Gespräche mit Kunstvermittlern · von Susanne Boecker · S. 434
Gespräche mit Kunstvermittlern , 2002

Ein Kommentar zur postkolonialen Struktur des Kunstbetriebs

DIE 1. TIRANA-BIENNALE

SUSANNE BOECKER IM GESPRÄCH MIT EDI MUKA

Die Tirana-Biennale ist eine der jüngsten Biennalen im internationalen Biennale-Karussell und fand erstmals im September 2001 statt. Die Initiative konzentriert sich vor allem auf die ganz junge Kunstszene und will auch junge Kuratoren promoten. Anlass für den Einstieg ins „Biennale-Geschäft“ waren sehr positive Erfahrungen mit internationalen Ausstellungen in Tirana, die für viele der teilnehmenden Künstler eine enorme Bedeutung hatten. Aufgrund der gegebenen wirtschaftlichen Umstände war die Schau in Bezug auf ökonomische oder repräsentative Standards alles andere als prätentiös. Künstlerisch geleitet wurde die 1. Tirana-Biennale von Edi Muka, der als Kurator das internationale Ausstellungsprogramm der Nationalgalerie in Tirana betreut.

Positionierung auf der internationalen Landkarte

Susanne Boecker: Wer hatte die Idee, in Tirana eine Biennale zu veranstalten?

Edi Muka: Also, das war nicht allein meine Idee. Nachdem wir internationale Ausstellungen in Tirana veranstaltet hatten, kam die Idee auf, doch einmal eine größere Veranstaltung zu organisieren, um so Tirana auf der internationalen Landkarte der Kunst zu positionieren und auch in vielerlei anderer Hinsicht von so einem großen Event zu profitieren. Für ein solches Unternehmen brauchten wir natürlich Unterstützung, und zwar vor allem auf internationaler, nicht nur lokaler Ebene. Und die haben wir in der Person von Giancarlo Politi, Herausgeber der Kunstzeitschrift Flash Art, gefunden. Gemeinsam mit ihm und dem Bürgermeister von Tirana, Edi Rama, haben wir die Idee, doch in Tirana eine internationale Biennale zu organisieren, diskutiert.

Haben Sie dafür ein spezielles Konzept entwickelt?

Nein. Grundsätzlich hatten wir einen übergreifenden Titel für das Projekt:…

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