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Biennalen: documenta · von Dirk Schwarze · S. 454 - 454
Biennalen: documenta , 2002

Dirk Schwarze
DOCUMENTA

Eine Ausstellung erobert die Stadt

Wenn im Sommer die Kunstwelt auf die Documenta 11 in Kassel (8. Juni bis 15. September) blickt, wird vieles anders sein als bei allen vorangegangenen Ausstellungen. Der wichtigste Paradigmenwechsel hat sich in der Blickrichtung vollzogen: Erstmals wurde das Konzept nicht aus europäischer, sondern aus globaler Sicht – mit einem starken außereuropäischen Anteil – entwickelt. Der aus Nigeria stammende und in New York lebende künstlerische Leiter der Documenta 11, Okwui Enwezor, hat zudem die Ausstellungsplanung in einen mehr als einjährigen Diskurs über die politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Rahmenbedingungen (Plattformen 1-4 in Wien/Berlin, Neu-Delhi, St. Lucia und Lagos) eingebettet. Dahinter steht der Versuch, den von Catherine David eingeschlagenen Weg, die Kunst als einen Teil des politisch-kulturellen Prozesses vorzustellen, noch konsequenter fortzusetzen.

Aber auch die Ausstellungsplanung vor Ort folgt eigenen Gesetzen. Erstmals wird nämlich das Museum Fridericianum mit seinen über 3000 Quadratmetern Fläche nicht der größte Ausstellungsort sein. Das Fridericianum als Stammhaus der documenta ist zwar wieder zentraler Ort. Doch durch die Entscheidung, die leer stehenden Räume einer Brauerei am Kasseler Hafen einzubeziehen, wird ein Ort mit rund 6000 Quadratmeter Fläche hinzu gewonnen und so ein neues Schwergewicht der Documenta 11 am Rand der Innenstadt gebildet. Rund 40 Prozent der Arbeiten werden dort zu sehen sein. Erstmals verlässt damit die Ausstellung das Zentrum der Stadt und wird nun auch in Kassel ein Industriestandort in einen Kunstort verwandelt. Finanziell möglich wird diese räumliche Ausweitung dadurch, dass die Eigentümer des Geländes, die Binding-Brauerei, als Sponsor der Documenta 11 auftritt und…


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