Monografie · von Jens Asthoff · S. 206
Monografie , 2014

Jens Asthoff

Ellen Gronemeyer

Lachen im Dunkel

Farbsetzungen, flackernd wie windgescheuchte Lichter, oszillierendes Bunt über einem scheinbar alles durchdringenden Dunkel: Das kleine Gemälde „Nie gewinnen“ (2004, Abb. nächste Seite) zeigte Ellen Gronemeyer Anfang 2005 bei ihrer Diplomausstellung an der HfbK Hamburg, dort hatte sie unter anderem bei Stephan Dillemuth und Werner Büttner studiert. Das Bild, eine Figurengruppe, ist charakteristisch für Gronemeyers Malerei aus dieser Zeit – und ist es für ihre Arbeit in gewisser Weise bis heute. Zwar hat sich ihr Werk seither thematisch und auch formal immer wieder verändert und erweitert, doch bestimmte Charakteristika und eine malerische Haltung ziehen sich durch. Etwa die pastose, stark materialbezogene Malweise, die Gronemeyer in der Folge zu oft äußerst feinteiligen oder krustig-opulenten Farbschichtungen ausdifferenziert hat. Auch die klassischen Genres wie Porträt und Figur stellen in ihrem Werk bis heute zentrale Bezugspunkte dar, die sie allerdings in einem stilistisch eigenwilligen Spektrum erschlossen und weiterentwickelt hat. In Gronemeyers Bildsprache lassen sich Anklänge an die Art brut ausmachen, man denkt vielleicht an Asger Jorn, auch an Jean Fautrier oder Dubuffet. Insgesamt bewegt sie sich zwischen einer mal expressiven, mal ans comichafte grenzenden Figuration, in der sich Fratzen und Figuren in fauvistischer Gemengelage tummeln. Auch die tendenzielle Auflösung von Figur in Farbraum, fragmentiertes Ornament und freie geometrische Abstraktion spielt oft eine wichtige Rolle in ihren Bilderfindungen.

In „Nie gewinnen“ sind vier Gestalten zu sehen, malerisch mehr angedeutet als ausgeführt, die in einem offenen, auch eigenartig eng wirkenden Landschaftsraum agieren. Links zwei Stehende, einander zugewandt, rechts davon zwei weitere Figuren, voneinander getrennt…

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