Ausstellungen: Freiburg · von Hans-Jürgen Hafner · S. 390
Ausstellungen: Freiburg , 2002

HANS-JÜRGEN HAFNER

Dirk Skreber

Kunstverein Freiburg, 1.3. – 14.4.2002

Kurz nach der Katastrophe. Zwei stark deformierte Auto-Knäuel haben sich jeweils um einen Lichtmasten gewickelt, erinnern – recht lapidar mit raschen Pinselstrichen, roh modellierter Farbe ausgeführt – gerade noch an den Wagentyp: etwas aus der Bildmitte, dazu nach hinten verschoben ein weißlich lindgrüner Käfer, und – mit offen stehendem Kofferraum – irgend ein „Japaner“, wohl aus den 80er Jahren, kantig, petrolfarben. Zwischen den beiden Unfallwagen vermitteln schnelle grauschwarze Striche, verschmutzen und dynamisieren gleichzeitig die kompakte Straßenfläche. Die Tristesse-Kulisse für diese Szenerie entzieht sich allerdings einer präzisen Bestimmbarkeit; sie wirkt gleichförmig-banal unter bleiernem Himmel, existiert eher als Andeutung, Stimmung denn als klar lesbare Situation.

„it rocks us so hard, ho, ho, ho“ ist schnoddrig-ironischer Titel des Querformats, unterstreicht kokett das anekdotische Potential, die Einladung zur Narration dieser aktuellen, sogar noch frisch-feuchten Malereiproduktion von Dirk Skreber (Jg. 1961). Mit der Verführung per Erzählung, mit spielerischer Andeutung von Geschichten spielt der Maler seit jeher. Er ist ein Meister des Suspense, versteckte drohendes Unheil in Bildern nach (Vor-)Bildern, Klischees: in leckeren Lokomotiv-Malerein oder den irgendwie gleichgewichtsgestörten Vorstadtidyllen zwischen Wohnsilo und Einfamilienhaus. Die Ahnung des Schrecklichen, unbehagliche Erinnerungen dramatisieren noch die neuen irritierenden Häuseransichten und Architekturpanoramen, etwa der Flachdachschichtung mit umgrüntem Pool in „o. T., (Hannelore Allein Zu Haus)“, (2001) aus der Vogelperspektive oder dem malerisch extrem verdichteten „o. T., (Beyond Taxes)“, (1999).

Mittlerweile wird die Katastrophe explizit: im Bild vom Verkehrsunfall auf die Leinwand gebracht, beispielsweise auch in großformatig in Szene gesetzten Überschwemmungen („o. T.“, 2000) thematisiert.

Dann ist Skreber also…

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