Ausstellungen: Hannover , 2007

Michael Stoeber

Emil Schumacher

»Der Erde näher als den Sternen«

Sprengel Museum, 18.2. – 6.5.2007
Museum Wiesbaden, 3.6-30.9.2007

Emil Schumacher galt in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts als der berühmteste ungegenständliche Maler Deutschlands. Man rückte seine Werke in eine Linie mit den besten Bildern des französischen Informel und des amerikanischen abstrakten Expressionismus. Diese Einschätzung schien der Künstler wirksam zu unterstreichen durch das Werk, das er 1964 nach seiner Einladung zur documenta III in Kassel einreichte. Das gewaltige Bild im Format von 205 cm x 370 cm entfaltet eine ebenso wilde wie grandiose Farblandschaft. Weiß und Schwarz dominieren. Der Künstler hat seine Farbe brachial und zugleich zart gesetzt. Mit Pinsel und Spachtel, ja mit der bloßen Hand, hat er sie geknetet und gerafft, abgeschabt und verschoben, aufgebaut und zerstört. In gewaltigen Schlieren und Strömen wie in fragilen und nervösen Linien zieht sie über die Leinwand.

Das Werk wirkt, wie die Welt vielleicht im Augenblick ihrer Entstehung war. Sie ist roh und ungeschliffen und zeigt doch schon Spuren der Bearbeitung. Schumachers Bild schwankt zwischen Form und Antiform. Seine Gestik ist von beeindruckender Kraft. Von einer Intensität, die Ausdruck einer ebenso freien und ungestümen wie reflektierten und kalkulierten Malerei ist. Auch wenn ein konkreter Gegenstand fehlt, hat das Bild erkennbar ein Thema. Es erzählt von Schwarz und Weiß, Licht und Schatten, Chaos und Kosmos.

Dieser Wille zum Erzählen hat Schumachers Werk von Anfang an bestimmt, und er zeigt sich auch dort noch, wo seine Bilder scheinbar gänzlich gegenstandslos sind. Der Künstler aus Hagen war nie an einer Malerei als…

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von Michael Stoeber

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