Magazin: Aktionen, Pläne & Projekte · von Carl Friedrich Schröer · S. 480
Magazin: Aktionen, Pläne & Projekte , 1998

Carl Friedrich Schröer

Emscherkunst

Was macht die Kunst im IBA-Emscher Park?

Mit der Entwicklung der 70 Hektar großen Industriebrache rund um die „Jahrhunderthalle“, Baujahr 1900, will die Internationale Bauausstellung Emscher Park (IBA) ein Zeichen für die „moderne Stadtentwicklung“ setzen. Seit 1842 diente das Gelände der Schwerindustrie. Krupp entwickelte es zu einem der bedeutendsten Standorte der Eisen- und Stahlerzeugung im gesamten Ruhrgebiet. Eine „Erzbahn“ transportierte Rohstoffe vom Rhein-Herne-Kanal zum 9 Kilometer entfernten Bochumer Stahlstandort. Die Schlote rauchten, was die Kessel hielten – bis 1986. Seitdem liegt das schwer kontaminierte Terrain als „verbotene Stadt“ in unmittelbarer Nähe zur Bochumer Innenstadt. Schon zur Endpräsentation der IBA 1999 soll dort ein „Park des 21. Jahrhunderts“ entstehen. „Ein Stück Natur in der Stadt“ mit den Elementen Freizeit, Naherholung, Wohnen und Kunst. – Die typische IBA-Mischung. „Weiche Standortfaktoren werden vorgeschaltet“, damit „potentielle Investoren“ alsbald nachrücken. Weich und hart sollen schaffen, wozu die IBA vor bald zehn Jahren an die Emscher gerufen wurde – den Strukturwandel in Deutschlands rostendem Industriegebiet.

Der neue Bochumer Stadtpark liegt am Südrand eines gigantischen Landschaftsparks, 320 qkm groß, zwischen Duisburg am Rhein und Kamen in Westfalen. Eine „neue Art von Parksystem“, zwischen 17 Städten und mitten durchs dichteste Ballungsgebiet Europas will die IBA hier anlegen. Mittendurch fließt auf 60 km Länge die komplett kanalisierte Emscher. Ausgerechnet dieser Abwasserkanal, „der dreckigste Fluß Europas“, gibt dem Mega-Landschaftspark seinen Namen. Abraum, Brache, Halde, Restfläche lauten die Schlüsselbegriffe für die Planer im Revier. Es sind die bevorzugten Ansatzpunkte für die beginnende Umgestaltung in den IBA-Landschaftspark. Denn die Umgestaltung wird vollzogen,…

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