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Magazin: Symposien & Kongresse · von Fabian Stech · S. 484 - 485
Magazin: Symposien & Kongresse , 1999

Fabian Stech
Die Wirklichkeit der ästhetischen Wahrnehmung

Im Sprengel Museum Hannover fand vom 13. bis 16. Mai der große jährliche Kongress der deutschen Gesellschaft für Ästhetik statt. Die Gesellschaft für Ästhetik, in der sich die jüngere Generation der Kunsttheoretiker versammelt hat, stellte ihn in diesem Jahr unter den Titel „Die Wirklichkeit der ästhetischen „Wahrnehmung“. An den vier Tagen konnte man zwischen über 25 parallel ablaufenden Vorträgen und 10 begleitenden Workshops auswählen. Die internationale Beteiligung beschränkte sich auf amerikanische und osteuropäische Wissenschaftler und markierte somit gleichzeitig die Distanz zu einer Ästhetik, die vorwiegend von französischen Theoretikern beeinflusst war. Virilios „Dromologie“ hat sich scheinbar totgelaufen, und Baudrillards Simulationen kamen nur in einem Vortag von Wulf Noll vor, der sie in einem Vergleich aber zugunsten von Vilém Flusser als steif und ideologisch kennzeichnete. Die allgemeine Unsicherheit, was ästhetische Wahrnehmung überhaupt bedeutet, nahm der Präsident der deutschen Gesellschaft für Ästhetik, Martin Seel, zum Anlass für eine klar strukturierte Einleitung.

Er bestimmte die ästhetische Wahrnehmung als Heraustreten aus der funktionellen Wahrnehmung. Sie lässt sich als Verhaltensweise unter drei Fragestellungen ordnen. 1. Die Frage nach der Verfassung und Stellung und dem Verlauf und der Geschichte dieser Verhaltensweise. 2. Die Frage nach der Verfassung ihrer Gegenstände. 3. Die Frage nach der Art von Wirklichkeit im Vollzug der ästhetischen Wahrnehmung und ihrer Differenz zu den übrigen Wirklichkeiten. Aus den drei Fragestellungen resultieren nach Martin Seel drei Formen von Ästhetik: a. Die Ästhetik des Seins. b. Die Ästhetik des Scheins c. Die Ästhetik des Erscheinens. In der Ästhetik des Seins werden…


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