen, suchte ich nach Neuem.

Was hat es mit dieser Komplettierungssucht auf sich?

Bezogen auf Briefmarken, war das eine von außen an einen herangetragene Forderung. Eine Sammlung musste vollständig sein, keine Nummer durfte fehlen. Es gab Kataloge zum Abhaken. Das Sammeln als Besitzwunsch übte auf mich eine so starke Faszination aus, dass ich fast alles während meiner Schulzeit nebenbei durch Zeitungaustragen und Würstchenverkaufen verdiente Geld in den Ausbau meiner Briefmarkensammlung investierte. Sammeln hatte auch etwas von Wettbewerb, und den habe ich stets gesucht. Ich wollte der Erste sein, der etwas komplettiert hat, und zudem die schöneren oder selteneren Exemplare besitzen. Später veränderte sich der Blickwinkel. Da wollte ich vor allem historisch wichtige Dokumente sammeln, unter anderem Autographen, also Schriftstücke herausragender Persönlichkeiten. Und…

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