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Gespräche mit Kunstvermittlern · von Holger Weh · S. 426 - 428
Gespräche mit Kunstvermittlern , 1994

Dokumentationsästhetik

Holger Weh sprach mit Ute Meta Bauer, seit 1990 künstlerische Leiterin des Künstlerhauses Stuttgart

H. W.: Als das Künstlerhaus 1978 durch eine Künstlerinitiative gegründet wurde, stand die kollektive Nutzung von Werkstätten im Vordergrund. Heute ist das Haus technisch hervorragend ausgestattet, doch mittlerweile steht „Software“, sprich die Kommunikation im Kunstsystem im Vordergrund. Wie kommt es zu diesem Interesse am informellen Bereich?

U.M. B.: Der Inhalt und die Struktur des Hauses wurden bestimmt von den Bedürfnissen der Leute, die es gegründet haben. Das hieß zu allererst Produktionsmittel: Videobereich, Ton- und Filmstudio usw. Im Laufe der Jahre hat sich die Nutzerstruktur, z.B. durch das Nachrücken jüngerer Mitglieder, gewandelt. 1985 wurde das Haus dann in zwei Bereiche geteilt. In den programmatischen der Künstlerischen Leitung und in den produktionsorientierten der Werkstätten. Theorie hatte immer ihren festen Ort im Haus.

Das Stichwort „Software“ beziehe ich schon auf den von dir betreuten, künstlerischen Bereich. Eine Abfolge traditioneller (Einzel-)Ausstellungen gibt es dort nicht mehr. Wenn du Künstler einlädst, dann meist zu Vorträgen oder Diskussionsveranstaltungen. Von außen wahrgenommen wurden in den letzten Jahren besonders deine Symposien „A New Spirit In Curating?“ und „Radical Chic“. Beide waren schon vom Titel her sehr international angelegt – und bezogen sich wohl auch nicht mehr auf ein regionales Publikum vor Ort.

Die Ausrichtung des KH ist es, sich direkt an die Künstler vor Ort zu wenden und für diese ein Angebot zu liefern. Wir haben als subventionierter Betrieb die Mittel, um Leute von außerhalb hierherzuholen. Dialog ist ein zentraler Aspekt in der Auseinandersetzung mit Kunst. Kunst…

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