Ausstellungen: Krems · von Ursula Maria Probst · S. 406
Ausstellungen: Krems , 2008

Ursula Maria Probst

Duane Hanson: Sculptures of the American Dream

»Mr. America«

Kunsthalle Krems, 7.9.2008 – 1.3.2009

Sie nennen es den amerikanischen Weg – Du kannst alles werden, lautete ein Motto des Laissez-Faire-Kapitalismus, dessen Crash die neoliberalistische Weltordnung derzeit in eine Krise stürzt. Die etwa 30 hyperrealistischen Skulpturen und Figurengruppen des amerikanischen Bildhauers Duane Hanson (1925-1996) in der Kunsthalle Krems wie „Man on a Mower“ (1995), „Car Dealer“ (1992), „Old Lady in Folding Chair“ (1976) oder „Queenie II“ (1988) zeigen die vom System Benachteiligten oder Unterprivilegierten und damit die Kehrseite des „American Dream“. „Amerika ist weder Traum noch Wirklichkeit, es ist eine Hyperrealität“, schrieb der französische Philosoph Jean Baudrillard in seiner kulturkritischen Abhandlung „Amerika“ (1986). Die heute verstärkt spürbare Diskrepanz zwischen dem Mythos des amerikanischen Traums und der amerikanischen Realität wird im Hyperrealismus von Duane Hanson sichtbar, indem er sozialkritisch die Aufmerksamkeit darauf lenkt, wie sich kapitalistische Ideale in der Welt der Wirklichkeit darstellen.

In der Kunsthalle Krems werden radikale politische Frühwerke wie „Abortion“ (1965) oder „Trash“ (1967) mit welchen Duane Hanson für eine Legalisierung der Abtreibung eintrat und durch welche ihm der künstlerische Durchbruch gelang, seinen konsum- und kapitalismuskritischen Werken gegenübergestellt. Anders als die Maler des amerikanischen Fotorealismus wie Chuck Close oder Malcolm Morley hat Duane Hanson eine sozialkritische Leseart seiner Skulpturen nie zurückgewiesen, wählte den Hyperrealismus, um die Wahrnehmung von gesellschaftspolitischen Missständen zu thematisieren. Es ist der typische Amerikaner der Mittel- und Unterschicht, der Typ von nebenan, der zum Protagonisten von Duane Hansons Skulpturen und Figurengruppen „Medical Doctor“ (1992), „Car Dealer“ (1992),…

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